Dienstag, 17. Januar 2012

Rezension: Herrschaft der Alten

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt. An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank! Als für die Schule oder als gesellschafftskritische Warnung geeignetes Buch hat es mich wirklich überzeugt, auch wenn ich es als Roman nicht nochmals lesen würde.

Informationen zum Buch:
Autor: Alfred Bekker
Seiten: 146 Seiten (broschiert)
Verlag: Edition Zweihorn  (Oktober 2011)
ISBN 10: 3935265891
ISBN 13: 978-3935265898


Rezension:
Die Welt zum Jahreswechsel 2100 ist eine andere geworden. Personen und Gegenstände werden mit Raumgleitern transportiert und die meisten Menschen sind permanent online, über Implantate mit dem Netz verbunden, dessen Informationen sie sich auf die eigene Netzhaut schicken lassen können. Außerdem hat sich die Lebenserwartung drastisch erhöht und der Generationenvertrag geht lange nicht mehr auf. In einer Situation, in der sie sich für die Alten und die Uralten krumm legen und fast nur noch für deren Versorgung arbeiten müssen, fühlen sich die meisten der wenigen Jungen nicht mehr wohl, so dass aus Angst vor übermäßigen Auswanderungen ein Reiseverbot für diejenigen verhängt wurde, die jünger als 75 Jahre sind. In dieser Welt wachsen Benn und seine Freund auf und fühlen sich wie im Gefängnis. Doch ihre Flucht ist geplant und schon bald soll der große Tag anbrechen.

Dieses Buch ist meiner Meinung nach viel weniger als Roman, viel mehr als Gesellschaftskritik und Warnung zu verstehen.
Betrachtet man dennoch das Buch an sich, fällt vor allem auf, dass diese vielen tiefgreifenden Veränderungen wohl nur schwer innerhalb von nicht mal 90 Jahren vom heutigen Zeitpunkt aus eintreten werden. Würde die Handlung weitere 50 oder 100 Jahre in der Zukunft spielen, würde es mir realistischer vorkommen. Sicher, vor 50 Jahren konnte sich niemand vorstellen, was heute möglich ist. Und dennoch…

Die Sprache ist leider nur Durchschnitt. Nicht übermäßig ausgefeilt, ganz gut passend auf die Charaktere, aber eben nicht durchgehend. Da schleichen sich bei den Jugendlichen immer wieder ziemlich ältliche Formulierungen ein, teilweise wird recht hochgestochen gesprochen, anderes wiederum wirkt platt und zu oberflächig.
Die Figuren sind plakativ und die Handlung an sich ist vorhersehbar und birgt kaum Überraschungen.
Kein überragender Roman also.

Auf der anderen Seite wird ein erschreckendes Bild einer Gesellschaft gezeigt, auf die wir uns durchaus zubewegen. Die grundlegenden Tendenzen sind bereits da und auch das Reiseverbot ist ja nichts Neues. Das zusammen mit der Überwachung, der wir mit dem technischen Fortschritt bereits jetzt Tür und Tor öffnen, zeichnet das Buch eine realistische Zukunftsgesellschaft, bei der es einem Angst und Bange wird. Man kann nur hoffen, dass Visionen wie diese als Warnung verstanden werden und dass die Entwicklung somit eine andere sein wird, als die, die hier vorgezeichnet wird.

Als Schullektüre ist hier in jedem Fall genug Brisanz und Aktualität vorhanden, um Stoff zu bieten für gleich mehrere Fächer. Eine gute Lehr- und Diskussionsgrundlage, auf der man sowohl einen Blick in die Vergangenheit, als auch in die Zukunft werfen kann. Es ist dem Autor wirklich gut gelungen, in einer verständlichen Art und Weise dennoch eindringlich gesellschaftliche Probleme und grundlegende Mängel aufzuzeigen.

Ein Buch, das aufrüttelt und warnt, also von der Idee her überzeugt. Handwerklich zwar verbesserungsfähig, als Schullektüre aber uneingeschränkt empfehlenswert.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

Kommentare:

  1. Huhu - sag mal, wann werden denn normalerweise die Glossyboxen ausgeliefert? Bin so neugierig :-P
    *knuddel dich*

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  2. Theoretisch Mittes Monats, also diese Woche. In meiner Infomail stand aber, dass wohl die nächste KW angepeilt wird, also: Keine Ahnung. Warten wir gespannt :D

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