Montag, 6. April 2015

Rezension: Der Preis der Treue

Ein Buch ohne eigentliche Geschichte, das nur eine Situation wiedergibt. Auch man ganz interessant, aber am Ende fragt man sich doch, was es jetzt gebracht hat...

Information zum Produkt:
Titel: Der Preis der Treue
Autor: Diane Brasseur
Taschenbuch: 176 Seiten
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. April 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3423260696
ISBN-13: 978-3423260695

Rezension:
Ein Mann hat eine Familie – und eine Geliebte, Alix. Alix lebt in Paris, der Erzähler und seine Familie in Marseille. Zwischen diesen Welten pendelt er und zwischen diesen Welten will er sich entscheiden und lässt dabei die Affäre vor dem inneren Auge vorbeiziehen.

Der Erzähler bleibt, ebenso wie seine Frau und seine Tochter, namenlos, lediglich die Geliebte wird bei ihrem Namen genannt. Im Prinzip verfolgt man das ganze Buch über die Gedanken des Mannes, der, kurz vor der Abreise in den Winterurlaub mit seiner Familie, zu ergründen versucht, für welche der Frauen in seinem Leben er sich entscheiden soll.
Er denkt daran, wie die Affäre begann, wie sie sich entwickelte, er denkt darüber nach, wie sein Leben im Moment aussieht, was er Alix schreibt und wer er sich ausdrückt. Er versucht, darzustellen, wie Alix wohl worüber denkt und wie die Erwartungshaltungen seiner Frau und seiner Geliebten sein mögen.
Er malt sich verschiedene Szenarien aus, wie sich Dinge entwickeln könnten und wie seine Frau von der Affäre erfahren könnte.

Und auch wenn eines der Kapitel in fast jedem Absatz damit beginnt, dass er seine Frau liebt, liest man hauptsächlich Harmonie, wenig tiefe Liebe. In den Momenten, wo es um Alix geht, liest man mehr Abendteuer und Leidenschaft als Liebe. Und so weiß am Ende weder der Erzähler, noch der Leser, was dieser Mann nun eigentlich will.

Man folgt also nur den Gedankengängen und dreht sich mit dem Erzähler zusammen die ganze Zeit im Kreis. Für den Leser bringt das irgendwie keinerlei Mehrwert. Weder ist das Ganze besonders spannend, noch hat man am Ende das Gefühl, den Figuren oder ihren Leben näher gekommen zu sein.

Man kann zwar das Gedankenkarussell gut nachvollziehen, in dem der Mann sich befindet, aber mehr leider auch nicht.


Unterm Strich ein Buch, das glaube ich das Dilemma, in dem der Betrügende sich befindet, einigermaßen anschaulich machen kann, das aber ansonsten wenig Spannung und Lesefreude bringt.

Bewertung: 2 von 5 Punkten