Dienstag, 8. April 2014

Rezension: Das Falsche in mir

Und wieder eines der Bücher, die total Spannend klingen und mindestens ein paar abgenagte Fingernägel versprechen und dann irgendwie doch nichts davon einhalten...

Informationen zum Buch
Autor: Christa Bernuth
Broschiert: 352 Seiten
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag; Auflage: EA, (1. Januar 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3423249927
ISBN-13: 978-3423249928


Rezension:Vor vielen Jahren hat Lukas einen Fehler gemacht. Er hat seinen dunkelsten Trieben nachgegeben und seine Freundin ermordet. Er gesteht die Tat und sitzt seine Strafe ab, danach beginnt er ein neues Leben. Er heiratet, bekommt Kinder und niemand ahnt etwas von der schwarzen Seite seiner Seele, die sich bisweilen wieder an die Oberfläche kämpfen will.
Doch dann geschieht ein Mord, genau nach dem Muster, nach dem Lukas damals getötet hat. Wieder ist das Opfer ein junges Mädchen. Und Lukas kann sich nicht an die Tatnacht erinnern…

Die Idee ist prinzipiell gut. Ein Mörder kämpft gegen seine Triebe, zeigt, dass man gut sein kann, wenn man gut sein will, auch wenn es hart ist. Und dann bricht die Welt um ihn herum auseinander und er versucht, seine Unschuld zu beweisen, obwohl ein kleiner Teil von ihm selbst nicht sicher sein kann, damit im Recht zu sein.
Ja, die Idee ist spannend. Ob man sich der Story aussetzen will, da es um die grausamen Morde an jungen Mädchen geht, muss jeder selber wissen, so ganz ohne ist es definitiv nicht, das geht einem schon sehr nahe.
Jedoch auch nur, wegen der Sache an sich.

Lukas, mit dem man mitfühlen möchte, weil er sich doch so heldenhaft gegen das stemmt, was in ihm ist, bleibt leider total unsympathisch. Obwohl, nein, das trifft es auch nicht ganz. Er bleibt langweilig. Es ist einem als Leser schlicht egal, ob er am Ende Gerechtigkeit erfährt oder nicht. Und das sollte bei einem Buch, bei dem es so um die innere Zerrissenheit des Protagonisten geht, nun wirklich nicht sein.

Die anderen Figuren bleiben ebenso blass und unnahbar, zu keiner kann man eine emotionale Bindung aufbauen. Dementsprechend plätschert die Geschichte einfach so vor sich hin, bis der Plot sich am Ende in einem absolut unglaubwürdigen und konstruiert wirkenden Finale entlädt. Der letzte Teil des Buches ist einfach zu überladen, da musste hier noch ein Handlungsstrang mit jenem verknüpft werden und noch etwas Drama dort vertreut werden und ein paar Tränen hier. Und nur, damit bloß keine nicht losen Fäden mehr übrig bleiben.
Meiner Meinung nach hätte das Geschehen zum Schluss hin deutlich schlanker und übersichtlicher gestaltet werden können und es hätten ein paar Geheimnisse und dunkle Machenschaften weggelassen werden können, denn so wirkt es einfach gewollt und auf unangenehme Weise konstruiert.

Insgesamt ein Buch mit einer interessanten Grundidee, einem guten Menschen dabei zuzusehen, wie er versucht, genau das zu bleiben: Gut. Durch die blassen Figuren und das überladene Ende aber insgesamt nicht überzeugend.

Bewertung: 2 von 5 Punkten

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