Donnerstag, 17. Januar 2013

Rezension: Lost Land: Die erste Nacht

Oh, und das war mein erster Zombieroman. Auch spannend.

Informationen zum Buch:
Autor: Jonathan Maberry
Seiten: 528 Seiten (Hardcover)
Verlag: Thienemann (September 2013)
ISBN 10: 3522201515
ISBN 13: 978-3522201513


Rezension:
Benny ist 15 Jahre alt, das bedeutet, er muss sich eine Arbeit suchen und das bald, sonst werden seine Rationen gekürzt. Doch Mountainside, die kleine Ortschaft mitten im Leichenland, bietet nicht so viele verschiedene Stellen und nach einer recht erfolglosen Suche sieht Benny sich gezwungen, bei seinem verabscheuten großen Bruder Tom anzufangen, in den Familienbetrieb einzusteigen. Und das ist etwas, was Benny eigentlich wirklich nicht möchte. Zwar ist Tom auch Kopfgeldjäger und tötet Zombies, genau wie Bennys Idole Rotaugencharlie und der Hammer, jedoch ist Tom eigentlich ein Feigling, das weiß Benny ganz genau und bleibt nach Möglichkeit auf Distanz zu seinem Bruder. Bis die Ereignisse sich überschlagen und Benny alles, was seine Welt seit Jahren bestimmt, überdenken muss.

Obwohl Zombieromane scheinbar derzeit IN sind, hatte ich bisher noch keinen von ihnen gelesen und war so sehr gespannt auf dieses Buch.
Der Schreibstil nimmt einen dann auch gleich mit auf die Reise und trägt einen durch das Buch. Nein, anspruchsvolle Kost ist dies sicher nicht. Aber es ist flüssig geschrieben, größtenteils ohne schlechte Formulierungen und einfach nett und ohne Ecken und Kanten zu lesen.

Die Figuren sind ganz ähnlich, sehr stereotyp, sie erleichtern es sicher auch jüngeren Lesern, sich in der Geschichte zurecht zu finden. Von Beginn an besteht kein Zweifel, wer am Ende auf der richtigen Seite stehen wird. Tom ist etwas schwammig gehalten, bietet genug Platz für eigene Projektionen, sein Charakter geht kaum in die Tiefe.
Benny ist besser ausgearbeitet, bei seinem Stellenwert im Buch wäre es auch schlimm, wenn nicht.
Die anderen Dargestellten bleiben farblos, man kann ihre Reaktionen kaum anhand ihres Wesens vorhersagen, einzig aus den Situationen ergibt sich einiges.

Die Story selbst ist leider ziemlich platt. Nur zum Schluss kommt ein Überraschungsmoment, der dann wohl in den Folgebänden ausgeschlachtet wird. Grundsätzlich aber kann man relativ bald sagen, welche Entwicklung die Geschichte nehmen wird, größere Überraschungen gibt es leider nicht.

Völlig unnötig fand ich die Liebesgeschichte zwischen Benny und Nix. Die ersten zarten, gescheiterten Versuche waren noch toll beschrieben, haben diese peinlich berührte, gleichzeitig verletzte Stimmung gut eingefangen, die sicher jeder von uns kennt. Zum Ende hin aber wird es nur noch aufgesetzt und unnatürlich. Fehl am Platz meiner Meinung nach.

Grundsätzlich also eine nicht ganz schlechte Idee mit einer nicht ganz schlechten Umsetzung, der am Ende aber doch ganz viel zu einem guten Buch fehlt, und die an den falschen Stellen überladen ist mit Effekten und Gefühlen. Schade. 

Bewertung: 3 von 5 Punkten

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