Samstag, 30. November 2013

Rezension: So wie Kupfer und Gold

Gähn!!!! Und dabei klang es so vielversprechend...

Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
Verlag: cbt (23. September 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3570162680
ISBN-13: 978-3570162682


Rezension:
Sophias Vater ist gestorben, ihre Mutter hat sie gar nicht erst kennengelernt. Nun zieht sie zu ihrem Patenonkel, der ihr und dadurch indirekt auch ihren Geschwistern, einen Ausweg aus der Armut bieten kann. Dort in Mississippi angekommen, scheint Sophia in einem Traumland zu sein, in dem sich allerdings vor ihr schon andere befanden…

Das Buch ist in eine spannende Zeit hineingeschrieben worden und das Setting verspricht viel.
Worum es eigentlich geht, erfährt man leider schon, bevor man die erste Seite gelesen hat und das finde ich echt schwach. Wie viel mehr Spaß hätte es gemacht, selber heraus zu finden, woher die Autorin ihre Inspiration erhalten hat, als alles vorgekaut zu bekommen.
Die Enttäuschung zieht sich leider durch die ganze Geschichte.
Nichts, überhaupt nichts, ist hier überraschend.
Jedes Leid, jede Freude ist vorhersehbar und damit ist die Geschichte einfach nur langweilig.

Sophie ist keine Sympathieträgerin und ihre anfängliche Schwärmerei für ihren Onkel kann man auch nicht nachvollziehen. Alle Figuren bleiben blass und unaufregend, so dass man weder mit ihnen hofft und bangt, noch irgendwie durch ihr Schicksal berührt wird.

Alles, was potentiell konfliktbelastet ist, wird nur angerissen, bleibt oberflächlich und bietet nur wieder Projektionsfläche für Sophie, über die man eigentlich gar nicht mehr wissen möchte.
Jeder Streit ist schnell beigelegt, selbst der Verrat an Sophies Zuneigung zu der Katze wird seltsam distanziert und emotionslos beschrieben, so dass man Sophie zu keiner Zeit echte Gefühle abnimmt.

Somit wird ganz unglaublich viel Potential einfach verschenkt. Das beginnt beim Setting, aus dem man mehr hätte herausholen können, geht bei den Figuren weiter und hört leider bei der Ausarbeitung der Story nicht auf.

Schade.  

Bewertung: 1 von 5 Punkten

Montag, 25. November 2013

Rezension: Die Springflut

Bei Büchern wie diesen merke ich immer wieder, das ich zu weich bin für diese Welt. Und damit meine ich nicht die ziemlich fiese Anfangssequenz...

Die Springflut: Roman
Gebundene Ausgabe: 592 Seiten
Verlag: btb Verlag (26. August 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442753937
ISBN-13: 978-3442753932

Rezension:
Ein Mord bei Springflut, die Natur als Täter. Ein ungelöster Mordfall. Ein gebrochener Exermittler.
Und eine junge Polizeischülerin, die versucht, Licht ins Dunkel zu bringen.

Dieses Buch ist irgendwie typisch skandinavisch. Da wird über viele, viele Seiten relativ wenig erzählt und wenn man am Ende dessen angelangt ist, was einem der Klappentext verrät, ist man schon auf Seite 350 oder weiter.

Wirklich schlimm ist das nicht, dies ist eines der Bücher, bei dem der Weg das Ziel ist und nicht zwingend die Auflösung.

Sprachlich ist es in Ordnung, relativ einfach gehaltene Sätze erhöhen das Lesetempo und so wundert man sich höchstens, wie unglaublich schnell man durch die Seiten fliegt.

Das Problem sind die Figuren. Keine von ihnen ist besonders sympathisch und greifbar, vielleicht am ehesten noch der klischeehafte zwielichtige Typ mit dem guten Kern, der nicht fehlen darf bei so einer Story.
Gerade die Hauptpersonen berühren den Leser nicht und das finde ich sehr schade.

Was ich nicht schade, sondern furchtbar finde ist, dass hier wieder auf den Zug aufgesprungen werden musste, Tiere sinnloserweise sterben zu lassen. Bringt es die Story weiter? Vielleicht. Hätte man den Effekt anders erreichen können?
Definitiv ja!
Ist es also nötig? Nur, wenn man zeigen will, wie abgebrüht man doch ist und das finde ich unnötig.
Das führt bei mir nur dazu, dass mir jegliches Wohlwollen dem Buch gegenüber fehlt und ich nicht mehr willens bin, bei der Bewertung Augen zuzudrücken.

Die Auflösung schließlich ist in Ordnung, das große Geheimnis am Ende jedoch mehr als durchschaubar.

Unterm Strich ein Buch, bei dem der Weg zur Lösung des Falles im Mittelpunkt steht und dessen Protagonisten ziemlich farblos sind. 

Bewertung: 2 von 5 Punkten

Mittwoch, 20. November 2013

Rezension: Kurs auf Neues im Beruf

Ja, der Titel klingt erstmal nach Veränderung. Und Veränderung ist meistens gut (und wenn sie nur alte Strukturen aufweicht). Ich hatte mir hier irgendwie Denkanstösse erwünscht, die im Endeffekt helfen, zu verstehen, wo ich selber stehe und wo ich hin will und wie ich mich in meinem Beruf einbringen kann, ohne mich zu verbiegen. 

Kurs auf Neues im Beruf: Wann wir Veränderungen brauchen und wie sie gelingen  
Taschenbuch: 240 Seiten
Verlag: Kreuz Verlag; Auflage: 1 (5. Juni 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3451611988
ISBN-13: 978-3451611988

Rezension:
Berufliche Veränderung ist allgegenwärtig und sie ist wichtig. Das heißt bei Weitem nicht immer gleich Kündigung und neuer Job. Aber man sollte sich darüber bewusst werden, wer man ist, wo man steht und was man will.
Hierbei möchte dieses Buch helfen.

Der Autorin merkt man ab der ersten Seite ihre Fachkompetenz an. Sie weiß, wovon sie schreibt und ich glaube, sie ist wirklich ein hervorragender Coach.
Für mich leider stellt sich nach der Lektüre die Frage „war das schon alles?“ ich glaube, ich gehöre da eher zu den Kandidaten, die ein persönliches Gespräch benötigen, um wirklich Standpunkt und Ziele finden und fokussieren zu können.

Das Buch ist für einen Ratgeber gut zu lesen, die Einschübe aus anderen Medien sind interessant und die Berichte aus dem Leben von Klienten sind es ebenfalls, sie verdeutlichen gut, was genau die Autorin meint.
Trotzdem ist das Buch für mich persönlich zu praxisfern.
Was ich erwartet habe?
Kann ich gar nicht so genau sagen. Keine Checklisten und Psychotests, aber ein wenig mehr Konkretisierung, die kommt hier erst am Ende etwas deutlicher raus und letztendlich bekommt man zwar wichtige Denkanstöße, bleibt mit denen dann aber allein.

Da ich zu denen gehöre, die die eigene Situation sowieso ab und an reflektieren ist da dann für mich leider nicht viel Neues bei heraus gekommen. Das Kapitel über das Wertegefüge hat mich weiter gebracht, aber das war es leider auch schon.

Grundsätzlich jedoch denke ich, kann dieses Buch anderen durchaus helfen, auch wenn es ein persönliches Gespräch nicht ersetzt. Vielleicht reicht es bei einigen, um den Denkprozess in Gang zu bringen, an dessen Ende man für sich selber herausgefunden hat, was einem im Beruf wichtig ist und wie man das in der jetzigen oder einer anderen Stelle erreichen kann. 

Bewertung: 3 von 3 Punkten

Montag, 18. November 2013

Rezension: Dreimal im Leben

EInes der Bücher, die ich mir ausgesucht habe, weil ich dachte, der Inhalt würde mir dieses heimelige Gefühl geben, das er verspricht. Das hat leider nicht so gut funktioniert, wie erwartet, aber insgesamt kann ich zu diesem Buch auch durchaus die positiven Stimmen verstehen...


Dreimal im Leben: Roman  
Gebundene Ausgabe: 525 Seiten
Verlag: Insel Verlag; Auflage: 1 (4. August 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3458175806
ISBN-13: 978-3458175803

Rezension:
Max und Mecha verbindet eine besondere Beziehung. Das begreift man als Leser nicht erst, als sie zur Zeit des Kalten Krieges zum dritten Mal aufeinander treffen, sondern bereits bei ihrer ersten Begegnung auf einem Ozeandampfer in den Jahren zwischen den Kriegen.

Mir fällt es sehr schwer, dieses Buch zu bewerten.
Denn rein objektiv ist es gut.
Die Figuren sind gut ausgearbeitet, man kann sie förmlich vor sich sehen und auch die Art, wie ein Mensch sich im Laufe des Lebens verändert, wird deutlich. Max und Mecha sind – jeder auf eine ganz eigene Weise – besonders und liebenswert. Ihre Handlungen und Denkweisen sind nachvollziehbar und das macht gute Charaktere aus.

Die Schreibweise ist sehr ruhig und irgendwie besonnen, detailreich und zeichnet sehr deutliche Bilder, was insgesamt zur dichten Atmosphäre des Buches beiträgt.

Die Handlung an sich ist interessant, wobei mich der Part des Schachturnieres noch am meisten in seinen Bann gezogen hat, denn hier öffnet sich eine ganz spannende Welt, zu der man sonst keinen Zugang hat. Ein wirklich gelungenes Setting.
Die beiden anderen Zeiten, in die man immer wieder geworfen wird, haben mich weniger beeindruckt, gerade der chronologisch mittlere Teil war wenig ansprechend und hat mir auch erzähltechnisch wenig gebracht. Da hätte es mich nicht gestört, darauf zu verzichten.

Warum also fällt mir eine Bewertung so schwer?
Weil mir das Buch trotz der objektiven Qualität subjektiv einfach nicht gut gefallen hat.
Wäre es nur um den Tango und das Schachturnier gegangen, wäre es von der Geschichte her interessant gewesen. Den mittleren Teil empfand ich als aufgebläht und unnötig.

Und die Sprache ist, so nett es sich liest, nichts, was mir persönlich gut gefällt. Ich mag es zwar einerseits blumig und bildhaft, andererseits reizen mich auch direkte und griffige Texte.
Das hier ist keines von beidem.
Die Sprache ist schön und ruhig und so detailreich, dass hier eine bestimmte Stimmung geschaffen wird. Und das auf eine Art und Weise, die mich (so leid es mir tut, das zugeben zu müssen) langweilt.
Ich bin kein Freund seitenlanger Beschreibungen und genau da finde ich immer wieder in diesem Buch. Schafft es eine bestimmte Szene vor dem inneren Auge? Ja. Ist das gut? Objektiv ja. Aber subjektiv mag ich es einfach nicht.
Und das ist leider nicht nur bei Beschreibungen von Orten oder Situationen so, sondern auch immer wieder mitten im Text.
Beispiel: „Seine Antwort ist eine Geste eleganter Resignation, passend zu dem blauen Pullover, den er mit kalkulierter Lässigkeit über die Schultern seines weißen Polohemds geworfen hat, passend zu der grauen Leinenhose, dem grauen, wie eh und je nach hinten gekämmten Haar, dem hohen, sauberen Scheitel“ (Seite 410).

Obwohl also das Buch eine ganz bestimmte, ruhige, besonnene, dichte Atmosphäre schafft, mag es mir leider persönlich einfach nicht gefallen. 

Bewertung: 3 von  5 Punkten

Sonntag, 17. November 2013

Immer neue Entschuldigungen

Liebe Leute!

Ich schaffe es einfach nicht, regelmäßig ohne Pausen zu posten. Dabei lese ich fleißig vor mich hin, aber wie schon beim letzten Mal geschrieben, wird einiges auch einfach nicht rezensiert.
Aber jetzt kommen so nach und nach die nächsten Rezis online und da ich im Winter insgesamt etwas mehr Zeit habe, hoffe ich, dass der nächste "Aussetzer" etwas auf sich warten lässt ;-)