Montag, 23. März 2015

Rezension: Bird Box

Auch wieder eines der Bücher, an das ich mit grooooooßen Erwartungen heran gegangen bin. Ich glaube, ich sollte mir diese Haltung abgewöhnen *seufz*


Informationen zum Produkt

Titel: Bird Box
Autor: Josh Malerman
Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: Penhaligon Verlag (16. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3764531215
ISBN-13: 978-3764531218


Rezension:


Malorie ist schwanger und die Welt, in die das Kind geboren werden soll, wendet sich gegen die Menschen. Durch etwas, was man sieht, werden die Menschen verrückt und gewalttätig. Diejenigen, die sich schützen wollen, verbarrikadieren sich in abgedunkelten Häusern und schließen die Augen, sobald sie nach draußen gehen. Auch Malorie. Aber wie soll sie ihr Kind in so einer Welt großziehen? Und ist die Gefahr nicht vielleicht schon viel näher gekommen, als Malorie glaubt?

Die Beschreibung von Bird Box gibt nicht wirklich viel her, man erfährt von einer Welt, die sich gegen die Menschen wendet, von einer unbenannten Bedrohung und davon, was mit denjenigen geschieht, die zu unvorsichtig sind.
Steigt man in die Handlung ein, wird sehr schnell deutlich, was die eigentliche Handlung ist:
Man springt zwischen der Gegenwart, in der Malorie zu fliehen versucht, und der Vergangenheit, die alles zu erklären versucht, hin und her. Immer wieder.
Trotzdem die Kapitel nicht nach ihrer Platzierung auf der Zeitebene gekennzeichnet sind, weiß man immer sofort, in welcher Zeit man sich befindet, das ist ganz gut gemacht.
Und die Geschichte hat Potential. Etwas, was man sieht, lässt einen verrückt werden – wie geht man damit um?
Eine Bedrohung, die man nicht sehen kann, lässt nur zu, dass man überlebt, wenn man die Augen geschlossen hält.
Ja, das ist spannend, definitiv.

Die Umsetzung ist leider nicht so gelungen.
Ich finde keine der Figuren sonderlich sympathisch, weder Malories Schwangerschaft, noch alles, was zwischenmenschlich im Haus geschieht, ist wirklich greifbar und erlebbar dargestellt. Alles, was von Emotion handelt, sind nur Worte auf Papier, keine Gefühle, die beim Leser ankommen.
Die Atmosphäre ist dementsprechend wenig greifbar, auch wenn sie im Grunde das ganze Buch ausmacht, bzw. ausmachen sollte. Aber man LIEST eben nur davon, wie es ist, man spürt es nicht.

Beispielsweise – ACHTUNG SPOILER – sterben in dem Buch diverse Tiere. Das ist etwas, was ich normalerweise richtig schlimm finde zu lesen. In diesem Fall hat nicht mal das mich emotional mitgenommen und das sagt einiges darüber aus, wie sehr hier alles an der Oberfläche kratzt. ENDE SPOILER.

Somit lernt man weder die Figuren kennen, was man irgendwie noch damit entschuldigen kann, dass in so einer Zeit Charakterstudien nicht wichtig sind, aber es bleibt eben auch das Mitfühlen des Lesers auf der Strecke.
Und die Handlung? Nunja.
Fantasy und Horror ist ja häufig nicht unbedingt logisch. Aber ich finde, die Handlung sollte irgendwie noch erklärbar sein, sofern übernatürliche Phänomene akzeptiert werden.
In diesem Fall passieren gefühlt ungefähr drei Dinge weltweit und schon wissen alle, dass etwas, was man sieht der Auslöser ist. Unwahrscheinlich. Weiter hinten in der Handlung kommen dann noch einige Dinge, die einfach unlogisch sind.


Also unterm Strich ein Buch mit einer sehr guten Idee, aber einer Umsetzung,  die für meinen Geschmack weder genug Emotion (und sei es Horror),  noch genug Logik mitbringt. 

Bewertung: 2 von 5 Punkten

Sonntag, 22. März 2015

Rezension: Nacht ohne Namen

Ach, ich habe in letzter Zeit so viele Bücher gelesen und so wenige Rezensionen geschrieben... Hier nun eine der Ausnahmen.

Informationen zum Produkt:
Titel: Nacht ohne Namen
Autor: Jenny-Mai Nuyen
Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3423761091
ISBN-13: 978-3423761093

Rezension:
Nicki und Canon kennen sich – und doch wieder nicht. Nicht mal ihre richtigen Namen haben sie ausgetauscht und doch verbringen sie regelmäßig Zeit miteinander und sind einander nahe, wie man es nur sein kann. Und so macht sich Nicki auch sofort auf die Suche, als Canon plötzlich verschwindet und sie findet sich in einer Welt wieder, von der sie nie zu träumen gewagt hätte.

Bei diesem Buch war mir von Anfang an klar, dass ich es lesen möchte. Die Story klingt interessant und ich finde die Autorin menschlich so sympathisch, dass ich einfach nicht anders konnte.
Leider war das Lesen selbst dann doch irgendwie ernüchternd.

Die Figuren sind irgendwie blass geblieben. Selbst Nicki, die die Geschichte trägt, konnte ich mir nicht richtig vorstellen, sie blieb irgendwie immer knapp außerhalb der Reichweite. Ihr Verhältnis zu ihren Eltern ist irgendwie zu extrem, um glaubhaft zu sein, ihre Erlebnisse in der Schule wirken zu konstruiert, als sollten sie nur den Hintergrund liefern, eine Erklärung, warum sie so auf Canon fixiert ist.
Von Canon bekommt man zu wenig mit, um sich überhaupt ein Bild machen zu können und auch seine Freunde sind irgendwie klischeebeladen und selbst dabei farblos und wenig greifbar.
Die Figuren konnten mich leider alle nicht überzeugen.

Die Sprache ist… nunja… immerhin gut lesbar. Aber manchmal werden da Satzkonstrukte verwendet, die unrund wirken. Übertrieben. Unpassend.
Und selbst im Lesefluss bin ich über Wörter wie „Bedrogtheit“ gestolpert, die einfach seltsam wirken.

Der Story liegt eine tolle Idee zu Grunde. Ich mag die Welt, die die Autorin sich da ausgedacht hat und das wie und warum ist interessant umgesetzt. Zum Schluss aber fiel es mir sehr schwer, den Bildern zu folgen. Da passiert ganz viel, was wenig greifbar ist, das macht es schwierig, sich alles vorzustellen. Die Idee mit der „Gedanken aussprechenden Wand“ wieder fand ich total großartig, aber vieles andere passte irgendwie nicht ganz zusammen.


Dieses Buch will ganz vieles und bringt auch ganz viel Potential mit. Eine tolle Idee, eine interessante Welt. Dennoch leider durch die teilweise seltsamen Formulierungen und die Elemente der Story, denen man kaum folgen kann und die blassen Figuren leider nur Mittelmaß.

Bewertung: 3 von 5 Punkten 

Sonntag, 8. März 2015

Groh Design



Einen Bericht von der Frankfurter Buchmesse bin ich noch schuldig und diesen Bericht habe ich bestimmt 20 Mal begonnen und wieder verworfen. Es passte einfach nicht zu dem Gefühl, das ich damit verbinde.
Damit?
Mit dem Besuch beim „Stand“ vom Groh Design.

Direkt neben dem fröhlich-bunten Stand vom Groh Verlag stand ein minimalistisch-weißer Kasten.
Wie ein Iglu in Schuhkartonform, das hatte, gerade wenn dunkel gekleidete Mitarbeiter vor dem Eingang standen, schon sehr etwas von VIP-Lounge mit Türsteher. In Wahrheit aber war es der recht beeindruckende Aufbau von Groh Design.
Sehr cool auf jeden Fall.



Wir haben uns trotzdem hinein getraut und es nicht bereut. Drinnen fühlt man sich plötzlich wie in einer Galerie, denn dort stellte Groh Design seine… ja… Kunst aus.
Worum geht es denn nun überhaupt?
Darum, mit graphisch aufgearbeiteten Sprüchen zum Nachdenken anzuregen und gleichzeitig die Wände zu verschönern, Eyecatcher und Gedankenanstoß gleichzeitig zu sein.
Hierfür hat Groh Design diverse (Sinn)Sprüche, größtenteils aus dem Mund bekannter Persönlichkeiten, grafisch aufgewertet und als „Wallspiration“ auf verschiedenste Materialien gebracht.
Da wären Platten aus Plexiglas, die mit einem fluoreszierenden Kern in Wabenstruktur in ihrer Mitte verbunden und auf der Unterseite der Deckplatte bedruckt sind. Somit ist der Druck auch vor Kratzern sicher. Das Design ist ziemlich außergewöhnlich und durch die orangenen Waben vor allem auffällig.

Außerdem gibt es Aluminiumplatten, entsprechend bedruckt sind. Das kann ganz schön ins Auge fallen, wenn dann auf schwarzem Untergrund pinke Schrift leuchtet.

Oder eben die günstige Variante aus Pappe, wobei „Pappe“ fast noch zu wenig gesagt ist. Die Seiten
sind sehr, sehr stabil und wertig, es gibt verschiedene Varianten, schwarz-weiß oder mit Schrift in knalligem Pink.

In jedem Fall aber sind die „Wallspirations“ ein optisches Highlight, da diverse Schriften, Farben und Formen miteinander gemischt werden, so dass man teilweise davor steht und erst die richtige Reihenfolge der Worte suchen muss oder aber einige Meter zurück treten möchte, um das Bild als Ganzes auf sich wirken zu lassen.  Preislich ist dann auch für jeden Geldbeutel eine Variante dabei, so dass man die Bilder als Statussymbol ansehen oder einfach als Wanddekoration nutzen kann.

Auf der Buchmesse also fand sich eine ganze Galerie mit solchen Bildern und ich muss schon sagen: Das war wirklich beeindruckend. Ich bin für sowas viel mehr zu haben als für „normale“ Kunst, daher war das schon ein echtes Highlight. Vor allem war es wirklich sehr nett und angenehm, von einer Mitarbeiterin durch den Raum und die Produkte geführt zu werden und die Hintergründe erklärt zu bekommen.

Aber die Wallspiration-Kunst ist bei Weitem nicht das Einzige, was Groh Design sich ausgedacht hat und vermutlich auch nicht das erste, was einem im Alltag begegnen wird. Die größere Chance haben da nämlich die „Nichts“-Produkte.
Nichts?
Nichts!

Hat, denke ich, jeder schon erlebt. „Was wünscht du dir denn?“ „Ach, nichts“ „…“
Und für diese Experten, oder aber einfach als lustige Idee, gibt es jetzt Nichts.
Das sind Notizbücher oder Metalldosen (in die so ein Notizbuch gut hinein passt) mit dem Aufdruck „NICHTS“ oder aber „NOTHING“ für die Anglophilen. Da hat man dann doch gleich etwas mehr in der Hand als nichts. Außerdem, das ist dann eher Kategorie „witzig,  aber nicht ernst gemeint“, gibt es ein Gutscheinbuch für Nichts. Dort sind dann – wieder total unterschiedlich und immer sehr ansprechend designt – die unterschiedlichsten Gutscheine, jeweils für Nichts… denn alles andere war schon ausverkauft. Oder … denn was du verdienst, konnte ich mir nicht leisten.
Also etwas, was sicherlich für eine Menge Spaß sorgen kann.

Und weil Buchmenschen (zugegebenermaßen kann ich das nicht belegen, aber in meinem Umfeld ist es so) auch immer sehr auf Notizbücher verschiedenster Art stehen, gibt es neben NICHTS auch noch Notizbücher mit den Sprüchen der Wallspiration. Sehr hübsch gemacht und eben besonders.
Vor allem, wenn sie nicht auf den ersten Blick zu erkennen sind. So kann man beispielsweise auf einer Seite lesen „ich habe keine besondere Begabung“ und erst auf der Rückseite löst sich dann der Spruch auf: „ich bin nur leidenschaftlich neugierig – Albert Einstein“.



Und weil man das alles ja transportieren muss und Taschen ja immer praktisch und ein Eyecatcher sind, gibt es auch Stofftaschen, die es in sich haben: Dicker, fester Baumwollstoff, lange, bequeme Henkel und deutlich sichtbare Sprüche, die sich auf das Nichts-Angebot beziehen.


Ja, insgesamt kann man wohl behaupten, dass hier eine durchaus spannende Auswahl an Produkten zusammen kommt.
Vor allem aber eine tolle Idee nach der anderen. Mich fängt Groh Design mit den Produkten definitiv ein, denn das sind alles Sachen, die ich lustig und schön und besonders finde und auch schon diverse Male im Freundeskreis empfohlen habe, wenn wieder jemand verzweifelt auf der Suche nach Geschenken war.

Das Design ist häufig minimalistisch und sehr aufgeräumt, aber nicht immer. Einige Wallspirations sind eher konfus und auffällig, sehenswert sind sie aber alle.
Die Bücher und Ideen hinter der Nichts-Kampagne sind lustig und insgesamt hat der Groh Verlag da meiner Meinung nach eine tolle Sparte geschaffen, die ein optisches Highlight nach dem nächsten auswirft und mit humorvollen Geschenkideen punkten kann.

Wer weitere Infos haben möchte, findet sie unter www.groh-design.de

In diesem Sinne: Vielen lieben Dank an das Team von Groh Design für die Führung durch die „heiligen Hallen“ und das Infomaterial, tausend Dank für das Produktpaket und vielen Dank aus meiner ganz persönlichen Sicht an das Team, das die Ideen dafür hatte.

In dem Sinne: If nothing goes right, go left.