Dienstag, 27. November 2012

Rezension: Der letzte Engel

Dieses Buch habe ich bei einer Leserunde auf der Leser-Welt gewonnen und mich riesig gefreut. Nochmals herzlichen Dank an dieser Stelle!
Und ja ich kann wohl langsam zugeben, dass ich den Stil von Zoran Drvenkar wirklich liebe! Großartig!

Informationen zum Buch:
Autor: Zoran Drvenkar
Seiten: 432 Seiten (Hardcover)
Verlag: cbj (Oktober 2012)
ISBN 10: 3570154599
ISBN 13: 978-3570154595

Rezension:
Motte ist ein normaler Junge. Bis er tot ist. Und neben seinem Bett steht und feststellt, dass da irgendetwas nicht mehr stimmt. Und bis sein Vater auf einmal einen seltsamen Anruf bekommt und darauf hin das Haus anzündet. Und Lars, sein bester Freund bekommt auf einmal Gesellschaft von einem ganz ungewöhnlichem Mann und einem Mädchen, das Erinnerungen berühren kann….

Dieses Buch reiht sich nahtlos in die Serie außergewöhnlicher Bücher des Autors ein und das, obwohl es ganz anders ist als seine Thriller. Seinem ungewöhnlichen, besonderen Schreibstil aber ist der Autor treu geblieben. Man wird als Leser stellenweise direkt angesprochen, als würde sich der Erzähler mit einem selber, der Vergangenheit und Zukunft auseinander setzen, gleichzeitig aber eine Geschichte erzählen.
Ein wenig so, als würde er einem einen Film über das eigene Leben vorführen. Das reißt den Leser in die Geschichte hinein, viel eher als es die Ich-Erzählung und die „normale“ Erzählweise tun, die allerdings hier auch stellenweise vorhanden sind.

Und das Ganze in einer Geschichte, die sich über mehrere Jahrhunderte und viele, viele verschiedene Personen, Organisationen, Beweggründe und Charakterzüge erstreckt.

Klingt kompliziert? Ist es. Aber absolut lesenswert.
Die Erzählweise ist besonders, die Geschichte ist besonders. Und auch wenn man im hinteren Drittel des Buches die Zusammenhänge zu begreifen beginnt, wartet am Ende doch noch eine Überraschung. Das Ende selber mag plötzlich kommen und einen vielleicht etwas unbefriedigt zurück  lassen, gleichzeitig aber schürt es die Erwartungen an und die Neugier auf die Folgebände.

Die Figuren sind gut gezeichnet, dadurch, dass man ihnen mit verschiedenen Erzählmethoden begegnet, bekommt man auch unterschiedliche Blickwinkel auf ihre Schicksale, ihre Handlungen, kann die eine Reaktion besser, die andere vielleicht schlechter verstehen, bekommt aber vor allem ein schönes Bild auf jeden einzelnen Charakter. Und es gibt viele, sehr verschiedene Personen in diesem Buch, was es besonders faszinierend macht, dass der Autor es schafft, jedem von ihnen ganz eigene Züge zu geben, Gründe zu liefern, warum derjenige sich so entwickelt hat und so ein Gesamtbild erschafft.

Gleichzeitig wird bei einigen Personen mit jeder Lösung eine neue Frage aufgeworfen, was die Spannung hält, besonders, was Mona und die Königin angeht, ist da noch vieles, was in den nächsten Büchern erklärt werden kann und sicherlich noch viele schöne Rätsel bereit hält.

Mir hat das Buch insgesamt ausnehmend gut gefallen, was größtenteils aber daran liegt, dass Zoran Drvenkar seinem Stil treu geblieben ist und dennoch etwas Neues, ein geschickt angeordnetes Puzzle geschaffen hat…

Bewertung: 5 von 5 Punkten

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