Freitag, 15. Juni 2012

Rezension: Schwarze Schwäne

Dieses Buch habe ich bereits bei Erscheinen vom Verlag bekommen. An dieser Stelle nochmals ganz herzlichen Dank!
Natürlich habe ich auch gleich angefangen, es zu lesen und es nach nur wenigen Seiten genervt weg gelegt. Wer kann denn auch ahnen, dass die Protagonistin eine ganz ähnliche Krankheit hat, wie ich, nur mit tödlichem Ausgang? Das fand ich ziemlich unpassend und an den Haaren herbei gezogen und konnte mich daher lange Zeit nicht überwinden, weiter zu lesen. Dann allerdings habe ich es doch getan und wurde belohnt: Es liest sich wirklich gut!

Informationen zum Buch:
Autor: Daniel Westland
Seiten: 366 Seiten (broschiert)
Verlag: Script5 (März 2012)
ISBN 10: 3839001404
ISBN 13: 978-3839001400


Rezension:
Jennifer ist jung, hübsch, clever, auf dem besten Wege, ein erfolgreich zu werden. Aber Jennifer wird sterben. Während sie versucht, mit dieser Situation umzugehen, stößt sie bei ihrer Arbeit auf einige interessante Informationen. Informationen, die sie bald zu einer dunklen Wolke verbinden kann, die die ganze Menschheit bedroht. Und diese Informationen gefährden nicht nur Jennifer, sondern auch alle, die ihr wichtig sind.

Jennifers Welt besteht aus Zahlen und Fakten und aus diesen Komponenten schafft der Autor eine höchst unheilvolle Botschaft, die sich durch das ganze Buch zieht.
Viele der Ereignisse und Verknüpfungen, die aufgeführt werden, erscheinen logisch und wahrscheinlich, was die düstere Aussage nur noch verschärft.

Andere Dinge leider haben dazu geführt, dass ich mich lange Zeit sehr schwer getan habe mit der Lektüre. Allem anderen voraus Jennifers Krankheit. Hat man selber Erfahrungen mit Schilddrüsenerkrankungen, wirkt Jennifers Krankheit ziemlich an den Haaren herbei gezogen. Unglaubwürdig. Mit den Auswirkungen in den Kontext passend, aber dennoch überflüssig bis unpassend.
Ein wenig so, als würde ein anderer Autor auf einmal einen tödlichen Fußpilz erfinden.

Davon abgesehen empfand ich die Teile der Geschichte, die sich um Berechnung und Erklärung der Formel drehten, als nicht sauber ausgearbeitet. Stellenweise wirkten die Erläuterungen schwammig, hastig, ungenau. Eben nicht nachvollziehbar und so echt wie es möglich gewesen wäre.

Die Figuren der Geschichte wiederum fand ich sympathisch und interessant. Greifbar und lesenswert. Die Sprache ist deutlich und schnörkellos. Wenn man sich erst einmal auf das Buch eingelassen hat, reißt es einen mit sich und man verschlingt es in kürzester Zeit.

Insgesamt jedoch fehlte mir etwas wenig Greifbares: Substanz. Es fühlte sich am Ende zu einfach, zu leichtgewichtig an, um wirklich Eindruck zu hinterlassen.
Für Jugendliche aber sicher ein äußerst spannender Roman, der darüber hinaus zum Nachdenken anregt.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

Kommentare:

  1. Hallo Claudia, gerade da dir das Buch nicht so wirklich gefallen hat, habe ich mich doppelt über die 4 Sterne gefreut! Danke & viele Grüße, Daniel

    AntwortenLöschen
  2. Hallo Daniel!

    Vielen lieben Dank für den Kommentar!
    Ich versuche zu trennen zwischen den Dingen, die mich aus persönlichen Gründen stören und denen, die wirklich objektiv nicht so gut gelungen sind. Und man darf dabei ja auch nicht vergessen, dass ich vermutlich ein paar Tage älter bin als die Zielgruppe ;)

    Und gut lesbar war es allemal und hat dadurch und durch das Thema die 4 Punkte auf jeden Fall verdient.

    Lg

    AntwortenLöschen