Sonntag, 22. März 2015

Rezension: Nacht ohne Namen

Ach, ich habe in letzter Zeit so viele Bücher gelesen und so wenige Rezensionen geschrieben... Hier nun eine der Ausnahmen.

Informationen zum Produkt:
Titel: Nacht ohne Namen
Autor: Jenny-Mai Nuyen
Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3423761091
ISBN-13: 978-3423761093

Rezension:
Nicki und Canon kennen sich – und doch wieder nicht. Nicht mal ihre richtigen Namen haben sie ausgetauscht und doch verbringen sie regelmäßig Zeit miteinander und sind einander nahe, wie man es nur sein kann. Und so macht sich Nicki auch sofort auf die Suche, als Canon plötzlich verschwindet und sie findet sich in einer Welt wieder, von der sie nie zu träumen gewagt hätte.

Bei diesem Buch war mir von Anfang an klar, dass ich es lesen möchte. Die Story klingt interessant und ich finde die Autorin menschlich so sympathisch, dass ich einfach nicht anders konnte.
Leider war das Lesen selbst dann doch irgendwie ernüchternd.

Die Figuren sind irgendwie blass geblieben. Selbst Nicki, die die Geschichte trägt, konnte ich mir nicht richtig vorstellen, sie blieb irgendwie immer knapp außerhalb der Reichweite. Ihr Verhältnis zu ihren Eltern ist irgendwie zu extrem, um glaubhaft zu sein, ihre Erlebnisse in der Schule wirken zu konstruiert, als sollten sie nur den Hintergrund liefern, eine Erklärung, warum sie so auf Canon fixiert ist.
Von Canon bekommt man zu wenig mit, um sich überhaupt ein Bild machen zu können und auch seine Freunde sind irgendwie klischeebeladen und selbst dabei farblos und wenig greifbar.
Die Figuren konnten mich leider alle nicht überzeugen.

Die Sprache ist… nunja… immerhin gut lesbar. Aber manchmal werden da Satzkonstrukte verwendet, die unrund wirken. Übertrieben. Unpassend.
Und selbst im Lesefluss bin ich über Wörter wie „Bedrogtheit“ gestolpert, die einfach seltsam wirken.

Der Story liegt eine tolle Idee zu Grunde. Ich mag die Welt, die die Autorin sich da ausgedacht hat und das wie und warum ist interessant umgesetzt. Zum Schluss aber fiel es mir sehr schwer, den Bildern zu folgen. Da passiert ganz viel, was wenig greifbar ist, das macht es schwierig, sich alles vorzustellen. Die Idee mit der „Gedanken aussprechenden Wand“ wieder fand ich total großartig, aber vieles andere passte irgendwie nicht ganz zusammen.


Dieses Buch will ganz vieles und bringt auch ganz viel Potential mit. Eine tolle Idee, eine interessante Welt. Dennoch leider durch die teilweise seltsamen Formulierungen und die Elemente der Story, denen man kaum folgen kann und die blassen Figuren leider nur Mittelmaß.

Bewertung: 3 von 5 Punkten 

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