Mittwoch, 9. Mai 2012

Rezension: Wir vom Neptunplatz

Ok, ich bin euch noch ein paar Rezensionen schuldig. Am Besten aber eine nach der nächsten. Fangen wir mit dieser an. Und ich als Serienfreak dachte, ich würde gut unterhalten werden...

Informationen zum Buch:
Autor: Patricia Eckermann, Stefan Müller
Seiten: 208 Seiten (Taschenbuch)
Verlag: Carlsen Verlag (September 2011)
ISBN 10: 3551684499
ISBN 13: 978-3551684493


Rezension:
Lale, Lucky, Mark und Rudi sind die Protagonisten, um die sich die Geschichten vom Neptunplatz drehen. Naja und ihre durchaus chaotischen Erlebnisse und Bekanntschaften.

Als Vorabendroman, als Daily Soap zwischen zwei Buchdeckeln wird dieses Buch beschrieben und es werden fleißig Vergleiche gezogen zu bekannten Vorabendserien/Soaps.

Nun dachte ich, naiverweise, irgendwie würde das Ganze weniger einer endlosen Soap mit lauter kleinen Katastrophen und nur wenig rotem Faden, als viel mehr einer Serie mit Handlungssträngen, aber eben Staffeln, einem Anfang und einem Ende ähneln. Da ich mit Daily Soaps nichts anfangen kann, mit Serien dafür um so mehr, habe ich zugegriffen und bin leider ziemlich enttäuscht worden.

Da haben tatsächlich ambitionierte TV-Autoren versucht, Fernseh-Kitsch auf Papier zu bringen und das Ganze in einem pseudo-jugendlichen Milieu angesiedelt, in dem jeder durch Sprache und Art verzweifelt Jugend und Coolness unter Beweis zu stellen versucht.

Das fängt bei den Dialogen an, zieht sich aber auch bei den erzählten Passagen durch das ganze Buch und wirkt dermaßen gezwungen, furchtbar bemüht und aufgesetzt, dass das Lesen keinen Spaß macht. Bei Ausdrücken wie „er entflammte eine Prinzessin“ für „sich eine Zigarette anzünden“ vergeht mir alles. Das wirkt nicht angesagt, sondern affig.

Von den Figuren habe ich keine besondere Tiefe erwartet, zumal das vorliegende Buch der Auftakt zu einer ganzen Reihe sein soll und somit noch viel Raum für Entwicklungen ist. Somit wurde ich auch nicht enttäuscht, positiv überrascht allerdings auch nicht.

Die Handlung ist wenigstens nicht oder zumindest nicht übermäßig vorhersehbar in diesem ersten Band, so dass man wenigstens von dieser Seite Unterhaltung erwarten kann und die Szenen mit Lucky sind dann auch ganz angenehm und unterhaltsam zu lesen.

Insgesamt jedoch hat das Buch gehalten, was versprochen wurde: Es entspricht einer Daily Soap, zumindest im Niveau. Ob man das jetzt gut findet, muss wohl jeder für sich selber entscheiden.
Mich hat das Buch aufgrund der Sprache und der blassen Figuren leider enttäuscht, wer allerdings mehr mit dieser Ausdrucksweise anfangen kann, als ich, wird bestimmt kurzweilige Unterhaltung finden.

Bewertung: 2 von 5 Punkten

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