Samstag, 28. Januar 2012

Rezension: Alle Rache will Ewigkeit

Dieses Buch habe ich im Rahmen der Lovelybooks-Lesechallenge erhalten und hier folgt nun die Rezension:

Informationen zum Buch:
Autor: Val McDermid
Seiten: 576 Seiten (Taschenbuch)
Verlag: Knaur TB  (Dezember 2011)
ISBN 10: 3426509938
ISBN 13: 978-3426509937

Rezension:
Dr. Charlie Flint hat eine schwierige Zeit. Durch eines ihrer Gutachten wurde ein Mann vom Mordverdacht freigesprochen, hat allerdings später nachgewiesenermaßen mindestens vier Frauen getötet. Diese Schuld lastet schwer auf Charlies Schultern, vom Verlust ihres beruflichen Ansehens ganz zu schweigen. Da kommt es ihr ganz recht, dass eine ehemalige Dozentin sich hilfesuchend an sie wendet. Diese Bitte allerdings stellt bald Charlies Leben völlig auf den Kopf, denn ihre ehemalige Dozentin erwartet von ihr, dass sie jemanden als eiskalte Mörderin entlarvt.

Der Stil ist, ganz wie man es von der Autorin gewohnt ist, flüssig und in sich stimmig. Passend zu den Figuren und ihrem Erlebten, so dass sich das Buch gut und schnell lesen lässt, ohne dass man über störende Formulierungen stolpern würde.
Die Figuren sind ebenfalls gut ausgearbeitet und sympathisch, wenn auch Charlie in ihrer Liebesmisere manchmal etwas unreif wirkt. Andererseits kann man dies wohl auch nachvollziehen, wenn man sich in ihre Situation hinein versetzt. Ansonsten aber sind ihre Gedankengänge und Argumentationen schlüssig und zur Person passend, ebenso wie man die Nebencharaktere als gut ausgearbeitet und plastisch erlebt.

Die Interaktion dieser Figuren ist manchmal etwas zweifelhaft und klischeehaft, aber auch das lässt sich verschmerzen, da es zumeist der Handlung zuträglich ist.
Die Handlung selber ist zwar durchdacht, für mich aber irgendwie zu vorhersehbar. Der Spannungsbogen ist durchaus vorhanden und gerade durch das Einbringen von Jays Schriftstücken wird immer wieder Tempo aus der eigentlichen Handlung genommen, diese dafür mit einer weiteren Ebene versehen.

Aber dennoch war dies kein Buch, das mich inhaltlich vom Hocker gerissen hätte. Die Auflösung war zu vorhersehbar, die endgültige Entwicklung der Figuren wirkt etwas gezwungen und neben dem WER gerät am Ende das WIE zu einfach, irgendwie fad.

Dies mag daran liegen, dass so ein großes Augenmerk auf das Innere der Personen gelegt wurde, dass die eigentliche Handlung daneben oft zurückstecken musste. Allerdings ist diese Herangehensweise nicht per se schlecht, im Gegenteil, es gibt viele sehr spannende Bücher, die der Entwicklung der Person und ihren Gedanken mehr Raum einräumen als dem nackten Geschehen.
In diesem Fall aber bleibt dann auch irgendwie das Interesse auf der Strecke und das ist schade.

Insgesamt ein Buch, das zu unterhalten weiß, aber am Ende relativ substanzlos wirkt. 

Bewertung: 3 von 5 Punkten

Sonntag, 22. Januar 2012

Produktrezension Lesejournal / Lesetagebuch

In den letzten Tagen hatte ich die Gelegenheit, ein Lesetagebuch auf Herz und Nieren zu testen. Angeboten wurde es mir von Torquato - ganz, ganz herzlichen Dank an dieser Stelle!

Informationen zum Produkt:
Bezeichnung: Lesetagebuch ExLibris
Hersteller: Leuchtturm1917
Shop: Torquato
Preis: 19,95 EUR


Bewertung:
Bei dem Lesejournal handelt es sich um eine Art Notizbuch im A5-Format, das mit einem Lesebändchen ausgestattet ist und mit einem Gummiband zusammen gehalten wird.
Ehrlich gesagt hat es mich gleich an die Moleskine-Produkte erinnert, nicht nur rein äußerlich, sondern auch mit der (überaus praktischen) Tasche, die hinten eingeklebt ist und in der sich praktische Aufkleber befinden, mit denen man die Journale besser archivieren kann. Auch liegt hier ebenfalls eine kleine Information über die Firmengeschichte bei.
Nun, diese Ähnlichkeit muss nichts Schlechtes sein, denn letztendlich handelt es sich in beiden Fällen um sehr durchdachte Produkte und dann sind die äußerlichen Parallelen vielleicht nur der logische Schluss, wenn viele kluge Menschen sich das Beste haben ausdenken wollen.

Innen befindet sich dann, da schlägt das Leserherz höher, erstmal ein sehr gutes Zitat zum Thema, bevor die eigentlich nutzbaren Seiten beginnen. 156 Bücherseiten gibt es, wobei man auf jeder Angaben zu Buch, Autor, Sprache etc. eintragen kann und dann viel Platz für Anmerkungen oder interessante Zitate hat. Am Ende der Seite ist Platz für eine eigene Bewertung und Anmerkungen, woher man das Buch hat und ob, und wenn ja an wen, man es verschenkt hat.
Hinter den Detailseiten gibt es einige Seiten mit den Titeln "Lesen", "Verschenken" und "Verliehen/Geliehen" sowie weitere leere Seiten für Notizen. Abgeschlossen wird das Buch durch ein Register, in dem man Namen des Autors und Titel des Buches, sowie eine Spalte für "Seite" hat.

Hier bin ich mir nicht ganz sicher, ob damit wirklich die Gesamtseitenzahl gemeint ist, da dort tatsächlich "Seite" steht, nicht "Seiten". Insgesamt aber bietet das Register ausreichend Platz für eine Übersicht der Bücher, sortiert nach Namen der Autoren.

Ein paar Kleinigkeiten haben mir nicht so gut gefallen oder aber könnten vielleicht für spätere Auflagen überdacht werden:
In den Detailseiten kann man ankreuzen, ob es sich um ein Buch oder ein Hörbuch handelt, was ich prinzipiell sehr gut finde. Vielleicht wäre in Zeiten von Kindle, iPad und Co. noch überlegenswert, ob man auch ein Kreuzchen für eBooks setzen könnte.
Außerdem fehlt mir persönlich die Angabe der Gesamtseitenzahl in den Detailseiten. Ich habe sie mir jetzt immer mit ans Ende der Produktinformationen geschrieben, aber wenn dort mal eine wirklich vorgesehene Stelle existieren würde, wäre das schon schön, denn ich finde das nicht nur hinten im Register interessant, sondern wichtig für das ganze Buch.

Der seltsamste Punkt sind wohl die Bewertungspunkte am Ende der Seite. Ich finde es toll, dass jemand so weit gedacht hat, diese Möglichkeit einzuräumen. Allerdings reicht hier die Spanne von 1 bis 6.
Zunächst habe ich hier gestutzt. Sicher, mit dem Schulnotensystem kennen wir alle uns aus und in der normalen Schule gehen die Noten nunmal von 1 bis 6. An der Uni nur noch von 1 bis 5 und auch wenn einige Blogger sich mittlerweile wieder an Schulnoten orientieren und andere "supersondergeniale Bücher" mit 6 Sternen bewerten, hat sich doch in allen großen Bewertungsportalen im Internet eine Bewertung von 1 bis 5 Sternen/Punkten/wasauchimmer eingebürgert. Das mag man zu grob oder zu schwammig im mittleren Teil finden, aber letztendlich ist das im Moment - zumindest im Netz - state of the art.

Ich persönlich komme mit einer Bewertung bis 5 sehr gut klar, weswegen für mich die 6 wirklich unnötig ist.
Andere vielleicht sind froh darüber, endlich wieder das Beste mit 1 bewerten zu können, wie sie es von früher gewohnt sind.
Letztendlich entscheidet das jeder für sich selber.

Die Qualität ist, soweit ich das beurteilen kann, insgesamt sehr gut, das Papier ist griffig und nicht reinweiß, sondern leicht gelblich, was sehr hochwertig ausschaut. Der Druck ist nicht schwarz, sondern grau und insgesamt sieht das Journal wirklich super aus.
Und wenn man es nutzt, wirkt es dann so (ich hatte etwas mehr zu merken bei dem einen Buch):
Insgesamt trotz ein paar Kleinigkeiten, die ich persönlich anders gemacht hätte, ein hochwertiges, optisch schönes Lesejournal mit durchdachten Detailseiten, auf denen man das Wichtigste unterbringen kann und ein paar netten Spielereien.
Sicher nicht mein letztes Lesetagebuch dieser Art!

Bewertung: 5 von 5 Punkten (da sind sie wieder)

Stöckchen ...elf...

Folgendes Stöckchen habe ich von Sabine zugeworfen bekommen. Vielen Dank, dass du an mich gedacht hast, habe mich darüber gefreut, auch wenn das schon eine harte Nuss ist. Und los gehts:

Das Kleingedruckte:1| Verlinke die Person, die dich getaggt hat.
2| Beantworte die Fragen die dir gestellt worden sind.
3| Tagge anschließend 11 weitere Leute.
4| Gib den Leuten Bescheid die getaggt wurden.
5| Stelle 11 Fragen an die, die getaggt wurden.


1. Hast du eine(n) Lieblingsautor(in), von der(dem) du jedes Buch schon vor dem Erscheinungsdatum bestellst?
Nein. Es gibt aber Reihen, bei denen ich sehnsüchtig auf den Folgeband warte und Autoren, von denen ich nahezu alles besitze. Aber mit Vorbestellungen hab ich es in der Regel nicht so.
2. Hattest du schon mal wegen eines Romans Albträume?
Nein. Meine Alpträume sind eher abstrakt.
3. Sei mal ehrlich: Wie viele Bücher stehen auf deiner Wunschliste?
Viele. Zumindest auf der, auf der ich erstmal alles ablege, was ich interessant finde. Wenn ich eine "richtige" Liste schreibe, sind es meistens so 5 bis 10, weil der Rest dann doch nicht spannend genug ist und ich da lieber auf ein Schnäppchen warte.
4. Hast du irgendwelche Macken, die mit dem Thema Lesen oder Lesestoff zu tun haben? 
Nicht mehr in dem Maße nein. Seit ich die Rezensionen regelmäßig schreibe, kann ich mich sogar gut trennen (ok, nicht immer) und horte nicht mehr alles, was ich jemals gelesen habe irgendwo in meiner Wohnung.
5. Was bedeutet Lesen für dich?
Fantasie, Gedankenwelt, Unglaubliches, Spannung, Wissen
 6. Magst du lieber BÜCHERSERIEN oder EINZELBÜCHER, die in sich abgeschlossen sind?
Kommt ganz auf die Reihe an. Bei einigen war ich richtig traurig, als ich den letzten Band in den Händen hielt. Aber grundsätzlich bin ich ein großer Freund von Einzelbänden und gerade im Fantasybereich könnte es ruhig mehr davon geben.
 7. Gibt es ein Buchgenre, das dich überhaupt nicht anspricht?
Im Bereich Science Fiction habe ich bisher noch nichts gefunden, was mich wirklich angesprochen hat und bei den historischen Romane gibt es nur sehr wenige Bücher, die ich wirklich, wirklich spannend finde (aber es gibt sie).
 8. Findest du auch, dass Romanverfilmungen (in den meisten Fällen) nicht an die Buchvorlage heranreichen?
Ja. Außer im Fall von Herr der Ringe, das ich nie gelesen habe, weil ich die ewigen Landschaftsbeschreibungen ätzend fand. 
 9. Wie pfleglich behandeltst du deine Bücher? Machen dir Knicke im Buchrücken etc. etwas aus?
Ich behandele meine Bücher gut. Aber auch hier bin ich entspannter geworden. Wenn ich Bücher verleihe und bekomme sie mit ein paar Knicken zurück, ist das eben so. Und richtig zerlesene Taschenbücher finde ich großartig, aber das hat emotionale Gründe.
 10. Hast du eine Lieblings-Buchserie, die möglichst lange weiter gehen soll?
Nein, ich habe die Erfahrung gemacht, dass selbst die besten Serien sich irgendwann totlaufen und man nur noch auf einen guten Abschluss wartet.
 11. Welche 3 Bücher möchtest du unbedingt im Jahr 2012 lesen?
Die Millennium-.Triologie und die Tribute von Panem

So, da ich ja schon Awards selten an mehr als 3 Leute weitergebe, ist das jetzt der anspruchsvolle Teil. Aber gut, ich hoffe, es ist jetzt niemand zum wiederholten Male getroffen worden.
Ich gebe das Stöckchen weiter an:


Mehr schaffe ich wirklich nicht, mir fällt die Auswahl immer schwer...

Und nun noch 11 Fragen, die ich beantwortet haben möchte:
1. Ganz ehrlich: Wie viele ungelesene Bücher besitzt du?
2. Was war das Buch, das dich im letzten Jahr am meisten beeeindruckt hat?
3. Welche Bücher haben dich in der Kindheit begleitet?
4. Ein Buch, das du zugeklappt hat und traurig warst, dass es vorbei war?
5. Liest du viele Bücher im Original oder liebe die deutsche Übersetzung?
6. Welches Buch war so richtig überflüssig?
7. Wann hast du zuletzt ein Sachbuch oder eine Biographie gelesen?
8. Die beste Pflichtlektüre in der Schulzeit?
9. Und die Schlechteste?
10. Welches Buch musst du unbedingt noch besitzen?
11. Und welches würdest du selbst als Geschenk nicht lesen wollen?

Viel Spaß mit der Beantwortung!

Samstag, 21. Januar 2012

Challenges 2011/2012

So, da ich mich jetzt entschlossen habe, was ich in 2012 erreichen will, bei der Gelegenheit eine Übersicht über die Challenges, an denen ich im letzten Jahr teilgenommen habe.


Da wäre zum Einen der SuB-Abbau auf Lovelybooks. 10 Bücher wollte ich lesen und rezensieren, am Ende waren es grandiose 2. 
Das selbstgesteckte Ziel "mehr lesen und rezensieren" habe ich allerdings erfüllt. Wobei ich hier  - ganz angeberisch - mal erwähnen möchte, dass ich das Rezensionsziel bereits im März, das Leseziel Anfang August erfüllt hatte *strahl*
Mehr englische Bücher wollte ich auch lesen, was nur leidlich geklappt hat. Ich habe zwar deutlich mehr englische Bücher gelesen als in der Zeit davor, aber eben nicht die, die ich mir ursprünglich vorgenommen hatte.

Weiterhin gibt es noch die Debüt-Challenge von Kleinbrina, an der ich nach wie vor irgendwie so halbwegs teilnehme. Ich glaube, mittlerweile hätte ich da schon mehr Bücher beisammen, müsste wirklich zählen gehen...

Mitte des Jahres habe ich mich noch zur Teilnahme an der Darkchallenge entschlossen, bei der es um Bücher mit dunklem Cover ging. Erfüllt habe ich sie dann auch recht fix, da das Kriterium auf erschreckend viele meiner Bücher zutrifft.
Natürlich hab es dann noch den SommerSuBAbbau von Sabrina und mir, bei dem ich allerdings leider auch nicht das selbstgesteckte Ziel erreichen konnte.


Für 2012 sieht es auch schon wieder ganz interessant aus. 
Bei der Debüt-Challenge mache ich weiter und auch beim Lovelybooks SuB-Abbau bin ich wieder am Start, dieses Mal mit folgenden Büchern:
- Verblendung (Stieg Larsson)
- Verdammnis (Stieg Larsson)
- Vergebung (Stieg Larsson)
- Tribute von Panem: Tödliche Spiele (Suzanne Collins)
- Tribute von Panem: Gefährliche Liebe (Suzanne Collins)
- Tribute von Panem: Flammender Zorn (Suzanne Collins)
- Silberlicht (Laura Whitcomb)
- Die geheime Sammlung (Polly Shulman)
- Das Tal 1.1 (Krystyna Kuhn)
- Die Buddenbrooks (Thomas Mann)

Außerdem mache ich bei der großen Lovelybooks-Lesechallenge mit, die sich für mich wirklich ziemlich großartig anhört.

Tja und das große Ziel in diesem Jahr?
Im letzten habe ich mir eine Zahl an Büchern vorgenommen. In diesem möchte ich eine Zahl an Seiten erreichen. In 2011 habe ich 34.675 Seiten gelesen, wobei mir sehr viel mehr Zeit zur Verfügung stand, als es in diesem Jahr der Fall sein wird.
Daher setze ich mein Ziel auf 32.000 Seiten.



Dienstag, 17. Januar 2012

Rezension: Herrschaft der Alten

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt. An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank! Als für die Schule oder als gesellschafftskritische Warnung geeignetes Buch hat es mich wirklich überzeugt, auch wenn ich es als Roman nicht nochmals lesen würde.

Informationen zum Buch:
Autor: Alfred Bekker
Seiten: 146 Seiten (broschiert)
Verlag: Edition Zweihorn  (Oktober 2011)
ISBN 10: 3935265891
ISBN 13: 978-3935265898


Rezension:
Die Welt zum Jahreswechsel 2100 ist eine andere geworden. Personen und Gegenstände werden mit Raumgleitern transportiert und die meisten Menschen sind permanent online, über Implantate mit dem Netz verbunden, dessen Informationen sie sich auf die eigene Netzhaut schicken lassen können. Außerdem hat sich die Lebenserwartung drastisch erhöht und der Generationenvertrag geht lange nicht mehr auf. In einer Situation, in der sie sich für die Alten und die Uralten krumm legen und fast nur noch für deren Versorgung arbeiten müssen, fühlen sich die meisten der wenigen Jungen nicht mehr wohl, so dass aus Angst vor übermäßigen Auswanderungen ein Reiseverbot für diejenigen verhängt wurde, die jünger als 75 Jahre sind. In dieser Welt wachsen Benn und seine Freund auf und fühlen sich wie im Gefängnis. Doch ihre Flucht ist geplant und schon bald soll der große Tag anbrechen.

Dieses Buch ist meiner Meinung nach viel weniger als Roman, viel mehr als Gesellschaftskritik und Warnung zu verstehen.
Betrachtet man dennoch das Buch an sich, fällt vor allem auf, dass diese vielen tiefgreifenden Veränderungen wohl nur schwer innerhalb von nicht mal 90 Jahren vom heutigen Zeitpunkt aus eintreten werden. Würde die Handlung weitere 50 oder 100 Jahre in der Zukunft spielen, würde es mir realistischer vorkommen. Sicher, vor 50 Jahren konnte sich niemand vorstellen, was heute möglich ist. Und dennoch…

Die Sprache ist leider nur Durchschnitt. Nicht übermäßig ausgefeilt, ganz gut passend auf die Charaktere, aber eben nicht durchgehend. Da schleichen sich bei den Jugendlichen immer wieder ziemlich ältliche Formulierungen ein, teilweise wird recht hochgestochen gesprochen, anderes wiederum wirkt platt und zu oberflächig.
Die Figuren sind plakativ und die Handlung an sich ist vorhersehbar und birgt kaum Überraschungen.
Kein überragender Roman also.

Auf der anderen Seite wird ein erschreckendes Bild einer Gesellschaft gezeigt, auf die wir uns durchaus zubewegen. Die grundlegenden Tendenzen sind bereits da und auch das Reiseverbot ist ja nichts Neues. Das zusammen mit der Überwachung, der wir mit dem technischen Fortschritt bereits jetzt Tür und Tor öffnen, zeichnet das Buch eine realistische Zukunftsgesellschaft, bei der es einem Angst und Bange wird. Man kann nur hoffen, dass Visionen wie diese als Warnung verstanden werden und dass die Entwicklung somit eine andere sein wird, als die, die hier vorgezeichnet wird.

Als Schullektüre ist hier in jedem Fall genug Brisanz und Aktualität vorhanden, um Stoff zu bieten für gleich mehrere Fächer. Eine gute Lehr- und Diskussionsgrundlage, auf der man sowohl einen Blick in die Vergangenheit, als auch in die Zukunft werfen kann. Es ist dem Autor wirklich gut gelungen, in einer verständlichen Art und Weise dennoch eindringlich gesellschaftliche Probleme und grundlegende Mängel aufzuzeigen.

Ein Buch, das aufrüttelt und warnt, also von der Idee her überzeugt. Handwerklich zwar verbesserungsfähig, als Schullektüre aber uneingeschränkt empfehlenswert.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

Sonntag, 15. Januar 2012

Rezension: Guttenbergs Fall

Wie gewohnt stehen hier ein paar einleitende Worte, die euch zum Beispiel verraten, dass ich dieses Buch über BloggDeinBuch erhalten habe und die Zusammenarbeit in diesem Fall mit dem Gütersloher Verlagshaus erfolgte.
Ungewohnt ist, dass ich das, was ich eigentlich zu sagen habe, auslagern werde, sonst wird das hier länger als die Rezension selber. Denn natürlich habe ich eine eigene Meinung zu der Affäre und natürlich hatte ich einen Anreiz, mich für dieses Buch zu bewerben. Und daher erwartet euch dann in den nächsten Tagen nochmal ein gesonderter Post dazu.


Informationen zum Buch:
Autor: Roland Preuß, Tanjev Schultz
Seiten: 224 Seiten (Hardcover)
Verlag: Gütersloher Verlagshaus  (Oktober 2011)
ISBN 10: 3579066722
ISBN 13: 978-3579066721

Rezension:
Wer hat nicht mitbekommen, wie die Plagiatsaffäre durch die Medien ging? Und je nachdem, mit was für Menschen man sein Leben teilt, dürften jedem die unterschiedlichsten Meinungen zu dem Fall begegnet sein von „Der arme Mann, lasst den in Ruhe“ über „Aber als Minister ist er doch toll“ bis zu „Richtig so und am besten noch hart bestrafen dafür“. In diesem Buch wird der Fall nochmal von Beginn an aufgerollt und dargelegt und auch all jene Schauplätze beleuchtet, denen vermutlich nicht jeder Aufmerksamkeit geschenkt hat.

Herausgekommen ist ein Buch, dass sich deutlich auf die Seite der Wissenschaft stellt, soviel möchte ich gleich sagen, aber auch ein Buch, das versucht, Antworten zu finden auf die Frage nach dem „Warum“.
Warum setzt ein erfolgreicher Mann mit einer glänzenden Zukunftsprognose seinen Ruf, sein Ansehen, seinen Job aufs Spiel indem er so eine Dummheit begeht? Warum stellt er sich, wenn alles an die Öffentlichkeit kommt, noch hin und dementiert? Warum sind die Reaktionen so erfolgt und welche Folgen hatte die ganze Affäre, die mit dem Rücktritt Guttenbergs ja lange nicht beendet ist?

Um all diese Dinge dreht sich das Buch. Sicher ist der Blick der Autoren, die ja über die Vorfälle berichtet haben, nicht menschenneutral Herrn Guttenberg gegenüber, der die wissenschaftliche Ehre verletzt hat, wohl aber sehr faktenneutral den Geschehnissen gegenüber. Und somit auch durchaus lesenswert für diejenigen, die nach wie vor daran festhalten, dass unser „Wunderminister“ ungerecht behandelt wurde.

Mich hat das Buch erschreckt, weil ich vieles einfach nicht wusste, was im Vorfeld passiert ist und weil ich das genaue Ausmaß der Affäre nicht kannte, denn ehrlich gesagt, haben mir damals die gröberen Berichterstattungen genügt, um mich aufzuregen, ins Detail wollte ich da gar nicht gehen.
Beruhigend hingegen war zu sehen, dass die Wissenschaft ganz klar Stellung bezieht. Um in einer sachlichen Rezension ins Persönliche zu rutschen: Mir sind durchaus Menschen begegnet, die selber akademische Grade besitzen und sich damit eigentlich am ehesten eignen, das ganze ungeheuerliche Ausmaß zu begreifen, die sich aber an dem „er hat einen guten Job gemacht“-Argument festgebissen haben und denen es völlig egal war, wie mit dieser Doktorarbeit umgegangen wird.

Natürlich muss man zwischen dem Verfasser der unumstritten fehlerhaften Arbeit und dem Minister unterscheiden, ein anderes Licht auf die Glaubwürdigkeit wirft die Sache meiner Meinung nach dennoch, weswegen ich mich ganz schwer tue mit den Aussagen, die nur abwiegeln und beschwichtigen und Herrn Guttenberg lieber heute als morgen wieder in Amt und Würden gesehen hätten.

Wobei ein anderer prominenter Fail-Kandidat da ja schon die wahrscheinlichste Entwicklung vorausgesagt hat: „In einem Jahr ist alles vergessen“. Wohl wahr und diejenigen, die sich von über Boulevardzeitungen ausposaunten Begeisterungsstürmen dann mitreißen lassen und für die alles vergeben und vergessen ist, werden vermutlich die Mehrheit darstellen.

Dennoch wäre es schön, wenn auch diese sich das Buch zu Gemüte führen würden, denn es wird mehr als deutlich, wer den Fall Guttenbergs tatsächlich verursacht hat: Er selber.

Anzumerken ist, dass sich jeder Leser eine eigene Meinung bilden und keinesfalls nur auf die Medienberichte verlassen sollte, die ohnehin die eigene Meinung zeigen. Aber das ist ohnehin immer so und betrifft nicht nur diesen Fall, wenn er auch reichlich spektakulär und wegweisend ist.

Von meiner Seite eine eingeschränkte Leseempfehlung (s.o.) für beide „Lager“ für die Fans und die Gegner, für diejenigen, die die ganze Angelegenheit verfolgt haben und für jene, die alles nur am Rande mitbekommen haben. Für Politiker als Mahnung, für Wissenschaftler ebenso, für Studenten und Professoren, für Lehrer und Schüler.

Denn das Grundthema, Ehrlichkeit, Glaubwürdigkeit und Selbstdarstellung eigener Leistungen betrifft uns doch irgendwie alle.

Bewertung: 5 von 5 Punkten

Rezension: Kampf der Druiden

Dieses Buch habe ich ebenfalls im Rahmen einer Leserunde auf der Leser-Welt gelesen, dieses Mal gemeinsam mit der Autorin, was ich persönlich als ganz großen Gewinn betrachtet habe, da Fragen und Anmerkungen direkt geklärt werden konnten und man so schon einen anderen Blick auf das Buch bekommen konnte. Jedem, der es lesen möchte, empfehle ich, sich nicht von dem Cover ablenken zu lassen (ich liebe das Bild, aber auf dem Cover wirkt es seltsam) und sich auch nicht an den Rechtschreibfehlern zu stören, sondern sich einfach auf die Geschichte einzulassen.

Informationen zum Buch:
Autor: Lara Conelly
Seiten: 420 Seiten (Taschenbuch)
Verlag: Traumstundenverlag  (Juli 2011)
ISBN 10: 3942514125
ISBN 13: 978-3942514125

Rezension:
Nichts hätte sich Gwen weniger vorstellen können als die Wirklichkeit. Diese besteht nämlich aus dem geheimnisvollen Conall, der ganz plötzlich in ihr Leben tritt und ihr tatsächlich erzählt, er wäre ein uralter Druide und würde sich einem Kampf stellen müssen. Dass dies wirklich so ist, dass allerdings sogar noch sehr viel mehr dahinter steckt, muss Gwen nur allzu bald entdecken, als sich auch ihre Vergangenheit und ihr Exfreund immer mehr in den Vordergrund drängen.

Bei diesem Roman geht es in der Hauptsache um Magie und Mythen und in diesem Zusammenhang ist es immer erfrischend, wenn ein Autor sich an Themen heran wagt, die zwar sehr komplex, dadurch aber meistens auch nicht so ausgelutscht sind und genau das ist hier geschehen. Es geht um Druiden und uralte Mächte, um verborgene Völker und die Macht dessen, was wir nicht sehen können.
Inhaltlich ist der Roman wirklich spannend, man fiebert mit den Protagonisten mit und ist selber gespannt auf den Ausgang und darauf, wie viel der verborgenen Geheimnisse dem Leser enthüllt werden und welche Dinge in den folgenden Bänden erst geklärt werden. Endlich ist mal nicht schon am Anfang klar, wie das Buch enden wird.

Sprachlich merkt man leider stellenweise, dass es sich hier um einen Debütroman handelt, denn gerade zu Beginn liest sich das Buch zeitweise recht holprig und die Struktur der Geschichte ist noch nicht klar erkennbar. Auch hat das Lektorat leider teilweise unsauber gearbeitet und es finden sich einige Fehler im Text, was den Lesefluss stark beeinträchtigt.
Das ist allerdings ein Punkt, den man der Autorin kaum vorwerfen kann, so dass man hier nur hoffen kann, dass die Fehler in späteren Ausgaben ausgemerzt sein werden.
Sprachlich entwickelt die Autorin sich allein innerhalb dieses Buches weiter und der Stil wird mit der Zeit immer flüssiger und stimmiger, so dass man sich im weiteren Verlauf viel besser in das Buch und die Geschichte hineinfühlen kann.

Die Figuren sind vielschichtig und die meiste Zeit in sich sehr schlüssig aufgebaut, so dass man hier wirklich von gründlich gemachten Hausaufgaben sprechen kann.
Einzig eine Reaktion gegen Ende des Buches ist mir persönlich unpassend vorgekommen, aber das mag auch an mir liegen.

Die Handlung selber schließlich findet für dieses Buch ein zufrieden stellendes Ende, bietet aber genug Stoff für Fortsetzungen, so dass jeder, der mag, das Buch auch als Einzelband lesen kann.

Insgesamt ein durchaus interessantes Debüt, das zu Beginn noch etwas stockt, dann aber an Fahrt aufnimmt und den Leser durchaus mitreißen kann. Wer sich für Magie und Mythen abseits ausgetretener Pfade interessiert, wird hier spannende Momente erleben.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

Samstag, 14. Januar 2012

Rezension: Das Mädchen mit den gläsernen Füßen

So, da tauche ich mal kurz aus der Versenkung auf, um  euch ein ganz besonderes Buch vorzustellen: "Das Mädchen mit den gläsernen Füßen". Es stand in der englischen Ausgabe Ewigkeiten auf meiner Wunschliste und ich war immer zu faul, es zu lesen und habe gewartet (und gewartet und gewartet...), dass es endlich übersetzt wird. Dem ist jetzt so und es ist großartig! Man könnte ein ganzes Buch füllen mit den wundervollen Sätzen und Ausdrücken und kann sich wirklich ganz in diesem Buch verlieren und dass, obwohl das Grundthema traurig. Wirklich ganz toll! Übrigens durfte ich es schon etwas früher zu lesen beginnen, weil ich das große Glück hatte, es in einer Vorableserunde auf der Leser-Welt zu gewinnen! 

Informationen zum Buch:
Autor: Ali Shaw
Seiten: 400 Seiten (Hardcover)
Verlag: script5 (Januar 2012)
ISBN 10: 3839001315
ISBN 13: 978-3839001318

Rezension:
St. Hauda`s Land ist ein besonderes Fleckchen Erde. Eines, auf dem es seltsame Tiere gibt, die sich nur den wenigsten Menschen zeigen und auf dem Menschen zuhause sind, die noch viel merkwürdiger sind als diese Tiere. Und so wundert es kaum, dass ausgerechnet hier der introvertierte, aber fotobegeisterte Midas und die junge Ida treffen, deren größtes Geheimnis nicht nur ihr Leben, sondern bald auch das von Midas bestimmt.

Das Mädchen mit den gläsernen Füßen… allein der Titel sagt schon, worum es in dem Buch geht. Und dennoch handelt es von sehr, sehr viel mehr.  Man mag kaum glauben, dass es sich hier um das Debüt eines Autors handelt, bei so viel Sprachgewandtheit und Zauber zwischen den Zeilen.

Ali Shaw legt die Latte hier wirklich extrem hoch. Sprachlich ist das Buch ein kleines Wunder. Alle paar Seiten findet man so passende, zauberhafte, wundervolle oder anrührende Formulierungen, dass man am liebsten mit einem Notizbuch auf den Knien sitzen und mitschreiben möchte. Mir ist noch kein Nachwuchsautor begegnet, der schon so formvollendet mit Worten und Wörtern spielen kann, dessen Stil bereits so sicher und gleichzeitig so mitreißend, flüssig und angenehm ist. Respekt!

Inhaltlich ist ebenfalls kaum etwas zu meckern, die Story ist, trotzdem man bereits zu Anfang das große Geheimnis kennt, spannend  und man frisst sich regelrecht durch die Seiten auf der Suche nach Lösungen. Letztendlich sind in die Seiten recht viele Handlungsstränge eingeflochten, die ein sehr stimmiges Ganzes geben und abwechslungsreich sind, gleichzeitig aber übersichtlich genug bleiben, um der Geschichte nicht ihr Tempo zu nehmen. Einziger Kritikpunkt ist hier, dass am Ende für meinen Geschmack zu viele dieser Stränge ungeklärt bleiben.

Ungewöhnlich empfinde ich die Grundstimmung des Buches. Das ganze Werk liest sich sehr atmosphärisch, sehr angenehm, irgendwie versöhnlich und optimistisch. Und dennoch handelt das Buch in der Hauptsache von Leid, Trauer und Verlust, womit jede der Personen zu kämpfen hat. Das ist eine Gratwanderung, die wirklich außergewöhnlich gut ausgearbeitet und umgesetzt wurde. Auch hier neige ich mein Haupt in Ehrfurcht.

Unterm Strich einer der besten Debütromane, die ich je gelesen habe. Ein Buch, das einen von der ersten bis zu letzten Seite fesselt und dabei eine Geschichte erzählt, die von großer Traurigkeit, aber auch von  Hoffnung und Liebe, vom Lichtstreifen am Horizont erzählt und davon, an die Zukunft zu glauben.
Wundervoll!

Bewertung: 5 von 5 Punkten

Dienstag, 10. Januar 2012

Ein Blick in die Zukunft

Jaaa ich hänge im Moment mit allem hinterher, aber so ganz im Dunkeln lassen wollte ich euch nicht, daher mal ein kleiner Ausblick. 
Folgende Rezensionen bekommt ihr demnächst zu lesen:
  • Kampf der Druiden
  • Das Mädchen mit den gläsernen Füßen
  • Die Herrschaft der Alten
  • Solange du schläfst
Außerdem kann ich berichten, dass ich so langsam in der neuen Umgebung angekommen bin und wenn jetzt noch der neuer-Job-und-tausend-Dinge-zu-organisieren-Streß nachlässt, wird es hier auch wieder etwas lebhafter, zumal ja demnächst schon das einjährige Blogjubiläum ansteht (Wahnsinn, das ging echt schnell!)

Mittwoch, 4. Januar 2012

Statistik Dezember und Statistik 2011

So, hier kommt (schon) meine Statistik für den Dezember. Ich sags mal so: Ich habe gelesen, was ich mir vorgenommen hatte, mehr aber auch nicht. Dafür hatte ich aber auch genug um die Ohren mit Umzug und mit zwei Jobs jonglieren und so.
Hoffe sehr, dass die nächsten Wochen wieder etwas entspannter werden!

Dezember 2011
  1. Katzenweihnacht (Andrea Schacht), 223 Seiten, rezensiert
  2. Der Christmas Cookie Club (Ann Pearlman), 368 Seiten, rezensiert
  3. Ausgewichtelt (Paula Havaste), 206 Seiten, rezensiert
  4. Peter Pan in Kensington Gardens (James Matthew Barrie), 216 Seiten, rezensiert
Gelesene Bücher: 4
Davon rezensiert: 4
Gelesene Seiten: 1.013
Seiten pro Tag: 32,68


2011 gesamt:

Gelesene Bücher: 107
Davon rezensiert: 95
Gelesene Seiten: 34.675
Seiten pro Tag: 95,00

Dafür, dass ich mir ursprünglich vorgenommen hatte, 75 Bücher zu lesen, finde ich das eine ordentliche Ausbeute. Und dass am Ende für die gelesenen Seiten pro Tag eine glatte Zahl raus kommt, finde ich auch gut. So leicht bin ich glücklich zu machen ;)