Sonntag, 11. März 2012

Rezension: Touched: Der Preis der Unsterblichkeit

Was habe ich mich gewundert, als ich dieses Buch auf einmal gesehen habe: Ich hatte tatsächlich davon noch nie etwas gehört! Unglaublich, aber wahr. 

Informationen zum Buch:
Autor: Corrine Jackson
Seiten: 416 Seiten (Hardcover)
Verlag: Thienemann Verlag (Februar 2012)
ISBN 10: 3522201574
ISBN 13: 978-3522201575
Rezension:
Remys bisheriges Leben war die Hölle. Ihr Stiefvater hat sie und ihre Mutter regelmäßig verprügelt und Remy musste bereits als junges Mädchen ihre Mutter beschützen, denn Remy kann Verletzungen mit ihrer eigenen Energie heilen. Eines Tages jedoch geht Dean zu weit und Remy landet im Krankenhaus, nur dieses Mal wird auch ihr Vater informiert. Als sie zu ihm und seiner Familie zieht, begegnet sie dem geheimnisvollen Asher und schon bald steht ihr Leben vollends auf dem Kopf.

Das ist eines der Bücher, bei denen eine gute Idee weniger gut umgesetzt wurde und einfach ganz viel Potential verschenkt wurde.

Zunächst aber das Positive: Es macht Spaß, das Buch zu lesen, der Schreibstil ist angenehm, dem Alter der Protagonisten angepasst und vereinzelt blitzt sogar Humor durch.  Asher ist als Figur recht interessant beschrieben und auch Remy funktioniert als Sympathieträger, ebenso, wie ihre neue Familie, insbesondere Lucy einfach nett sind. ZU nett, wenn man es genau nimmt, aber auch solche Figuren braucht es bisweilen.

Die Idee hinter der Story ist gut und interessant und auch, dass hier im Hintergrund der Protagonistin echte, ernstzunehmende Probleme vorherrschen, ist spannend zu lesen. Die Szenen mit Dean sind zwar, was Remys Verhalten und Durchhaltevermögen angeht, sicherlich überzogen und dem Plot angepasst, dennoch sind sie ansonsten sehr gut, sehr intensiv und beklemmend. Führt man sich vor Augen, dass so etwas täglich hinter verschlossenen Türen geschieht, wird einem ganz anders, aber selbst die Beweggründe der Mutter werden, wenn auch nur durch Nebensätze, irgendwie verständlich gemacht. Man kann auf einmal nachvollziehen, was in solchen Familien geschieht und wie sehr jeder auf seine ganz eigene Weise leidet. Allein für die Intensität dieser Problematik gibt es schon Pluspunkte.

Auf der anderen Seite gibt es dann leider auch so einige, was einem sauer aufstößt. In der Handlung findet sich bei Remy eine Verhaltensweise, ein Umgang mit Informationen, den ich beim besten Willen nicht nachvollziehen kann.

Mit dem Verhalten der Blackwells und deren Ansehen wird darüber hinaus ein Bild wiederverwertet, das wir alle aus anderen Büchern kennen und das finde ich schade.

Am meisten aber hat mich gestört, dass über viele Dinge einfach hinweg gegangen wurde. Remys Gabe wird leidlich erklärt, aber der ganz essentielle Punkt der mentalen Mauern wird dem Leser einfach nur hingeworfen. Man kann sich durch das Buch keinerlei Bild davon machen, wie das funktioniert, auf welchem Wege Remy diesen Schutz erlernt hat und was dahinter steckt. Das ist bei so einem tragenden Punkt der Geschichte ein fast unverzeihlicher Fehler. Weiterhin sind die Energieflüsse zwischen Asher und Remy sehr oberflächlich beschrieben und gerade am Schluss, in diesem Strudel der Geschehnisse, kann man sich vieles leider nicht mehr vorstellen mangels vernünftiger Beschreibung durch die Autorin.

Es kommt einem so vor, als hätte jemand der Autorin den Auftrag gegeben, diese Geschichte zu schreiben, als hätte sie sich die Vorgänge zwischen den beiden niemals selber vorgestellt und könnte sie daher nicht zutreffend beschreiben.

Das sind Dinge, die einem beim Lesen leider sauer aufstoßen und viel Lesefreude rauben. Und dabei hätte dieses Buch so viel Potential gehabt
  
Bewertung: 3 von 5 Punkten

1 Kommentar:

  1. Tolle Rezi!
    Ich bin nun sehr neugierig, wie mir das Buch gefallen wird, denn es steht auf meiner WL. :)

    LG
    Lilly

    AntwortenLöschen