Dienstag, 15. Mai 2012

Rezension: Das kalte Herz der Schuld

Ehrlich gesagt hätte ich mir dieses Buch nach dem Cover nicht gekauft und ich finde es nach wie vor irgendwie nicht passend, aber der Inhalt hat mich positiv überrascht.

Informationen zum Buch:
Autor: Anna Jarzab
Seiten: 448 Seiten (broschiert)
Verlag: cbt (September 2011)
ISBN 10: 3570307670
ISBN 13: 978-3570307670

Rezension:
Carly starb vor einem Jahr. Sie wurde ermordet und ihr Mörder gefunden und verurteilt. Jetzt jedoch ist ihre Cousine, Tochter des Mörders und Carlys beste Freundin, wieder an der Schule und gemeinsam mit Carlys Exfreund macht sie sich auf die Suche nach dem wahren Täter. Denn irgendetwas passt nicht zusammen an dem Fall.

Ein Thriller für Jugendliche? Privatdetektive im Highschoolalter? Ich konnte mir kaum vorstellen, dass das glaubwürdig funktionieren kann, gespannt war ich aber dennoch.

Und ja, es ist interessant, ein nach dem üblichen Muster gestricktes Buch mit einem anderen Setting vorzufinden. Vermeintlich abgeschlossener Fall wird neu aufgerollt ist ja nun eine bekannte Grundlage. Das Ganze an einer Highschool ist – zumindest für mich – neu.

Dass es ein Jugendbuch ist, merkt man dem lockeren Stil deutlich an. Neily und Audrey erzählen abwechselnd aus ihrer Sicht und flechten immer wieder Erinnerungsfetzen aus den letzten Jahren ein, so dass der Leser einen recht umfassenden, wenn auch nicht stringenten Überblick über die Geschehnisse erhält. Durch diese Art er Erzählung offenbaren sich nach und nach Puzzleteile, die langsam an ihren Platz rutschen und der Leser hat vielleicht eine Ahnung von der Auflösung, kommt ihr aber dennoch erst gemeinsam mit den Protagonisten auf die Spur.

Den inneren Kampf der Figuren hat die Autorin gut umgesetzt, durch den Einblick in zwei Gedankenwelten und die Erinnerungen aus der jeweiligen Sicht ergibt sich ein sehr plastisches und nachvollziehbares Bild der Charaktere und man kann bei ihnen hinter die Fassade blicken, sehen, was andere nicht sehen. Das macht das ganze Buch spannend und gut lesbar.
Die flüssige Sprache und die lange nicht aufgeklärten Rätsel sorgen dafür, dass die Seiten sich fast schon von allein umblättern.

Gestört haben mich nur Kleinigkeiten, wie die Tatsache, dass eine Nebenfigur ihren Spitznamen auf deutsch und auf englisch im Wechsel hat, wo ich mich frage, ob es nicht im Original nur ein  Name gewesen ist und ob man es nicht einfach dabei hätte belassen können.

Ebenso ist die Auflösung zwar sehr gut und ganz intelligent gelöst, das eigentliche Finale aber für meinen Geschmack etwas zu schnörkellos und einfach.

Dennoch eine rundum gute Unterhaltung. Ein Thriller von und mit Jugendlichen, eine tolle Idee. Ob die Handlung so wie sie dargestellt ist, realistisch ist, darüber kann man sich streiten. Handwerklich aber ist das Buch so gut gemacht, dass man darüber locker hinwegsehen und sich einfach unterhalten lassen kann.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

Kommentare:

  1. Ich fand das Buch auch überraschend gut :) Vom Cover und vom Titel hier fand ich es ebenfalls ziemlich schlecht, aber der Inhalt war toll. :D
    Schöne Rezi!

    Liebe Grüße ♥
    Binzi

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  2. Oh toll! 4 von 5 Sternen ist doch klasse!
    Das Buch durfte vor Kurzem auch bei mir einziehen. Mal sehen, wann ich es lesen werde, auf jeden Fall freue ich mich nun ein bissl mehr darauf!
    Liebe Grüße
    Anka

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