Donnerstag, 12. April 2012

Rezension: Wir brechen die 10 Gebote und uns den Hals

Dieses Buch habe ich über BloggDeinBuch erhalten, in diesem Fall erfolgte die Zusammenarbeit mit dem Residenz Verlag.
Ein Buch, dessen Beschreibung mich so sehr interessiert hat und dessen Umsetzung mich dann so enttäuscht hat, dass ich tatsächlich ein paar Tage brauchte, um meine Gedanken in Worte zu fassen.

Informationen zum Buch:
Autor: Michaela Karl
Seiten: 320 Seiten (Hardcover)
Verlag: Residenz Verlag  (Februar 2012)
ISBN 10: 3701732574
ISBN 13: 978-3701732579

Rezension:
Zelda und F. Scott Fitzgerald sind wohl eines der schillerndsten Paare der 1920er Jahre im Allgemeinen und der Literaturszene im Speziellen. Sie lebten laut, intensiv und steuerten in aller Öffentlichkeit auf einen Abgrund zu, der ihrer beider Leben zerstörte. Michaela Karl legt hier die Biographie dieses außergewöhnlichen Ehepaares vor.

Gleich in der Einleitung schreibt die Autorin, dass die bisher erschienenen Biographien und ausgesprochenen Meinungen sich meistens auf die Seite eines der Ehepartner stellten und den jeweils anderen für den Untergang der beiden verantwortlich machten. Dies solle nun anders sein, zumal das Paar und die gemeinsame Interaktion im Mittelpunkt stehen.

Dennoch liest sich aus dem Text eine Meinung heraus. Man spürt an den Formulierungen, dass auch die Autorin bei den Fitzgeralds einen Liebling hatte und einen, dessen Verhalten sie beständig durch ihre Formulierungen viel deutlicher kritisierte als das ausschweifende Leben des Paares im Allgemeinen.

Überhaupt bin ich davon ausgegangen, bei so einem lebendigen Titel, bei der überschäumenden Begeisterung der Pressestimmen, dass hier ein gut lesbares, spritziges, frisches Werk vor mir liegen würde, dessen Seiten sich von allein umblättern und dessen Sprache mich in die damalige Zeit ziehen und zum Zuschauer der Fitzgeralds machen würde.

Dem ist nicht so. Die Kapitel sind sehr lang und bestehen durchgehend aus einem einzigen Fließtext. Von Auflockerung durch Absätze keine Spur. Die Sprache des Buches ist dann auch recht umständlich und trocken. Es wirkt fast so, als hätte die Autorin versucht, sich an den Spruch eines Professors meiner Universität zu halten: Es darf keinen Spaß machen, eine wissenschaftliche Arbeit zu lesen.

Und dass man hier versucht hat, zumindest vordergründig wissenschaftlich zu arbeiten, liegt bei Quellen- und Personenverzeichnis auf der Hand.
Und nein, es hat keinen Spaß gemacht, das Buch zu lesen, für eine reine wissenschaftliche Arbeit war es dann aber doch deutlich zu wertend im Text.

Ich finde es schade, ich denke, man hätte das Leben solch schillernder Persönlichkeiten deutlich lebendiger und mitreißender beschreiben können, als es hier geschehen ist. So trocken und langatmig, wie dieses Buch geschrieben ist, musste ich mich tatsächlich hindurch quälen.

Eine Aufwertung erfährt das Buch durch die eingefügten Fotos, die einen guten Eindruck der Personen liefern.

Für Leute, die sich für die Fitzgeralds interessieren, ist vielleicht zu wenig Neues dabei, vielleicht aber sind einige der zwischenmenschlichen Beziehungen und Verwicklungen dennoch spannend zu lesen. Leute, die eine mitreißende Geschichte über das Leben der „Kate Moss & Pete Doherty“ der 1920er erwarten, sollten sich lieber an kurze Biographien à la Wikipedia halten, die sind deutlich unterhaltsamer.

Bewertung: 2 von 5 Punkten

1 Kommentar:

  1. Wie beruhigend, dass es nicht nur mir so ging. Auch ich hatte dieses Buch zur Rezension und auch für mich war es eine einzige Qual, das lesen zu müssen. Leider kann man nicht seinen Blog hier mit dem Namen verlinken, deswegen setze ich einfach mal meine URL zur Rezension hier rein: http://bine-binebine.blogspot.de/2012/04/rezension-wir-brechen-die-10-gebote-und.html
    Hoffentlich haben wir bei der Auswahl des nächsten Buchs ein besseres Händchen ;-)

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