Dienstag, 16. Oktober 2012

Rezension: Der Architekt

Hier nun die lange erwartete Rezension zu "der Architekt". Ein Buch, bei dem ich tatsächlich lange im Dunkeln getappt habe.

Informationen zum Buch:
Autor: Jonas Winner
Seiten: 384 Seiten (Taschenbuch)
Verlag: Knaur TB (Oktober 2012)
ISBN 10: 3426512750
ISBN 13: 978-3426512753

Rezension:
Der Stararchitekt Julian Götz steht vor Gericht, er soll seine Frau und seine beiden kleinen Töchter kaltblütig ermordet haben. Der Drehbuchautor Ben Lindenberger wohnt dem Prozess bei und tritt damit unwissentlich eine Lawine los, die nicht nur ihn in den Abgrund zu reißen droht.

Wann ist ein Buch gut? Wenn es sich flüssig lesen lässt? Wenn die Charaktere gut ausgearbeitet sind? Wenn die Story spannend ist?
Ja und nein. Es gehört mehr dazu. Alle oben genannten Punkte treffen definitiv zu und dennoch fehlt diesem Buch etwas.

Die Sprache ist so eindringlich, dass das Buch sich wirklich gut und schnell lesen lässt. Die Formulierungen sind meistens passend, auch wenn es für meinen Geschmack deutlich zu viele Vergleiche gab. Aber der Stil ist dennoch so angenehm, dass man sich sehr schnell in der Handlung wiederfindet.

Die Figuren sind detailreich ausgearbeitet, man kann ein Stück weit hinter die Kulissen blicken bei den beiden Hauptprotagonisten und was man sieht ist sowohl beängstigend als auch spannend und irgendwie echt.
Dennoch will keine Sympathie aufkommen. Ben scheint von Beginn an am Rande des Wahnsinns zu wandeln und Stück für Stück abzurutschen und seine Gedankengespräche sind teilweise sehr anstrengend und irgendwie störend. Fast gönnt man ihm, was mit ihm geschieht, so wenig ansprechend ist sein Charakter geschaffen.
Julian Götz ist trotz all seiner Fehler viel eher der Sympathieträger, zumindest in meinen Augen und das, obwohl ich mir nicht sicher bin, ob das vom Autor so geplant war.

Die Handlung ist spannend. Als Leser tappt man lange im Dunkeln und die Entdeckungen, die Ben im Laufe der Zeit macht, sind jede für sich interessant, neu, klug gesetzt. Und dennoch, obwohl man wissen will, wie es ausgeht, fiel es mir erschreckend leicht, das Buch auch mal für längere Zeit zur Seite zu legen. Obwohl ich natürlich neugierig war und die Sprünge und Richtungswechsel der Handlung gespannt verfolgt habe, hat die Story mich einfach nicht mitgerissen.

Das Ende schließlich ist wieder ziemlich klug gemacht, aber für mich zu wenig greifbar, mit zu wenig Dichte und zu wenig Nachvollziehbarkeit, als dass es mich hätte zufrieden zurück lassen können.

Insgesamt ein Werk, das durchaus gut gemacht ist, das mich aber leider nicht auf einer Ebene erreichen konnte, die für völlige Zufriedenheit mit dem Buch gesorgt hätte. 

Bewertung: 4 von 5 Punkten, Tendenz nach oben

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