Montag, 9. Dezember 2013

Rezension: Spiel der Angst

Seit ich den ersten Band "Spiel des Lebens" gelesen habe, wartete ich sehnsüchtig auf die Fortsetzung. Ich war einfach viel zu neugierig... Dieses Exemplar wurde mir freundlicherweise vom Verlag Egmont INK zur Verfügung gestellt. An dieser Stelle nochmals ganz herzlichen Dank!


Spiel der Angst  (Veit Etzold)
Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
Verlag: Egmont INK; Auflage: 1 (14. November 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3863960491
ISBN-13: 978-3863960490

Rezension:
Emily und Ryan leben seit fast einem Jahr in New York, sind endlich angekommen und genießen das Leben in vollen Zügen. Die Schrecken des vergangenen Jahres sind fast vergessen, nur selten blitzt noch eine Erinnerung an den Psychopathen durch, der sie auf so grausame Art durch London gejagt hat. Doch dann passieren Dinge, die Emily daran zweifeln lassen, dass Jonathan damals wirklich gestorben ist und die Angst beginnt von Neuem…

Fortsetzungen haben es oftmals schwer, an den erfolgreichen ersten Band anzuknüpfen. So auch hier. Im Spiel des Lebens war für den Leser das ganze Konzept noch neu und unverbraucht. Spannend zu lesen und man hat die ganze Zeit mitgefiebert.
In Band zwei kennt man das alles schon. Man kennt die Vorgehensweise von Jonathan und man kennt die Regeln des Spieles. Und man erahnt schon im Vorwege, was am Ende des Buches geschieht.

Spannend ist es trotzdem, weil man in diesem Band unheimlich viel über New York lernt und das Gefühl hat, einiges aus der Lektüre mitnehmen zu können. Leider haben meines Erachtens die Rätsel in der Qualität nachgelassen, so dass es weniger Spaß macht, mitzuraten.

Abgesehen davon haben die Figuren wenig Entwicklung gezeigt. Klar, Emily und Ryan sind sich einander sicher. Sie leben ihre Beziehung aus und das ist wirklich schön mitanzusehen. Aber ihre Charaktere sind wenig gewachsen und man kann sich nicht mehr wirklich in sie hinein versetzen, irgendwie war das für mich ziemlich emotionslos und das sollte gerade bei so einem Thema eher nicht passieren.

Die Geschichte an sich ist sehr gut zu lesen, was vor allem dem schnellen und flüssigen Schreibstil zu verdanken ist. Der Handlungsbogen lässt wie bereits oben geschrieben zu wünschen übrig, verliert einfach viel seiner Kraft, weil man das Prinzip schon kennt.
Einige logische Dinge haben mir dann echt das Lesevergnügen vermiest.
Sicher, die Jagd ist rasant und Zeitdruck ist ein ganz wichtiger Faktor. Dass die Protagonisten sich dann wirklich beeilen müssen, ist verständlich. Wenn dann aber innerhalb von zwei Minuten nach dem Stellen einer Aufgabe schon die Charaktere sich 1. Verstärkung gerufen haben (die immerhin in der Nähe war) und 2. Gemeinsam die Bibliothek betreten, dann empfinde ich das als überzogen. In vier oder fünf Minuten wäre das sicher möglich. Aber in zwei Minuten kann kaum jemand überhaupt ein Gebäude verlassen.
Dann doch lieber das Zeitfenster für die Aufgaben größer gestalten und somit zumindest realistische Bedingungen schaffen.

Insgesamt ist das Buch für einen zweiten Teil immer noch gut zu lesen und ziemlich rasant. Abzüge gibt es für die zeitlichen Minimalabstände, in denen die Protagonisten sich bewegen und die vorhersehbare Story. 

Bewertung: 3 von 5 Punkten

Samstag, 30. November 2013

Rezension: So wie Kupfer und Gold

Gähn!!!! Und dabei klang es so vielversprechend...

Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
Verlag: cbt (23. September 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3570162680
ISBN-13: 978-3570162682


Rezension:
Sophias Vater ist gestorben, ihre Mutter hat sie gar nicht erst kennengelernt. Nun zieht sie zu ihrem Patenonkel, der ihr und dadurch indirekt auch ihren Geschwistern, einen Ausweg aus der Armut bieten kann. Dort in Mississippi angekommen, scheint Sophia in einem Traumland zu sein, in dem sich allerdings vor ihr schon andere befanden…

Das Buch ist in eine spannende Zeit hineingeschrieben worden und das Setting verspricht viel.
Worum es eigentlich geht, erfährt man leider schon, bevor man die erste Seite gelesen hat und das finde ich echt schwach. Wie viel mehr Spaß hätte es gemacht, selber heraus zu finden, woher die Autorin ihre Inspiration erhalten hat, als alles vorgekaut zu bekommen.
Die Enttäuschung zieht sich leider durch die ganze Geschichte.
Nichts, überhaupt nichts, ist hier überraschend.
Jedes Leid, jede Freude ist vorhersehbar und damit ist die Geschichte einfach nur langweilig.

Sophie ist keine Sympathieträgerin und ihre anfängliche Schwärmerei für ihren Onkel kann man auch nicht nachvollziehen. Alle Figuren bleiben blass und unaufregend, so dass man weder mit ihnen hofft und bangt, noch irgendwie durch ihr Schicksal berührt wird.

Alles, was potentiell konfliktbelastet ist, wird nur angerissen, bleibt oberflächlich und bietet nur wieder Projektionsfläche für Sophie, über die man eigentlich gar nicht mehr wissen möchte.
Jeder Streit ist schnell beigelegt, selbst der Verrat an Sophies Zuneigung zu der Katze wird seltsam distanziert und emotionslos beschrieben, so dass man Sophie zu keiner Zeit echte Gefühle abnimmt.

Somit wird ganz unglaublich viel Potential einfach verschenkt. Das beginnt beim Setting, aus dem man mehr hätte herausholen können, geht bei den Figuren weiter und hört leider bei der Ausarbeitung der Story nicht auf.

Schade.  

Bewertung: 1 von 5 Punkten

Montag, 25. November 2013

Rezension: Die Springflut

Bei Büchern wie diesen merke ich immer wieder, das ich zu weich bin für diese Welt. Und damit meine ich nicht die ziemlich fiese Anfangssequenz...

Die Springflut: Roman
Gebundene Ausgabe: 592 Seiten
Verlag: btb Verlag (26. August 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442753937
ISBN-13: 978-3442753932

Rezension:
Ein Mord bei Springflut, die Natur als Täter. Ein ungelöster Mordfall. Ein gebrochener Exermittler.
Und eine junge Polizeischülerin, die versucht, Licht ins Dunkel zu bringen.

Dieses Buch ist irgendwie typisch skandinavisch. Da wird über viele, viele Seiten relativ wenig erzählt und wenn man am Ende dessen angelangt ist, was einem der Klappentext verrät, ist man schon auf Seite 350 oder weiter.

Wirklich schlimm ist das nicht, dies ist eines der Bücher, bei dem der Weg das Ziel ist und nicht zwingend die Auflösung.

Sprachlich ist es in Ordnung, relativ einfach gehaltene Sätze erhöhen das Lesetempo und so wundert man sich höchstens, wie unglaublich schnell man durch die Seiten fliegt.

Das Problem sind die Figuren. Keine von ihnen ist besonders sympathisch und greifbar, vielleicht am ehesten noch der klischeehafte zwielichtige Typ mit dem guten Kern, der nicht fehlen darf bei so einer Story.
Gerade die Hauptpersonen berühren den Leser nicht und das finde ich sehr schade.

Was ich nicht schade, sondern furchtbar finde ist, dass hier wieder auf den Zug aufgesprungen werden musste, Tiere sinnloserweise sterben zu lassen. Bringt es die Story weiter? Vielleicht. Hätte man den Effekt anders erreichen können?
Definitiv ja!
Ist es also nötig? Nur, wenn man zeigen will, wie abgebrüht man doch ist und das finde ich unnötig.
Das führt bei mir nur dazu, dass mir jegliches Wohlwollen dem Buch gegenüber fehlt und ich nicht mehr willens bin, bei der Bewertung Augen zuzudrücken.

Die Auflösung schließlich ist in Ordnung, das große Geheimnis am Ende jedoch mehr als durchschaubar.

Unterm Strich ein Buch, bei dem der Weg zur Lösung des Falles im Mittelpunkt steht und dessen Protagonisten ziemlich farblos sind. 

Bewertung: 2 von 5 Punkten

Mittwoch, 20. November 2013

Rezension: Kurs auf Neues im Beruf

Ja, der Titel klingt erstmal nach Veränderung. Und Veränderung ist meistens gut (und wenn sie nur alte Strukturen aufweicht). Ich hatte mir hier irgendwie Denkanstösse erwünscht, die im Endeffekt helfen, zu verstehen, wo ich selber stehe und wo ich hin will und wie ich mich in meinem Beruf einbringen kann, ohne mich zu verbiegen. 

Kurs auf Neues im Beruf: Wann wir Veränderungen brauchen und wie sie gelingen  
Taschenbuch: 240 Seiten
Verlag: Kreuz Verlag; Auflage: 1 (5. Juni 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3451611988
ISBN-13: 978-3451611988

Rezension:
Berufliche Veränderung ist allgegenwärtig und sie ist wichtig. Das heißt bei Weitem nicht immer gleich Kündigung und neuer Job. Aber man sollte sich darüber bewusst werden, wer man ist, wo man steht und was man will.
Hierbei möchte dieses Buch helfen.

Der Autorin merkt man ab der ersten Seite ihre Fachkompetenz an. Sie weiß, wovon sie schreibt und ich glaube, sie ist wirklich ein hervorragender Coach.
Für mich leider stellt sich nach der Lektüre die Frage „war das schon alles?“ ich glaube, ich gehöre da eher zu den Kandidaten, die ein persönliches Gespräch benötigen, um wirklich Standpunkt und Ziele finden und fokussieren zu können.

Das Buch ist für einen Ratgeber gut zu lesen, die Einschübe aus anderen Medien sind interessant und die Berichte aus dem Leben von Klienten sind es ebenfalls, sie verdeutlichen gut, was genau die Autorin meint.
Trotzdem ist das Buch für mich persönlich zu praxisfern.
Was ich erwartet habe?
Kann ich gar nicht so genau sagen. Keine Checklisten und Psychotests, aber ein wenig mehr Konkretisierung, die kommt hier erst am Ende etwas deutlicher raus und letztendlich bekommt man zwar wichtige Denkanstöße, bleibt mit denen dann aber allein.

Da ich zu denen gehöre, die die eigene Situation sowieso ab und an reflektieren ist da dann für mich leider nicht viel Neues bei heraus gekommen. Das Kapitel über das Wertegefüge hat mich weiter gebracht, aber das war es leider auch schon.

Grundsätzlich jedoch denke ich, kann dieses Buch anderen durchaus helfen, auch wenn es ein persönliches Gespräch nicht ersetzt. Vielleicht reicht es bei einigen, um den Denkprozess in Gang zu bringen, an dessen Ende man für sich selber herausgefunden hat, was einem im Beruf wichtig ist und wie man das in der jetzigen oder einer anderen Stelle erreichen kann. 

Bewertung: 3 von 3 Punkten

Montag, 18. November 2013

Rezension: Dreimal im Leben

EInes der Bücher, die ich mir ausgesucht habe, weil ich dachte, der Inhalt würde mir dieses heimelige Gefühl geben, das er verspricht. Das hat leider nicht so gut funktioniert, wie erwartet, aber insgesamt kann ich zu diesem Buch auch durchaus die positiven Stimmen verstehen...


Dreimal im Leben: Roman  
Gebundene Ausgabe: 525 Seiten
Verlag: Insel Verlag; Auflage: 1 (4. August 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3458175806
ISBN-13: 978-3458175803

Rezension:
Max und Mecha verbindet eine besondere Beziehung. Das begreift man als Leser nicht erst, als sie zur Zeit des Kalten Krieges zum dritten Mal aufeinander treffen, sondern bereits bei ihrer ersten Begegnung auf einem Ozeandampfer in den Jahren zwischen den Kriegen.

Mir fällt es sehr schwer, dieses Buch zu bewerten.
Denn rein objektiv ist es gut.
Die Figuren sind gut ausgearbeitet, man kann sie förmlich vor sich sehen und auch die Art, wie ein Mensch sich im Laufe des Lebens verändert, wird deutlich. Max und Mecha sind – jeder auf eine ganz eigene Weise – besonders und liebenswert. Ihre Handlungen und Denkweisen sind nachvollziehbar und das macht gute Charaktere aus.

Die Schreibweise ist sehr ruhig und irgendwie besonnen, detailreich und zeichnet sehr deutliche Bilder, was insgesamt zur dichten Atmosphäre des Buches beiträgt.

Die Handlung an sich ist interessant, wobei mich der Part des Schachturnieres noch am meisten in seinen Bann gezogen hat, denn hier öffnet sich eine ganz spannende Welt, zu der man sonst keinen Zugang hat. Ein wirklich gelungenes Setting.
Die beiden anderen Zeiten, in die man immer wieder geworfen wird, haben mich weniger beeindruckt, gerade der chronologisch mittlere Teil war wenig ansprechend und hat mir auch erzähltechnisch wenig gebracht. Da hätte es mich nicht gestört, darauf zu verzichten.

Warum also fällt mir eine Bewertung so schwer?
Weil mir das Buch trotz der objektiven Qualität subjektiv einfach nicht gut gefallen hat.
Wäre es nur um den Tango und das Schachturnier gegangen, wäre es von der Geschichte her interessant gewesen. Den mittleren Teil empfand ich als aufgebläht und unnötig.

Und die Sprache ist, so nett es sich liest, nichts, was mir persönlich gut gefällt. Ich mag es zwar einerseits blumig und bildhaft, andererseits reizen mich auch direkte und griffige Texte.
Das hier ist keines von beidem.
Die Sprache ist schön und ruhig und so detailreich, dass hier eine bestimmte Stimmung geschaffen wird. Und das auf eine Art und Weise, die mich (so leid es mir tut, das zugeben zu müssen) langweilt.
Ich bin kein Freund seitenlanger Beschreibungen und genau da finde ich immer wieder in diesem Buch. Schafft es eine bestimmte Szene vor dem inneren Auge? Ja. Ist das gut? Objektiv ja. Aber subjektiv mag ich es einfach nicht.
Und das ist leider nicht nur bei Beschreibungen von Orten oder Situationen so, sondern auch immer wieder mitten im Text.
Beispiel: „Seine Antwort ist eine Geste eleganter Resignation, passend zu dem blauen Pullover, den er mit kalkulierter Lässigkeit über die Schultern seines weißen Polohemds geworfen hat, passend zu der grauen Leinenhose, dem grauen, wie eh und je nach hinten gekämmten Haar, dem hohen, sauberen Scheitel“ (Seite 410).

Obwohl also das Buch eine ganz bestimmte, ruhige, besonnene, dichte Atmosphäre schafft, mag es mir leider persönlich einfach nicht gefallen. 

Bewertung: 3 von  5 Punkten

Sonntag, 17. November 2013

Immer neue Entschuldigungen

Liebe Leute!

Ich schaffe es einfach nicht, regelmäßig ohne Pausen zu posten. Dabei lese ich fleißig vor mich hin, aber wie schon beim letzten Mal geschrieben, wird einiges auch einfach nicht rezensiert.
Aber jetzt kommen so nach und nach die nächsten Rezis online und da ich im Winter insgesamt etwas mehr Zeit habe, hoffe ich, dass der nächste "Aussetzer" etwas auf sich warten lässt ;-)

Sonntag, 22. September 2013

Rezension: Bloodlines - Magisches Erbe

Ha! Ihr dachtet wohl, ihr bekommt ewig nichts neues von mir zu lesen, wa?
Dem ist aber nicht so, hier kommt die Rezension zur lang ersehnten Fortsetzung der Bloodlines-Reihe.
Zugegebnermaßen dachte ich zu Anfang der Reihe nicht, dass ich mit Sydney jemals warm werden könnte (und in einem Punkt kann ich das auch nicht), aber mittlerweile liebe ich auch diese Bücher, was aber hauptsächlich an Adrian liegt ^^
In diesem Fall habe ich das Buch vom Lyx-Verlag zur Verfügung gestellt bekommen - vielen, vielen Dank!


Bloodlines: Magisches Erbe  
Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
Verlag: Egmont LYX; Auflage: 1 (12. September 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3802588371
ISBN-13: 978-3802588372

Rezension:
Die Alchemistin Sydney sitzt noch immer in Palm Springs fest, verbringt ihre Tage mit Schulunterricht und ihrer magischen Ausbildung, passt auf Jill, die einzige Verwandte der Vampirkönigin auf, ohne die die Königin ihren Thron verlieren würde und muss sich ganz nebenbei mit einem liebeskranken, dafür aber eloquenten und irgendwie doch unwiderstehlichen Vampir herumschlagen. Doch das sind noch lange nicht ihre größten Probleme…

Lange habe ich nicht mehr so sehnsüchtig auf die Fortsetzung einer Reihe gewartet, wie in diesem Fall und ich bin nicht enttäuscht worden.
Die Geschichte ist gut durchdacht, in sich logisch und so gut aufgebaut, dass das Potential genutzt

Die Figuren sind wie üblich sympathisch und plastisch ausgearbeitet, zumindest Sydney, Mrs Terwilliger und natürlich Adrian. Der wunderbare, witzige, dreiste Adrian.
Sydneys Mitstreiter bleiben da leider ziemlich auf der Strecke, andererseits hat man über diese in den vorhergehenden Büchern schon sehr viel erfahren, so dass es nur ein wenig störend, aber kein K.O.-Kriterium ist, dass sie in diesem Buch sehr in die zweite Reihe zurück treten.

Das Problem, das sich in diesem Buch präsentiert, ist vielleicht etwas gezwungen, letztendlich aber so gut umgesetzt, dass man darüber hinweg sehen kann, dass der Plot irgendwie unnötig ist.
Unnötig in dem Sinne, dass das hier aufgesetzt wirkt. So, als würde einfach die Geschichte um einen weiteren Band aufgeblasen werden und man hätte dieses Thema dafür ausgesucht. Es steht irgendwie außerhalb und dient nur als Hintergrund für die persönliche Entwicklung der Hauptcharaktere, die auch mit einem in der Story verwurzelterem Thema hätte erarbeitet werden können.

Letztendlich ist es aber interessant gemacht und ganz gut aufgelöst, so dass es nicht völlig fehl am Platz wirkt und es bringt Sydney und Adrian in die eine oder andere lustige und bemerkenswerte Situation.

Was mich im letzten Band gestört hat, war Sydneys Fixierung auf ihre Kalorienaufnahme, dies ist in diesem Band nicht mehr ganz so extrem, aber leider noch immer viel zu stark thematisiert.
Man bekommt ja direkt Gewissensbisse, wenn man beim Lesen wagt, etwas zu essen oder zu trinken. Ich finde, da hätte man Sydney eine sympathischere Macke verpassen können, eine, die weniger den Zeigefinger dem Leser gegenüber hebt.

Sprachlich ist das Buch, wie alle Bände der Reihe und der VA, sehr angenehm zu lesen, witzig und spritzig in den Dialogen und einfach ein Pageturner.

Insgesamt also eine wunderbare Fortsetzung, die vor allem mit den zwischenmenschlichen Beziehungen punkten kann, leider aber durch das leicht erzwungen wirkende Hauptthema und Sydneys Essprobleme Abzüge in der Bewertung hinnehmen muss.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

Samstag, 24. August 2013

Lebenszeichen

Damit hier nicht alles brach liegt, ein kurzes Lebenszeichen von mir.
Ich lebe!
Und lese!

Aber ich komme kaum dazu, zu rezensieren.
Liegt zum einen am Inhalt, zum anderen daran, dass ich mir generell mit den Büchern etwas schwer tue.
Inhaltlich? Ich lese mich grad durch die Black Dagger Reihe. 
Da sind ja nun die englischen Bücher jeweils auf zwei deutsche Bände gesplittet. Das heißt, ich rezensiere entweder nur jedes zweite Buch, oder ich spoilere oder ich schreibe fast inhaltsgleiche Rezis zu zwei Büchern..

Alles nicht der Königsweg.

Bücher generell: Ich habe in letzter Zeit sowas gelesen wie "Geschichte machen" und "Mein Tier ist schwer krank. Und nun?"

Dinge, wo es mir relativ schwer fällt, überhaupt in Worte zu fassen, was ich denke.

Daher: Mich gibts noch, ich lese nach wie vor und ab und zu hört ihr auch wieder was von mir ;)

Sonntag, 30. Juni 2013

Rezension: Engelsauge - Die Jagd beginnt

Ok, wenn man sich meine letzten Rezensionen so ansieht, hatte ich wohl kein besonders glückliches Händchen, aber das hier schlägt echt dem Fass den Boden aus. Im Ernst, ich habe mich selten so sehr über ein Buch aufgeregt, wie in diesem Fall und kann nur in aller Deutlichkeit davon abraten, es zu lesen!

Engelsauge: Die Jagd beginnt
Broschiert: 241 Seiten
Verlag: Asaro Verlag; Auflage: 1 (15. Mai 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3941930494
ISBN-13: 978-3941930490
 
Rezension:
Als ihre Adoptiveltern sterben, zieht Enya nach England zurück, woher sie kommt, um bei ihrem Onkel zu leben. Dort lernt sie einen geheimnisvollen Jungen kennen und findet sich plötzlich in einer uralten Fehde wieder, bei der nicht nur Vampire eine Rolle spielen.

Ich habe noch niemals ein Buch rezensiert, das ich nicht bis zum Ende gelesen habe. Jetzt ist es soweit.
Als ich den Klappentext gelesen habe, hätte ich vorgewarnt sein müssen – immerhin klingen Vampirengel schon ziemlich trashig.
Aber ich war gespannt, wie das wohl umgesetzt werden würde und wollte der Geschichte eine Chance geben.

Dieses Wohlwollen hat sich aber schnell gelegt.
Ich finde es zwar lästig, aber durchaus verständlich, wenn sich junge Autoren an erfolgreichen Werken orientieren. Wenn man merkt „ok, da wurde wohl Buch XY gelesen“.
Aber das hier ist eine bessere (eher schlechtere) Abschrift von Twilight.

Die Herkunft, die Art und Weise, der Job von Charlie… äh… dem Onkel, die geheimnisvolle Familie, blablabla… Es ist alles gleich.
Wäre das ein Musikstück, wäre die Sache schon lange vor Gericht gegangen und für die Autorin echt verdammt teuer geworden.
Das hier ist so offensichtlich und dann auch noch so grottenschlecht abgeschrieben, dass ich schreien möchte.

Wenn man keine eigenen Ideen hat, dann sollte man sich nicht als Autor versuchen. Und ich frage mich ernsthaft, was den Verlag geritten hat, das zu veröffentlichen.

Das ist auch der Grund, aus dem ich das Buch abgebrochen habe. Übrigens an der Stelle, als die Protagonistin in den benachbarten Ort fahren will, um dort die Buchhandlung zu besuchen.

Im Ernst, selbst wenn der Mittelteil irgendeinen Funken eines eigenen Gedanken haben würde – wie gut kann das schon sein, wenn der Schreiberling nicht in der Lage ist, die Hinleitung bis dort selber zu erdenken?

Bis zu dem Teil, an dem ich es nicht mehr ertragen konnte, hat die Autorin Twilight genommen, die Ideen rausgefiltert und in ihrer eigenen (schlechteren) Sprache und Stilistik abgetippt. Die Gespräche sind flach und langweilig, die Figuren farblos und über die Story brauche ich glaube ich nichts mehr zu sagen.

Dieses Buch wäre besser nie ABgeschrieben worden. 

Bewertung: 1 von 5 Punkten 

Donnerstag, 27. Juni 2013

Rezension: Sehet die Sünder

Ich bin ja nicht so der Historien-Fan, aber ich versuche es dennoch immer wieder. So auch hier und naja... jetzt weiß ich auch spontan wieder, warum ich dieses Genre nicht mag, obwohl ich den Klappentext so interessant fand *seufz*

Sehet die Sünder: Historischer Roman
Taschenbuch: 432 Seiten
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Januar 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3423249404
ISBN-13: 978-3423249409
 
Rezension:
Menschen verschwinden in Saint Mourelles. Einige von ihnen werden später tot aufgefunden, einige bleiben verschwunden. Die Angst greift um sich und macht auch vor dem Schloss des Barons nicht halt, denn auch hier geschehen seltsame Dinge.

Zum Inhalt des Buches kann man eigentlich wenig sagen, ohne damit schon zu viel zu verraten. Bei einem Buch, das über 400 Seiten hat, ist das aber leider eine ziemlich traurige Aussage.
Die Story ist dünn und in der ersten Hälfte fast nicht vorhanden. Das, was geschieht könnte man auf wenigen Seiten zusammen fassen und auch die zwischenmenschlichen Tragödien, die eingeflochten werden, wirken alles andere als glaubhaft.

Die Figuren sind plakativ und stereotyp angelegt, Überraschungen erlebt man so gut wie keine, Charakterentwicklungen auch nicht. Die Personen werden nicht aufgebaut, sondern dem Leser vor die Füße geworfen und bleiben das ganze Buch über in ihren eigenen Welten und Grenzen gefangen. Ich finde das sehr schade, eine solche Geschichte hätte da viel mehr Raum geboten für interessante Charaktere.

Der Stil ist einigermaßen gut zu lesen, was auch daran liegt, dass die Sprache sehr modern gehalten und nur mit einigen ältlichen Begriffen versetzt ist, um den Leser immer wieder daran zu erinnern, in welcher Zeit er sich befindet.

Im letzten Drittel des Buches passiert dann endlich etwas, und gerade dies beruht auf wahren Begebenheiten, ist aber leider so schlecht mit der Geschichte verknüpft, dass es sich einfach nicht gut anfühlen mag.

Ich konnte mich beim Lesen nur schwer von dem Gedanken lösen, wie konstruiert einiges wirkt, dabei sollte eine gute Story doch natürlich sein und sich irgendwie richtig anfühlen. Daher unterm Strich ein Buch, das ganz viel Potential mitbringt und das den einen oder anderen vielleicht auch in einen Bann ziehen mag, das für mich aber einfach unrund war und dessen Figuren mir gar nicht gefallen wollten. 

Bewertung: 2 von 5 Punkten

Samstag, 22. Juni 2013

Rezension: Immortal Guardians: Düstere Zeichen

Ich habe mehrere Anläufe gebraucht, dieses Buch zu lesen, ich bin einfach nicht warm geworden damit. Aber nun ist es ja vollbracht.

Immortal Guardians: Düstere Zeichen
Taschenbuch: 400 Seiten
Verlag: Egmont LYX; Auflage: 1 (11. Oktober 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3802586603
ISBN-13: 978-3802586606
 
Rezension:
Sarah denkt an nichts Böses als sie, von Schlaflosigkeit gequält, vor Sonnenaufgang im Garten arbeitet. Um so überraschter ist sie, als sie sich plötzlich in einer Situation wiederfindet, in der sie unbekannte Angreifer mit einem Spaten nieder streckt, um einen ebenso unbekannten, aber sehr attraktiven Mann zu retten, dem sie sich sofort verbunden fühlt.

Zunächst der Hinweis, dass ich wirklich gerne Fantasy lese. Und ich mag auch total seichte und vorhersehbare Geschichten, wenn denn wenigstens das Lesen Spaß macht.
An diesem Buch hatte ich leider jedoch relativ wenig Freude.

Zunächst ist der Schreibstil ziemlich platt und die Unterhaltungen, die geführt werden, sind manchmal schon unfreiwillig komisch, so fernab jeglicher Realität sind sie. Das betrifft nicht nur das Inhaltliche, wie Diskussionen über Sojaeis mit dem großen, schrankähnlichen, aber äußerst attraktiven Unbekannten, sondern die Art der Gesprächsführung wird immer alberner, seichter, unglaubwürdiger, was besonders im hinteren Teil des Buches zunimmt.

Die Figuren sind alles andere als sympathisch. Klar, Roland hat eine Katze. Yay. Das ist aber auch das Einzige, was von dem typischen „dunkler Held mit schlimmen Geheimnissen, von Selbstvorwürfen zerfressen, aber im Grunde seines Herzens soooooooooooo nett“-Klischee etwas abweicht.
Und Sarah? Sarah ist Superwoman. Sie hat alles, sie weiß alles, sie kann alles. Sie sich unglaublich toll aus, zierlich, aber gleichzeitig trainiert und natürlich weiblich, sie hat auf alles eine Antwort und ist natürlich mutig, heldenhaft, super intelligent und einfühlsam und eine knallharte Kämpferin.
Selbst die so farblose Bella hat da mehr Ecken und Kanten.

Und der Rest der Figuren ist nicht besser. Da werden Klischees abgebildet noch und nöcher und der Rest wird mit lieblos hingeklatschten, keineswegs ausgearbeiteten Figuren aufgefüllt.

Die Story setzt dem Ganzen dann die Krone auf.
Vorhersehbar, seicht und mit einem Nebenschauplatz ausgestattet, der am Ende auch der einzige Cliffhanger für das nächste Buch ist und der so deplatziert wirkt, dass ich fast sicher bin, dass er nachträglich reingeschrieben wurde.

Liest das Buch sich nun wenigstens gut?
Ja, nein, vielleicht. Es liest sich zumindest schnell. Und der Cliffhanger macht mich wider besseren Wissens neugierig.

Daher unterm Strich ein Buch, das vielleicht ganz gute Ansätze gehabt hätte (mal keine Vampire als Helden), in dem aber in der Story einiges unausgegoren ist und das zwei völlig unglaubwürdige Protagonisten hat. 

Bewertung: 2 von 5 Punkten

Montag, 17. Juni 2013

Rezension: Glits

Ok, ein Buch, das einigermaßen durchwachsen war, aber im Notfall kann es bestimmt helfen, denn ich bin fest davon überzeugt, dass es im Dunkeln leuchtet... Also die Aufmachung ist wirklich gelungen - auffällig. Für ein Jugendbuch, das eben nicht nur für Mädchen ist, find ich es prima.

Glits

Broschiert: 288 Seiten
Verlag: Thienemann Verlag; Auflage: 1. (8. Februar 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3522201736
ISBN-13: 978-3522201735
 
Rezension:
Jay ist anders als andere Jugendliche und das ist auch gut so. Mit denen will er sowieso nichts zu tun haben. Seltsam ist nur, dass diese Abneigung gegen jede Art von Zusammengehörigkeit ihn zum Mitglied eines besonderen Clubs macht. Er gehört nämlich zu den wenigen, den die Glits verstehen, das Wesen, das so plötzlich aufgetaucht ist und mit dessen Gesängen kein Erwachsener etwas anfangen kann. Und diese Besonderheit bringt nicht nur Jays Leben gehörig durcheinander.

Der Gedanke und das, was der Leser zwischen den Zeilen lesen kann, ist wirklich gut. Die Umsetzung leider nur mittelmäßig.
Im Grunde kann man das Buch in zwei Hälften teilen, wobei man beide gut hätte allein stehen lassen können, in der Kombination wirkt das eher künstlich, unpassend. Die Story plätschert dann auch mehr vor sich hin, ohne wirklich ergreifend oder intensiv zu sein.

Der Schreibstil ist angenehm und der jugendlichen Zielgruppe angepasst. Ein wenig ist man immer in der Gedankenwelt derjenigen, denen man gerade über die Schulter sieht, dabei.

Die Figuren, nunja. Es gibt gut ausgearbeitete Charaktere wie Jay und welche, mit denen man gar nicht warm werden möchte. Die meisten, selbst jene, mit denen man mitfühlen möchte oder sollte, bleiben farblos und langweilig, ihre Gedanken und Handlungen wirken aufgesetzt und gestellt.

Einzig das, was man am Ende mitnimmt, das, was hängen bleibt und das, was man sich als Antwort vorstellt bei der Frage „was will der Autor damit ausdrücken?“, das ist gut.

Unterm Strich leichte Lektüre, bei der die Charaktere zu wünschen übrig lassen, der Schreibstil und die Aussage aber noch einiges retten.  

Bewertung: 3 von 5 Punkten

Donnerstag, 13. Juni 2013

Rezension: Artikel 5

Hmmm, was soll ich hierzu Einleitendes sagen? Ich war neugierig, jetzt bin ich es nicht mehr ;)

Artikel 5: Roman
Broschiert: 432 Seiten
Verlag: ivi (16. April 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3492702864
ISBN-13: 978-3492702867

Rezension:
Nach dem Krieg ist in Amerika alles anders. Die Statuten mit ihren Artikeln bestimmen das Leben und Lieben der Menschen – ihren Alltag, ihre Familie, ihre Zukunft. Wer gegen die Artikel verstösst, wird bestraft, ganz egal, ob er etwas dafür kann oder nicht.
Als per Gesetzesänderung unehelichen Kindern abgesprochen wird, ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft zu sein und ihre Zeugung ein Verbrechen wird, geraten Ember und ihre Mutter in Schwierigkeiten. Denn Embers Eltern waren nicht verheiratet, als sie vor 17 Jahren geboren wurde und eine Bestrafung kann auch nachträglich erfolgen. Viel schlimmer jedoch wird alles noch, als Ember feststellen muss, dass ihr Feld in der Brandung, derjenige, an den sie sich immer wenden konnte, sie verraten hat...

Dystopien hatten in der letzten Zeit ein echtes Hoch zu verzeichnen. Und das führt nur ganz natürlich dazu, dass man viele Ideen irgendwie schon mal gesehen hat.
Diese hier jedoch scheint einem weniger aus einer Dystopie bekannt zu sein, sondern viel mehr aus der Vergangenheit, was sie greifbarer und auch schrecklicher macht.

Die Idee der Geschichte ist gut und die Umsetzung ist auch gelungen, man möchte schreien vor lauter Ungerechtigkeit und willkürlicher Grausamkeit den Menschen gegenüber.
Dennoch ist leider ganz viel Potential verschenkt worden.

Das beginnt bei der Wahl der Erzählform und hört bei den Figuren auf.
Das Buch wird von Ember in der Vergangenheitsform erzählt, was einem von vorn herein deutlich macht, dass sie am Ende – egal, was passiert – überleben wird. Und schon verliert eine möglicherweise lebensgefährliche Situation an Spannung.
DEN Fehler, eine Ich-Erzählerin, die das Präteritum nutzt, sterben zu lassen, was von der Erzählstruktur her größter Mist ist, habe ich erst ein einziges Mal erleben müssen.

Die Figuren sind... einfach da. So richtig sympathisch ist Ember nicht. Ihre Beweggründe sind mehr rational nachvollziehbar, als dass man sie als Leser wirklich fühlen würde und auch all ihre Mitstreiter bleiben ziemlich farblos. Chase ist ein klein wenig besser ausgearbeitet, bietet aber auch um Längen mehr Ecken und Kanten als Ember.
Insgesamt ein ziemlich durchschaubarer Haufen, der hier seinen Auftritt hat.

Die Story an sich ist für meinen Geschmack zu vorhersehbar und zu langatmig. Es passiert auf vielen Seiten relativ wenig und jegliche Spannung wird sehr schnell wieder aufgelöst, so dass man gar nicht erst die Chance hat, richtig mitfiebern zu können.

Erzählt ist das Buch jedoch recht kurzweilig, so dass man es durchaus in kurzer Zeit lesen kann. Ich hoffe einfach mal, dass die Autorin sich in den Folgebänden weiter entwickelt und aus Ember eine greifbare Persönlichkeit machen und aus den einzelnen Handlungspunkten echte Spannung generieren kann.

Unterm Strich ein guter Ansatz, der allein schon durch die beklemmende Nähe zur Vergangenheit fesseln kann, bei dem dann aber bei Figuren und Handlung wieder viel verschenkt wurde. 

Bewertung: 3 von 5 Punkten

Mittwoch, 5. Juni 2013

Rezension: Mini-Wassergärten

Boah, ich muss ehrlich sagen, dieses Buch hat mich positiv überrascht. Ich habe bisher keine so guten Erfahrungen mit diesen Ratgebern (meistens aber von einem anderen Verlag) gemacht, weil man meistens doch nichts oder zumindest viel zu wenig, lernt. Dieses Mal aber bietet das Buch dann doch einiges mehr.

Mini-Wassergärten: Gestalten, pflanzen, pflegen
Broschiert: 80 Seiten
Verlag: Kosmos (Franckh-Kosmos); Auflage: 1., Auflage (7. Februar 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 344013458X
ISBN-13: 978-3440134580

Rezension:
Teiche und Wassserläufe sind kleine Oasen im Garten. Aber nicht jeder hat ein entsprechend großes Grundstück oder überhaupt einen Garten. Wenn man nun aber auf einem Balkon oder in einem Kleingarten einen Teich haben möchte, muss man nicht verzichten und dieses Buch hilft bei der Umsetzung des Planes.

Der erste Eindruck ist erstmal positiv, die vielen Bilder machen vermitteln einen guten Eindruck dessen, welche Möglichkeiten es gibt und vor allem zeigen sie die vielen verschiedenen Pflanzen im hinteren Teil des Buches.

Der Ratgeber vermittelt insgesamt einen sehr guten ersten Überblick über das Thema. Bisher musste man sich die Informationen über Miniteiche immer sehr mühsam aus dem Internet zusammensuchen, hier hat man jetzt einen guten Einstieg.
Sicher hätten die einzelnen Themen genauer ausgearbeitet werden können, aber da die einzelnen Bereiche doch recht umfangreich geworden wäre, wäre dann aus dem Buch ein richtiger Wälzer geworden.
So erhält man ein paar grundlegende Informationen, durch die eingebetteten QR-Codes sehr hilfreiche weitere Informationen, Checklisten etc. und somit erstmal die wichtigsten Informationen, die man benötigt, um die ersten Entscheidungen zu treffen. Sicher muss man sich tiefer gehende Informationen selber beschaffen, nachrecherchieren, dennoch erhält man erstmal Anhaltspunkte und Entscheidungshilfen anhand derer man die eigene Suche deutlich zielgerichteter durchführen kann.

Sehr gut finde ich, dass immer wieder wichtige Hinweise und Informationen eingefügt und hervorgehoben werden, allerdings vermisse ich hier bei Punkten wie Gefahr von Teichen oder auch nötige Prüfung der Statik bei Balkonen die nötige Dinglichkeit. Immerhin sind sie überhaupt vorhanden.

Die Übersicht der Pflanzen im hinteren Teil rundet das Angebot ab, man kann sich sehr einfach einen Überblick verschaffen, welche Pflanzen für welchen Teich geeignet sind und worauf man achten muss.

In meinen Augen eine sehr gute Grundlage für diejenigen, die sich erstmal einen groben Überblick verschaffen und die Grundlagen verinnerlichen wollen, bevor sie die für sie selber relevanten Themenbereiche mit anderen Quellen vertiefen. Eine gute Pflanzenübersicht und viele kleine Hilfsmittel, die durch QR-Codes zu erreichen sind, vervollständigen den Ratgeber. 

Bewertung: 5 von 5 Punkten

Freitag, 31. Mai 2013

Rezension: Hätte ich doch...

Dieses Buch klang so vielversprechend, so sehr danach, etwas daraus mitnehmen zu können. Leider wurden meine Erwartungen dann doch ziemlich enttäuscht.


Hätte ich doch ...: Von den Sterbenden lernen, was im Leben wirklich zählt
Taschenbuch: 208 Seiten
Verlag: mvg Verlag (9. November 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3868822801
ISBN-13: 978-3868822809
 
Rezension:
Wenn Menschen dem Tod nahe sind, reflektieren sie ihr Leben. Das, was sie erreicht und das, was sie verpasst haben. Das, was sie anders gemacht hätten, würden sie noch ein Mal die Möglichkeit dazu bekommen. Und hier liegt die Chance für diejenigen, die noch leben: Sie können aus den Versäumnissen lernen, sie können ihr eigenes Leben anders gestalten. Erfüllter leben, bewusster.

Das soll oder will dieses Buch dem Leser näher bringen – zumindest in der Theorie.
Die Praxis sieht leider anders aus.

Aber von vorne: Was habe ich von diesem Buch erwartet? Ich habe erwartet, dass es seinem Titel gerecht wird. Dass man etwas lernen kann von den Sterbenden. Dass man sie ein Stück weit begleitet und ihre Lebensgeschichte begreift. Damit etwas von ihnen bleibt.

Und genau das hat dieses Buch nicht. Die Geschichten der vorgestellten Personen sind nur Hintergrundrauschen für die Gedanken und Rückschlüsse der Autorin. Man lernt hauptsächlich das, was die Autorin einem beibringen möchte, nicht das, was die Sterbenden sehen.

Es fehlt die emotionale Nähe, etwas, um die Erfahrungen der Menschen wirklich greifbar zu machen.
Sicher darf man in der Tätigkeit, die die Autorin ausübt, nicht zu viel zu nahe an sich heran lassen, um sich selber zu schützen. Aber dennoch, wenn man Sterbende begleitet, muss man sich auch ein Stück weit auf sie und ihre Geschichte einlassen, denke ich.
Und diese Nähe fehlt meiner Meinung nach völlig.

Die Autorin beschreibt die Lebens- und Sterbensgeschichten der Menschen so distanziert, dass man, statt mitzufühlen und daraus eine persönliche Betroffenheit abzuleiten, die auch etwas zu ändern vermag, nur mehr ein unbeteiligter Zuschauer bleibt.

Der ganze Aufbau des Buches mit seinen Vor- und Nachbetrachtungen und „weisen Einschüben“ über das bewusste ERLEBEN wirkt mehr wie eine semiwissenschaftliche Arbeit, etwas, was wie ein Fachbuch wirken soll, ohne eines zu sein.

Und so bleibt man trotz des tiefgründigen Themas seltsam unbeteiligt, die Erkenntnisse der Menschen bleiben abstrakt und wenig nachfühlbar, eben weil man die dahinter stehenden Emotionen kaum nachempfindet.
Die Quintessenz des Buches selbst bleibt davon selbstverständlich unberührt und wichtig, aber die Art und Weise, wie sie dem Leser näher gebracht wird, ist meiner Meinung nach zu distanziert und wird damit kaum aufrütteln können. 

Bewertung: 2 von 5 Punkten

Freitag, 24. Mai 2013

Rezension: Limit 01

Mein erster Manga! Und dabei bin ich schon 30, die meisten fangen damit glaube ich etwas rechtzeitiger an ^^.
Aber spannend war es schon.

Limit 01
Taschenbuch: 192 Seiten
Verlag: Egmont Manga; Auflage: 1 (11. Oktober 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3770478738
ISBN-13: 978-3770478736

Rezension:
Was machst du, wenn deine Welt aus den Fugen gerät? Wenn statt einer Klassenfahrt die Hölle auf dich wartet und wenn dir deine Mitmenschen ihre Abgründe zeigen?

Zugegebenermaßen bin ich kein großer Experte auf dem Gebiet der Mangas. Ich weiß, wie man sie lesen muss und ein bisschen was über die Hintergründe, aber ich habe sie nicht massenweise im Schrank stehen.
Daher fehlt mir auch ein wenig die Vergleichsmöglichkeit.

Dennoch ist es so, dass mir hier der Zeichenstil auf der einen Seite sehr gut gefällt, weil die Mädels vernünftig dargestellt werden, die Stimmung gut eingefangen wird, gerade bei den schlimmeren Szenen. Auf der anderen Seite empfand ich die Unglücksszenen als sehr wirr gezeichnet, wenn dies wohl auch die Angst und den Schock wiederspiegelt, der hier vorherrscht. Dennoch war es da teilweise nicht so einfach, alles richtig zu erkennen.

Interessant fand ich die Auflistung der Zeichengeräte, die sich am Ende findet mit der Beschreibung, was womit angefertigt wurde.
Etwas störend fand ich die Untertitelung von Alltagsgegenständen, weil es mir relativ egal ist, was das nun für Nahrungsmittel sind, die gefunden werden. Denn das ist inhaltlich zweitrangig.

Die Story an sich ist in Ordnung, wenn ich mir nach der Kurzbeschreibung auch mehr erwartet hätte. Die Erkenntnisse der Figuren sind für meinen Geschmack etwas ZU offensichtlich, liegen ein wenig ZU nah unter der Oberfläche, aber grundsätzlich kann man damit leben.

Wie die Geschichte weiter geht, interessiert mich aber, denn ich gehe davon aus, dass dies hier „nur“ die Einführung, der erste Schritt war und die nächsten Bände da noch etwas mehr zu bieten haben werden. 

Bewertung: 4 von 5 Punkten

Montag, 20. Mai 2013

Rezension: Stolz und Demut

Hier mal wieder eines der Bücher, die auf der Shades auf Grey-Welle mitschwimmen. Für mich persönlich war das allerdings nichts.

Stolz und Demut: Roman
Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
Verlag: Piper (26. Februar 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3492055877
ISBN-13: 978-3492055871 

Rezension:
Sophie ist neu in der Szene und neugierig. Ihr herausfordernder Blick und ihr Wille zur Demut macht sie zur perfekten Sklavin und bald findet sie auch einen Mann, mit dem sie sich den Spielen hingeben kann. Doch am Ende läuft die Beziehung aus dem Ruder und gefährdet alles, was sie als sicher und stabil betrachtet hat.

Also ich bin prinzipiell niemand, der ein Buch für den Inhalt verurteilt, es kann ja immernoch gut geschrieben sein. Dieses Buch jedoch ist ein Totalausfall.

Zunächst die Figuren. Die sind so überzeichnet, dass man stellenweise das Gefühl hat, die Autorin hat Nachhilfe bei einem Karrikaturisten genommen. Niemand ist hier glaubhaft und auch der Hinweis, das Buch würde auf einer wahren Begebenheit beruhen, ändert daran nichts.
Die Dialoge sind so flach und substanzlos, dass man sich an den Kopf greifen möchte. Hier kommt keine wie auch immer geartete Stimmung auf. Keine Verzweiflung, wenn sie angebracht wäre, keine Erotik, nichts.

Die Story an sich ist es dann, was dem Ganzen die Krone aufsetzt. Vorhersehbar, uninteressant, ungünstig aufgebaut… Am Ende schämt man sich fast ein wenig fremd, nicht wegen des Inhaltes, sondern weil hier tatsächlich der Versuch unternommen wurde, Shades of Grey für Erwachsene auf den Markt zu werfen und das Ganze dann mit einer „Wahren Begebenheit“ zu verschleiern.

Positiv hervorzuheben ist die Aufmachung des Buches, welches sehr hochwertig daher kommt und die leichte Lesbarkeit, aber beides kann den Inhalt nicht mehr retten.
Es bleibt einfach die Frage, was die Autorin mir sagen will. Und die Verwunderung über den Aufbau der Handlung, der einfach sehr unbegründet und sprunghaft wirkt und am Ende irgendwie gezwungen wirkt.

Insgesamt ein Versuch, an die derzeit erfolgreichen Bücher mit erotischen Inhalten anzuknüpfen, der leider nicht erfolgreich war. 

Bewertung: 2 von 5 Punkten

Donnerstag, 11. April 2013

Rezension: Breed

Hmmm, hier möchte ich im Vorwege gar nicht so viel zu sagen.... bildet euch eure eigene Meinung.

Informationen zum Buch:
Titel: Breed
Autor: Chase Novak
Seiten: 352 Seiten (Hardcover)
Verlag: Hoffmann und Campe (März 2013)
ISBN 10: 3455404413
ISBN 13: 978-3455404418

Rezension:
Alex und Leslie sind erfolgreich und glücklich miteinander verheiratet. Sie bewohnen ein wundervolles Haus und haben ein erfülltes Leben. Fast. Sie wünschen sich unbedingt ein Kind und können doch keines bekommen. Alle Versuche scheitern, so dass sie in ihrer Verzweiflung auf einen dubiosen Arzt zurück greifen, dessen seltsame Methode sogar Erfolg hat.
Leslie wird schwanger. Doch mit der Behandlung ändert sich alles.

Eine der Pressestimmen zum Buch schreibt, dass der Autor mit den Eltern „neue dunkle Helden“ geschaffen hat. Dem stimme ich nicht zu.
Es ist eher so, dass hier eine neue Art von Monster geschaffen und auf die Welt losgelassen wurde.

Die Figuren sind leider nicht besonders gut ausgearbeitet. Auch wenn man versucht, sie sich bildlich vorzustellen und auch immer wieder auf Art, Verhalten und Auftreten Bezug genommen wird, kann man sich nur schlecht wirklich ein Gesicht, eine Person vorstellen.
Der Schreibstil ist recht erklärend, man hat irgendwie das Gefühl eine Dokumentation zu sehen. Immer wieder werden neue, teilweise wichtige, teilweise nebensächliche aber interessante, Informationen eingeflochten, so wie ein Erzähler sie mit einem Nebensatz erwähnen würde.

Das liest sich ganz interessant und die Handlung an sich schreitet ja auch relativ schnell fort, so dass man das Buch rasch durchgelesen hat.
Die Story ist zwar stellenweise recht dünn, aber letztendlich glaubhaft, wenn man auf nähere Erklärungen verzichtet. Die sich anschließenden Fragen nach dem „wie geht es weiter“ darf man ruhig stellen, man muss sie aber für sich beantworten.
Von der Warte hat das Buch mit Horrorfilmen doch einiges gemeinsam, denn dort fragt man sich am Ende auch häufig, wie es denn mit all dem weitergeht, das nicht im Fokus der Handlung stand.

Obwohl der Stil interessant und die Story an sich gut ist, fehlt dem Buch dennoch ganz viel, was es nachhaltig auf den Leser wirken lässt. Man liest es, klappt es zu, denkt vielleicht noch darüber nach, was das jetzt für die Menschheit bedeutet, wie es weitergehen könnte, und fertig.
Man ist emotional kaum gefangen im Geschehen, was es gleich deutlich bedrückender, aber auch gruseliger und spannender gemacht hätte.

Wer also mal ein etwas anderes Horrorbuch lesen möchte, ist hiermit sicherlich gut bedient. Wer Bücher mag, die einen gefangen nehmen, leider eher nicht.

Bewertung: 3 von 5 Punkten

Freitag, 5. April 2013

Rezension: Ich lebe, lebe, lebe

Das hier ist wirklich ein besonderes Buch. Oder wie sonst soll man eines bezeichnen, bei dem man Inhaltlich von Anfang an weiß, worum es sich dreht und dennoch die ganze Zeit über faszniert dabei ist?

Informationen zum Buch:
Autor: Alison McGhee
Seiten: 160 Seiten (Taschenbuch)
Verlag: dtv (Oktober2012)
ISBN 10: 342324934X
ISBN 13: 978-3423249348

Rezension:
„Ivy und ich hatten einen Unfall. Es dämmerte schon in den Adirondacks an jenem Abend, und wir kamen um eine Kurve.“ Immer wieder drehen sich Roses Gedanken um diesen Abend, als sie und ihre Schwester in einen Unfall verwickelt wurden, in Folge dessen Ivy ins Koma fiel. Ivy, die eigentlich fließendes Gewässer ist und sich in und mit der Welt bewegt, ist ans Bett gefesselt und außer einem leichten Atemreflex hält sie nichts mehr hier. Und Rose, die sich jeden Tag zu ihrer Schwester fahren lässt und nur hier mit sich selber klarzukommen scheint, Rose, die Stunden um Stunden am Krankenbett sitzt, Rose, die stehendes Gewässer ist und doch nur fließen will, Rose verliert sich mehr und mehr. Tut Dinge, die sie besser nicht getan hätte, verkriecht sich in ihrer eigenen Welt und macht Ivy zu ihrem Lebensmittelpunkt.

Schon der Klappentext verrät einem eigentlich inhaltlich schon alles über das Buch und mit gerade 157 Seiten recht schmal, dafür aber hochwertig und entsprechend nicht gerade billig. Daher war ich doch gespannt darauf, was es denn zu bieten hat.
Und das ist einiges.

Roses Gedankenwelt bestimmt das Buch, ihr Handeln ist manchmal für Außenstehende nicht nachvollziehbar und dennoch spürt man ihre Verzweiflung und Hilflosigkeit und den Wunsch, sich lebendig zu fühlen, gleichzeitig aber auch die Schuldgefühle und den Schrecken, den der Unfall hinterlassen hat.
Der Schreibstil ist diesem Chaos, der Trauer und Verwirrung sehr gut angepasst. Man kann nachempfinden, wie es in Rose arbeitet und vor welche Wände sie gedanklich immer wieder läuft.

Dieses Buch lebt nicht wie andere davon, dass die Figuren besonders lebensnah gezeichnet wurden oder dass die Story so großartig ist. Sondern davon, dass es nahe geht und nachvollziehbar ist, dass man der Momentaufnahme eines Lebens beiwohnt, dass eine ganz überraschende Wendung nimmt.

Der ganze Inhalt ist sprunghaft und flüchtig, so wie Gedanken und Trauer eben sind. Das ist ein Umstand, auf den man sich einlassen muss, um das Buch zu mögen.

Unterm Strich ein wunderbares Buch über das Leben und das Sterben, auf das man sich auf Grund der Nähe, die es erzeugt und des intensiven, aber keinesfalls gradlinigen Stils aber einlassen können und wollen muss. 

Bewertung: 4 von 5 Punkten

Sonntag, 31. März 2013

Rezension: Ich soll nicht töten

Dieses Buch habe ich schon seit Beginn des Jahres in meinem Besitz und dementsprechend lange auch schon beendet. 

Informationen zum Buch:
Autor: Barry Lyga
Seiten: 384 Seiten (Taschenbuch)
Verlag: Blanvalet (Februar 2013)
ISBN 10: 344238043X
ISBN 13: 978-3442380435

Rezension:
Jasper „Jazz“ Dent hat eigentlich nur einen Wunsch: Ein ganz normaler Teenager sein, untertauchen zwischen seinen Schulkameraden. Doch das ist leider nicht möglich, denn Jazz lebt in einer Kleinstadt in der ihn jeder kennt. Und Jazz ist der Sohn des berüchtigsten Serienmörders der Geschichte: Billy Dent.
Und Billy hat dafür gesorgt, dass Jazz niemals ein normales Leben führen wird, denn Billy hat ihn Stück für Stück zu seinem Nachfolger herangezogen und ihm beigebracht, was er wusste. Nur will Jazz dieses Erbe nicht antreten und als in seiner Kleinstadt neue Morde geschehen die erschreckend deutlich Billys Handschrift tragen, setzt Jazz alles daran, zu beweisen, dass der naheliegende Verdacht falsch ist und er nicht der Mörder ist.

Dies ist mal wieder eines der Bücher, die einen bei der Bewertung wirklich ins Grübeln bringen. Es gibt einiges, was wirklich gut gelungen ist und vieles, was nicht so gut war.

Der Schreibstil ist beispielsweise ziemlich gradlinig, fast schon eintönig. Die Übersetzung lässt viele Anglizismen übrig, was für ein Buch in dem der Protagonist ein Jugendlicher ist, in Ordnung sein mag, für einen Roman für Erwachsene stellenweise etwas unglaubwürdig wirkt.
Die Frage danach, wer eigentlich angesprochen werden soll, stellt sich ohnehin. Die Sprache ist eher jugendlich und die Protagonisten sind es ebenfalls. Das Thema allerdings und einige der Details sind es nicht.

Die Charaktere sind recht plakativ und einfach und so sehr man in die Gedankenwelt von Jazz eintaucht, so wenig kann man sich ein richtiges Bild von ihm machen. Seine Mitbürger erfüllen diverse Klischees, angefangen vom abgehalfterten Dorfsheriff bis zur piepsigen Theaterlehrerin.

Die Idee des Buches ist toll und, so altklug Jazz auch manchmal wirkt, recht gut umgesetzt. Mich hat sie zumindest beeindruckt, wenn es auch manchmal ein klein wenig überzogen wirkt. Eine Erklärung für die Handlungsweisen ergibt sie allemal.
Die Handlung allerdings bleibt hierbei irgendwie auf der Strecke. Sicher, das Buch liest sich recht flüssig, aber spannend ist es nicht. Man kann es ohne Bedauern zur Seite legen und erstmal etwas anderes lesen und das ist – gerade für einen Thriller – keine besonders schöne Eigenschaft.

Unterm Strich eine tolle Idee, die leider etwas schwach umgesetzt wurde. 

Bewertung: 3 von  5 Punkten

Mittwoch, 20. März 2013

Rezension: Zurück nach Hollyhill

Dieses Buch habe ich auch schon ein paar Wochen beendet, habe aber noch die Rezensionssperrfrist abwarten wollen und dann irgendwie vergessen ^^
Naja, im Alter....

Informationen zum Buch:
Autor: Alexandra Pilz
Seiten: 352 Seiten (Hardcover)
Verlag: Heyne (Februar 2013)
ISBN 10: 3453534263
ISBN 13: 978-3453534261
Rezension:
Emily erhält bei ihrem Schulabschluss einen Brief ihrer vor Jahren verstorbenen Mutter, in dem diese sie darum bittet, nach Hollyhill zu reisen, dem Dorf, das ihre Heimat ist.
Und weil sie ohnehin gerade nicht so genau weiß, was sie mit sich anfangen soll, macht sie sich trotz der Vorbehalte ihrer Großmutter auf den Weg und muss in England feststellen, dass niemand das seltsame Dorf zu kennen scheint. Es ist auf keiner Karte verzeichnet und überhaupt reagiert der einzige, der den Weg kennt, äußert befremdlich auf ihren Wunsch, Emily dorthin zu bringen. In Hollyhill angekommen muss sie dann feststellen, dass hinter der friedlichen Fassade so einiges anders ist, als erwartet.

Davon abgesehen, dass der äußere Schein ja nicht alles ist, muss ich in diesem Fall ein deutliches Lob aussprechen. Das Buch ist wirklich ein Eyecatcher und das jenseits von pinkem Mädchenkram oder pastelligen Schnörkeln. Wirklich toll gemacht.

Der Schreibstil ist relativ einfach, dabei aber gut zu lesen und nicht zu platt, so dass man ganz leicht durch das Buch gleitet, ohne über grobe Schnitzer zu stolpern.

Die Figuren sind leider etwas zu oberflächlich geblieben. Man erfährt immer nur ein Bisschen, aber nicht genug, um sich wirklich mit ihnen anzufreunden. Silly beispielsweise, die wirklich eine gute Grundlage mitbringt, bleibt sehr farblos, das hätte viel schöner werden können. Es ist nicht so, dass die Figuren wirklich langweilig oder unsympathisch wären, aber es fehlt mir einfach noch zu viel um hier in Begeisterung auszubrechen. Ich hätte mir gerade die männlichen Figuren und Emily etwas greifbarer, etwas kantiger und mit deutlicheren Charaktereigenschaften gewünscht.

Die Story an sich ist nicht schlecht, aber gerade im hinteren Teil, als sie an Fahrt aufnimmt und sich ihrem eigentlichen Ziel nähert, doch sehr flach und vorhersehbar. Das geht mir einfach alles zu komplikationslos (mal von der einen, ebenfalls vorhersehbaren Sache abgesehen).

Letztendlich aber muss man auch sehen, dass das hier ein Debütroman ist, der nicht nochmal durch die Hände von Übersetzern gelaufen ist, die ja auch nochmal etwas überbügeln können. Von daher ein ziemlich guter Ansatz und ich würde mich freuen, noch mehr von der Autorin zu lesen.  

Bewertung: 4 von 5 Punkten

Donnerstag, 14. März 2013

Rezension: Dance of Shadows

Endlich mal wieder ein Lebenszeichen von mir und endlich auch wieder eine Rezension. Dieses Buch habe ich bei vorablesen erhalten und schon ziemlich bald nach Erhalten beendet. Aber mit der Rezension habe ich zu kämpfen gehabt...

Informationen zum Buch:
Autor: Yelena Black
Seiten: 384 Seiten (Hardcover)
Verlag: bloomoon (Februar 2013)
ISBN 10: 3760799140
ISBN 13: 978-3760799148

Rezension:
Vanessa ist jung, hübsch und begabt. Sie wurde an der New Yorker Ballettakademie angenommen, obwohl eigentlich nicht sie Tänzerin werden wollte, sondern ihre Schwester, die genau an diesem Ort verschwunden ist. Und wegen ihr hat Vanessa sich auch beworben – um sie suchen und finden zu können. Und weil sie mit dem Kopf eigentlich bei diesem Thema ist, misst sie den seltsamen Dingen, die um sie herum vor sich gehen, auch weniger Bedeutung bei, als sie sollte.

Uff, mir fällt es schwer, dieses Buch zu bewerten. Ich wollte es unbedingt lesen, ich liebe Ballett, ich liebe Fantasy, die perfekte Mischung. War es dann aber doch nicht.
Das fängt schon damit an, dass alle Fachbegriffe kursiv gesetzt sind, was auf Dauer echt störend wirkt und hört bei dem echt furchtbaren Namen „Zeppelin“ für den männlichen Part.

Aber von vorn.
Die Figuren sind einfach viel zu blass. Tut mir leid, aber hier wird nicht nur auf Klischees herumgeritten, dass man es kaum aushalten kann, sondern es finden sich bei den Personen recht deutliche Parallelen zu einem bekannten Tanzfilm. Mit Sympathie können die Protagonisten nicht punkten und selbst ihre Gegenspieler sind so überzeichnet, dass es einen gruselt.

Da ist es fast schon nebensächlich, dass es seeeeeehr weit hergeholt ist, dass es jemand, der eigentlich nie professionell tanzen wollte, es an diese Ballettschule schafft.

Die Story ist, bis auf kleinere Nebenstränge der Handlung sehr vorhersehbar, spätestens nach den ersten drei, vier Kapiteln kann man sich den Rest des Buches zusammenreimen und liegt dabei am Ende nichtmal falsch.

Der Stil ist dann aber das, was es doch ganz angenehm macht, das Buch zu lesen. Das geht so leicht und flüssig, dass man ganz plötzlich schon am Ende angekommen ist.

Mir persönlich hat das Buch nur während des Lesens selber gefallen, sobald ich näher darüber nachdenke, was das Buch zu bieten hatte, wo die Stärken und Schwächen lagen, wird es immer weniger reizvoll.

Bewertung: 3 von 5 Punkten