Samstag, 31. März 2012

Rezension: Sternenfeuer

Eines der Bücher, die mich fast nur über das Cover auf sich aufmerksam gemacht haben. Naja und ich wollte mich selber davon überzeugen, ob die kritischen Stimmen bezüglich der Grausamkeiten Recht haben oder nicht. 
Eine in der Rezension angesprochenen Fragen hat sich übrigens zwischenzeitlich geklärt, nämlich die nach den Körpern im Vakuum (siehe Kommentar bei meiner Amazon-Rezi).

Informationen zum Buch:
Autor: Amy Kathleen Ryan
Seiten: 432 Seiten (Hardcover)
Verlag: PAN (März 2012)
ISBN 10: 3426283611
ISBN 13: 978-3426283615

Rezension:
Waverly und Kieran sind mit ihren sechzehn Jahren das Traumpaar und die Hoffnung der Empyrean, eines von zwei Raumschiffen auf dem Weg, eine neue Zivilisation zu gründen. Von den Jugendlichen wird erwartet, bald zu heiraten und Kinder zu zeugen, Mitbegründer der neuen Welt zu sein. Doch etwas in Waverly sträubt sich gegen diese Vorstellung noch bevor sie ergründen kann, was genau das ist, wird das Schiff angegriffen – ausgerechnet von der New Horizon, dem Schwesterschiff, das mit der gleichen Mission ein Jahr vor der Empyrean gestartet ist und sich eigentlich ganz woanders im Weltall befinden sollte.

Ich gehöre zu den Menschen, die nur ein begrenztes physikalisches Grundwissen mitbringen und für technische Erklärungen wenig zu begeistern sind, daher habe ich mich von SciFi immer fern gehalten. Da in diesem Fall aber die Handlung vielversprechend klang und es sich schließlich um ein Jugendbuch handelt, bei dem ich eine gewisse Verständlichkeit voraussetze, habe ich es doch gewagt.

Nun, die technische Seite ist tatsächlich kaum erklärt, fast schon wieder zu wenig für meinen Geschmack, etwas mehr Hintergrundinformation wäre schön gewesen, gerade was den Erhalt von Gärten und Tierherden angeht. Es war schon schwierig, das Leben auf dem Raumschiff als Ist-Situation vorgesetzt zu bekommen und sich überhaupt nicht vorstellen zu können, wie das eigentlich funktionieren kann.  Darüber hinaus geschehen im Buch Dinge, die selbst ich als Laie unwahrscheinlich finde gerade was den Aufenthalt eines ungeschützten Körpers im All angeht, aber vielleicht irre ich mich da auch.

Dann hat die Übersetzung an einigen Stellen wirklich unsauber gearbeitet. Ich mag zwar wenig Ahnung von Raumfahrtechnik haben, dass das Verb zu „Dekompression“ allerdings „dekomprimieren“ lautet und nicht „dekompressieren“, das weiß sogar ich. Weiter gibt es noch einige kleine Ungereimtheiten in der Übersetzung, über die man beim Lesen stolpert und das ist dann schon sehr schade.

Die Handlung an sich war mir zu einfach aufgelöst, da bleibt ein Gefühl von Unvollständigkeit zurück,  da es aber weitere Bände geben soll, bin ich ganz zuversichtlich, dass sich das noch ändert. Der grundsätzliche Rahmen der Handlung spricht mich nämlich sehr an, ich finde die Idee gut, nur die Umsetzung eben etwas weit her geholt, etwas zu einfach, zu glatt.
Das betrifft dann nicht nur die reinen Handlungen der Personen, sondern auch ihre plötzlich auftauchenden Fähigkeiten (Beispiel: Shuttle). Aber vermutlich sind da meine Ansprüche auch einfach andere.

Das, was mich am meisten gestört hat beim Lesen ist die Entwicklung der Figuren, insbesondere Kieran und Seth. Klar ist, dass beide einen gewissen Umbruch mitmachen müssen, um die Geschichte in die richtige Richtung zu treiben, aber die Art, wie das hier umgesetzt wurde, war mir viel zu sehr Dr.Jekyll-Mr.Hyde-mäßig. Als würden jeweils Schalter umgelegt werden, woraufhin komplett andere als die bisher beschriebenen Wesenszüge hervortreten.
Das finde ich nicht nur unrealistisch, sondern regelrecht störend, weil man keiner nachvollziehbaren Entwicklung folgt, sondern Charaktersprünge vorgesetzt bekommt.
Waverly ist besser dargestellt, wenn auch ziemlich oberflächlich und ein wenig farblos, aber hier entwickelt sich vielleicht in den nächsten Büchern noch mehr.

Für mich ein Jugendbuch, das zwar recht deutliche Szenen zeigt und das Eltern vielleicht quer lesen sollten, bevor sie einem jungen Mädchen in die Hand drücken, das für etwas ältere Jugendliche aber eine spannende Mischung aus Action und Handlung bietet und oben drein sehr flüssig lesbar ist.
Die Punkte, die mich als erwachsenen Leser stören, hindern die meisten Jugendlichen sicher nicht daran, Freude mit diesem Buch zu haben, aus meiner Sicht allerdings wäre einiges verbesserungswürdig.
  
Bewertung: 2 von 5 Punkten (Tendenz nach oben)

Dienstag, 20. März 2012

Rezension: Nevermore

Dieses Buch habe ich bei einer Leserunde der Leser-Welt gewonnen. Ich war so gespannt... ich meine Poe! POE! In einem Fantasybuch. Ungeahnte Welten öffnen sich. Naja und dann lese ich und lese ich und lese ich und kann leider überhaupt nicht mehr begeister sein. Schade.


Informationen zum Buch:
Titel: Nevermore
Autor: Kelly Creagh
Seiten: 560 Seiten (broschiert)
Verlag: Loewe Verlag (Januar 2012)
ISBN 10: 3785573898
ISBN 13: 978-3785573891

Rezension:
Isobel ist das All American Girl: Blond, beliebt, Cheerleaderin, geht mit dem Star des Footballteams aus. Und ausgerechnet sie wird dazu verdammt, mit dem Sonderling der Schule ein gemeinsames Englischprojekt zu machen. Nur ist dieser Sonderling gar nicht so furchtbar, wie sie immer dachte und je mehr sie sich diesen Umstand eingestehen muss, umso dramatischer entwickeln sich die Ereignisse.

Dieses Buch ist ein typischer Fall von gewollt, aber nicht gekonnt. Die Idee ist toll und gerade Poe bringt so viel Potential mit sich, dass ich tatsächlich äußerst gespannt war, wie sich die Handlung wohl entwickeln würde. Leider wurde ich enttäuscht.

Zunächst der Schreibstil. Ich weiß nicht, wie viel vielleicht durch die Übersetzung verloren gegangen ist, aber mir ist vor allem im ersten Drittel immer wieder der Gedanke gekommen, dass es sich bemüht liest. Bemüht lustig, bemüht jugendlich, bemüht sarkastisch. Einfach nicht flüssig. Das wird zwar besser, je weiter die Geschichte voran schreitet, aber auch später finden sich noch ungünstige Formulierungen, die einfach störend wirken.

Die Figuren sind irgendwo zwischen anstrengend und sympathisch. Es gibt durchaus gut ausgearbeitete Charaktere, deren Handlungen an sich logisch und nachvollziehbar sind, wenn diese auch auf den ersten Blick seltsam ankommen. Beispielsweise ist Isobels Vater zwar aus Sicht der jugendlichen Betroffenen streng und reagiert völlig über, dennoch ist nachvollziehbar, warum er so handelt.
Isobel und Varen sind natürlich als Protagonisten darauf angelegt, dass sie Sympathien einfangen, den Leser für sich einnehmen und ein großes Stück weit funktioniert das auch. Eben weil beide intelligent wirken, Varen sehr deutlich sagt, was er denkt und Isobels Gedankengänge teilweise sehr erfrischend beschrieben werden.

Dennoch ist das große Problem des Buches die Beziehungen der Menschen zueinander. Betrachtet man diese genauer, fallen einem unweigerlich Ungereimtheiten ins Auge. So verwandelt sich der tolle, umschwärmte Brad vom liebevollen Freund zum grausamen Scheusal und das bereits auf den ersten Seiten. Da muss man sich doch unweigerlich fragen, ob das wirklich aus heiterem Himmel kam, ob das logisch wäre.
Oder ob die Autorin das einfach für die Geschichte brauchte und ohne Rücksicht auf Verluste so umgesetzt hat. Ebenso wundert mich die Entwicklung der Clique. Diese macht eine ganz ähnliche Wandlung durch und zeigt Seiten auf, die mich erschaudern lassen. Fraglich ist nun: Waren die schon immer so und Isobel war es egal, weil es nie gegen sie selber ging? Oder sind sie plötzlich so geworden, weil es so schön in die Story passt? In ersterem Fall würde es ein ziemlich schlechtes Licht auf Isobel werden, der zweite Fall wirft dieses Licht auf die Konstruktion der Geschichte.
Das ist nicht die einzige Ungereimtheit im zwischenmenschlichen Bereich, allerdings ein gutes Beispiel, das ohne groß zu spoilern genannt werden kann.

Die Story hat mehrere solcher Stolperer, wodurch man sich immer wieder fragt, wie das denn sein kann. Fantasy hin oder her, der Teil, der normale Menschen und ihr Miteinander betrifft, sollte realistisch bleiben meiner Meinung nach.
Von diesen Punkten abgesehen hat mich vor allem die fehlende Spannung geärgert.
Da liegt vor einem ein optisch wunderschönes Buch, ein richtiger Wälzer und eigentlich möchte man wissen, wie es weiter geht, kann sich aber nicht dazu durchringen, weiterzulesen oder muss sich dazu zwingen, weil es so unglaublich langatmig ist.
Meiner Meinung nach hätte man da so einiges rauskürzen, die ganze Handlung etwas straffen können und dem Leser damit nur Gutes getan. Ich empfand das Buch als größtenteils zu lahm, das was passierte, passierte auf wenigen Seiten, die meiste Zeit war die Handlung unspektakulär.

Das hat so eine gute Idee einfach nicht verdient. Mir hat das Lesen die meiste Zeit keinen Spaß gemacht, als es nachher zur Sache ging, war ich einfach froh, dass etwas Spannung aufkam.
Insgesamt eine tolle Idee, aber an der Umsetzung muss wirklich noch einiges verbessert werden.

Bewertung: 2 von 5 Punkten

Samstag, 17. März 2012

Rezension: Virtuosity

Achja, auch um dieses Buch bin ich lange herum geschlichen und war mir einfach nicht sicher, ob es mir Spaß machen würde. Habe mich jetzt dazu durchgerungen und ja, es macht Spaß!!

Informationen zum Buch:
Autor: Jessica Martinez
Seiten: 256 Seiten (Hardcover)
Verlag: Bastei Lübbe (März 2012)
ISBN 10: 3414823225
ISBN 13: 978-3414823229

Rezension:
Carmen ist ein Star der Klassischen Musik. Sie beherrscht ihre Geige wie kaum jemand sonst und so ist es selbstverständlich, dass sie am renommierten Guarneri-Wettbewerb teilnehmen wird. Und natürlich wird von ihr verlangt, als Siegerin daraus hervor zu gehen. Doch hinter der heilen Fassade des ehemaligen Wunderkindes sieht es anders aus: Schon lange kann sie ohne Tabletten keine Auftritte mehr überstehen, wird von der überehrgeizigen Mutter immer weiter an ihre Grenzen gedrängt und begegnet dann noch dem einzigen Konkurrenten, der ernst zu nehmen wäre.

Endlich mal wieder ein Jugendbuch ohne Fantasy, ohne mystische Verwicklungen, Vampire oder bunte Energieflüsse. Aus dem Leben gegriffen und dennoch nicht alltäglich.

Dem Geschriebenen merkt man deutlich an, dass die Autorin selber Musikerin ist. Diesen besonderen Bezug zur Musik und zum Musizieren muss man vielleicht auch als Leser mitbringen, um wirklich in die Geschichte eintauchen zu können, um die tatsächliche Bedeutung dieser Dinge zu verstehen.

Der Stil ist dabei sehr eingängig und direkt, schnörkellos, aber dabei deutlich und irgendwie liebevoll, wodurch man sich gut in die Geschichte einfinden kann.

Die Charaktere sind teilweise sehr gut beschrieben. Carmens Zerrissenheit, ihre Wünsche und Träume, ihre Pflichten und Erlebnisse kann man gut nachvollziehen. Heidi, Carmens Privatlehrerin ist ebenfalls sympathisch, auch wenn sie nur einen kleinen Part einnimmt.

Die restlichen Figuren sind, wenn auch sehr sympathisch (insbesondere Clark), doch sehr stereotyp. Die Eislaufmum, der schöne, aufregende, aber undurchsichtige Jeremy und der unterdrückte, aber liebe Stiefvater. Klischeehafter geht es kaum, es hätte nur noch eine eifersüchtige, weil untalentierte kleine Schwester gefehlt und der Disneyfilm wäre perfekt gewesen.

Auch ist die Handlung oftmals ZU einfach gestrickt, es geht vieles zu einfach. Sicher, es ist ein Jugendbuch und zu viele Handlungsstränge und Finten wären dann auch nicht richtig, aber etwas weniger linear hätte es gerne sein dürfen.

Trotz dieser doch recht deutlichen Mängel hat das Buch mich begeistert. Es ist eine kurze Geschichte, wie sie sicherlich nicht alltäglich, aber zwischen  all dem, was sonst so verkauft wird, doch erfrischend normal ist. Gute Lesbarkeit, liebeswerte Figuren und eine Handlung, die zwar voraussehbar aber dennoch mitreißend ist.

Unterm Strich also das Äquivalent zum Popkornkino: Nicht besonders anspruchsvoll, aber durchaus unterhaltsam.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

Montag, 12. März 2012

Statistik Februar

Nur ganz leicht verspätet nun die Statistik für den Februar. Sieht mau aus.
Einige der Rezensionen werden aber auf jeden Fall noch nachgereicht, wobei mich mein Lesejournal da echt unterstützt, weil ich meine Gedanken sofort nach dem Lesen aufschreibe und die Rezis somit bequem verschieben kann. Herrlich!

Februar 2011:
  1. Verdammnis (Stieg Larsson), 768 Seiten
  2. Sieben Minuten nach Mitternacht (Patrick Ness, Siobhan Dowd), 216 Seiten
  3. Oben ohne (Evelyn Heeg), 256 Seiten
  4. Die Kennedy Brüder (Walter R. Mears, Hall Buell), 144 Seiten
  5. Erzähl doch mal von früher (Loki Schmidt, Reinhold Beckmann), 272 Seiten
  6. Dead beautiful: Deine Seele in mir (Yvonne Woon), 480 Seiten, rezensiert
Gelesene Bücher:6
Davon rezensiert:1
Gelesene Seiten: 2.136 
Seiten pro Tag: 73,66

Sonntag, 11. März 2012

Rezension: Touched: Der Preis der Unsterblichkeit

Was habe ich mich gewundert, als ich dieses Buch auf einmal gesehen habe: Ich hatte tatsächlich davon noch nie etwas gehört! Unglaublich, aber wahr. 

Informationen zum Buch:
Autor: Corrine Jackson
Seiten: 416 Seiten (Hardcover)
Verlag: Thienemann Verlag (Februar 2012)
ISBN 10: 3522201574
ISBN 13: 978-3522201575
Rezension:
Remys bisheriges Leben war die Hölle. Ihr Stiefvater hat sie und ihre Mutter regelmäßig verprügelt und Remy musste bereits als junges Mädchen ihre Mutter beschützen, denn Remy kann Verletzungen mit ihrer eigenen Energie heilen. Eines Tages jedoch geht Dean zu weit und Remy landet im Krankenhaus, nur dieses Mal wird auch ihr Vater informiert. Als sie zu ihm und seiner Familie zieht, begegnet sie dem geheimnisvollen Asher und schon bald steht ihr Leben vollends auf dem Kopf.

Das ist eines der Bücher, bei denen eine gute Idee weniger gut umgesetzt wurde und einfach ganz viel Potential verschenkt wurde.

Zunächst aber das Positive: Es macht Spaß, das Buch zu lesen, der Schreibstil ist angenehm, dem Alter der Protagonisten angepasst und vereinzelt blitzt sogar Humor durch.  Asher ist als Figur recht interessant beschrieben und auch Remy funktioniert als Sympathieträger, ebenso, wie ihre neue Familie, insbesondere Lucy einfach nett sind. ZU nett, wenn man es genau nimmt, aber auch solche Figuren braucht es bisweilen.

Die Idee hinter der Story ist gut und interessant und auch, dass hier im Hintergrund der Protagonistin echte, ernstzunehmende Probleme vorherrschen, ist spannend zu lesen. Die Szenen mit Dean sind zwar, was Remys Verhalten und Durchhaltevermögen angeht, sicherlich überzogen und dem Plot angepasst, dennoch sind sie ansonsten sehr gut, sehr intensiv und beklemmend. Führt man sich vor Augen, dass so etwas täglich hinter verschlossenen Türen geschieht, wird einem ganz anders, aber selbst die Beweggründe der Mutter werden, wenn auch nur durch Nebensätze, irgendwie verständlich gemacht. Man kann auf einmal nachvollziehen, was in solchen Familien geschieht und wie sehr jeder auf seine ganz eigene Weise leidet. Allein für die Intensität dieser Problematik gibt es schon Pluspunkte.

Auf der anderen Seite gibt es dann leider auch so einige, was einem sauer aufstößt. In der Handlung findet sich bei Remy eine Verhaltensweise, ein Umgang mit Informationen, den ich beim besten Willen nicht nachvollziehen kann.

Mit dem Verhalten der Blackwells und deren Ansehen wird darüber hinaus ein Bild wiederverwertet, das wir alle aus anderen Büchern kennen und das finde ich schade.

Am meisten aber hat mich gestört, dass über viele Dinge einfach hinweg gegangen wurde. Remys Gabe wird leidlich erklärt, aber der ganz essentielle Punkt der mentalen Mauern wird dem Leser einfach nur hingeworfen. Man kann sich durch das Buch keinerlei Bild davon machen, wie das funktioniert, auf welchem Wege Remy diesen Schutz erlernt hat und was dahinter steckt. Das ist bei so einem tragenden Punkt der Geschichte ein fast unverzeihlicher Fehler. Weiterhin sind die Energieflüsse zwischen Asher und Remy sehr oberflächlich beschrieben und gerade am Schluss, in diesem Strudel der Geschehnisse, kann man sich vieles leider nicht mehr vorstellen mangels vernünftiger Beschreibung durch die Autorin.

Es kommt einem so vor, als hätte jemand der Autorin den Auftrag gegeben, diese Geschichte zu schreiben, als hätte sie sich die Vorgänge zwischen den beiden niemals selber vorgestellt und könnte sie daher nicht zutreffend beschreiben.

Das sind Dinge, die einem beim Lesen leider sauer aufstoßen und viel Lesefreude rauben. Und dabei hätte dieses Buch so viel Potential gehabt
  
Bewertung: 3 von 5 Punkten

Freitag, 9. März 2012

Rezension: Die Blumen des Schmerzes

Achja, was habe ich mich gefreut, als ich gehört habe, dass das zweite Buch von Brenna Yovanoff erscheint. "Schweigt still die Nacht" hatte mich zwar nicht vor Begeisterung weinend zurückgelassen, aber das Potential war ganz deutlich zu sehen und ich war wirklich gespannt. Umso mehr freue ich mich, dass ich dieses Buch vom Verlag vorab zur Verfügung gestellt bekommen habe. Ganz, ganz herzlichen Dank nochmals !

Informationen zum Buch:
Autor: Brenna Yovanoff
Seiten: 384 Seiten (Hardcover)
Verlag: Script5 (März 2012)
ISBN 10: 3839001331
ISBN 13: 978-3839001332

Rezension:
Daphne ist eine Tochter der Unterwelt, die Dämonin Lilith ist ihre Mutter, ihr Vater ist Luzifer persönlich. In ihrer Welt aus Stahl und Hitze jedoch fühlt Daphne sich zunehmend unwohl und als ihr Halbbruder Obie auf der Erdoberfläche verschwindet, ist Daphne diejenige, die ihn suchen geht. Helfen soll ihr dabei Truman, der junge Mann, dessen Leben aus einer Aneinanderreihung aus Schmerz, Furcht, Verachtung und Todessehnsucht besteht und der ein dunkles Geheimnis in sich trägt.

Hier ist es nun also, das zweite Buch von Brenna Yovanoff und wieder wendet sie sich dem Dunklen, den Dämonen und Teufeln zu und lässt den Leser diese in ihrer eigenen Welt, ihrem Zuhause besuchen.
Die Figuren dieses Buches sind jede für sich irgendwie sympathisch, dies trifft sogar auf so undurchschaubare Personen wie Beelzebub und Azrael zu. Irgendwie kann man jeden von ihnen betrachten und unvoreingenommen versuchen, die Beweggründe zu verstehen, ganz ohne negative Gefühle.

Die Beziehung zwischen Daphne und Truman wird dabei so sensibel und vorsichtig dargestellt, dass man sich immer und immer wieder denkt, dass hier schlicht und ergreifend die absolut richtigen Formulierungen gefunden wurden. Ein großer Dank daher an dieser Stelle mal wieder an die Übersetzer!

Die Sprache insgesamt ist passend, der Schreibstil flüssig und als würde das nicht ausreichen, das Lesen angenehm zu machen, tauchen immer wieder ganz wundervolle bildhafte Beschreibungen auf, die ihresgleichen suchen.
Die Story schließlich ist tatsächlich neu und unverbraucht und spannend und mitreißend. Wie oft sind schließlich Dämonen die Pro- und Engel die Antagonisten? Und dabei so erfrischend anders, als man es gewohnt ist. Überhaupt ist die Auswahl des Settings ziemlich gut gelungen und das ganze Buch viel vielschichtiger, als es die doch recht eingeschränkte Sichtweise vermuten ließe.

Einzig die letzten Kapitel haben mich etwas unbefriedigt zurückgelassen. Mir kommt die Erklärung für Azraels Handeln, beziehungsweise die Wahl seiner Mittel, doch recht platt vor und das Ende selbst ist etwas verwirrend. Ich zumindest habe mich auf den letzten Seiten häufiger gefragt, ob ich jetzt alles richtig verstanden habe oder nicht. Macht es einen Sinn so? Macht es keinen oder sehe ich ihn nur nicht?

Das ist sehr schade, weil ich Bücher gerne mit einem ganz tiefen, zufriedenen Gefühl zuklappe und es bei diesem leider nicht konnte.

Dennoch unterm Strich eine tolle Geschichte, interessante Figuren und ein wundervoller Stil!

Bewertung: 4 von 5 Punkten