Freitag, 9. März 2012

Rezension: Die Blumen des Schmerzes

Achja, was habe ich mich gefreut, als ich gehört habe, dass das zweite Buch von Brenna Yovanoff erscheint. "Schweigt still die Nacht" hatte mich zwar nicht vor Begeisterung weinend zurückgelassen, aber das Potential war ganz deutlich zu sehen und ich war wirklich gespannt. Umso mehr freue ich mich, dass ich dieses Buch vom Verlag vorab zur Verfügung gestellt bekommen habe. Ganz, ganz herzlichen Dank nochmals !

Informationen zum Buch:
Autor: Brenna Yovanoff
Seiten: 384 Seiten (Hardcover)
Verlag: Script5 (März 2012)
ISBN 10: 3839001331
ISBN 13: 978-3839001332

Rezension:
Daphne ist eine Tochter der Unterwelt, die Dämonin Lilith ist ihre Mutter, ihr Vater ist Luzifer persönlich. In ihrer Welt aus Stahl und Hitze jedoch fühlt Daphne sich zunehmend unwohl und als ihr Halbbruder Obie auf der Erdoberfläche verschwindet, ist Daphne diejenige, die ihn suchen geht. Helfen soll ihr dabei Truman, der junge Mann, dessen Leben aus einer Aneinanderreihung aus Schmerz, Furcht, Verachtung und Todessehnsucht besteht und der ein dunkles Geheimnis in sich trägt.

Hier ist es nun also, das zweite Buch von Brenna Yovanoff und wieder wendet sie sich dem Dunklen, den Dämonen und Teufeln zu und lässt den Leser diese in ihrer eigenen Welt, ihrem Zuhause besuchen.
Die Figuren dieses Buches sind jede für sich irgendwie sympathisch, dies trifft sogar auf so undurchschaubare Personen wie Beelzebub und Azrael zu. Irgendwie kann man jeden von ihnen betrachten und unvoreingenommen versuchen, die Beweggründe zu verstehen, ganz ohne negative Gefühle.

Die Beziehung zwischen Daphne und Truman wird dabei so sensibel und vorsichtig dargestellt, dass man sich immer und immer wieder denkt, dass hier schlicht und ergreifend die absolut richtigen Formulierungen gefunden wurden. Ein großer Dank daher an dieser Stelle mal wieder an die Übersetzer!

Die Sprache insgesamt ist passend, der Schreibstil flüssig und als würde das nicht ausreichen, das Lesen angenehm zu machen, tauchen immer wieder ganz wundervolle bildhafte Beschreibungen auf, die ihresgleichen suchen.
Die Story schließlich ist tatsächlich neu und unverbraucht und spannend und mitreißend. Wie oft sind schließlich Dämonen die Pro- und Engel die Antagonisten? Und dabei so erfrischend anders, als man es gewohnt ist. Überhaupt ist die Auswahl des Settings ziemlich gut gelungen und das ganze Buch viel vielschichtiger, als es die doch recht eingeschränkte Sichtweise vermuten ließe.

Einzig die letzten Kapitel haben mich etwas unbefriedigt zurückgelassen. Mir kommt die Erklärung für Azraels Handeln, beziehungsweise die Wahl seiner Mittel, doch recht platt vor und das Ende selbst ist etwas verwirrend. Ich zumindest habe mich auf den letzten Seiten häufiger gefragt, ob ich jetzt alles richtig verstanden habe oder nicht. Macht es einen Sinn so? Macht es keinen oder sehe ich ihn nur nicht?

Das ist sehr schade, weil ich Bücher gerne mit einem ganz tiefen, zufriedenen Gefühl zuklappe und es bei diesem leider nicht konnte.

Dennoch unterm Strich eine tolle Geschichte, interessante Figuren und ein wundervoller Stil!

Bewertung: 4 von 5 Punkten

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