Sonntag, 25. November 2012

Rezension: Final Cut

Dieses Buch habe ich im Handel gefunden, Klappentext für interessant befunden und gekauft. Und dann lag es einige Zeit bei mir herum, bis dann auf der Leser-Welt eine Leserunde dazu stattgefunden hat, in deren Rahmen ich es dann auch endlich geschafft habe, das Buch durchzuarbeiten.

Informationen zum Buch:
Titel: Final Cut
Autor: Veit Etzold
Seiten: 448 Seiten (Taschenbuch)
Verlag: Bastei Lübbe (August 2012)
ISBN 10: 3404166876
ISBN 13: 978-3404166879

Rezension:
Hauptkommissarin Clara Vidalis hat ein Problem. Ihre Schwester wurde vor vielen Jahren entführt und brutal ermordet, woran Clara sich bis heute die Schuld gibt. Um hiermit umzugehen hat sie sich selber auf die Jagd nach Mördern gemacht. Kurz vor ihrem Urlaub jedoch erhält sie etwas, was sie tief in einen neuen Fall hinein zieht, tiefer, als sie jemals zu fürchten gewagt hätte.

Zunächst muss ich sagen, dass ich bereits mehrere Bücher von Veit Etzold gelesen habe und die bisher gut fand. In diesem Fall ist es anders.
Aber fangen wir von vorne an.
Der Klappentext hat fast gar nichts mit dem Inhalt des Buches zu tun. Wer sich also eine spannende Jagd nach „wer meiner Kontakte will mir was“-Manier vorstellt, wird enttäuscht sein.

Die Geschichte an sich liest sich gut. Der Autor hat einen Schreibstil, der so flüssig ist, dass man wirklich gut voran kommt, der allerdings vieles auch verschleiert. Schnelles Lesen, ein eingänglicher Stil und eine Story mit viel Action verwischen häufig kleinere Fehler im Buch, was durchaus angenehm sein kann, wenn man dieses Buch denn mögen will.

Hier allerdings gibt es ein Manko, das sich durch das ganze Buch zieht und kaum noch übersehen werden kann: Wiederholungen. Ich dachte zwischenzeitlich, wenn ich nur noch ein einziges Mal von einer Brille mit mattem Edelstahlrahmen lesen muss, würde ich anfangen zu schreien. Dieser bewusste Schlusssatz mag wirken, aber nicht unbegrenzt oft. Genau so verhält es sich mit den im Buch gelieferten Erklärungen zu Filmen, Technik, Verletzungen an Leichen. Der Leser bekommt Begriffe oder Fakten so oft durchgekaut vorgesetzt, dass man nur noch genervt ist. Wenn ein Gerichtsmediziner beispielsweise der Protagonistin etwas erklärt, muss das Gleiche nicht nochmal direkt im Anschluss im normalen Text wiederholt werden.

Darüber hinaus sind Teile der Handlung absolut überflüssig und andere absolut unglaubwürdig sollten aber wohl auf ein schnelles sauberes Ende ohne offene Rechnungen hinarbeiten. Trotzdem bleibt ein fader Nachgeschmack.

Hatte ich bei „das große Tier“ noch das Gefühl, ganz nebenbei etwas gelernt zu haben, habe ich hier eher das Gefühl, jemand muss sein Wissen dringend mitteilen, weiß aber nicht genau, wie man das jetzt geschickt anstellt.

Die Figuren sind dann auch noch sehr plakativ und wenig glaubhaft, so dass am Ende außer einem guten Schreibstil leider wenig Lobenswertes übrig bleibt.

Bewertung:  2 von 5 Punkten

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen