Montag, 18. November 2013

Rezension: Dreimal im Leben

EInes der Bücher, die ich mir ausgesucht habe, weil ich dachte, der Inhalt würde mir dieses heimelige Gefühl geben, das er verspricht. Das hat leider nicht so gut funktioniert, wie erwartet, aber insgesamt kann ich zu diesem Buch auch durchaus die positiven Stimmen verstehen...


Dreimal im Leben: Roman  
Gebundene Ausgabe: 525 Seiten
Verlag: Insel Verlag; Auflage: 1 (4. August 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3458175806
ISBN-13: 978-3458175803

Rezension:
Max und Mecha verbindet eine besondere Beziehung. Das begreift man als Leser nicht erst, als sie zur Zeit des Kalten Krieges zum dritten Mal aufeinander treffen, sondern bereits bei ihrer ersten Begegnung auf einem Ozeandampfer in den Jahren zwischen den Kriegen.

Mir fällt es sehr schwer, dieses Buch zu bewerten.
Denn rein objektiv ist es gut.
Die Figuren sind gut ausgearbeitet, man kann sie förmlich vor sich sehen und auch die Art, wie ein Mensch sich im Laufe des Lebens verändert, wird deutlich. Max und Mecha sind – jeder auf eine ganz eigene Weise – besonders und liebenswert. Ihre Handlungen und Denkweisen sind nachvollziehbar und das macht gute Charaktere aus.

Die Schreibweise ist sehr ruhig und irgendwie besonnen, detailreich und zeichnet sehr deutliche Bilder, was insgesamt zur dichten Atmosphäre des Buches beiträgt.

Die Handlung an sich ist interessant, wobei mich der Part des Schachturnieres noch am meisten in seinen Bann gezogen hat, denn hier öffnet sich eine ganz spannende Welt, zu der man sonst keinen Zugang hat. Ein wirklich gelungenes Setting.
Die beiden anderen Zeiten, in die man immer wieder geworfen wird, haben mich weniger beeindruckt, gerade der chronologisch mittlere Teil war wenig ansprechend und hat mir auch erzähltechnisch wenig gebracht. Da hätte es mich nicht gestört, darauf zu verzichten.

Warum also fällt mir eine Bewertung so schwer?
Weil mir das Buch trotz der objektiven Qualität subjektiv einfach nicht gut gefallen hat.
Wäre es nur um den Tango und das Schachturnier gegangen, wäre es von der Geschichte her interessant gewesen. Den mittleren Teil empfand ich als aufgebläht und unnötig.

Und die Sprache ist, so nett es sich liest, nichts, was mir persönlich gut gefällt. Ich mag es zwar einerseits blumig und bildhaft, andererseits reizen mich auch direkte und griffige Texte.
Das hier ist keines von beidem.
Die Sprache ist schön und ruhig und so detailreich, dass hier eine bestimmte Stimmung geschaffen wird. Und das auf eine Art und Weise, die mich (so leid es mir tut, das zugeben zu müssen) langweilt.
Ich bin kein Freund seitenlanger Beschreibungen und genau da finde ich immer wieder in diesem Buch. Schafft es eine bestimmte Szene vor dem inneren Auge? Ja. Ist das gut? Objektiv ja. Aber subjektiv mag ich es einfach nicht.
Und das ist leider nicht nur bei Beschreibungen von Orten oder Situationen so, sondern auch immer wieder mitten im Text.
Beispiel: „Seine Antwort ist eine Geste eleganter Resignation, passend zu dem blauen Pullover, den er mit kalkulierter Lässigkeit über die Schultern seines weißen Polohemds geworfen hat, passend zu der grauen Leinenhose, dem grauen, wie eh und je nach hinten gekämmten Haar, dem hohen, sauberen Scheitel“ (Seite 410).

Obwohl also das Buch eine ganz bestimmte, ruhige, besonnene, dichte Atmosphäre schafft, mag es mir leider persönlich einfach nicht gefallen. 

Bewertung: 3 von  5 Punkten

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