Sonntag, 25. Mai 2014

Rezension: Dark Heroine

Achja, endlich mal wieder ein gute Vampirroman. Und das Cover fässt sich toll an. Wenn man dann noch das unglaublich junge Alter der Autorin mit einbezieht, hat das Buch wirklich  Potential. Einzig mit dem halb englischen Titel bin ich nicht glücklich, aber es klingt vermutlich cooler, als wenn man von der Dunklen Heldin gesprochen hätte...

Informationen zum  Buch
Autor: Abigail  Gibbs
Gebundene Ausgabe: 608 Seiten
Verlag: ivi (14. April 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 349270297X
ISBN-13: 978-3492702973

Rezension:
Violet wird nachts Zeugin eines grausamen Gemetzels. Einige junge Männer schlachten mehrere andere Männer ohne ersichtlichen Grund einfach ab und als Violet zu fliehen versucht, wird sie von den Tätern entführt.
Und diese machen ihr sehr schnell und unmissverständlich klar, dass sie ein  Problem hat. Denn es handelt sich bei ihnen nicht um Menschen, sondern um Vampire. Und obwohl Violet darauf ihre Hoffnung setzt, wird ihr klar gemacht, dass ihr Vater als ranghoher Politiker von der Existenz der Vampire weiß und ihr aus politischen Gründen gar nicht helfen kann. Und so sitzt sie gefangen in einem Haus voller Blutsauger und die einzige Möglichkeit, die ihr bleibt ist, sich früher oder später verwandeln zu lassen, dabei ist das das letzte, was Violet will.

Vampirromane laufen ja gerne nach dem gleichen Schema: Mädchen lernt faszinierenden Jungen kennen, der aber etwas seltsam ist, verliebt sich und findet nach und nach heraus, dass mit dem Traumprinzen etwas nicht stimmt.
Hier läuft das anders: Junge entführt Mädchen, beide verabscheuen sich und er knallt ihr gleich um die Ohren, dass er ein Vampir ist.
Erfrischend!

Die Charaktere sind mal gut, mal schlecht ausgearbeitet. Violet und  Kaspar erzählen die Geschichte, somit ist man ihnen näher als den anderen. Fabian kann man noch gut nachvollziehen und die Intentionen des Königs sind auch sehr deutlich, aber der Rest verkommt zu einer farblosen Masse ohne rechte Sympathien.
Aber Kaspar und Violet tragen die Geschichte und das trotz Violets manchmal etwas zwiegespaltenen Verhalten ganz gut. Kaspar ist eben nicht der glitzernde Schönling, der gute Geist im Körper des Raubtieres.
Kaspar ist ein Killer und das trägt er offen vor sich her. Er ist mal ein echter Bad Boy.
Violet hingegen ist nicht das hingerissene Liebchen, dem alles egal ist, was auch immer ihr Herzblatt anstellen könnte. Im Gegenteil – lange Zeit ist sie abgestoßen von dem, was sie erleben musste und macht das auch ganz deutlich.

Wie gesagt – nicht nach dem üblichen  Muster gestrickt.

Die Story schleppt sich im Mittelteil leider sehr, es geht irgendwie immer einen Schritt vor und einen zurück und es passiert auf sehr vielen Seiten sehr wenig, bis erst zum Ende des Buches hin überhaupt mal  auf den Titel Bezug genommen wird.
Da hätte man  Seiten sparen können.
Andererseits ist das Buch so leicht zu lesen, bringt einen so hohen Unterhaltungswert mit, dass das nicht wirklich negativ ins Gewicht fällt. Man kann  es trotzdem an zwei Tagen weglesen und es gut finden, auch wenn einem dann bei näherer Betrachtung deutlich wird, dass der Spannungsbogen eher schwach ist und die meisten Figuren nicht gut ausgearbeitet sind.

Aber, man liest es, wenn man sich auf die Geschichte einlassen mag und einem der Stil gefällt, sehr schnell weg und wundert sich nur, warum mittig mit so vielen Worten so wenig erzählt wird und am Ende so vieles zu schnell passiert und gerade in der letzten  Szene so viel auf Erklärung und Emotion verzichtet wurde…

Bewertung:  4 von  5 Punkten

Rezension: Bloodlines - Feuriges Herz

Wie sehnsüchtig habe ich auf die Fortsetzung der Reihe gewartet. Und jetzt? Jetzt warte ich noch sehnsüchtiger darauf, dass der nächste Band erscheint und denke ernsthaft darüber nach, nicht doch auf englisch schon mal "vorzulesen" nur um zu wissen, wie es weiter geht...
Das Buch wurde mir vom Egmont Lyx Verlag zur Verfügung gestellt, nochmals vielen, vielen Dank!!!

Informationen zum  Buch
Titel: Bloodlines - Feuriges Herz
Autor: Richelle Mead
Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Egmont LYX; Auflage: 1 (3. April 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 380259410X
ISBN-13: 978-3802594106


Rezension:
Sydney Sage ist Alchimistin und hat eigentlich nur den Auftrag, sich um die Sicherheit von Jill  Dragomir zu kümmern.  Doch das klingt alles viel einfacher als es ist, vor allem, weil ihre Abweichungen von der Doktrin der Alchimisten immer gefährlicher werden. Nicht nur  ist ihre Liebe zu Adrian wider aller gesellschaftlicher Akzeptanz, noch darf jemals ein Alchimist etwas davon erfahren, dass sie Magie benutzt. Als ihre Schwester Zoe ihrem Team zugeteilt wird, wird alles noch viel schwieriger, als es ohnehin  ist, denn Zoe ist nicht nur äußerst misstrauisch, sondern auch äußerst folgsam ihrer Gruppierung gegenüber.

Ok, das Wichtigste am Anfang: Man muss sich echt umstellen.
Die ganze Vampire-Academy-Serie über und immerhin alle bisherigen Bloodlines-Bände hat immer eine weibliche Protagonistin die Geschichte erzählt.  Jetzt plötzlich kommt auch Adrian zu Wort.
Sicher, von der dramaturgischen Entwicklung her ist das absolut wichtig und richtig, aber es hat mich einige Überwindung gekostet, mich darauf einzulassen, einfach weil man es so lange anders gewohnt war und nun der Umbruch so plötzlich und unerwartet kommt.

Die Figuren kennt man ja nun schon seit einigen Bänden, da gibt es nicht mehr viel Charakter zu entwickeln, daher ist es umso wichtiger, ab und zu neue Gesichter einzuführen und ein Augenmerk auf das Miteinander zu lenken und das ist hier passiert. Nicht nur nimmt die Beziehung zwischen Sydney und Adrian und deren Umgang damit einen sehr großen  Teil des Buches ein, auch lernt man Zoe und Neil kennen, die die Gruppe in diesem Band ergänzen. Zoe ist als Sydneys Spiegel in die Vergangenheit angelegt. Genau so penibel und folgsam, vielleicht noch etwas verbissener, weil sie nicht nur ihren Dad, sondern auch ihre Schwester beeindrucken will und damit dann leider ziemlich anstrengend, aber das ist der Rolle geschuldet und somit stimmig.

Die Geschichte ist zwar spannend und gut erzählt, aber die grundsätzliche Entwicklung – kleines Problem, Lösung, großes Problem, Cliffhanger – ist ziemlich vorhersehbar.
Und wenn man etwas drüber nachdenkt, merkt man auch relativ früh, was am Ende das große Problem sein wird.
Das ist aber nicht schlimm, denn unterhaltsam ist das Buch auf jeden Fall.
Und auch wenn man ahnt, dass das nicht so einfach sein wird, hofft man die ganze Zeit darauf, dass sich ein  Schlupfloch für Sydney und Adrian auftut und das sagt doch einiges darüber aus, wie zum einen der Fokus liegt und wie sehr man sich zum  anderen auf das Buch einlassen kann.

Für mich ist es nicht ganz perfekt, weil der Einstieg für mich schwierig war mit dem Perspektivenwechsel. Unterm Strich aber tut es der Geschichte gut und damit ist das Buch dann insgesamt nah dran.

Bewertung: 5 von 5 Punkten