Freitag, 31. Mai 2013

Rezension: Hätte ich doch...

Dieses Buch klang so vielversprechend, so sehr danach, etwas daraus mitnehmen zu können. Leider wurden meine Erwartungen dann doch ziemlich enttäuscht.


Hätte ich doch ...: Von den Sterbenden lernen, was im Leben wirklich zählt
Taschenbuch: 208 Seiten
Verlag: mvg Verlag (9. November 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3868822801
ISBN-13: 978-3868822809
 
Rezension:
Wenn Menschen dem Tod nahe sind, reflektieren sie ihr Leben. Das, was sie erreicht und das, was sie verpasst haben. Das, was sie anders gemacht hätten, würden sie noch ein Mal die Möglichkeit dazu bekommen. Und hier liegt die Chance für diejenigen, die noch leben: Sie können aus den Versäumnissen lernen, sie können ihr eigenes Leben anders gestalten. Erfüllter leben, bewusster.

Das soll oder will dieses Buch dem Leser näher bringen – zumindest in der Theorie.
Die Praxis sieht leider anders aus.

Aber von vorne: Was habe ich von diesem Buch erwartet? Ich habe erwartet, dass es seinem Titel gerecht wird. Dass man etwas lernen kann von den Sterbenden. Dass man sie ein Stück weit begleitet und ihre Lebensgeschichte begreift. Damit etwas von ihnen bleibt.

Und genau das hat dieses Buch nicht. Die Geschichten der vorgestellten Personen sind nur Hintergrundrauschen für die Gedanken und Rückschlüsse der Autorin. Man lernt hauptsächlich das, was die Autorin einem beibringen möchte, nicht das, was die Sterbenden sehen.

Es fehlt die emotionale Nähe, etwas, um die Erfahrungen der Menschen wirklich greifbar zu machen.
Sicher darf man in der Tätigkeit, die die Autorin ausübt, nicht zu viel zu nahe an sich heran lassen, um sich selber zu schützen. Aber dennoch, wenn man Sterbende begleitet, muss man sich auch ein Stück weit auf sie und ihre Geschichte einlassen, denke ich.
Und diese Nähe fehlt meiner Meinung nach völlig.

Die Autorin beschreibt die Lebens- und Sterbensgeschichten der Menschen so distanziert, dass man, statt mitzufühlen und daraus eine persönliche Betroffenheit abzuleiten, die auch etwas zu ändern vermag, nur mehr ein unbeteiligter Zuschauer bleibt.

Der ganze Aufbau des Buches mit seinen Vor- und Nachbetrachtungen und „weisen Einschüben“ über das bewusste ERLEBEN wirkt mehr wie eine semiwissenschaftliche Arbeit, etwas, was wie ein Fachbuch wirken soll, ohne eines zu sein.

Und so bleibt man trotz des tiefgründigen Themas seltsam unbeteiligt, die Erkenntnisse der Menschen bleiben abstrakt und wenig nachfühlbar, eben weil man die dahinter stehenden Emotionen kaum nachempfindet.
Die Quintessenz des Buches selbst bleibt davon selbstverständlich unberührt und wichtig, aber die Art und Weise, wie sie dem Leser näher gebracht wird, ist meiner Meinung nach zu distanziert und wird damit kaum aufrütteln können. 

Bewertung: 2 von 5 Punkten

Freitag, 24. Mai 2013

Rezension: Limit 01

Mein erster Manga! Und dabei bin ich schon 30, die meisten fangen damit glaube ich etwas rechtzeitiger an ^^.
Aber spannend war es schon.

Limit 01
Taschenbuch: 192 Seiten
Verlag: Egmont Manga; Auflage: 1 (11. Oktober 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3770478738
ISBN-13: 978-3770478736

Rezension:
Was machst du, wenn deine Welt aus den Fugen gerät? Wenn statt einer Klassenfahrt die Hölle auf dich wartet und wenn dir deine Mitmenschen ihre Abgründe zeigen?

Zugegebenermaßen bin ich kein großer Experte auf dem Gebiet der Mangas. Ich weiß, wie man sie lesen muss und ein bisschen was über die Hintergründe, aber ich habe sie nicht massenweise im Schrank stehen.
Daher fehlt mir auch ein wenig die Vergleichsmöglichkeit.

Dennoch ist es so, dass mir hier der Zeichenstil auf der einen Seite sehr gut gefällt, weil die Mädels vernünftig dargestellt werden, die Stimmung gut eingefangen wird, gerade bei den schlimmeren Szenen. Auf der anderen Seite empfand ich die Unglücksszenen als sehr wirr gezeichnet, wenn dies wohl auch die Angst und den Schock wiederspiegelt, der hier vorherrscht. Dennoch war es da teilweise nicht so einfach, alles richtig zu erkennen.

Interessant fand ich die Auflistung der Zeichengeräte, die sich am Ende findet mit der Beschreibung, was womit angefertigt wurde.
Etwas störend fand ich die Untertitelung von Alltagsgegenständen, weil es mir relativ egal ist, was das nun für Nahrungsmittel sind, die gefunden werden. Denn das ist inhaltlich zweitrangig.

Die Story an sich ist in Ordnung, wenn ich mir nach der Kurzbeschreibung auch mehr erwartet hätte. Die Erkenntnisse der Figuren sind für meinen Geschmack etwas ZU offensichtlich, liegen ein wenig ZU nah unter der Oberfläche, aber grundsätzlich kann man damit leben.

Wie die Geschichte weiter geht, interessiert mich aber, denn ich gehe davon aus, dass dies hier „nur“ die Einführung, der erste Schritt war und die nächsten Bände da noch etwas mehr zu bieten haben werden. 

Bewertung: 4 von 5 Punkten

Montag, 20. Mai 2013

Rezension: Stolz und Demut

Hier mal wieder eines der Bücher, die auf der Shades auf Grey-Welle mitschwimmen. Für mich persönlich war das allerdings nichts.

Stolz und Demut: Roman
Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
Verlag: Piper (26. Februar 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3492055877
ISBN-13: 978-3492055871 

Rezension:
Sophie ist neu in der Szene und neugierig. Ihr herausfordernder Blick und ihr Wille zur Demut macht sie zur perfekten Sklavin und bald findet sie auch einen Mann, mit dem sie sich den Spielen hingeben kann. Doch am Ende läuft die Beziehung aus dem Ruder und gefährdet alles, was sie als sicher und stabil betrachtet hat.

Also ich bin prinzipiell niemand, der ein Buch für den Inhalt verurteilt, es kann ja immernoch gut geschrieben sein. Dieses Buch jedoch ist ein Totalausfall.

Zunächst die Figuren. Die sind so überzeichnet, dass man stellenweise das Gefühl hat, die Autorin hat Nachhilfe bei einem Karrikaturisten genommen. Niemand ist hier glaubhaft und auch der Hinweis, das Buch würde auf einer wahren Begebenheit beruhen, ändert daran nichts.
Die Dialoge sind so flach und substanzlos, dass man sich an den Kopf greifen möchte. Hier kommt keine wie auch immer geartete Stimmung auf. Keine Verzweiflung, wenn sie angebracht wäre, keine Erotik, nichts.

Die Story an sich ist es dann, was dem Ganzen die Krone aufsetzt. Vorhersehbar, uninteressant, ungünstig aufgebaut… Am Ende schämt man sich fast ein wenig fremd, nicht wegen des Inhaltes, sondern weil hier tatsächlich der Versuch unternommen wurde, Shades of Grey für Erwachsene auf den Markt zu werfen und das Ganze dann mit einer „Wahren Begebenheit“ zu verschleiern.

Positiv hervorzuheben ist die Aufmachung des Buches, welches sehr hochwertig daher kommt und die leichte Lesbarkeit, aber beides kann den Inhalt nicht mehr retten.
Es bleibt einfach die Frage, was die Autorin mir sagen will. Und die Verwunderung über den Aufbau der Handlung, der einfach sehr unbegründet und sprunghaft wirkt und am Ende irgendwie gezwungen wirkt.

Insgesamt ein Versuch, an die derzeit erfolgreichen Bücher mit erotischen Inhalten anzuknüpfen, der leider nicht erfolgreich war. 

Bewertung: 2 von 5 Punkten