Freitag, 26. Dezember 2014

Frankfurter Buchmesse 2014

Nun ist es schon mehr als zwei Monate her, dass ich die Frankfurter Buchmesse besuchen durfte und nun kommt endlich, endlich mein Bericht dazu, nachdem ich Zeit und Ruhe gefunden habe, alles nochmal zu sortieren.
Dass ich es überhaupt möglich machen konnte, stand lange in den Sternen, erst Ende August stellte sich heraus, dass ich würde frei nehmen können. Da ich mir bei meinem letzten Besuch aber geschworen hatte, so eine Tour wie damals nicht noch mal mitzumachen, stand für mich eigentlich fest: Fachbesuchertage oder gar nicht. Also auf Akkreditierung hoffen.
Das habe ich getan und ja, juchu, jippie, es hat geklappt!

Glücklicherweise habe ich tatsächlich noch so spontan (angefragt habe ich Mitte September) einen Schlafplatz bei Kollegen bekommen und konnte mich ganz ungehindert freuen.

Hingefahren bin ich an meinem ersten Urlaubstag, Mittwoch, morgens.
Eigentlich wäre ich gerne noch früher gefahren, seitens der Arbeit stellte sich später raus, dass es eine gute Idee gewesen wäre, noch später zu starten.
Die Anreise hatte ich mit der Bahn geplant und das war wie üblich ein Abenteuer. Dieses Mal nicht so sehr wegen nervigen Mitfahrern oder frühem Aufstehen (wie in 2011), sondern weil das der Tag des Bahnstreiks war und ich bis zuletzt nicht sicher sein konnte, ob und wenn ja wie pünktlich meine Züge fahren. Da ich ein Sparticket gebucht hatte (Zugbindung), hat mich das schon etwas nervös gemacht.

Aber bis nach Hamburg kam ich pünktlich und so sollte es dann auch weiter gehen. Ging es aber nicht, weil der ICE dann allein bis Hamburg schon geschmeidig 30 Minuten Verspätung hatte. Aber irgendwann kam er dann und der Rest der Fahrt war wirklich entspannt.
In Frankfurt angekommen, schnell Zimmer beziehen, zwischenzeitlich noch die Welt retten (Telefonat mit der Arbeit) und dann ging es los: Buchmesse, ich komme!!

Auf dem Gelände der Messe als erstes Pressebereich suchen, den freundlichen Damen meine Jacke anvertrauen und los geht es, die Büchergöre suchen. Wir kennen uns schon so viele Jahre, aber es ist das erste Mal, dass wir beide auf der Buchmesse waren und so konnten wir unser diesjähriges Treffen einfach nach Frankfurt verlagern und gemeinsam die Messe erleben.

Und genau das haben wir getan.
Beim letzten Mal hatte ich mir im Vorwege X Veranstaltungen rausgesucht, die ich besuchen wollte, mehrere Lesungen etc und wirklich geschafft habe ich davon nur einen Bruchteil. In diesem Jahr habe ich mir nur ganz wenige Eckpunkte herausgesucht und den Rest der Zeit haben wir uns treiben lassen, was wirklich angenehm war.
Ganz kurz während der (ja kaum vorhandenen) Planungsphase hatte ich die Befürchtung, 4 Tage Buchmesse ohne einen Zeitplan zu haben, würden mir vielleicht fad werden, aber weit gefehlt!

Trotzdem so viel Zeit war, habe ich es nicht geschafft, alles zu sehen, selbst von meinen wenigen Veranstaltungen konnte ich nicht alle besuchen und einige von denen, die ich spontan gefunden habe, hätten gerne länger gehen können.

Ich habe das Gefühl, jeden Tag irre viele neue Dinge gesehen zu haben, unglaublich viele Eindrücke konnte ich sammeln und insgesamt habe ich mich in der Atmosphäre dort wahnsinnig wohl gefühlt.

Zurück gefahren bin ich am Samstag mittag, was für mich auch die richtige Entscheidung war. Die Tage vorher waren zwar gut besucht, aber der extrem überfüllte Samstag morgen hat mich an meine Grenzen gebracht und das, obwohl ich nur noch wenige Stunden auf der Messe war.
Nicht falsch verstehen, ich freue mich total, dass es so viele Menschen gibt, die sich für Bücher begeistern und ich freue mich über jeden, der die Chance ergreift und zur Buchmesse fährt. Und sicher ist es auch klar, dass diejenigen, die nur den Samstag da sind, die Stände zum ersten Mal sehen, eben noch keine Zeit hatten, sie sich in Ruhe anzusehen und dementsprechend durch die Gänge bummeln statt sich meinem Tempo anzupassen. Das alles ist verständlich und völlig in Ordnung.

Dennoch konnte ich da Samstag morgen nicht mehr gut mit umgehen, zwischen so vielen Menschen eingekeilt festzustecken und kaum voran zu kommen. Das waren mir einfach zu viele Körper auf zu wenig Raum. Zwischenzeitlich sind wir dann noch in einen Auflauf am Stand von Droemer-Knaur geraten, wo es gar nicht mehr voran ging und spätestens da war ich sehr froh, meinen Messebesuch für den Tag dann beenden zu können.
Aber, und dessen bin ich mir sehr bewusst, das ist ein Luxusproblem, denn dankenswerterweise konnte ich ja schon die drei Tage vorher in Ruhe über das Gelände schlendern und mir die Stände und Bücher ansehen und mich freuen, dass ich da bin.

In Erinnerung geblieben sind mir auch die ganz unterschiedlichen Reaktionen, wenn man am Stand mit „Verlagsmenschen“ gesprochen hat. Ich habe ganz viele unheimlich schöne Gespräche geführt mit Menschen, bei denen man einfach merkt, dass die gerne dort sind, weil sie gerne mit Büchern arbeiten, sich gerne mit Buchmenschen umgeben und einfach davon begeistert sind.
Und dann wieder welche, die mein Bloggerschild gesehen und mir innerlicher direkt einen Stempel aufgedrückt haben und zwar keinen positiven.
So wurde ich beispielsweise ein Mal direkt angepampt, als ich nach einem Verlagsprogramm gefragt habe. Denn zugegebenermaßen bin ich durch meine monatelange quasi-Abwesenheit nicht mehr wirklich auf dem Laufenden und statt online stöber ich viel lieber durch Verlagsprogramme. Aber scheinbar war das weder erwartet worden, noch passte es der Dame, der ich in dem Fall gegenüber stand.
Dann halt nicht.

Aber die allermeisten waren wirklich sehr freundlich und ich habe kiloweise Verlagsprogramme mit heimgeschleppt.
Und was außer den Verlagsprogrammen?

Ein Magellan-Wal (so süß), einen Glücksbringer von GU (nein, an sowas kann ich nicht vorbei gehen) und tatsächlich zwei Rezensionsexemplare (wobei ich nie damit gerechnet hätte, auf der Buchmesse direkt welche in die Hand gedrückt zu bekommen) und zwar nach einem irre netten Gespräch am Stand von Hoffmann und Campe, bei dem gleich mehrere Blogger und Ute vom Verlag beteiligt waren „Das Haus der vergessenen Bücher“ vom Hoffmann und Campe Verlag und außerdem „Die wundersame Geschichte der Faye Archer“ von Heyne.

Ach, sowas macht mich wirklich glücklich. Ich bin nicht so sehr auf der Jagd nach Rezi-Exemplaren (komme ja sowieso schon kaum hinterher), aber dass es einem (und dann so lieb) angeboten wird und ich gleich eines mitnehmen durfte, das macht mich wirklich sprachlos und total froh.

Um von vorne zu beginnen: Jeder Tag war wunderbar!
Zunächst die tollen, liebevoll gestalteten Stände der Verlage. Einige kannte ich schon, wie beispielsweise den Löwe-Stand, der noch immer die Plattform hat, was ich eine ganz tolle Idee finde.
Dann der Stand von Droemer-Knaur mit dem halbrunden, deckenhohen Bücherregal, die Ulstein-Bücherregaleule, der Doppeldeckerbus, die Carlsen-Wiese….
Diese seien nur stellvertretend genannt für ganz, ganz viele, ganz tolle und schöne Stände, bei denen man sich an jedem einzelnen Ewigkeiten aufhalten konnte, Bücher ansehen, stöbern, genießen.

Besonders viel Zeit haben wir uns natürlich für die Halle des Gastlandes Finnland genommen. Hier muss ich sagen, war ich in erster Linie sehr überrascht, wie unterschiedlich hier gerade im Vergleich zu der sehr dunklen und heimeligen, Bücherei-ähnlichen Gestaltung Islands aufgebaut wurde.
Die Finnlandhalle war sehr offen und hell gestaltet, in den Nationalfarben weiß und blau gehalten und strahlte moderne Klarheit aus, wirkte sehr definiert und ordentlich.
In den durch weiße runde Konstruktionen abgetrennten Bereichen wurden dann ganz unterschiedliche Bereiche der finnischen Literaturkultur dargestellt, abgerundet wurde das ganze durch  die kreisförmig angebrachte Auswahl finnischer Bücher in der Mitte.

Im Innenhof haben wir (außer der Verpflegung) nur zwei Sachen „mitgemacht“. Zum einen trafen eine unserer Kaffeepausen und der Auftritt von Cro zeitlich aufeinander, so dass wir uns einen Eindruck davon machen konnten, was auf der Bühne geschah. Und sagen wir es mal so: Unsere Begeisterung hielt sich in Grenzen.
Zum anderen waren wir bei der Verleihung des Virenschleuderpreises dabei und das war wirklich eine gelungene und sehr interessante Veranstaltung, bei der ganz viele spannende Projekte und Personen vorgestellt wurden.
Alle Informationen zum Ablauf, den Nominierten und Preisträgern kann jeder hier nachlesen:

Abgesehen davon hat mich vor allem sehr gefreut, wie viele tolle Menschen wir treffen konnten.
So trafen wir am Stand von Droemer-Knaur Claudia Tomann, die ich selber hier zum ersten Mal kennengelernt habe (sooo nett), liefen diversen Mitbloggern über den Weg (was hab ich mich gefreut, euch zu sehen, Herzpotential und Lotta), haben neue Bekanntschaften geschlossen (beispielsweise Felix Wegener), aber leider auch viele nicht gesehen, die da waren (gell, Anette?).
Schön fand ich es, Mel Raabe zu treffen, die auch am späten Abend wirklich fröhlich und nett war und sich ehrlich gefreut hat, sich kurz mit uns zu unterhalten. Das war wirklich toll.

Meine persönlichen Highlights haben dann auch beide mit Autoren zu tun, sind aber so komplett unterschiedlich, unterschiedlicher geht es kaum.

Auf der Buchmesse ist es ja nicht mal einfach, jemanden zu treffen, mit dem man sich verabredet hat. Jemandem über den Weg zu laufen, von dem man nicht mal wusste, dass er oder sie da sein würde, ist wohl fast utopisch, aber genau das ist passiert.
Ich eile so durch die Gänge und laufe auf ein Mal an Ann-Kathrin Karschnick vorbei.
Ann-Kathrin und ich kennen uns sozusagen aus einem früheren Leben und ich hatte vorher noch immer überlegt nachzufragen, ob sie da sein würde, es dann aber vergessen und plötzlich steht sie vor mir. Die Wiedersehensfreude war auf (denk ich mal) beiden Seiten groß und es war so schön, kurz News auszutauschen über gemeinsame Bekannte. Total gut!.

Und die zweite Begegnung hat dann noch meinen Messebesuch ganz schön abgerundet. Am Samstag früh bin ich eine Weile alleine durch die Gegend gestromert und am Stand von Droemer-Knaur mit einer Mitarbeiterin ins Gespräch gekommen. Dabei erwähnte ich dann auch, dass ich sehr froh bin, die Fachbesuchertage erlebt zu haben und dass es mir mittlerweile zu voll ist auf den Gängen. Und dass mein früher Abreisetermin aber deswegen schade ist, weil ich somit Sebastian Fitzek verpassen würde. Daraufhin wurde mir gesagt, dass dieser schon am Stand gewesen wäre und sicherlich gleich wiederkommen würde.

Also wartete ich eine kurze Weile und tatsächlich lief plötzlich Sebastian Fitzek an mir vorbei. Da ich so ein irre schlauer und organisierter Mensch war, hatte ich mich in keinster Weise darauf vorbereitet und wusste also auch nicht was ich sagen oder fragen sollte. Schlau, ich weiß…

Also habe ich nicht mehr geschafft, als kleinmädchenhaft zu warten, bis ich kurz Aufmerksamkeit bekam (total nett und freundlich fragte er mit einem Blick auf meinen Bloggerumhänger: „Haben wir einen Termin?“) und dann nach einem gemeinsamen Foto zu fragen.
Keine schlaue Frage parat gehabt, keine nette Anmerkung parat gehabt, nur die Bitte um ein Foto. Peinlich.

Ich glaube, daran muss ich arbeiten.
Dass es aber diese Begegnung gab, macht mich total froh, darüber habe ich mich wirklich sehr gefreut, denn Sebastian Fitzek ist einer der ganz wenigen Autoren, von dem ich wirklich fast alles gelesen habe und bei denen ich mich immer auf Neuerscheinungen freue (auch wenn meine Bewertungen durchaus durchwachsen sind, ich lese die Bücher immer gern).

Damit war ich dann auch mit dem übervollen Samstag versöhnt.

Wenn ich mir meinen Bericht aus 2011 ansehe muss ich sagen, habe ich dieses Jahr schon einiges besser gemacht: Ich bin entspannter an die Sache heran gegangen, ohne den Anspruch möglichst viele Veranstaltungen abzuarbeiten. Ich habe mir über die App rausgesucht, was mich interessiert, um Anhaltspunkte zu haben, mich die meiste Zeit aber treiben lassen und das war wirklich sehr schön. Ohne Druck, einfach die Messe genießen.

Ich wollte nie wieder morgens früh hinfahren und nachts zurück. Mit einem Aufenthalt von Mittwoch bis Samstag würde ich wohl meinen, das umgesetzt zu haben. Und schließlich wollte ich nie wieder nur den ganzen Samstag fahren, auch das hat geklappt.
Aber selbstverständlich ist noch immer einiges verbesserungsfähig und ich habe auch wieder viel gelernt:
Gelernt habe ich zum Beispiel , dass es völlig egal ist, wie leer der Koffer auf der Hinreise ist, auf der Rückfahrt wird er so oder so voll sein. Also lieber mehr Platz lassen. Ergo: Ich fahre nie wieder mit einer eh schon vollen Tasche los, nur weil ich meine, für fünf Tage brauche ich ja keinen großen Koffer…
Außerdem sind definitiv Rollen unterm Koffer angebracht. Was habe ich mich dieses Mal abgeschleppt mit Verlagsprogrammen etc.

Rechtzeitig buchen nächstes Mal, arbeitstechnisch wird es schon irgendwie gehen.
Und am liebsten Messebesuch von Mittwoch bis Freitag und Sonntag.
Ja ich weiß, ein wenig schizophren ist es schon, über die Menschenmassen am Samstag zu jammern und dann nächstes Mal sogar bis Sonntag dabei sein zu wollen.
Aber ich würde so gerne auch noch mal den Abschluss erleben. Aber dafür würde ich dann am Samstag aussetzen. Oder, wenn da eine oder zwei Veranstaltungen sind, zu denen ich unbedingt will, diese wahrnehmen und dann den Rest des Tages pausieren.
Und ich würde besser planen, welche Personen ich gerne treffen möchte.

Aber ich finde, diese Änderungen sind insgesamt weniger elementar als jene, die ich zwischen meinen ersten beiden Messebesuchen vornehmen wollte und daher bin ich schon ganz froh.

Wie bereits ein oder zwei Mal erwähnt, hat mich der Messebesuch aber unterm Strich sehr glücklich gemacht und ich freue mich schon sehr, sehr, sehr auf das nächste Jahr!!

Kommentare:

  1. Hallöchen meine liebste Claudi,
    hach ja <3 Das ist ein wirklich toller Messebericht, der mich direkt wieder in die Zeit der Buchmesse zurückversetzt. Ich freue mich schon wieder so sehr auf die Leipziger Buchmesse. o: <3 Noch unter 80 Tage!
    Auf jeden Fall war es sehr schön dich getroffen zu haben, auch wenn es leider nicht so lange war. :/ Ich hatte das Gefühl ich hatte irgendwie kaum Zeit für irgendwas auf dieser Messe.. leider!
    Ich hoffe wir sehen uns mal wieder :)

    Liebst, Lotta

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    1. Liebste Lotta,

      Vielen lieben Dank ♥
      Ich habe mich auch gefreut aber mehr Zeit wäre auch toll gewesen.

      In Leipzig bin ich nicht dabei.
      Meine Cousine, die für mich wie eine Schwester ist, heiratet dann. Also fahre ich lieber zu ihr nach Bremen.

      Lg
      Claudia

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  2. Hallo,

    der Bericht ist toll geworden, da fühlt man sich direkt wieder auf die Messe versetzt :)
    Nach Leipzig kann ich leider auch nicht, wobei das eine Mal, als ich dort war, hat es mir bei weitem nicht so gut gefallen wie die Messe in Frankfurt und ich fand es noch sehr viel voller (obwohl ich u.a. an einem Tag unter der Woche dort war).

    LG Anette

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    1. Liebe Anette,

      vielen Dank für deinen Kommentar und es beruhigt mich tatsächlich, was du über Leipzig sagst. Dann ist für mich Frankfurt wohl definitiv die bessere Wahl.

      Liebe Grüße und ein frohes neues Jahr
      Claudia

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    2. Hallo Claudia,
      ich beneide dich für deinen Besuch bei der Frankfurter Buchmesse. Sooooo gerne würde ich die Buchmesse auch mal besuchen. Evt. klappt es ja mal dieses Jahr. Sollte man sich dafür mehrere Tage zeit nehmen?

      Sende dir ganz liebe Grüße aus der Nähe von Tönning

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  3. Hey,

    was soll ich sagen, ich liebe deinen Blog halt - besonders diesen Post hier. Hat unheimlich viel Spaß gemacht zu lesen, deshalb ... falls du möchtest ...: https://cleesbuecherwelt.wordpress.com/2015/02/14/liebster-award-yay/

    LG
    Clee

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