Montag, 27. Oktober 2014

Rezension: Die Sünden meiner Väter

Dieses Buch habe ich bereits Anfang des Jahres gelesen. Ich habe lange überlegt, ob ich mich darauf einlassen möchte, aber es hat sich gelohnt.

Informationen zum Buch
Titel:
Die Sünden meiner Väter
Autor: Liz Nugent
Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (Lübbe Hardcover); Auflage: Aufl. 2013 (11. Oktober 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3785724799
ISBN-13: 978-3785724798

Rezension:
Oliver lebt ein beschauliches Leben. Erfolgreich als Kinderbuchautor, glücklich verheiratet mit der Illustratorin seiner Bücher. Unscheinbar, unauffällig. Bis er seine Frau eines Tages ins Koma prügelt und sich zunächst niemand erklären kann, wie es dazu kommen konnte.
Doch nach und nach entwirren sich die Hintergründe, man muss nur lange genug in den Erinnerungen der Anderen suchen, um sich das richtige Bild machen zu können.

Bei diesem Buch irritiert vor allem die deutsche Titelgebung, die sehr viel weniger präzise und treffend ist als die Englische, wenn man sie sich auch dennoch irgendwann erklären kann.

Das Buch an sich ist interessant gemacht. Ausgehend von der Gewalttat ist man dabei, während sich verschiedene Personen an Oliver und Alice erinnern und setzt so nach und nach ein Puzzleteilchen neben das nächste, bis sich endlich das Bild ergibt, aus dem man das Motiv für Olivers Tat ablesen kann.

Geschrieben sind die einzelnen Episoden gut und sie greifen mit den verschiedenen Personen und Zeitebenen sehr gut ineinander.
So gut, dass man, auch wenn man Olivers Antrieb natürlich verstehen möchte, ihm teilweise näher kommt, als man gedacht hätte. Man ist zwar abgeschreckt, wenn man einiges liest, an anderen Punkten wieder wird der Blick auf ihn ganz milde, je nachdem, welcher Aspekt seines Lebens beleuchtet wird.

Gestört haben mich nur zwei Dinge. Zum Einen die Auflösung der Geschichte, die doch zu sehr nach dem Deus Ex Machina-Prinzip arbeitet. Für mich wäre da eine wahrscheinlichere Auflösung befriedigender gewesen. Außerdem hat mich der Absatz über Eugene extrem gestört. Sicher, der ließ tief blicken, aber die Art und Weise, wie man sich da in die Denkweise eines Menschen mit Trisomie 21 zu versetzen versucht hat, hat nach meinem Empfinden dieses Denken sehr ins Lächerliche gezogen. War für mich unnötig.

Insgesamt aber ein sehr interessantes Buch mit einer durchgehend vorhandenen Spannung und interessanten Handlung. Gute Idee und ungewöhnliche Umsetzung.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

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