Donnerstag, 29. September 2011

Rezension: Der letzte Schattenschnitzer

Wieder mal ein Buch von vorablesen. Allein die Aufmachung ist wirklich einen Blick wert, das ist ganz toll geworden, das merkt man vor allem an den Details. 

Informationen zum Buch:
Titel: Der letzte Schattenschnitzer
Autor: Christian von Aster
Seiten: 320 Seiten (Hardcover)
Verlag: Klett-Cotta (September 2011)
ISBN 10: 3608939172
ISBN 13: 978-3608939170
Rezension:
Jonas Mandelbrodt ist ein besonderes Kind, denn noch bevor er zu sprechen lernt, erkennt er die Gesetze von Licht und Schatten und lernt, mit seinem Schatten umzugehen. Dieser wiederum erkennt das Potential in dem Jungen und beschließt, die Gesetze seiner Art zu brechen und Jonas zu unterrichten. Und so entscheidet der Rat der Schatten, dass dies nicht sein darf. Bevor jedoch eingeschritten werden kann, nehmen viel größere und schrecklichere Dinge ihren Lauf.

Rein vom Aufbau her ist dieses Buch schon etwas Besonderes: Der Inhalt gliedert sich in 3 Bücher, die jeweils mehreren Elementen der Alchemie zugeordnet sind. Innerhalb der Bücher wechseln sich ein allwissender Erzähler und Jonas` Schatten mit dem Berichten ab, diese Teile sind jeweils in ihrer Schrift voneinander abgehoben. Zwischen den einzelnen Kapiteln befinden sich jeweils Auszüge aus einem Lehrbuch über Schatten, die Teile der vorangegangenen Handlung aufgreifen und erklären. Dies macht die Lektüre abwechslungsreich und lockert die Struktur wunderbar auf.

Die Sprache des Buches ist der fantastischen Story angepasst und führt den Leser allein schon durch die Formulierungen in eine andere Welt. Es sind nur Kleinigkeiten im Ausdruck, aber man fühlt sich wie in einem modernen Märchen, einzig die Auszüge des Lehrbuches wirken etwas zu neumodisch für die angegebene Jahreszahl.

Der Entwicklung der Charaktere wurde nicht übermäßig viel Raum eingeräumt, ihnen wird durch die jeweilige Erzählersicht ein Bündel an Eigenschaften zugeschrieben und dementsprechend verhalten sie sich dann auch. Größere Überraschungen in der Entwicklung gibt es, bezieht man auch die  Handlung mit ein, eigentlich nicht. Statt ein großes Augenmerk auf eigenständige, vollständig und detailreich ausgestaltete Figuren zu legen, wurden die Personen einfach als Handelnde, als Träger und Ausführende der Geschichte angelegt und das ist in diesem Rahmen auch in Ordnung.

Die Handlung selber ist irgendwo zwischen spannend,  verwirrend und vorhersehbar einzuordnen. Der Schluss ist leider keine große Überraschung mehr, dafür verstrickt sich der Leser in mehreren Zeitebenen der Menschheitsgeschichte, in die die Protagonisten einzuordnen sind oder in denen Grundsteine für die jetzigen Geschehnisse gelegt wurden. Das wirkt teilweise etwas gezwungen und oberflächlich, zumal man kaum auf alle diese Zeiten genauer hätte eingehen können. So wurden sie als Hintergrundinformation zu den einzelnen Personen herangezogen und dann recht schnell wieder fallen gelassen, was schade ist.

Die Idee der Geschichte ist gut, abseits von den ausgetretenen Wegen, auch wenn man gerade zu Beginn etwas Zeit braucht, sich die Optik der Erzählungen vorstellen zu können. 

Insgesamt ein solides Werk, das durchaus Spaß macht zu lesen, das aber viele Hintergründe nur streift und dessen große Auflösung irgendwie vorhersehbar ist.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

Dienstag, 27. September 2011

Keine Sorge...

... mich gibt es noch und bald werden hier auch neue Rezensionen stehen.
Im Moment komme ich nur leider zu ungefähr überhaupt nichts, aber das ändert sich - versprochen. Da ich inzwischen auch wieder Fotos machen kann, stelle ich euch dann auch noch ein paar Dinge vor, die ich schon lange mal mit anderen Leseratten teilen wollte.
Man darf also gespannt sein!

Mittwoch, 21. September 2011

Rezension: Die glücklichste Nation unter der Sonne

Dieses Buch habe ich mir bei BloggDeinBuch gewünscht und glücklicherweise auch erhalten. Die Zusammenarbeit erfolgt in diesem Fall mit dem Conte Verlag. An dieser Stelle ganz, ganz herzlichen Dank dafür.

Informationen zum Buch:
Titel: Die glücklichste Nation unter der Sonne
Autor: Thórarinn Eldjárn
Seiten: 155 Seiten (Hardcover)
Verlag: Conte Verlag (Juli 2011)
ISBN 10: 394165733X
ISBN 13: 978-3941657335

Rezension:
Die Isländer sind schon ein besonderes Völkchen. Erst recht gemessen an der Bevölkerungszahl, wie gleich der zweite Beitrag im Buch deutlich macht. Darüber hinaus berichten die Geschichten in diesem Buch von Vergangenheit und Gegenwart, von der Begegnung dieser beiden und von dem Miteinander und Gegeneinander der Isländer im Allgemeinen und der Hauptpersonen der Kapitel im Speziellen.

Ehrlich gesagt sind Anthologien oder Bücher mit voneinander unabhängigen Texten im Allgemeinen meist recht schwierig zu bewerten, kann man sich ja kaum an Sprache und Stil, an der Ausarbeitung der Figuren und dem roten Faden entlang hangeln um zu einem Urteil zu gelangen. 

Viel eher kann man sein Augenmerk darauf legen, was die einzelnen Beiträge auslösen, wie sie wirken und was sie aussagen und das ist in diesem Falle eine Menge. Von teils sehr hintergründigem Humor durchwirkte Geschichten über gefallene Finanzbosse und wütende Handwerker, aber auch über das Leben in Island im Allgemeinen befinden sich in diesem Büchlein. Oftmals schmunzelt man beim Lesen, allein schon durch die Art, wie nebenbei und ganz trocken der eine oder andere Scherz eingeflochten wird. Andere Geschichten regen sehr zum Nachdenken an, verbergen ihre Moral kaum hinter dem vordergründigen Text, sondern zeigen ganz deutlich, was von der Entwicklung der Welt und dem Umgang der Menschen miteinander zu halten ist.

Auf jeden Fall aber ein Buch, das ein bestimmtes Lebensgefühl, eine Art zu schreiben, zu lesen, zu denken, zu berichten einfängt, die ganz typisch zu sein scheint für nordische Autoren, was allerdings nicht auf Island zu beschränken ist. Ich weiß nicht, woran es liegt, aber oftmals kann man an der Art, zu schreiben einen Autor aus den nordischen Ländern erkennen und das merkt man auch in diesem Buch. Daher ist es, wie so viele Texte aus diesen Breitengraden, manchmal nicht ganz flüssig zu lesen und einfach in einer Sprache geschrieben, die nicht so ganz eingängig und nicht so locker ist, wie man es von vielen anderen Autoren gewohnt ist.

Dennoch aber unterm Strich sehr, sehr interessant. Ein Buch, das wahrscheinlich mehr aussagt, als so mancher trockene Bericht über das Land.

Lieblingsstelle (es geht um die Kartographierung eines Gebietes): „Ein Historiker mit Spezialgebiet Geschichtsgeographie hatte sich angeblich einmal an das aussichtslose Unterfangen gemacht, eine Karte anzufertigen, auf der die Entwicklung der Landesgrenzen in diesem Gebiet dargestellt werden sollte. Nach vieljährigen Studien saß er vor einem unüberschaubaren Wust an Linien auf einer Karte, die stark an eine Schnittmusterbeilage aus einem prallen burda-Heft erinnerte. Versehentlich geriet diese Karte seiner Frau in die Finger, und ihr gelang es mühelos, nach dieser Vorlage einen Hosenanzug, einen Anorak und zwei Partykleider zu schneidern, bevor sich das Missverständnis herausstellte.“ (Seite 8)

Bewertung: 4 von 5 Punkten

Montag, 19. September 2011

Rezension: Dreizehn Stunden

Damit ihr nicht denken müsst, ich wäre verschwunden, kommt hier eine von den Rezensionen, die schon lange geschrieben, aber bisher nicht veröffentlicht wurden. In den nächsten Tagen wird hier auch wieder mehr los sein, ich hatte nur eine Weile einiges um die Ohren.
Das Buch hier habe ich über Lovelybooks bekommen.

Informationen zum Buch:
Titel: Dreizehn Stunden
Autor: DeonMeyer
Seiten: 470 Seiten (Hardcover)
Verlag: Rütten & Loening (März 2010)
ISBN 10: 3352007799
ISBN 13: 978-3352007798

Rezension:
Ein junges Mädchen rennt durch die Straßen von Kapstadt – erbarmungslos gejagt von Männern, die sie töten wollen. So, wie sie ihre beste Freundin ermordet haben, vor deren Leiche sich Inspector Griessel früh am Morgen wieder findet. Dabei sollte er eigentlich keine Fälle mehr lösen, sondern bekam im Zuge diverse Umstrukturierungen die schwammige Aufgabe des Mentors zugeteilt. Er sollte nur noch beraten, den jungen Ermittlern etwas von seiner Erfahrung weitergeben. Letzendlich aber hetzt er von diesem Fall zum nächsten – dem eines ebenfalls ermordeten Musikmanagers – und wieder zurück. Und muss gleichzeitig noch sein Privatleben wieder in geordnete Bahnen lenken, was sich als schwieriger herausstellt, als gedacht.
Und so verlaufen mitten in Kapstadt dreizehn Stunden, die das Leben einiger Menschen von Grund auf verändern... oder beenden?

Das Buch beginnt rasant, mit der Hetzjagd auf Rachel. Während der Ermittlungen um den zweiten Mordfall verliert die Geschichte etwas an Tempo, aber so kommt der Leser wenigstens wieder zu einer Verschnaufpause. Insgesamt hält man hier ein Buch in den Händen, dem man die Liebe zur Umgebung um Kapstadt deutlich anmerkt und bei dem man während des Lesens die Umgebung aus den Augen eines Einheimischen sehen und erleben darf.

Auch Einblicke in die Mentalität und das Behördenverhalten wurden trotz aller Schwierigkeiten so dargestellt, dass sie einem Außenstehenden nachvollziehbar bleiben, man möchte fast lächeln, mit den Schultern zucken und sagen „so ist es eben“.

Trotz aller Abschweifungen, schafft der Autor es, das Tempo des Buches grundsätzlich zu halten, hier durch die Minuten und Stunden des Tages zu hetzen, ohne dabei krampfhaft zu wirken.
Da es nicht Griessels erster Fall ist, ist auch die Einflechtung seines Privatlebens vertretbar, würde es sich bei „Dreizehn Stunden“ um einen einzelnen Roman handeln, wäre dies überflüssig, so erfüllt es aber den Sinn, dem Protagonisten näher zu kommen und ihn persönlicher und greifbarer zu machen.

Insgesamt ist die Figur so gestaltet, dass man ihn trotz all seiner Unzulänglichkeiten mag und vor allem die Situation des Alkoholentzugs nachvollziehen kann, ohne sie selber erlebt zu haben, was dem Auto hoch anzurechnen ist.

So rasant das Buch beginnt, so rasant endet es auch: Auf wenigen Seiten wird dem Leser eine ziemlich hanebüchene Lösung zum Fraß vorgeworfen, auf dass er sich nicht daran verschlucken möge. Ob das Ergebnis, die Verknüpfung der Morde, logisch ist, darüber mag man streiten. Ich empfand dies als an den Haaren herbei gezerrte Lösung, weil für den Musikmanager nichts besseres mehr einfiel. Schade.

Als wirklich ärgerlich empfand ich die Darstellung von Mbali Kaleni, der einzigen dicken Frau und überhaupt fast der einzigen dicken Person im ganzen Buch. Und der einzigen Figur auf der „guten Seite“, die durch und durch unsympathisch und anstrengend dargestellt war. Die Einzige, der man außer ihrem Scharfsinn nichts Positives abgewinnen und deren Zickigkeit man nicht einmal entschuldigen konnte.
Ich weiß nicht, wie diese Sicht auf (dicke) Menschen in anderen Büchern des Autors dargestellt ist, in diesem hat mir der eingefärbte Blick sehr missfallen.

Ein schnelles Buch, eine rasante Story. Landschaftsbeschreibungen mit Blick fürs Detail und interessante Ermittler, die nur allzu menschlich agieren. Wer keinen Wert auf eine logische Wende am Schluss, eine nachvollziehbare Lösung der vorherigen Probleme legt, wird viel Spaß mit diesem Buch haben, vor allem aber eine atemlose Lesezeit.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

Freitag, 9. September 2011

Freitags-Füller

Und schon wieder war ein paar Wochen Pause, aber heute freue ich mich wieder auf die Freitags-Füller. Die Vorlage wie immer auf scrap-impulse.

1. Kürbisse  sehen toll aus, aber essen mag ich sie nicht so gerne.
2.  Ich habe noch einiges vor mir.
3. Als ich 10 Jahre alt war, war ich ein aufgewecktes, aber auch neunmalkluges Rotzgör, fürchte ich
4. 4 Bücher liegen neben mir auf dem Tisch.
5. Wenn ich leben könnte wo ich wollte, wäre das nicht Deutschland.
6. Lieber September, bitte bring mir etwas Glück
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf  meine freie Zeit, morgen habe ich einen entspannten Spätdienst geplant und Sonntag möchte ich dann früh Feierabend haben!

Donnerstag, 8. September 2011

Rezension: Vampire Academy 5: Seelenruf

Jetzt bin ich schon fast am Ende der Reihe angelangt und muss sagen, dass mir dieser vorletzte Teil der Serie bishre am Besten gefallen hat, was vor allem daran liegt, dass die Handlung durchweg spannend ist und ich ganz häufig schmunzeln und grinsen musste beim Lesen.

Informationen zum Buch:
Titel: Vampire Academy 5: Seelenruf
Autor: Richelle Mead
Seiten: 432 Seiten (broschiert)
Verlag: Egmont Lyx (November 2010)
ISBN 10: 3802583469
ISBN 13: 978-3802583469

Rezension:
Rose ist nach ihrer Reise nach Sibirien tatsächlich an die Akademie zurückgekehrt und macht nun ihren Abschluss. Doch statt danach in Ruhe auf ihre Zuteilung als Wächterin zu warten, stürzt sie sich Hals über Kopf in das nächste Abenteuer mit dem einen großen Ziel: Dimitri retten, koste es, was es wolle.

Im fünften Band der Reihe läuft die Autorin wieder zu Hochform auf. Die Dialoge sind witzig und schlagfertig und so nachvollziehbar, dass es Spaß macht, den Figuren zuzuhören. Die Personen selber sind nach wie vor sie selbst, aber entwickeln sich ein Stück weiter. Sowohl Lissa als auch Rose werden irgendwie immer erwachsener, wenn sie auch vermehrt mit durch die Dunkelheit verursachten Gefühlsausbrüchen zu leiden haben, so lassen sie sich dennoch durch  Vernunft bremsen und wirken so viel reifer.
Ok, das wird dann auch gleich wieder durch nicht unüberlegte aber dennoch sehr risikoreiche Unternehmungen und Handlungen widerlegt, aber diese sind letztendlich der Entwicklung der Geschichte geschuldet.

Auch die Beziehungen der Figuren untereinander werden zusehends vielschichtiger und komplexer, bewegen sich auf einem ganz anderen Niveau als zu Beginn der Reihe, wo noch relativ starr unterteilt wurde in positive und negative Beziehungen zu den Mädchen.  Mittlerweile ist dies wesentlich realistischer und irgendwie ehrlicher geworden, damit natürlich aber auch belastender und eher von Verletzungen geprägt.
Überhaupt wird dem Miteinander in diesem Band eine große Rolle eingeräumt, was aber an keiner Stelle langweilig wird, im Gegenteil: Es ergeben sich so viele Ansatz- und Reibungspunkte, dass ich davon sogar gerne noch mehr gelesen hätte.

Insgesamt wieder ein tolles, leicht und flüssig lesbares Buch, dessen Figuren sich wieder einmal weiter entwickeln durften und dessen Handlung nach wie vor spannend bleibt. Meiner Meinung nach der bisher beste Teil der Reihe, aber einen gibt es ja noch.

Bewertung: 5 von 5 Punkten

Mittwoch, 7. September 2011

Ich bin nett

Hehe, zumindest scheint Emma-Clee das so zu sehen, denn sie hat mir diesen sonnigen Award verliehen:




Ganz, ganz lieben Dank!

Weitergegeben werden soll er an drei Blogger und das sind in diesem Falle:
Maxibiene, weil wir uns scheinbar gerne mal einig sind
Penny, weil ich immer so begeistert bin von den Post-Überschrifts-Bildchen
und
Sabrina, damit du rechtzeitig wieder gesund wirst :)

Montag, 5. September 2011

Rezension: Der Augensammler

Eines der Bücher, bei denen ich ewig auf die Taschenbuchausgabe gewartet habe. Aus gutem Grund, wie sich herausstellte, wenns das Hardcover gewesen wäre, hätte ich mich glaube ich geärgert. Und das, obwohl die Lektüre eigentlich Spaß gemacht hat, nachdem ich endlich in das Buch reingefunden hatte.

Informationen zum Buch:
Titel: Der Augensammler
Autor: Sebastian Fitzek
Seiten: 464 Seiten (Taschenbuch)
Verlag: Knaur TB (Juni 2011)
ISBN 10: 3426503751
ISBN 13: 978-3426503751

Rezension:
Ein Serientäter pervertiert ein eigentlich harmloses Kinderspiel: Nachdem er die Mütter der Familien ermordet hat, entführt er die Kinder und lässt die Väter nach ihnen Suchen. Finden diese sie nicht vor Ablauf eines Ultimatums, werden die Kinder sterben.
Der Journalist Alexander Zorbach, der eigentlich nur über die Taten berichtet, findet sich jedoch beim neuesten Fall mitten im Geschehen wieder und wird plötzlich vom Jäger zum Gejagten.

Sebastian Fitzek ist ohne Zweifel ein äußerst erfolgreicher Autor, dessen Ideen immer wieder neu und spannend sind. Und immer wieder nimmt man seine Bücher in die Hand und denkt „Wow! Hört sich toll an“.
Und dann liest man eine Geschichte, die sehr eingängig und mitreißend geschrieben ist, so dass man nach einer relativ kurzen Eingewöhnungsphase dann geradezu durch das Buch rast. Aber wenn man es zuklappt, bleibt irgendwie ein seltsames Gefühl zurück.

Und das liegt nicht an der Sprache, die durchgehend gut verständlich und angenehm zu lesen ist. Auch nicht an den Figuren, die mit relativ wenig Aufwand gut dargestellt werden. Mit dem Typ „gebrochener Familienvater“ hat der Autor ja so seine Erfahrungen und das merkt man beim Lesen auch. Der Protagonist wird anschaulich beschrieben und seine Handlungen mögen manchmal dem Genre entsprechend realitätsfern sein, bleiben aber nachvollziehbar und das macht meiner Meinung nach eine gut gezeichnete Figur aus.

Nein, leider kommt das ungute Gefühl aus der Handlung heraus, weil man nach all dem Hype um das Buch irgendwie mehr erwartet hätte. Nicht unbedingt mehr Tiefgang, es ist ein Unterhaltungsroman. Aber mehr Spannung, mehr gelöste Rätsel auf dem Weg und vor allem: Weniger von dem, was man schon so oft hatte.
In diesem Fall ist es nämlich so, dass die Handlung bei objektiver Betrachtung größtenteils einem sehr bekannten Muster folgt: Mann mit traumatischer Vergangenheit gerät unschuldig in seltsame Situationen und dadurch auch in Gefahr. Nach einer schier endlosen Abfolge von Rätsel, Jagd, Lösung, neuem Rätsel, Jagd, Suche, Rätsel… schließlich kommt auf recht wenigen Seiten eine Auflösung, die dem Leser geradezu um die Ohren geknallt wird.

Nicht falsch verstehen: Ich mag es, wenn im Buch aufgeworfene Fragen auch im gleichen Buch noch gelöst werden. Wenn Motiv und Tathergang erklärt werden und man das Gefühl hat, alles mitbekommen zu haben. Aber doch nicht so!
Ich möchte den Protagonisten dabei über die Schulter sehen, wenn die Stück für Stück der Lösung näher kommen, das, was Herr Fitzek hier abliefert wirkt eher wie ein Actionfilm mit viel Geballer und Explosionen, dessen grundlegende Frage am Ende auf dem Präsentierteller vorgelegt wird. Das hätte man schöner machen können!

Nichts desto trotz ist das Buch gut lesbar und auch den nächsten Band werde ich mir zulegen und hoffe einfach auf eine etwas besser aufgeteilte Handlung und einen nicht ganz so hingeklatschten Schluss.

Bewertung: 2 von 5 Punkten

Rezension: Vampire Academy 4: Blutschwur

Achja, es geht weiter mit der VA-Reihe. Ich bin nach wie vor froh, darauf aufmerksam gemacht worden zu sein, sonst hätte ich sie wohl nie gelesen. Und das, obwohl ich auch bei diesem Teil wieder etwas zu meckern gefunden habe. Zunächst aber noch ganz, ganz herzlichen Dank an der Verlag, der mir dieses Exemplar zur Verfügung gestellt hat!

Informationen zum Buch:
Titel: Vampire Academy 4: Blutschwur
Autor: Richelle Mead
Seiten: 448 Seiten (broschiert)
Verlag: Egmont Lyx (März 2010)
ISBN 10: 3802582047
ISBN 13: 978-3802582042

Rezension:
Rose hat kurz vor ihrem Abschluss als Wächterin die Schule hingeschmissen, um Dimitri suchen zu gehen. Dimitri, den klugen, ruhigen, wundervollen Dimitri. Dimitri, ihren Geliebten, der kurz zuvor in einen bösartigen und blutgierigen Strigoi verwandelt wurde. Und so führt ihre Reise Rose ins tiefste Sibirien, wo sie nicht nur Dimitris Familie, sondern auch ihrem Schicksal begegnet.

Nach dem großen Finale des dritten Bandes ist das Erzähltempo in vierten Teil der Reihe wieder etwas gemäßigt. Das soll nicht heißen, dass Rose nichts erleben würde, nein, aber es geht nicht mehr so actionreich und rasant zu.

Womit wir dann auch gleich bei dem einzigen Manko wären: Die Handlung plätschert einen großen Teil des Buches nur vor sich hin. Es geschehen schon Dinge, aber die können einen nicht wirklich mitreißen, die Geschichte pendelt sich sozusagen auf einem Ereignisniveau ein und bleibt dort, wirklich große Sprünge, Überraschungen gibt es dann erst wieder auf den letzten 100 Seiten. Dafür allerdings musste man schon sehr viel Buch hinter sich bringen.

Andererseits fällt einem durch den wieder sehr eingängigen und natürlichen Erzählstil das Lesen sehr leicht, die Seiten blättern sich fast von allein um und man kann Rose geradezu beim Erwachsenwerden über die Schulter sehen. Diese beständige Weiterentwicklung der Figuren ist überhaupt ein großer Pluspunkt der Reihe. Die Protagonisten bleiben nicht auf einem Level stehen, sondern verändern sich in jedem Band, entwickeln sich weiter, eben so, wie es im wahren Leben auch der Fall ist. Dies führt zu sehr realistischen und lebensnahen Protagonisten, von denen man einfach gerne liest.

Der übliche Wortwitz ist, bedingt durch Roses Erlebnisse, dieses Mal aus verständlichen Gründen nicht mehr so präsent und vordergründig, dafür entschädigen einige neue Personen, die überaus interessant sind und weitere Begegnungen versprechen.

Unterm Strich wieder eine Steigerung zum dritten Band, in dem für meinen Geschmack zu viel wiederholt wurde. Dieses Mal ist das nicht so stark der Fall, dafür wird allerdings vieles sehr gleichmäßig und ohne größere Ausbrüche in der Erzählstruktur berichtet, so dass sich im Mittelteil eine gewisse Eintönigkeit ergibt. Dennoch sehr lesenswert mit Figuren, die überraschenderweise immer noch weiter ausgearbeitet werden und beständig reifen.

Zu guter Letzt noch der für mich persönlich schönste/beste Satz:
„Da kamen ziemlich viele Entschuldigungen zusammen, aber ich begriff, dass das mit Leuten, die einem am Herzen liegen, eben einfach so ist. Man verzeiht einander und blickt nach vorn.“ Seite 421

Bewertung: 4 von 5 Punkten

Freitag, 2. September 2011

Rezension: Ruht das Licht

Dieses Buch habe ich glücklicherweise auf vorablesen gewonnen, weswegen die Rezension auch schon seit einiger Zeit fertig ist, obwohl das Buch offiziell erst gestern erschienen ist

Informationen zum Buch:
Titel: Ruht das Licht
Autor: Maggie Stiefvater
Seiten: 400  Seiten (Hardcover)
Verlag: script5 (September 2011)
ISBN 10: 3839001188
ISBN 13: 978-3839001189

Rezension:
Eigentlich sollte alles seinen Gang gehen in Mercy Falls. Nach Jacks Tod und Olivias Verwandlung, vor allem aber nach Sams Heilung ist Ruhe eingekehrt und während Sam und Grace sich erst an eine gemeinsame Zukunft gewöhnen müssen, versucht Isabel, wieder Fuß in ihrem Leben zu fassen. Dann jedoch verwandelt sich einer der neuen Wölfe sehr früh zurück und sorgt für eine Menge Unruhe und zu allem Überfluss geht es Grace immer schlechter, so dass sehr schnell doch wieder größere Sorgen ihr Denken und Handeln bestimmen.

„Ruht das Licht“ ist wirklich ein würdiger Nachfolger für „Nach dem Sommer“.  Maggie Stiefvaters Schreibstil lässt den Leser sofort wieder in die Geschichte eintauchen, wobei gerade genug Informationen aus dem ersten Band wiederholt werden, um die Erinnerung aufzufrischen, aber nicht so viele, dass es langweilen oder stören würde. Die Sprache ist nach wie vor eingängig und fesselnd, so dass sich die Geschichte im Grunde von allein liest.

In diesem Buch werden nicht mehr nur Sam und Grace als Erzähler heran gezogen, sondern auch Isabel und Cole melden sich zu Wort, wodurch  der Erzählfluss schneller und weniger gelassen wirkt. Das erhöhte Tempo ist allerdings auch den sich überschlagenden Ereignissen geschuldet, die in diesem Band der Geschichte eine neue Wendung geben.

Überhaupt zeigen hier mehrere Figuren ein ganz neues Gesicht, das ihnen mehr oder weniger gut steht. So lernt man Graces Eltern ganz anders kennen und ehrlich gesagt zeichnet deren (für Eltern sicher nachvollziehbare, für Jugendliche aber bestimmt völlig überzogen wirkende) Reaktion ein sehr viel schärferes Bild von ihnen, als es der ganze erste Band konnte.

Sam und Grace und ihre Beziehung zueinander wird wieder in einer Intensität dargestellt, die ganz hart an der Grenze zwischen Romantik und Besessenheit angesiedelt ist. Da sich allerdings die ganze Handlung dieses Mal in eine andere Richtung entwickelt, kann ich diese obsessive Fixierung der beiden viel eher nachvollziehen und akzeptieren als noch im ersten Band. Ihr ganzes Miteinander wirkt natürlicher und passender.

Isabel und Cole schließlich bilden den zerrissenen Gegenpart zu dieser Harmonie und geben dem menschlichen Miteinander mehr Schwung. Coles Entwicklung geht mir persönlich etwas zu schnell, die Beweggründe sind mir etwas zu oberflächlich, aber grundsätzlich passt er dennoch gut in die Geschichte.
Überhaupt gibt es bis auf die grenzwertige Liebesgeschichte, die dieses Mal aber viel besser die Kurve kriegt, nicht viel zu meckern.

Ein rundum gut lesbares Buch mit sympathischen Charakteren, einer mitreißenden Story und einer (auf die ganze Reihe bezogenen) Titelgebung, die mit zu dem Besten gehört, was ich bisher gesehen habe.

Bewertung: 5 von 5 Punkten

Rezension: Nach dem Sommer

Dieses Buch habe ich vor laaaanger Zeit (zum Erscheinungstermin) zu einer Leserunde bei Lovelybooks gewonnen. Nun finde ich Zeit und habe auch den Anlass, die Rezension endlich online zu stellen:

Informationen zum Buch:
Autor: Maggie Stiefvater
Seiten: 423  Seiten (Hardcover)
Verlag: script5 (September 2010)
ISBN 10: 3839001080
ISBN 13: 978-3839001080

Rezension:
Grace wird als kleines Mädchen von Wölfen in den Wald geschleppt und beinahe getötet. Anders, als man vermuten würde, entwickelt sich hieraus nicht Furcht, sondern eine starke Faszination für diese Tiere. Den ganzen Winter hindurch beobachtet Grace sie, wenn sie an den Waldrand kommen. Besonders der Wolf mit den gelben Augen hat es ihr angetan. Sie sehnt sich nach seiner Nähe, quälende Sommer lang, in denen er verschwunden ist und endlose Nächte, in denen sie seinem Heulen lauscht.

Sam ist ein Wolf. Ist ein Mensch. Ist ein Wolf. Seine Gestalt wandelt sich mit den Jahreszeiten und macht ihm normale Kontakt zu Menschen fast unmöglich. Und dennoch kann er nicht aufhören, an das Mädchen zu denken, dass im Winter jeden Abend auf ihn zu warten scheint. Dieses Mädchen, das ihm so viel näher ist, als es möglich sein dürfte.
Dieses Mädchen.
Sein Mädchen.
Grace.

Maggie Stiefvater zaubert hier den Auftakt einer Triologie, der nicht nur Jugendliche, sondern auch Erwachsene in seinen Bann zu ziehen vermag.
Dies geschieht auf der einen Seite durch die eindringliche Sprache, durch die Kapitel, die abwechselnd von Grace und Sam erzählt werden, zum anderen durch eine Geschichte, die ans Herz geht, die eigene Seele zu berühren vermag.

Die Figuren sind sympathisch und bildhaft, man kann sich gut mit ihnen in der Geschichte verlieren. Auch die weniger freundlichen Gestalten werden auf eine Art beschrieben, die viel mehr dem wahren Leben entspricht, als andere Bücher es einen glauben lassen: Mit doch mindestens einer guten Eigenschaft.

Die Autorin findet eine Sprache, die einerseits jugendlich und authentisch ist, andererseits von einem alten Wissen zeugt, das wohl sowohl Grace als auch Sam in ihrer Situation mitbringen müssen, um bestehen zu können.

Insgesamt wurde hier eine Geschichte gezaubert, die ans Herz geht und in der man sich verlieren kann. Die mitreißt und Lust macht auf mehr. Mehr von Grace und Sam, mehr von Mercy Falls, mehr von den Wölfen. Einfach mehr Zeit in dieser Welt.

Es fällt schwer, die Kritik in Worte zu fassen. Was stört, sind kleine Unstimmigkeiten, die kaum zu benennen sind, die allerdings Fragen hinterlassen. So beispielsweise die bedingungslose Endgültigkeit, mit der Sam und Grace sich aufeinander einlassen. Natürlich leben Liebesgeschichten eben davon: Der großen Liebe. Aber mit dem Abstand einer Erwachsenen bleibt ein schaler Nachgeschmack, die Sorge um Zwei, denen man aufgrund ihrer Jugend kaum eine so absolute Entscheidung zutrauen mag.

Darüber hinaus gab es kleinere Unstimmigkeiten, die ich hier nicht aufführen möchte, um niemandem inhaltlich etwas voraus zu nehmen.
Grundsätzlich allerdings bleibt die Hoffnung, dass diese Dinge in einem der nächsten Bücher aufgeklärt werden mögen, so dass die Kritik im Ganzen kaum ins Gewicht fällt.

Ein wunderbares Buch, dessen Sprache und Inhalt einen mit sich reißen und erst am Ende der Seiten wieder gehen lassen.

Bewertung: 4 von 5 Punkten