Montag, 14. April 2014

Rezension: Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra

Ein Buch über eine Buchhandlung? Klingt perfekt... oder?

Informationen zum Buch
Autor: Robin Sloan
Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
Verlag: Karl Blessing Verlag (3. März 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3896674803
ISBN-13: 978-3896674807



Rezension:
Clay ist dringend auf der Suche nach einem Job, als er das Angebot erhält, für den reichlich seltsamen Mr. Peenumbra in dessen permanent geöffneter Buchhandlung zu arbeiten. Clay betreut die Nachtschicht und nicht nur, dass sich eher selten normale Menschen in den Laden verirren, nein, dafür kommen um so häufiger eher ungewöhnliche Gäste vorbei, deren Treiben er dann auch noch ganz genau beschreiben soll. Ein seltsamer Laden mit seltsamen Kunden und einem riesigen Geheimnis, auf dessen Spuren sich Clay nur allzu bald heftet.

Fangen wir mit der Idee an: Eine kauzige Buchhandlung, die ein uraltes Geheimnis verbirgt, das zu lösen sich einige wackere Leser zum Ziel gesetzt haben.
Super!
Ein junger Programmierer, der eher durch Zufall dem Rätsel auf die Spur kommt und dann seine Energie darauf verwendet, es mit Hilfe moderner Technik zu lösen.
Immer noch gut.
Google als fast allmächtiger Heilsbringer und Retter in der Not?
Nääääää.

Im Ernst. Das Buch lebt von der Literatur. Die Figuren sind größtenteils sehr flach, das beginnt bei Clays Mitbewohnern und endet bei seiner Freundin, die zwar eine größere Rolle spielt, aber immer irgendwie unnahbar und langweilig bleibt. Sie ist einem egal.
Die einzig interessanten Personen sind Clay und Mr. Penumbra selber, vielleicht noch deren Gegenspieler.
Aber der Rest ist farblos bis unsympathisch.
Die Charaktere können das Buch also nicht retten. Die Beschreibung der Buchhandlung ist interessant, man kann sie sich gut vorstellen und sie scheint ein Wunderland zu sein.
Schwieriger fiel es mir, die Grafiken vor meinem inneren Auge entstehen zu lassen und auch Googles Welt wollte so gar nicht richtig lebendig werden.

Überhaupt wird man als Leser viel zu lange gezwungen, sich Google als allwissenden Freund präsentieren zu lassen.

Die eigentliche Lösung wird dann am Ende sehr, sehr simpel dargestellt und ist zwar analog, aber dennoch ziemlich übers Knie gebrochen.

Es bleibt dabei, dass die Idee grundsätzlich eine sehr gute ist, der Spanungsbogen aber nicht stimmt, die Figuren größtenteils die Geschichte nicht tragen können und mir zu viel von Google erzählt wird.
Lieber wäre es mir gewesen, wenn man mehr über das Geheimnis an sich erfahren hätte, anstatt dass ein Computerprogramm einfach die ersten Schritte ausspuckt. Dass Clay von allein, „per Hand“ die Lösung gesucht und gefunden hätte und man mit ihm hätte rätseln können (ich beziehe mich hierbei auf die Lösungen, die durch den Computer vorgegeben wurden).

Da wurde ganz viel Potential verschenkt.

Insgesamt immer noch ein interessantes Buch, das meine Erwartungen aber leider enttäuscht hat.

Bewertung: 3 von 5 Punkten

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