Mittwoch, 16. April 2014

Rezension: Die große Wildnis

Ein Buch mit einem Scherenschnittcover sieht ja immer irgendwie nach Märchen aus, oder nicht? Und irgendwie ist das Ganze auch ein modernes Märchen, dennoch hatte ich was anderes erwartet.

Informationen zum Buch
Autor: Piers Torday
Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: cbj (18. November 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3570157962
ISBN-13: 978-3570157961

Rezension:
Kester hat es nicht leicht. Abgeschoben in ein Heim für verhaltensauffällige Jugendliche ist er ein Außenseiter, der verlernt hat zu sprechen. In einer Welt, in der es außer Insekten keine Tiere mehr gibt, da die Rote Pest sie alle getötet hat, hat er keine Freunde. Bis ihn eines Tages doch jemand verstehen kann…

Die große Wildnis ist ein Buch für jüngere Leser geeignet, was auch durch Wortwahl und den erst 12jährigen Protagonisten unterstrichen wird.
Der Inhalt ist es jedoch nicht unbedingt, wie ich finde. Es geht um Tod und Sterben, um eine Seuche, die Menschen und Tiere dahin gerafft hat. Immer wieder erfährt Kester das Leid anderer Lebewesen, sie werden getötet oder haben Unfälle.
Auch wenn dieses Leiden und Sterben nicht wie in anderen Büchern unerträglich ausgeschlachtet und in blutigen Details erzählt wird, so passiert es ja trotzdem. Ob das eigene Kind das schon verträgt, sollten die Eltern vorher klären.

Die Geschichte an sich ist ganz offensichtlich ein Auftakt zu einer Reihe, in wiefern sie sich weiter entwickeln wird, bleibt abzuwarten. In diesem ersten Band wirkt zumindest das Setting sehr durchdacht und stimmig, lediglich zum Ende wird die Handlung dann doch zu sehr voran getrieben.

Der Stil ist einfach, damit aber gut verständlich auch für jüngere Leser, dabei aber nicht langweilig oder flach.
Die Tatsache, dass Kester mit Menschen nicht sprechen kann, wurde durch kursive Schrift umgesetzt, das ist manchmal etwas anstrengend, aber grundsätzlich in Ordnung.

Die Figuren sind für so eine Geschichte gut ausgearbeitet, etwas mehr Tiefe hätte ich als erwachsener Leser schön gefunden, ich glaube aber, für die Altersgruppe für die das Buch geschrieben wurde, ist das ziemlich egal.

Insgesamt ein nettes Jugendbuch, das in einer düsteren Welt spielt und in dem viel Tod und Sterben vorkommt, so dass es besser von den Eltern vorher einmal überprüft werden sollte. Mir persönlich war es ein klein wenig zu viel Endlichkeit, aber ich bin da auch kein Maßstab. Der Stil ist kindgerecht, dabei aber nicht langweilig und die Aufmachung ist gut gelungen. Man darf auf die Entwicklung der Geschichte nach diesem Band gespannt sein.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

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