Samstag, 17. März 2012

Rezension: Virtuosity

Achja, auch um dieses Buch bin ich lange herum geschlichen und war mir einfach nicht sicher, ob es mir Spaß machen würde. Habe mich jetzt dazu durchgerungen und ja, es macht Spaß!!

Informationen zum Buch:
Autor: Jessica Martinez
Seiten: 256 Seiten (Hardcover)
Verlag: Bastei Lübbe (März 2012)
ISBN 10: 3414823225
ISBN 13: 978-3414823229

Rezension:
Carmen ist ein Star der Klassischen Musik. Sie beherrscht ihre Geige wie kaum jemand sonst und so ist es selbstverständlich, dass sie am renommierten Guarneri-Wettbewerb teilnehmen wird. Und natürlich wird von ihr verlangt, als Siegerin daraus hervor zu gehen. Doch hinter der heilen Fassade des ehemaligen Wunderkindes sieht es anders aus: Schon lange kann sie ohne Tabletten keine Auftritte mehr überstehen, wird von der überehrgeizigen Mutter immer weiter an ihre Grenzen gedrängt und begegnet dann noch dem einzigen Konkurrenten, der ernst zu nehmen wäre.

Endlich mal wieder ein Jugendbuch ohne Fantasy, ohne mystische Verwicklungen, Vampire oder bunte Energieflüsse. Aus dem Leben gegriffen und dennoch nicht alltäglich.

Dem Geschriebenen merkt man deutlich an, dass die Autorin selber Musikerin ist. Diesen besonderen Bezug zur Musik und zum Musizieren muss man vielleicht auch als Leser mitbringen, um wirklich in die Geschichte eintauchen zu können, um die tatsächliche Bedeutung dieser Dinge zu verstehen.

Der Stil ist dabei sehr eingängig und direkt, schnörkellos, aber dabei deutlich und irgendwie liebevoll, wodurch man sich gut in die Geschichte einfinden kann.

Die Charaktere sind teilweise sehr gut beschrieben. Carmens Zerrissenheit, ihre Wünsche und Träume, ihre Pflichten und Erlebnisse kann man gut nachvollziehen. Heidi, Carmens Privatlehrerin ist ebenfalls sympathisch, auch wenn sie nur einen kleinen Part einnimmt.

Die restlichen Figuren sind, wenn auch sehr sympathisch (insbesondere Clark), doch sehr stereotyp. Die Eislaufmum, der schöne, aufregende, aber undurchsichtige Jeremy und der unterdrückte, aber liebe Stiefvater. Klischeehafter geht es kaum, es hätte nur noch eine eifersüchtige, weil untalentierte kleine Schwester gefehlt und der Disneyfilm wäre perfekt gewesen.

Auch ist die Handlung oftmals ZU einfach gestrickt, es geht vieles zu einfach. Sicher, es ist ein Jugendbuch und zu viele Handlungsstränge und Finten wären dann auch nicht richtig, aber etwas weniger linear hätte es gerne sein dürfen.

Trotz dieser doch recht deutlichen Mängel hat das Buch mich begeistert. Es ist eine kurze Geschichte, wie sie sicherlich nicht alltäglich, aber zwischen  all dem, was sonst so verkauft wird, doch erfrischend normal ist. Gute Lesbarkeit, liebeswerte Figuren und eine Handlung, die zwar voraussehbar aber dennoch mitreißend ist.

Unterm Strich also das Äquivalent zum Popkornkino: Nicht besonders anspruchsvoll, aber durchaus unterhaltsam.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

Kommentare:

  1. Oh eine tolle Rezi!
    Gefällt mir voll gut. Das Buch steht auf meiner WL und ich freue mich schon voll drauf!

    LG
    Lilly

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  2. Ich wünsche dir viel Spaß damit :)

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  3. Hi Claudia!
    Ich bin im letzter Viertel von Virtuosity angelangt und ich muss sagen, dass mich dieses Buch absolut begeistert und berührt. Wenn es kein böses Erwachen gibt, verteile ich 5 Sterne!
    Liebe Grüße
    Anka
    P.S. Clark ist wirklich suuuper :)

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  4. Ja, Clark ist toll, den mag ich :)

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