Donnerstag, 19. Juni 2014

Rezension: Like mich am Arsch

Ehrlich gesagt weiß ich nicht so recht, was ich bei einem Buch mit so einem Titel überhaupt erwartet habe. Irgendwie dachte ich, diese Aggression im Titel würde sich nicht im Buch forsetzen, aber ich habe mich geirrt.

Inrmationen zum Buch
Autor: Andreas Hock
Taschenbuch: 200 Seiten
Verlag: Riva (8. Oktober 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3868833307
ISBN-13: 978-3868833300

Rezension:
Mit zunehmender Technisierung muss der Mensch immer weniger denken und verlässt sich immer mehr auf die Maschinen.
Mit zunehmendem Maße an Aktivität in sozialen Netzwerken macht der Mensch sich öffentlich immer öfter nackt und merkt es teilweise gar nicht.
Eine unaufhaltsame Entwicklung?

Ich selber bin nicht bei Facebook registriert und freue mich immer, wenn ich merke, dass ich mit der Einstellung nicht so allein bin, wie es den Anschein macht. Daher war ich neugierig auf dieses Buch, zumal gleich der Beginn, in dem davon berichtet wird, wie die Verbreitung des Taschenrechners auf das mathematische Können Einfluss genommen hat, mir aus der Seele spricht. Zur Generation jener gehörend, die praktisch schon mit einem Taschenrechner aufgewachsen sind, fällt mir selbst einfaches Kopfrechnen schwer und dabei behaupte ich, grundsätzlich ein gutes mathematisches Verständnis zu besitzen.
Also ja, die Aussage, dass Technik einem das Denken abnimmt und man sich hierauf mehr und mehr verlässt, stimmt meiner Meinung nach.

Ob das gleich zur Verdummung führt, sei mal dahin gestellt.
Auch bin ich durchaus empfänglich für Kritik an sozialen Netzwerken, beziehungsweise der allgegenwärtigen Nabelschau, die dort betrieben wird.

Das alles hat durchaus auch als Buch seine Daseinsberechtigung.
Aber, und das ist hier leider der entscheidende Punkt, wie überall macht auch hier der Ton die Musik.

Dieses Buch ist kein Sachbuch, kein Fachbuch, nichtmal eine sachliche Kritik.
Es ist eine einzige Schmährede.
Sicher, wenn man emotional auf ein Thema reagiert, drückt man sich manchmal nicht glücklich aus. Aber das muss man dann nicht veröffentlichen.

In diesem Buch wird in einer Tour geschimpft, verspottet, verhöhnt, gelästert. Sachlich ist daran gar nichts.
Und auf dem Niveau möchte ich mich auch mit niemandem auseinander setzen müssen und daher empfand ich dieses Buch auch als große Belastung.

Bewertung: 2 von 5 Punkten


Dienstag, 17. Juni 2014

Rezension: Das 11.Gebot: Du sollst nicht darüber sprechen

Der Titel zeigt schon, in welch Richtung der Inhalt gehen wird, das war irgendwie keine große Überraschung mehr...

Informationen zum Buch
Autor: Daniel Bühling
Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
Verlag: Riva (7. November 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3868833226
ISBN-13: 978-3868833225

Rezension:
Die katholische Kirche verbirgt vieles hinter ihren Mauern. Einiges davon kann man erahnen, vieles erfahren nur jene, die hinter diese Mauern blicken, deren Leben von der Kirche bestimmt und deren Schweigen von ihr verlangt wird. Jetzt wird dieses Schweigen gebrochen…

Die für mich wichtigste Frage nach Beenden der Lektüre war „was hatte ich eigentlich erwartet?!“
Der Autor beschreibt hier seinen Weg durch die Priesterseminare, durch die verschiedenen Institutionen der Kirche, bis er nach einigen Jahren endlich seinen Weg findet. Seine Erlebnisse teilt er mit dem geneigten Leser und wird dabei nicht müde, immer wieder auf das von ihm so titulierte „elfte Gebot“ hinzuweisen, das ungeschriebene Gesetz, dass nichts von all dem nach außen dringen darf.

Mich persönlich haben die permanenten Hinweise auf dieses elfte Gebot, eben diese Formulierung und das wiederholte Erklären eher genervt. Ja, der Ausdruck ist treffend und ich bin mir ziemlich sicher, dass die Handhabe auch tatsächlich genau so ist. Trotzdem nervt es, die immer gleiche Formulierung ständig wieder und wieder und wieder lesen zu müssen.

Davon abgesehen musste ich beim Lesen immer wieder den Kopf schütteln ob der Naivität des Autors.
Im Ernst, was hatte er den erwartet? Dass im Priesterseminar alle lieb und nett zueinander sind, alle die Religion genau gleich leben, es keinerlei Spannungen gibt? Dass alle Kirchenmänner komplett asexuell sind, obwohl schon in der Öffentlichkeit immer wieder das Gegenteil gezeigt wird?

Das Entsetzen, als er die wahren Vorgänge hinter den Kirchenmauern beschreibt, nehme ich dem Autor jedenfalls nicht ab, denn selbst mich, und ich bin vom Katholizismus weit entfernt, hat das nicht überrascht.

Insgesamt kommt mir das Buch sehr viel eher wie eine persönliche Abrechnung mit jenen vor, die dem Autor das Leben im Priesterseminar und im Beruf schwer gemacht haben, als eine Enthüllung über die Kirche selber. Denn das, was da so skandalträchtig aufbereitet wird, ist glaube ich für die wenigstens Leser wirklich eine Überraschung.

Bewertung: 3 von 5 Punkten

Freitag, 13. Juni 2014

Rezension: Das Charisma-Geheimnis

Ich habe mal grob durchgesehen, wie viele Bücher ich dieses Jahr schon gelesen habe, deren Rezensionen hier noch gar nicht aufgetaucht sind... es sind einige. Erschreckend. Daher werden jetzt nach und nach die Rezis online gestellt, die Bücher sind teilweise nicht mehr so aktuell, aber immerhin...
Dies ist das erste davon.

Informationen zum Buch
Autor: Olivia Fox Cabane
Taschenbuch: 300 Seiten
Verlag:mvg Verlag (8. Oktober 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3868824774
ISBN-13: 978-3868824773


Rezension:
Charismatischen Menschen hört man gerne zu, man ist gerne von ihnen umgeben. Sie bekommen ihren Willen und so viel Aufmerksamkeit, wie sie wollen. Wie schön, dass jeder lernen kann, charismatischer aufzutreten.

Die Autorin schreibt ganz am Anfang des Buches, dass ab dem Punkt sich die Lektüre bereits gelohnt hat, selbst wenn man den ganzen Rest nicht lesen würde. Und sie hat damit Recht.
Denn gleich zu beginn erklärt sie ganz grundlegende Dinge, die einem im Umgang mit anderen Menschen helfen, selbst wenn man das Buch danach zur Seite legt.

Die Lektüre selber ist relativ zäh, weil doch sehr viel recht klein geschriebener Text auf einen wartet. Dafür aber lernt man viel über Charisma und ein entsprechendes Auftreten, immer wieder unterbrochen von kleinen, aber effektiven Übungen.

Am Ende werden alle Kapitel nochmal knapp zusammen gefasst.
Sicher, nicht jeder wird nach der Lektüre vor Charisma nur so sprühen und nicht jeder kann die entsprechenden Verhaltensweisen in Job und Umfeld auch wirklich anbringen.
Aber selbst wenn man nur einen Bruchteil dessen, was einem dort nahe gebracht wird, anwendet, hat man schon etwas daraus mitgenommen, was einem weiter helfen kann.'

Insgesamt ein Ratgeber, der einem helfen kann, die eigenen Verhaltensweisen so zu verändern, dass man charismatischer wirkt. Selbst wenn man dies nicht umsetzen kann oder will, hilft es einem zumindest, ein besserer und aufmerksamerer Zuhörer zu werden, was in vielen Momenten schon etwas zu einem besseren Umgang miteinander führt.
Trotz recht ermüdendem Text ein durchaus lesenswertes Buch, das ganz praktische Ansätze liefert.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

Sonntag, 1. Juni 2014

Rezension: Soul Screamers 1: Mit ganzer Seele

Dieses Buch ist mir bereits vor einiger Zeit vom Mira-Verlag zur Verfügung gestellt worden. An dieser Stelle nochmals ganz herzlichen Dank!
Leider habe ich mich echt ewig nicht aufraffen können, es zu lesen, als ich dann aber Zeit und Ruhe gefunden habe (endlich), habe ich es an einem Tag verschlungen...

Informationen zum Buch
Autor: Rachel Vincent
Taschenbuch: 304 Seiten
Verlag: MIRA Taschenbuch ; Auflage: 1., Aufl. (Oktober 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3899419464
ISBN-13: 978-3899419467

Rezension:

Kaylee ist eigentlich ein ganz normales, etwas unscheinbares Mädchen. Nicht hässlich, nein. Aber eben im Schatten ihrer sehr weiblichen Freundin Emma doch etwas unscheinbar. Umso seltsamer, dass der Schwarm der Mädels, Nash, sie in einem Club ganz gezielt anspricht. Und sich selbst dann nicht abschrecken lässt, als Kaylee um eines der anwesenden Mädchen eine dunkle Wolke erkennt und – nicht zum ersten  Mal – einen Anfall bekommt.

Dieses Buch hält sich nicht lange mit Vorgeplänkel auf, sondern wirft den Leser schon auf den ersten Seiten mitten ins Geschehen. Mir gefällt das, ich finde so lange Vorgeschichten häufig ermüdend.
Das wird einem hier erspart, auch wenn Nash mit Kaylee über viel zu lange Zeit das „vielleicht weiß ich mehr als du“-Spielchen spielt. Das ist doch recht unnötig und hält auch die Spannung nicht aufrecht, weil man ja eigentlich schon weiß, was passiert.

Überhaupt ist die große Überraschung eigentlich gar keine mehr, wenn man sich Titel und Klappentext anschaut, aber gut. Bei anderen Büchern weiß man auch von vorn herein, um welche Wesen es geht.

Die Figuren sind ganz gut gemacht, besonders Nash und Todd haben mir gut gefallen.  Die beiden haben ihre Ecken und Kanten und sind trotzdem sympathisch. Kaylee ist mir teilweise zu platt geraten, irgendwie schweift sie gedanklich manchmal doch erschreckend weit vom Thema ab und verhält sich recht… kindisch. Kaylees Vater und Onkel und auch ihre Cousine sind ebenfalls plastisch und nachvollziehbar. Ihre Tante absolut nicht, leider.

Die Handlung an sich ist relativ vorhersehbar, aber trotzdem, und das muss man der Autorin wirklich zugute halten, durchgehend spannend. Einzig der Einblick in die Bürokratie der Unterwelt war befremdlich bis albern. Aber die Erzählweise der Autorin hat dafür gesorgt, dass ich das Buch trotz aller Schwächen gerne gelesen habe und die Handlung durchaus spannend fand.
Eine winzige Kleinigkeit zum Cover: Obwohl es thematisch passend ist, mag mir das blutrot eingefärbte Zahnfleisch der Dame einfach nicht gefallen.

Insgesamt ein gut gelungener Auftakt mit guten Ideen und einigen wirklich sympathischen Figuren und einer spannenden Handlung. Leider kleinere Schwächen an anderer Stelle.

Bewertung: 4 von 5 Punkten