Dienstag, 20. März 2012

Rezension: Nevermore

Dieses Buch habe ich bei einer Leserunde der Leser-Welt gewonnen. Ich war so gespannt... ich meine Poe! POE! In einem Fantasybuch. Ungeahnte Welten öffnen sich. Naja und dann lese ich und lese ich und lese ich und kann leider überhaupt nicht mehr begeister sein. Schade.


Informationen zum Buch:
Titel: Nevermore
Autor: Kelly Creagh
Seiten: 560 Seiten (broschiert)
Verlag: Loewe Verlag (Januar 2012)
ISBN 10: 3785573898
ISBN 13: 978-3785573891

Rezension:
Isobel ist das All American Girl: Blond, beliebt, Cheerleaderin, geht mit dem Star des Footballteams aus. Und ausgerechnet sie wird dazu verdammt, mit dem Sonderling der Schule ein gemeinsames Englischprojekt zu machen. Nur ist dieser Sonderling gar nicht so furchtbar, wie sie immer dachte und je mehr sie sich diesen Umstand eingestehen muss, umso dramatischer entwickeln sich die Ereignisse.

Dieses Buch ist ein typischer Fall von gewollt, aber nicht gekonnt. Die Idee ist toll und gerade Poe bringt so viel Potential mit sich, dass ich tatsächlich äußerst gespannt war, wie sich die Handlung wohl entwickeln würde. Leider wurde ich enttäuscht.

Zunächst der Schreibstil. Ich weiß nicht, wie viel vielleicht durch die Übersetzung verloren gegangen ist, aber mir ist vor allem im ersten Drittel immer wieder der Gedanke gekommen, dass es sich bemüht liest. Bemüht lustig, bemüht jugendlich, bemüht sarkastisch. Einfach nicht flüssig. Das wird zwar besser, je weiter die Geschichte voran schreitet, aber auch später finden sich noch ungünstige Formulierungen, die einfach störend wirken.

Die Figuren sind irgendwo zwischen anstrengend und sympathisch. Es gibt durchaus gut ausgearbeitete Charaktere, deren Handlungen an sich logisch und nachvollziehbar sind, wenn diese auch auf den ersten Blick seltsam ankommen. Beispielsweise ist Isobels Vater zwar aus Sicht der jugendlichen Betroffenen streng und reagiert völlig über, dennoch ist nachvollziehbar, warum er so handelt.
Isobel und Varen sind natürlich als Protagonisten darauf angelegt, dass sie Sympathien einfangen, den Leser für sich einnehmen und ein großes Stück weit funktioniert das auch. Eben weil beide intelligent wirken, Varen sehr deutlich sagt, was er denkt und Isobels Gedankengänge teilweise sehr erfrischend beschrieben werden.

Dennoch ist das große Problem des Buches die Beziehungen der Menschen zueinander. Betrachtet man diese genauer, fallen einem unweigerlich Ungereimtheiten ins Auge. So verwandelt sich der tolle, umschwärmte Brad vom liebevollen Freund zum grausamen Scheusal und das bereits auf den ersten Seiten. Da muss man sich doch unweigerlich fragen, ob das wirklich aus heiterem Himmel kam, ob das logisch wäre.
Oder ob die Autorin das einfach für die Geschichte brauchte und ohne Rücksicht auf Verluste so umgesetzt hat. Ebenso wundert mich die Entwicklung der Clique. Diese macht eine ganz ähnliche Wandlung durch und zeigt Seiten auf, die mich erschaudern lassen. Fraglich ist nun: Waren die schon immer so und Isobel war es egal, weil es nie gegen sie selber ging? Oder sind sie plötzlich so geworden, weil es so schön in die Story passt? In ersterem Fall würde es ein ziemlich schlechtes Licht auf Isobel werden, der zweite Fall wirft dieses Licht auf die Konstruktion der Geschichte.
Das ist nicht die einzige Ungereimtheit im zwischenmenschlichen Bereich, allerdings ein gutes Beispiel, das ohne groß zu spoilern genannt werden kann.

Die Story hat mehrere solcher Stolperer, wodurch man sich immer wieder fragt, wie das denn sein kann. Fantasy hin oder her, der Teil, der normale Menschen und ihr Miteinander betrifft, sollte realistisch bleiben meiner Meinung nach.
Von diesen Punkten abgesehen hat mich vor allem die fehlende Spannung geärgert.
Da liegt vor einem ein optisch wunderschönes Buch, ein richtiger Wälzer und eigentlich möchte man wissen, wie es weiter geht, kann sich aber nicht dazu durchringen, weiterzulesen oder muss sich dazu zwingen, weil es so unglaublich langatmig ist.
Meiner Meinung nach hätte man da so einiges rauskürzen, die ganze Handlung etwas straffen können und dem Leser damit nur Gutes getan. Ich empfand das Buch als größtenteils zu lahm, das was passierte, passierte auf wenigen Seiten, die meiste Zeit war die Handlung unspektakulär.

Das hat so eine gute Idee einfach nicht verdient. Mir hat das Lesen die meiste Zeit keinen Spaß gemacht, als es nachher zur Sache ging, war ich einfach froh, dass etwas Spannung aufkam.
Insgesamt eine tolle Idee, aber an der Umsetzung muss wirklich noch einiges verbessert werden.

Bewertung: 2 von 5 Punkten

Kommentare:

  1. Oh hmm so schlecht fandest du es? hmm ich bin so am überlegen...aber wenn ich hol ich es mri auf englisch, ich find das Cover aus der USA eh besser

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  2. Naja Geschmäcker sind ja verschieden, alle anderen Stimmen, die ich bisher so gehört habe, waren sehr begeistert. Ja, das englische Cover ist ziemlich cool, aber das comicartige hat auch was.
    Also ich wünsche dir auf jeden Fall dennoch viel Spaß damit, vielleicht gefällt es dir ja total gut :)

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  3. Oh nein oh nein oh nein... bitte keine schlechte Bewertung ;) Ich hatte mich so auf das Buch gefreut. Schade... mal sehen, ich behalte es trotzdem im Auge!

    LG, Anka

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  4. s.o. Geschmäcker sind verschieden. Lies es und ich warte gespannt auf deine Rezi :D
    Lg

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  5. Ich hoffe, dass meines heute in der Post ist und ich dann fleißig loslesen kann :-)
    *knuddel*

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  6. Ich bin ganz gespannt auf deine Meinung :)

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  7. Hast du meine Rezi auf LB denn schon gelesen *lach* ich bin so gespannt auf die Fortsetzung :-P

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