Samstag, 14. Januar 2012

Rezension: Das Mädchen mit den gläsernen Füßen

So, da tauche ich mal kurz aus der Versenkung auf, um  euch ein ganz besonderes Buch vorzustellen: "Das Mädchen mit den gläsernen Füßen". Es stand in der englischen Ausgabe Ewigkeiten auf meiner Wunschliste und ich war immer zu faul, es zu lesen und habe gewartet (und gewartet und gewartet...), dass es endlich übersetzt wird. Dem ist jetzt so und es ist großartig! Man könnte ein ganzes Buch füllen mit den wundervollen Sätzen und Ausdrücken und kann sich wirklich ganz in diesem Buch verlieren und dass, obwohl das Grundthema traurig. Wirklich ganz toll! Übrigens durfte ich es schon etwas früher zu lesen beginnen, weil ich das große Glück hatte, es in einer Vorableserunde auf der Leser-Welt zu gewinnen! 

Informationen zum Buch:
Autor: Ali Shaw
Seiten: 400 Seiten (Hardcover)
Verlag: script5 (Januar 2012)
ISBN 10: 3839001315
ISBN 13: 978-3839001318

Rezension:
St. Hauda`s Land ist ein besonderes Fleckchen Erde. Eines, auf dem es seltsame Tiere gibt, die sich nur den wenigsten Menschen zeigen und auf dem Menschen zuhause sind, die noch viel merkwürdiger sind als diese Tiere. Und so wundert es kaum, dass ausgerechnet hier der introvertierte, aber fotobegeisterte Midas und die junge Ida treffen, deren größtes Geheimnis nicht nur ihr Leben, sondern bald auch das von Midas bestimmt.

Das Mädchen mit den gläsernen Füßen… allein der Titel sagt schon, worum es in dem Buch geht. Und dennoch handelt es von sehr, sehr viel mehr.  Man mag kaum glauben, dass es sich hier um das Debüt eines Autors handelt, bei so viel Sprachgewandtheit und Zauber zwischen den Zeilen.

Ali Shaw legt die Latte hier wirklich extrem hoch. Sprachlich ist das Buch ein kleines Wunder. Alle paar Seiten findet man so passende, zauberhafte, wundervolle oder anrührende Formulierungen, dass man am liebsten mit einem Notizbuch auf den Knien sitzen und mitschreiben möchte. Mir ist noch kein Nachwuchsautor begegnet, der schon so formvollendet mit Worten und Wörtern spielen kann, dessen Stil bereits so sicher und gleichzeitig so mitreißend, flüssig und angenehm ist. Respekt!

Inhaltlich ist ebenfalls kaum etwas zu meckern, die Story ist, trotzdem man bereits zu Anfang das große Geheimnis kennt, spannend  und man frisst sich regelrecht durch die Seiten auf der Suche nach Lösungen. Letztendlich sind in die Seiten recht viele Handlungsstränge eingeflochten, die ein sehr stimmiges Ganzes geben und abwechslungsreich sind, gleichzeitig aber übersichtlich genug bleiben, um der Geschichte nicht ihr Tempo zu nehmen. Einziger Kritikpunkt ist hier, dass am Ende für meinen Geschmack zu viele dieser Stränge ungeklärt bleiben.

Ungewöhnlich empfinde ich die Grundstimmung des Buches. Das ganze Werk liest sich sehr atmosphärisch, sehr angenehm, irgendwie versöhnlich und optimistisch. Und dennoch handelt das Buch in der Hauptsache von Leid, Trauer und Verlust, womit jede der Personen zu kämpfen hat. Das ist eine Gratwanderung, die wirklich außergewöhnlich gut ausgearbeitet und umgesetzt wurde. Auch hier neige ich mein Haupt in Ehrfurcht.

Unterm Strich einer der besten Debütromane, die ich je gelesen habe. Ein Buch, das einen von der ersten bis zu letzten Seite fesselt und dabei eine Geschichte erzählt, die von großer Traurigkeit, aber auch von  Hoffnung und Liebe, vom Lichtstreifen am Horizont erzählt und davon, an die Zukunft zu glauben.
Wundervoll!

Bewertung: 5 von 5 Punkten

Kommentare:

  1. Mensch, viele sind so begeistert! Da muss ich bald mal loslegen. Eine sehr schöne Rezi, bei der ich doch hoffe, dass der Funke genauso auf mich überspringen wird. Die Leseprobe bestätigt aber schonmal deine Formulierungen zu Shaws eingängigem Schreibstil. *Verdammt neugierig bin*

    Liebe Grüße
    Reni

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