Sonntag, 13. Januar 2013

Rezension: Der Mann der den Regen träumt

Tja, dieses Buch lag eines Tages plötzlich in der Post, der Umschlag war leider offen, ein Anschreiben war nicht dabei. Woher es kam? Keine Ahnung. Da ich mich auf vorablesen darauf beworben hatte, gehe ich davon aus, dass es daher kam, auch wenn ich keine Email erhalten habe.

Informationen zum Buch:
Autor: Ali Shaw
Seiten: 332 Seiten (Hardcover)
Verlag: script5 (Januar 2013)
ISBN 10: 3839001463
ISBN 13: 978-3839001462

Rezension:
Elsa ist Ende Zwanzig, als ihr Leben über ihr zusammenbricht. Es beginnt damit, dass  ihr Vater stirbt und endet damit, dass sie sich in einem einsamen Dorf, das eingekesselt zwischen vier Bergen liegt, wiederfindet. In einem Dorf, zu dem es sie seit einiger Zeit hinzieht und in dem sich ihr Schicksal erfüllen möchte.

Es scheint fast so, als hätte ich derzeit eine Serie. Hier ist schon wieder ein Buch, in dem es Tieren gegenüber ungewöhnlich grausam zugeht. Ist das im Moment In bei den jungen aufstrebenden amerikanischen Autoren? Ich hoffe nicht, ich hoffe wirklich, das das nur ein seltsamer Zufall ist, dass sowohl Maggie Stiefvater als auch Ali Shaw sich jetzt auf diese Ebene begeben.
Allerdings, dass muss man dem Autor hier zugute halten, schafft er es wenigstens, das Ganze nicht ganz so blutig und detailreich zu beschreiben, so dass weniger die Tat an sich, als viel mehr der dazu führende Aberglaube der Menschen in den Vordergrund rückt. Das macht es leichter erträglich.

Der Schreibstil ist wie auch schon im ersten Buch des Autors flüssig, angenehm zu lesen und durchaus dem ungewöhnlichen Setting angepasst. Jedoch fehlt mir ein Stück weit das Zauberhafte, diese Fülle an wunderbaren Sätzen, die geradezu danach schreien, in Poesiealben oder an Wände geschrieben zu werden. Irgendwie ist dieses Mal davon nicht so viel übrig geblieben, sei es durch eine Weiterentwicklung des Schreibstils, sei es durch die Übersetzung, wie ich mir gewünscht hätte.

Die Figuren sind nicht bis ins Detail ausgearbeitet. Das muss glaube ich für diese Geschichte auch so sein, damit man genug Raum hat, sich selber ein Bild zu machen, sich selber mit den Beweggründen und Gedanken der Personen zu beschäftigen. Trotzdem finde ich es schade, bis zum Schluss weder ein Bild von Elsa, noch von Finn, vor Augen gehabt zu haben. Selbst Kenneth definiert sich nur durch seine Kleidung, Daniel durch seinen Bart und Hut. Das mag gewollt sein, aber irgendwie ist es doch etwas zu wenig.
Elsas schmollende Art, als ihr in den ersten Tagen nicht nur reine Freundschaft entgegenschlägt war mehr als nur anstrengend. Solche Charaktere verspielen zumeist einen großen Teil der Sympathie, was sich dann auch nur schwer wieder begradigen lässt. Zumindest geht es mir so. Und tatsächlich hat Elsa bis zum Schluss irgendwie in meinen Augen ihre trotzige Art behalten, was schade ist.

Die Story selbst ist wieder ganz wunderbar und zauberhaft und besonders und einfach anders. Es ist spannend, zu sehen, wohin der Autor einen führt und was alles an den Berghängen von Thunderstown auf einen wartet.

Insgesamt durchaus lesenswert, auch wenn mir im Vergleich dann doch zu viel fehlt.

Bewertung: 3 von 5 Punkten

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