Dienstag, 17. Juni 2014

Rezension: Das 11.Gebot: Du sollst nicht darüber sprechen

Der Titel zeigt schon, in welch Richtung der Inhalt gehen wird, das war irgendwie keine große Überraschung mehr...

Informationen zum Buch
Autor: Daniel Bühling
Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
Verlag: Riva (7. November 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3868833226
ISBN-13: 978-3868833225

Rezension:
Die katholische Kirche verbirgt vieles hinter ihren Mauern. Einiges davon kann man erahnen, vieles erfahren nur jene, die hinter diese Mauern blicken, deren Leben von der Kirche bestimmt und deren Schweigen von ihr verlangt wird. Jetzt wird dieses Schweigen gebrochen…

Die für mich wichtigste Frage nach Beenden der Lektüre war „was hatte ich eigentlich erwartet?!“
Der Autor beschreibt hier seinen Weg durch die Priesterseminare, durch die verschiedenen Institutionen der Kirche, bis er nach einigen Jahren endlich seinen Weg findet. Seine Erlebnisse teilt er mit dem geneigten Leser und wird dabei nicht müde, immer wieder auf das von ihm so titulierte „elfte Gebot“ hinzuweisen, das ungeschriebene Gesetz, dass nichts von all dem nach außen dringen darf.

Mich persönlich haben die permanenten Hinweise auf dieses elfte Gebot, eben diese Formulierung und das wiederholte Erklären eher genervt. Ja, der Ausdruck ist treffend und ich bin mir ziemlich sicher, dass die Handhabe auch tatsächlich genau so ist. Trotzdem nervt es, die immer gleiche Formulierung ständig wieder und wieder und wieder lesen zu müssen.

Davon abgesehen musste ich beim Lesen immer wieder den Kopf schütteln ob der Naivität des Autors.
Im Ernst, was hatte er den erwartet? Dass im Priesterseminar alle lieb und nett zueinander sind, alle die Religion genau gleich leben, es keinerlei Spannungen gibt? Dass alle Kirchenmänner komplett asexuell sind, obwohl schon in der Öffentlichkeit immer wieder das Gegenteil gezeigt wird?

Das Entsetzen, als er die wahren Vorgänge hinter den Kirchenmauern beschreibt, nehme ich dem Autor jedenfalls nicht ab, denn selbst mich, und ich bin vom Katholizismus weit entfernt, hat das nicht überrascht.

Insgesamt kommt mir das Buch sehr viel eher wie eine persönliche Abrechnung mit jenen vor, die dem Autor das Leben im Priesterseminar und im Beruf schwer gemacht haben, als eine Enthüllung über die Kirche selber. Denn das, was da so skandalträchtig aufbereitet wird, ist glaube ich für die wenigstens Leser wirklich eine Überraschung.

Bewertung: 3 von 5 Punkten

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