Montag, 28. Februar 2011

Rezension: Grimm

Dieses Rezensionsexemplar wurde mir freundlicherweise von Heyne-fliegt zur Verfügung gestellt, nochmals herzlichen Dank!


Informationen zum Buch:
Titel: Grimm
Autor: Christoph Marzi
Seiten: 560 Seiten (Hardcover)
Verlag: Heyne  (November 2010)
ISBN 10: 3453266617
ISBN 13: 978-3453266612


Rezension:

Vesper ist ein typisches Scheidungskind reicher Eltern: Von der Mutter in eine neue Umgebung verpflanzt, unglücklich und gelangweilt in der Schule, ein wenig aufsässig und meistens auf sich selbst gestellt.
Doch selbst das kann noch schlimmer werden, wie Vesper nur zu bald lernen muss, als sie die Nachricht vom Tod ihres Vaters erreicht. Und ein Brief, in dem er ihr einen alten Schlüssel einen Ring und die eindringliche Warnung vor den Wölfen und dem, was ihnen folgt, hinterlässt…

Christoph Marzi schafft hier eine Geschichte, in der Wirklichkeit und Grimmsche Märchen miteinander Hand in Hand gehen. Eine Geschichte, deren Seiten sich von allein umblättern und die den Leser einsaugt und erst am Ende wieder frei lässt.
Besonders die gute Grundidee der Verschwörung, die hinter den Märchen der Brüder Grimm steckt, ist interessant, ebenso wie die Begegnungen mit diversen Märchengestalten – nur in ganz anderer Form, als wir sie bisher vor Augen hatten.

Darüber hinaus schafft der Autor es, dass die Figuren trotz, oder gerade wegen ihrer Fehler und Unzulänglichkeiten äußerst sympathisch sind. Insbesondere Vesper: Aufmüpfig, verwöhnt, sarkastisch, ungeduldig… eigentlich kaum jemand, den man gern haben würde. Dennoch stellt Marzi ihre positiven Seiten so heraus, dass man sie unweigerlich mag. Ebenso Leander, der einem theoretisch mit seinem ewigen Gerede auf die Nerven gehen müsste – er tut es nicht, denn er wird so liebenswert dargestellt, dass er einem ans Herz wächst.

Zwei Punkte an diesem Buch gibt es, die sowohl positiv als auch negativ zu bewerten sind.
Zum einen die Beschreibungen Hamburgs als der Umgebung, in der sich der größte Teil der Geschichte abspielt. Für jemanden, der sich in der Stadt auskennt, ist es eine tolle Erfahrung, ein Buch zu lesen, das auch tatsächlich Bezug auf die Stadt nimmt und ihr Gesicht beschreibt, statt nur offiziell dort zu spielen, aber absolut austauschbare Schauplätze zu beschreiben.
Nein, jemand, der Hamburg kennt, kann sich alles bildlich vorstellen, findet sich quasi an Vespers Seite wieder und geht mit ihr durch die Straßen.
Allerdings denke ich, dass für jemanden, der noch nie in der schönsten Stadt der Welt war, eine Visualisierung der Örtlichkeiten durchaus schwierig sein könnte, da Marzis Beschreibungen doch  eher die Orte benennen und ausschmücken, als sie wirklich Ortsunkundigen nahe zu bringen.

Zum anderen das Ende der Geschichte. Ich empfinde es als relativ gut aufgelöst. Stimmig mit der Geschichte, aber nicht weich gewaschen. Markant, aber auch versöhnlich. Allerdings sind die Proportionen des Buches in der Hinsicht etwas unglücklich. Immerhin handelt es sich hier um ein etwa 560 Seiten starkes Werk. Dass die eigentlich Auflösung dann erst auf den letzten 60 Seiten erfolgt, lässt die Frage aufkommen, wie viele von den voran gegangenen 500 Seiten dann wirklich nötig waren.

Vermutlich hätte man hier die Geschichte um einiges straffen oder aber dem Ende mehr Raum geben können.
Auch muss ich sagen, dass einige Dinge um die allgegenwärtige Verschwörung herum stark konstruiert und bemüht wirken, als wäre eine gradlinige Lösung einfach unerwünscht gewesen.
Verwunderung rief auch hervor, dass Vesper und Leander sich auf ihrer Flucht unheimlich viel Zeit für Gespräche nehmen. Eine Situation, in der einem doch allein der Überlebensinstinkt jeglichen Smalltalk verbieten sollte, es hier aber scheinbar nicht tut.
Auch Vespers kaum vorhandene Trauer um ihre Eltern mutet seltsam an, kann allerdings mit den auf sie einstürmenden Ereignissen erklärt werden.
Marzis Sprache schließlich ist sehr angenehm und flüssig zu lesen, allerdings begegnen einem bisweilen Formulierungen, die seltsam anmuten. Ein wenig so, als würde ein Star-Wars-Yoda sprechen. Insgesamt aber fügen sich auch diese Sätze in ein stimmiges Gesamtbild.

Fazit: Ein Buch, das sich von selbst liest, das eine interessante Sicht auf Grimms Märchen und ihre Figuren beinhaltet, das aber hauptsächlich der Philosophie „der Weg ist das Ziel“ zu folgen scheint.

Bewertung: 4 von 5 Punkten mit Tendenz nach unten

Freitag, 25. Februar 2011

Zusammenarbeit: Rätsel gelöst / Buchpost / Ärger

So, als ich heute sehr spät heimkam, erwartete mich ein kleiner Stapel Post daheim.
Vieles, was euch sicherlich nicht interessiert, aber auch zwei Bücher.

Und zwar zum einen (endlich) "Verwesung" von Simon Beckett, gewonnen vor einiger Zeit bei vorablesen. Leider verzögerte sich der Versand, aber das ist eben manchmal so. Auf jeden Fall ist es jetzt da und ich freue mich :)

Das Rätsel darum, von welchem Verlag der Randomhousegruppe ich nun mein weiteres Rezensionsexemplar bekomme, hat sich auch geklärt: Es ist Penhaligon.
Und zwar kam "Teufelskuss" von Sarwat Chadda an, eines der Bücher, die ich näher ins Auge gefasst hatte.
Herzlichen Dank an dieser Stelle an den Verlag!


Tja und Ärger gabs dann auch noch von meinem Lebensgefährten. Dem gefällt nicht so ganz, wie gerade unser Wohnzimmertisch aussieht (dass er überhaupt so aussieht, können wohl auch nur Leute verstehen, die ähnlich bücherverrückt sind wie ich - und ja, ich schäme mich.... aber nur vornean ;) )

Also ja, wenn mans ganz objektiv betrachtet, hat seine Kritik eine gewissen Grundlage, muss ich ja zugeben...
(14 Bücher liegen da, ich habs gezählt und räums auch ganz sicher bald weg - versprochen)

Freitags-Füller

Die Vorgaben sind wie immer hier zu finden.

1.  Eigentlich wäre es schön,  etwas mehr Ruhe und Zeit für mich zu haben.
2.  Viele Dinge, die Menschen von sich geben, sind echt lächerlich.
3.  Gestern abend  habe ich ein Buch ausgelesen und ein neues begonnen (juchu).
4.   Meine erste Million ist noch so weit weg.
5.  Ich könnte niemals mit den Fingernägeln über eine Tafel kratzen .
6.    Ich würde viel gesünder essen, wenn ich einen eigenen Koch hätte.
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf meine wohlverdiente Ruhe, morgen habe ich  - wie meistens - Dienst geplant und Sonntag möchte ich bitte, bitte einen entspannten Arbeitstag haben!

Donnerstag, 24. Februar 2011

Rezension: Phoenixfluch

Dieses Buch habe ich mir für eine Leserunde zugelegt. Diese läuft noch, aber ich habe es schon am ersten Abend beendet. Es war einfach nicht möglich, das Buch aus der Hand zu legen und das sagt eigentlich schon alles.
Nochmals herzlichen Dank an die Autorin, die mir bei Erwerb des Buches noch ein ganz wundervolles Lesezeichen beigelegt hat.

Informationen zum Buch:
Titel: Phoenixfluch
Autor: Jennifer Benkau
Seiten: 220 Seiten (broschiert)
Verlag: Sieben-Verlag (Dezember 2010)
ISBN 10: 3941547119
ISBN 13: 978-3941547117


Rezension:

Als Helena mit ihrer Hündin spazieren geht,  traut sie ihren Augen nicht: Direkt vor ihr klettert ein junger Mann über das Geländer einer Brücke und scheint wild entschlossen, seinem Leben ein Ende zu setzen. Obwohl sie alles versucht, kann Helena ihn nicht daran hindern und der Start in ihr neues Leben mit einer neuen Umgebung und einem neuen Job scheint durch den Vorfall überschattet zu werden.
Bis eines Tages der junge Selbstmörder quicklebendig an ihrem Arbeitsplatz auftaucht…

Jennifer Benkau ist hier ein wundervolles Werk gelungen. Endlich wieder ein Buch, an dem es kaum etwas zu bemängeln gibt.
Der Schreibstil ist flüssig und humorvoll, gut lesbar und durchdacht. Formulierungen sind passend und selbst schwierige Situationen werden intensiv beschrieben aber nicht so, dass der Leser sich wie ein Eindringling vorkommen müsste.
Die beiden Protagonisten sind lebendig beschrieben und man kann ihren Gedanken und Handlungen gut folgen. Mit Cat wurde ein liebenswerter weiterer Akteur geschaffen und auch die Nebenfiguren haben allesamt ihren besonderen Charme.  Einzig Georg bleibt für meinen Geschmack etwas blass.

Der Plot ist gut durchdacht und in sich schlüssig, jede Szene hat ihren Platz und die Autorin hat für jede von ihnen die richtige Länge gewählt, so dass man nicht durch verschiedene Handlungen gehetzt wird, sie aber auch nicht unnötig in die Länge gezogen werden.
Die Idee hinter der Geschichte ist erfrischend neu und die Lösung des Ganzen sehr intelligent, so dass man sich nicht hinterher am Kopf kratzen und wahlweise die Fragen nach dem „Warum“ oder der fehlenden Logik stellen muss.
Auch der Gruselfaktor ist nicht zu verachten. Beim Lesen habe ich stellenweise eine Gänsehaut bekommen, was beileibe nicht vielen Autoren gelingt. Im hinteren Drittel das Buch weglegen und beruhigt schlafen gehen? Undenkbar.

Aber gerade das macht es auch zu etwas Besonderem, denn dieses Buch schafft es, den Leser mitzureißen, ihn nicht nur zu unterhalten, sondern zu bewegen.

 Bewertung: 5 von 5 Punkten

Buchpost

Ist das wieder schön.

Heute kam "Grimm" von Christoph Marzi an. Dieses Buch hat mir der Heyne-Verlag freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

"Weich nie vom Wege ab...

So lautet die Mahnung in "Rotkäppchen", jenem Märchen der Brüder Grimm, das Vesper Gold vor vielen Jahren von ihrem Vater erzählt wurde. Doch was diese Worte wirklich bedeuten, erfährt Vesper erst, als an einem stürmischen Herbsttag Wölfe durch die Straßen der Stadt streifen und alle Kinder in einen rätselhaften Schlaf fallen. "

Soweit der Klappentext. Ich bin gespannt.
Nochmals herzlichen Dank an den Verlag!

Mittwoch, 23. Februar 2011

Rezension: Sommerlicht-Serie 3: Für alle Ewigkeit

Durch Zufall bin ich vor einiger Zeit auf diese Serie aufmerksam geworden, damals noch in der Annahme, es wäre "nur" eine Trilogie. Tja, wie es aussieht, habe ich mich da wohl getäuscht.

Informationen zum Buch:
Titel: Sommerlicht-Serie 3: Für alle Ewigkeit
Autor: Melissa Marr
Seiten: 400 Seiten (Hardcover)
Verlag: Carlsen (Juni 2010)
ISBN 10: 3551581703
ISBN 13: 978-3551581709


Rezension:

Das Leben geht weiter in Huntsdale, nachdem Niall König der Finsternis geworden ist. Weiterhin ist der neue Sommerkönig Keenan zerrissen zwischen seiner Liebe Donia, der neuen Winterkönigin und Ashlyn,  der  Sommerkönigin, nach der er Jahrhunderte lang gesucht hat und an die sein Pflichtgefühl ihn bindet.
Ashlyn hingegen liebt Seth, einen Sterblichen, und muss doch hilflos erfahren, welche Auswirkungen der Elfenzauber, ihr Dasein und ihre Pflichten als Sommerkönigin auf ihre Empfindungen haben, fühlt sie sich doch mit Erstarken des Sommers immer mehr zu Keenan hingezogen. 

Die Serie, die mit „Gegen das Sommerlicht“ begann, hatte sehr viel Potential. Das erste Buch las sich wunderbar, die Geschichte war mal etwas anderes und die Figuren liebenswert. Die Spannungen zwischen ihnen und die Aussicht darauf, wer am Ende mit wem glücklich sein könnte, rundeten das Ganze ab.
In Band zwei „Gegen die Finsternis“ wurde alles etwas komplizierter, aber bereits bekannte Figuren wurden ausgebaut, die Geschichte wurde düsterer und verworrener, die Spannungen zwischen den Charakteren nahmen zu. Auch wenn dieser Band nicht mehr ganz so flüssig zu lesen war, einige Längen hatte und insgesamt nicht mehr über den Zauber des ersten Buches verfügte, war er immer noch schön und eine interessante Fortsetzung.

Der dritte Band jetzt enttäuscht auf der sprachlichen Ebene. Die Autorin flüchtet sich in Wiederholungen und sollte man davon ausgehen, dass gerade bei einer so stark aufeinander aufbauenden Serie die meisten Leser die ersten Bände kennen, so tut sie es scheinbar nicht, denn die Einschübe und Aussagen, die an die ersten Bände erinnern sollen, nehmen Überhand. Teilweise wiederholen sich Dinge sogar in einem einzigen Satz, was dann nicht nur unglücklich ist, sondern störend.

Das Hin und Her zwischen Ashlyn, Keenan und Seth ist zwar wichtig für den Aufbau dieses Buches, aber mit der Zeit einfach nur noch ermüdend.  Gut ist es, dass diesem Konfliktpotential nicht, wie in anderen Büchern, aus dem Weg gegangen wird, aber man hätte es weniger platt auswalzen können, beziehungsweise die Empfindungen der Protagonisten etwas differenzierter darstellen können.
Das Ende entschuldigt vieles, es ist wirklich gut gemacht und führt dazu, dass ich mir, trotz aller Kritikpunkte, den Nachfolgeband auf jeden Fall zulegen werde. Leider jedoch kann auch der gute Schluss nicht vertuschen, dass im größten Teil des Buches sehr, sehr wenig passiert. Man hätte die Mitte um gut 100 Seiten schrumpfen können und trotzdem nicht viel verpasst, hier hätte es dem Lesevergnügen gut getan, auf Worthülsen und Wiederholungen zu verzichten und die Handlung voranzutreiben.

Fazit:
Ein Folgeband, der die Erwartungen leider nicht erfüllt, aber auf eine Besserung im nächsten Buch hoffen lässt

Bewertung: 2 von 5 Punkten

Zusammenarbeit mit dem Heyne-Verlag und ???

Ich habe Anfang der Woche den Heyne-Verlag mit der Anfrage nach einer Zusammenarbeit angeschrieben und dann heute gleich zwei sehr nette Mails bekommen, in denen mit eine Zusammenarbeit zugesagt wird, worüber ich mich wirklich sehr freue.

Zwei Mails?
Ja, zwei Mails.
Teile meiner Anfrage betrafen Bücher aus anderen Verlagen der Randomhouse-Gruppe, so dass meine Nachricht weitergeleitet wurde.

Umso mehr freue ich mich auf die Post in den nächsten Tagen, denn sie wird nicht nur Christoph Marzis "Grimm" enthalten, sondern auch noch ein "Überraschungsbuch", eines, dessen Titel ich noch nicht kenne.
Ich bin gespannt und bedanke mich jetzt bereits ganz herzlich.
Ich berichte natürlich weiter.

Samstag, 19. Februar 2011

Rezension: Die irische Geliebte

Dies ist eins der Bücher aus meiner Medimops-Bestellung. Klein, schmal, dem Klappentext nach aber vielversprechend.

Informationen zum Buch:
Autor: Gabriel Loidolt
Seiten: 125 Seiten (Hardcover)
Verlag: Reclam Leibzig (August 2005)
ISBN 10: 3379008532
ISBN 13: 978-3379008532


Rezension:

Der Österreicher Dany übernimmt einen Job an einer Universität in Irland, wo er der hübschen Laura begegnet. Von ihr fasziniert, heftet er sich an ihre Fersen, um festzustellen, dass sie verheiratet, aber in Trennung lebend ist.
Was in seiner Heimat kein Hindernis darstellt, wird im konservativen Irland zum Problem. Lauras Ehe hält auseinander, was Danys Meinung nach zusammen gehört. Eine scheinbar unüberwindbare Mauer stellt sich zwischen die beiden.

Etwas Positives über dieses Buch anzuführen fällt mir wirklich schwer. Bereits auf den ersten Seiten wurde deutlich, dass hier eine Aneinanderreihung von Klischees vorliegt, die der (sehr von sich selbst überzeugte) Protagonist dann durch einige Iren bestätigt sieht, was er zufrieden anmerkt.
Insgesamt sieht sich der Österreicher als der Aufgeklärte, der aus der „richtigen Welt“ Stammende. Er (ver)urteilt seine Mitmenschen recht schnell und wirkt insgesamt furchtbar selbstgerecht.
Abgesehen davon, dass er mit der Zeit begriffen haben sollte, dass das Leben in Irland damals einfach ein Anderes war und dass dieses Leben ein anderes öffentliches Auftreten verlangt hat, als er es gewohnt war, hätte er selbst in einer anderen Situation einfach den Willen Lauras akzeptieren müssen.
Aber das tut er nicht, er zwingt sich und seine Nähe ihr immer wieder auf, zeigt Verwunderung und Ärger, als sie dies abblockt und sich im schließlich sogar entzieht.
Wobei ihre Reaktion nur verständlich erscheint, schließlich muss sie in dieser Gesellschaft leben und ihr Kind dort großziehen, für sie steht mit ihrem Ruf wesentlich mehr auf dem Spiel, als für den zugereisten Gastdozenten.
Wäre dies nicht schlimm genug, wirft der Protagonist mit Pauschalverurteilungen um sich, die dem Leser die Zehennägel aufstehen lassen:
„Von der Liebe hatten die Iren so viel Ahnung wie von der Küche, in dieser Hinsicht waren sie Barbaren, altmodisch, stur, unbelehrbar. So europäisch wie moslemische Gastarbeiter aus Anatolien bei mir zu Hause. Nein, sie hatten nichts mit Europa zu tun. Nicht mit meinem Europa.“ (S. 77)
Grundsätzlich lehne ich es ab, wenn Völkern oder Bevölkerungsgruppen per se irgendwelche Eigenschaften ab- oder zugesprochen werden. Dies mag vor einem humoristischen, ironischen Hintergrund noch vertretbar sein, aber keinesfalls in ernst gemeintem Kontext.
Und dann noch eine so negative, so abwertende Aussage wie diese, da fällt mir recht wenig zu ein.
Sicher, es soll verdeutlichen, in was für einer Lage der Protagonist sich befindet, was er fühlt und gegen welche Windmühlen er ankämpfen will oder muss.  Aber so herabwertende Aussagen verhageln mir als Leserin dann irgendwie die gute Laune.

Ein Buch, das in manchen Augen Literatur, eine lesenswerte Geschichte, vielleicht sogar ein Stück weit ein Zeitzeugnis einengender Gesellschaftsnormen sein mag, das in meinen Augen aber nur von Egoismus, mangelnder Anpassung an die Gesellschaft, in der sich der Protagonist bewegt und unendlich vielen Vorurteilen spricht.

Bewertung: 1 von 5 Punkten

Buchpost

Achja, ich habs ja fast ein wenig vermisst. Das Gefühl, ein Päkchen in den Händen zu halten und die Frage "Reiß ich es sofort auf oder freue ich mich ein wenig vor?".
Meistens reiß ich sofort auf, muss ich zugeben.

Diesmal bekam ich folgendes:


"Eine coole Einweihungsparty im Bootshaus, so feiern die neuen Studenten ihre Ankunft im Grace College. Doch schon bald merken Julia und ihre Freunde, dass in dem abgelegenen Tal mitten in den kanadischen Bergen etwas nicht stimmt. Wozu die vielen Verbotsschilder rund um das College? Und warum ist der Ort nicht auf Google Earth zu finden? Die Lage spitzt sich zu, als Julias Bruder Robert beobachtet, wie ein Mädchen in den Lake Mirror springt und von einem Strudel nach unten gezogen wird. Aber niemand schenkt seinen Worten Glauben - nicht einmal Julia. Noch ahnt sie nicht, dass die dunklen Schatten der Vergangenheit, die sie für immer überwunden glaubte, hier im Tal wieder an die Oberfläche drängen."

Das Buch hatte ich mir von einer Freundin geliehen. Ich wollte nicht schon wieder eine Serie anfangen und dann feststellen, dass sie mir nicht gefällt, mich aber aufgrund gewisser "ich muss eine Serie vollständig besitzen"-Aussetzer verpflichtet fühlen, den Rest noch zu kaufen.
Also erstmal ausleihen. Als ich das Buch dann angelesen habe, stellte ich aber fest, dass es mir gut gefällt, sofer ich das bis zu dem Zeitpunkt beurteilen kann/konnte. 
Also doch kaufen.

Und dann kam ja noch "Der siebte Schwan" von Lilach Mer.

"In jeder Spieluhr schäft ein Geheimnis. 
Wenn die alte Melodie erklingt, 
erwachen Schatten und Träume...

Schleswig-Holstein im Jahr 1913: Die vierzehnjährige Mina lebt mit ihren Eltern auf einem einsamen Gutshof. Ihr liebster Zeitvertreib ist es, auf dem dachboden zur Melodie einer halbzerbrochenen Spieluhr zu tanzen. Diese Uhr jedoch birgt ein Geheimnis, das Minas Welt für immer auf den Kopf stellt und sie auf eine Reise schickt, auf der die Sagen des Nordens und die Magie der Freundschaft lebendig werden."
Dieses Buch habe ich beim Stöbern entdeckt und MUSSTE es einfach haben. Zum einen aus einem gewissen Lokalpatriotismus heraus: Wie oft findet man schon so ansprechende Titel, die dann auch noch in der eigenen Heimat spielen? (Die Hauptstädter sind da ja eine höhere Bücherdichte gewohnt, die Bewohner der Eifel und die Bayern und überhaupt sehr viele andere auch, aber wir Nordlichter werden leider oft ausgespart)
Und dann eine Geschichte, die neugierig macht zusätzlich zu bisher nur begeisterten Leserstimmen...

Ich konnte nicht anders und ich bin gespannt, wie lange ich noch die Finger zugunsten anderer Bücher die Finger von Diesem lassen kann.

Aktion: Buchtrailer "Nicht weit vom Stamm" (script5)

Der script5-Verlag bringt wieder ein wunderbares Buch raus: "Nicht weit vom Stamm" von Oliver Uschmann.
Ich kenne es noch nicht, meinen Erfahrungen mit den Büchern dieses Verlages nach zu urteilen, wird es aber bestimmt lesenswert sein.

Und weil der Verlag diese tolle Aktion gestartet hat, bekommt ihr jetzt noch den Buchtrailer zu sehen.

Update: Die Aktion wurde am Sonntag, den 20.02.2011 um 15 Uhr beendet.
Den Trailer könnt und sollt ihr natürlich trotzdem ansehen:


Vielleicht macht das Video ja dem einen oder anderen Lust auf das Buch

Freitag, 18. Februar 2011

Freitags-Füller

Die Vorgaben wie immer hier zu finden.


1.   Es kommt mir vor wie gestern, dass noch 2010 war incl aller Pläne.
2.  Ein zweites Leben - ich hätte nichts dagegen.
3.  Wann hat eigentlich  jemand beschlossen, dass wir erwachsen werden sollen und aufhören müssen, uns verrückte Dinge zu erträumen?.
4.   Es befindet sich ein See vor meinem Fenster.
5.  Mein Bauch  spricht mit mir.
6.  Oh mein Gott,  die Zeit rennt.
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf meinen Feierabend irgendwann nach 22 Uhr, morgen habe ich wieder Dienst geplant und Sonntag möchte ich endlich einen freien Tag haben!

Rezension: Silence: Das Lied der Wölfe

Dieses Buch wurde mit freundlicherweise von der Autorin Nicole Döhling als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. An dieser Stelle nochmals herlichen Dank!

Informationen zum Buch:
Autor: Nicole Döhling
Seiten: 315 Seiten (Taschenbuch)
Verlag: AAVAA (Oktober 2010)
ISBN 10: 3862541851
ISBN 13: 978-3862541850


Rezension:

Lisas Leben in der Kleinstadt Silence ist in den letzten Monaten gehörig durcheinander geraten. Innerhalb kürzester Zeit ist sie von einem der beliebtesten Mädchen der Schule zur absoluten Außenseiterin abgestiegen, denn sie hat ein Unglück verursacht.
Darüber hinaus kann sie seit einiger Zeit die Gedanken ihrer Mitschüler lesen, was alles nur schlimmer macht und sie noch weiter in eine selbstgewählte Isolation treibt. Einzig ihre zwei besten Freundinnen sowie die beiden Neuen an der Schule, Ermano und Giovanni, stehen zu ihr. Nur, dass ihre nicht mehr vorhandene Beliebtheit bei weitem nicht Lisas größtes Problem bleiben wird.

Es fällt mir schwer dieses Buch zu bewerten. Einerseits finde ich die Geschichte gelungen und dieses Buch hat etwas geschafft, was nur wenigen gelingt: Wenn ich das Buch nicht in Reichweite hatte, wurde ich kribbelig und neugierig darauf, wie es wohl weiter gehen mag.
Auch hat die Autorin neben ihrem gut lesbaren und angenehmen Schreibstil viel Humor und sehr viele schöne Plänkeleien zwischen den Akteuren abgeliefert, so dass das Lesen stellenweise wirklich zum echten Vergnügen wurde.
Die Dreiecksgeschichte zwischen Ermano, Giovanni und Lisa wurde meiner Meinung nach recht gut umgesetzt, wenn auch Konfliktpotential verschenkt wurde, was sich aber später aufgrund der Umstände gut erklären lässt: Einige der etwas zu nachsichtigen Reaktionen zeugen dann doch dem großen Ganzen statt auf der Erfüllung der eigenen Wünsche zu bestehen.
Das Ende lässt hoffen, dass es eine Fortsetzung geben könnte, allerdings kann dieses Buch auch gut allein bestehen.
Allerdings wurde für meine Geschmack zu oft Bezug genommen auf bekannte Personen und wenn schon (später) eine Anspielung auf glitzernde Vampire erfolgt, hätte im Flugzeug wenigstens ein anderes Buch gelesen werden können. Ein paar Rechtschreibfehler und einige unglückliche Formulierungen haben sich ebenfalls  eingeschlichen.

Letztendlich kann der sonst schöne Stil und die gute Story nicht alles aufwiegen, eine kurzweilige Lektüre war es aber alle Mal, weswegen ich das Buch bei einer Bewertung zwischen 3 und 4 ansiedeln würde, aber ein klein wenig näher an den 4 Punkten.

Bewertung: 4 von 5 Punkten mit Tendenz nach unten

Rezension: Schimmer

Dieses Buch habe ich in der Bibliothek einer Bekannten entdeckt und das Cover hat mich aufgrund der wunderschönen Farben direkt angesprochen. Also musste ich das Buch auch haben und ja, es war eine sehr gute Entscheidung.

Informationen zum Buch:
Titel: Schimmer
Autor: Ingrid Law
Seiten: 240 Seiten (Hardcover)
Verlag: Carlsen (Februar 2009)
ISBN 10: 3551581932
ISBN 13: 978-3551581938


Rezension:

Mibs Familie behauptet, genau so zu sein, wie andere. Sie werden geboren und irgendwann später sterben sie. Und in der Zeit dazwischen leben sie wie andere auch.
Naja, fast. Denn die Familienmitglieder erhalten pünktlich an ihrem 13. Geburtstag ihren Schimmer, ihre besondere und einzigartige Gabe.
So kann Mibs Opa Berge versetzen und einer ihrer Brüder sprüht vor Elektrizität.
Uns auch Mibs wird bald 13 und kann ihren Geburtstag kaum erwarten, so gespannt ist sie darauf, was ihr Schimmer wohl sein wird.
Allerdings wird ihr besonderer Tag nicht so, wie sie es sich vorgestellt hat, denn ihr Vater hat kurz  zuvor einen schlimmen Unfall …

Endlich wieder ein Buch, das die Höchstnote verdient hat. Die Geschichte von Mibs ist, obwohl sie sich nur an wenigen Tagen abspielt, in sich geschlossen, logisch, mit der richtigen Mischung aus Geschehnissen und Gedanken.
Sie erzählt davon, wie es ist, erwachsen zu werden. Und plötzlich ist man als Leser wieder ein Teenager und macht ähnliche Erfahrungen, denkt ähnliche Gedanken, fühlt ähnliche Gefühle.
Den besonderen Zauber dieser Zeit, das Begreifen und Staunen, hat die Autorin mit einer wundervollen Sprache eingefangen. Eine Sprache, die so fluffig und leicht, so verspielt und liebenswert ist, dass sie dem Buch einen ganz besonderen Charme verleiht.

Ein paar Beispiele aus dem ersten Kapitel (also keine Spoiler):
„Mein Bruder hielt sich am Rand des Picknicktisches fest, während der Wind um ihn herum auffrischte, kräftiger wurde und ihm das Geschenkpapier aus den Händen riss, es hoch in den Himmel segeln ließ, die Luftschlangen und Ballons zu einem Knäuel zusammenfegte, bis sie in Fetzen rissen wie eine Geburtstagsparty im Mixer“
„ „Mädchen kriegen kein scharfes Pfefferminz. […]Für Mädchen gibt`s die stillen, freundlichen Schimmer – Zimt und Zucker und alles in Butter. […]“ “
„Ich war weder die Jüngste noch die Kleinste in der Familie; Samson der Grübler war dunkle, geheimnisvolle sieben, und Gypsy mit dem Puppengesicht war drei. Gypsy mit ihrem Brabbelsabbel hatte ich den Namen Mibs zu verdanken, denn meinen richtigen Namen, Mississippi, brachte ihre zarte Zuckerzunge nicht zustande.“

So liebevoll wie die angewandte Sprache, sind auch die Figuren geformt worden. Besonders den stillen Samson habe ich in mein Herz geschlossen. Ein Persönchen, dem trotz weniger Handlungen und noch weniger Worte so viel Charakter innewohnt – herrlich.
Auch Mibs, Fish, Bobbi und Willl Junior, sowie die Erwachsenen, insbesondere die Pastorenfrau, Lester und Lill sind wunderbar beschrieben worden. Ohne einer Auflistung ihrer Eigenschaften zu liefern, zeichnet die Autorin ein Bild ihrer Akteure, dass man diese fast vor sich sehen kann.
Sie sind greifbar. Und das in einer Geschichte für Jugendliche. Einer Geschichte, in der es mehr um das Was als das Wie geht.

Fazit:
Ein wundervolles Buch über die Reise zum Erwachsenwerden. Liebevoll und liebenswert.

Bewertung: 5 von 5 Punkten

Montag, 14. Februar 2011

Rezension: Götterdämmerung

Zugegebermaßen fiel mir die Bewertung dieses Buches enorm schwer. So ist es wohl, wenn man eine Beziehung zu einem Buch aufgebaut hat. Diese entstand dadurch, dass mir hier die wunderbare Chance gegeben wurde, das Buch gemeinsam mit ein paar weiteren Lesern und der Autorin zu überarbeiten, bevor es neu aufgelegt wird.
Da beschäftigt man sich schon ganz anders mit einem Buch.
Das Wissen, welche meiner Kritikpunkte in der neuen Ausgabe entfallen werden, habe ich versucht, aus dieser Rezension heraus zu halten, denn letztendlich geht es hier um das Buch, wie es mir vorlag.
Ich freue mich dennoch schon sehr darauf, die neue Version in den Händen halten zu dürfen.

Informationen zum Buch:
Seiten: 273 Seiten (Taschenbuch)
Verlag: Pressel (Februar 2010)
ISBN 10: 3937950621
ISBN 13: 978-3937950624


Rezension:

Josie ist eine Stadtpflanze, die plötzlich gezwungen wird, mit ihrer Mutter zu ihren Großeltern in die tiefste Provinz zu ziehen. Sie ist alles andere als begeistert, fügt sich aber in ihr Schicksal, lebt doch ihre beste Freundin Dakota im gleichen Ort, so dass Josie nicht ganz so einsam ist, wie ihr das Landleben zunächst vorkommen mag.
Dass dieses Leben auch alles andere als langweilig ist, müssen die Mädchen allzu schnell lernen, als sich heraus stellt, dass es doch mehr gibt zwischen Himmel und …. Hölle.

Nicole Döhling legt hier inhaltlich einen äußerst interessanten Erstling vor. Dass sie offen zugibt, sich an der Geschichte von Buffy orientiert zu haben, entschädigt an vielen Stellen die bekannten Parallelen, über diese hinaus aber wurde eine eigenständige Geschichte entwickelt, die ihrem Vorbild in nichts nachsteht.
Einzig der Schlussteil bringt dann doch ein paar zuviele neue Mitspieler auf den Plan.
Sprachlich bin ich in der Bewertung hin- und hergerissen. Einerseits legt die Autorin einen wunderbar natürlichen, flüssigen und gut zu lesenden Stil an den Tag, andererseits scheint das Buch ohne jegliches Lektorat verlegt worden zu sein, denn es strotzt nur so vor Rechtschreibfehlern und auch die Zeichensetzung ist bisweilen eher eigensinnig.
Die Figuren sind sehr lebendig beschrieben, teilweise, als wären sie aus dem wirklichen Leben einfach in das Buch gestiegen. Andere allerdings bleiben farblos, obwohl sie einen größeren Anteil an der Geschichte verdient gehabt hätten, wie beispielsweise die Großeltern oder die Mutter. Die Autorin beschränkt sich bei ihren Charakterisierungen eher auf die Hauptdarsteller, was man bei einem Buch dieser Dicke dann aber zugunsten der Story entschuldigen kann.
Diese wiederum baut die Autorin gut auf und löst sie in einem Endkampf der in einem guten Verhältnis zum vorherigen Geschehen steht.

Insgesamt waren für meinen Geschmack im Text zu viele Anspielungen auf die Serie Buffy zu finden. Dass die Geschichte inhaltlich daran angelehnt ist, ist die eine Sache, dass die Protagonisten darauf herum reiten, war mir persönlich zu viel des Guten.
Die Rechtschreibung und Zeichensetzung trug dazu bei, dass der Lesefluss immer wieder stockte.
Von der Story und dem Stil her allerdings hat mir das Buch gut gefallen und ich bin sehr gespannt auf den weiteren Werdegang der Autorin und darauf, wie sich dieses Buch in der überarbeiteten Version darstellen wird.

Bewertung: 3 von 5 Punkten

Rezension: Oksa Pollock. Die Unverhoffte

Dieses Buch kam, passend zum Namen, sehr unverhofft bei mir an. Ich hatte mich zwar darauf beworben, dann aber vom Verlag nichts mehr gehört und auch nicht mehr damit gerechnet, dass noch etwas kommt, bis der Postbote vor der Tür stand.

Informationen zum Buch:
Autor: Anne Plichota und Cendrine Wolf
Seiten: 592 Seiten (Hardcover)
Verlag: Oettinger (März 2011)
ISBN 10: 3789145025
ISBN 13: 978-3789145025


Rezension:
Oksa, ihre Familie sowie ihr bester Freund Gus und dessen Eltern ziehen recht spontan von Paris nach London um, wo die Erwachsenen gemeinsam ein Restaurant eröffnen wollen. Oksa und Gus kommen auf eine neue Schule, wo sie sich vom ersten Tag an mit dem äußerst unfreundlichen und seltsamen Lehrer McGraw auseinander setzen müssen.
Manchmal schafft es nicht einmal Oksas liebenswerte, wenn auch leicht schrullige Großmutter Dragomira, das Mädchen wieder aufzuheitern. Schlimmer wird alles, als Oksa eines Tages einen seltsamen blauen Fleck auf ihrem Bauch entdeckt. Als sie ihn ihrer Großmutter zeigt, enthüllt sich ihr ein Geheimnis, das größer ist als alles, was Oksa sich jemals hätte träumen lassen: Sie ist die Erbin einer versteckten Welt.
Doch außer Oksa wissen auch noch andere Personen davon. Freunde und Feinde, mächtige Verbündete und ebenso mächtige Gegner …

Dieses Buch wird allenthalben als neuer, weiblicher Harry Potter gefeiert. Dem kann ich nur teilweise zustimmen. Ja, nimmt man nur die Eckpunkte der Geschichte, drängen sich Parallelen auf. Aber dieses Buch hat es nicht nötig, sich an den Bekanntes zu hängen, denn es ist von ganz allein zauberhaft.
Oksa ist ein interessantes Mädchen, manchmal zickig, manchmal aufmüpfig, jähzornig, unbedarft und zu schnell mit dem Mundwerk. Aber auch freundlich, mitfühlend und für ihre Freunde da.
Ihre Familie besteht aus lauter interessanten Personen, die so liebevoll beschrieben sind, dass man sie, einen wie den anderen, einfach gern haben muss.
Die vielen fremden Wesen, die die Autorinnen geschaffen haben, sind – mal mehr, mal weniger liebenswert – interessant und witzig. Wobei die Namensgebung teilweise etwas verkrampft wirkt, als hätte auf gar keinen Fall ein normaler Name verwendet werden und so alles neu getauft werden müssen. Davon abgesehen sind die Namen zumeist sprechend, was sehr gut umgesetzt wurde. So erkennt man die Fähigkeiten und Absichten von Wesen oder Personen häufig an ihrer Bezeichnung, was ich gerade bei Jugendbüchern sehr schön finde.
Beeindruckend ist aber auf jeden Fall die Fantasie, mit der die Autorinnen zu Werke gegangen sind. So viele verschiedene und auf ihre Art einzigartige Wesen sind mir noch in keinem Buch begegnet und sie machen es auf jeden Fall lesenswert.
Der Aufbau des Buches ist einfach gehalten, die Kapitel sind kurz und knackig, was das Lesen auch den Jüngeren erleichtern dürfte.  Das Ende des Buches ist die Konsequenz des Inhaltes, also durchaus logisch und greifbar, wenn auch für meinen Geschmack etwas zu abrupt, wenn man bedenkt, wie viele Seiten das Werk an sich hat.

Auch war es für meinen Geschmack zu viele wundersame Fähigkeiten, die Oksa so plötzlich zugeschrieben wurden. Da legt eine Person ein Verhalten an den Tag, das Oksa bisher noch nicht kannte und schon wenige Seiten später beherrscht sie dieses ebenso. Und überhaupt ist sie ein Naturtalent in allem, was sie tut. Kaum eine ihrer neuen Fähigkeiten überfordert sie in dem Maße, wie man es erwarten würde von jemandem, dem diese ganze Welt neu ist. Und kaum etwas muss Oksa wirklich ernsthaft trainieren, bevor sie es beherrscht, was sogar ihre Lehrer erstaunt. Viel hiervon lässt sich mit ihrer Abstammung erklären, aber ich hätte mir etwas mehr Widerstand, ein paar mehr Schwierigkeiten, wenigstens eine Unsicherheit bei der strahlenden Heldin gewünscht, einfach, um sie greifbarer und menschlicher zu machen.
Letztendlich aber wird dieses ja nicht das letzte Abenteuer mit Oksa gewesen sein, so dass man auch gespannt abwarten darf, welche Entwicklung Geschichte, Figuren und Schreibstil wohl machen werden.

Mir persönlich war das Buch etwas zu seicht, die Figuren zwar interessant, aber nicht so liebenswert, wie andere sie fanden, insbesondere Oksa hatte durchaus ihre anstrengenden Phasen. Allerdings bin ich wohl auch ungefähr doppelt so alt wie die Leser, für dieses Buch geschrieben wurde, da muss ich Abstriche machen.
Insgesamt ein schönes Buch mit schöner Idee und grundsätzlich guter Umsetzung, wobei Letzteres Geschmackssache ist.

Bewertung: 3 von 5 Punkten mit Tendenz nach oben

Rezension: Gilde der Jäger 2: Engelszorn

Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Lyx-Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank!
Ich persönlich war sehr gespannt auf das Buch, da der erste Band großes Potential hatte, mich aber dennoch nicht so richtig überzeugen konnte, was dem Nachfolger besser gelungen ist:

Informationen zum Buch:
Titel: Gilde der Jäger 2: Engelszorn
Autor: Nalini Singh
Seiten: 400 Seiten (Taschenbuch)
Verlag: Egmont-Lyx (August 2010)
ISBN 10: 3802582756
ISBN 13: 978-3802582752


Rezension:
Elena, die einstige Gildenjägerin, findet sich nach einem langen Koma in der Zufluchtstätte der Engel wieder. Mit dem Erzengel Raphael an ihrer Seite, dem Mann, der ihr Innerstes zu berühren vermag.
Nur zögerlich kommt Elena wieder auf die Beine und versucht, sich mit ihrem neuen Dasein als Engel zu  arrangieren, als eine Einladung des Erzengels Lijuan eintrifft, welche Raphael und Elena zu einem Fest erwartet. Lijuan, die älteste der Erzengel, diejenige, die mit den Toten spielt und der nicht zu trauen ist. Und so muss Elena schneller, als ihr lieb wäre, lernen, Engel und Gegner statt Mensch und Opfer zu sein.

In diesem zweiten Teil der Reihe um die Gilde der Jäger stehen wieder Elena, Raphael sowie mindestens ein geflügelter Gegner im Mittelpunkt.
Die Geschichte ist vielschichtiger und verworrener als im ersten Teil, als Gegner und Ziel bereits von Beginn an bekannt waren. Auch werden die Figuren greifbarer, es kommen immer mehr Details aus Elenas und Raphaels Vergangenheit ans Tageslicht. Details, die es dem Leser erleichtern, zu verstehen und Details, die offene Fragen beantworten, gleichzeitig aber neugierig auf weitere Entwicklungen machen.

Stilistisch bleibt die Autorin sich treu, im positiven wie im negativen Sinne. Auch in diesem Buch herrscht wieder eine eingängige, flüssige Sprache vor, gleichzeitig wird zu häufig darauf hingewiesen, dass Elena eine Jägerin von Geburt an ist, was der halbwegs aufmerksame Leser bereits nach wenigen Seiten des ersten Bandes begriffen haben sollte.
Auch findet man leider recht unglückliche Formulierungen wie „Bei einem Wesen von solch unvorstellbarer Macht, einer Macht, die für Elena unvorstellbar war, ….“

Aber letztendlich sind dies Fehler in der B-Note, während sich dieser Band in der A-Note, dem Inhalt und den Figuren, sehr viel besser schlägt als sein Vorgänger.

Teil zwei der Serie ist in sich stimmiger und wirkt gereifter, interessanter als der Auftakt.
Wieder ein Buch, das neugierig macht auf weitere Bände, wobei der Titel die Gilde der Jäger erwähnt und ich hoffe, dass in den nächsten Bänden dann auch mehr von den anderen Mitgliedern der Gilde berichtet werden wird.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

Sonntag, 13. Februar 2011

12 Bücherzeiten - Februar

Hier dann auch direkt der zweite Teil der 12 Bücherzeiten der Bücherelfe.


1. In welcher Zeit liest du ein Buch mit 500 Seiten?
Kommt ganz auf das Buch an. Zwischen 24 Stunden und "bis zum Sankt-Nimmerleinstag" ist alles möglich. Im Schnitt 1-2 Wochen, zumal ich meistens mehrere Bücher gleichzeitig lese.
2. Wie lange brauchst du für 50 Seiten?
Je nach Sprache und Inhalt 20 bis 80 Minuten (geschätzt). Im Schnitt wohl eine Seite je Minute.
3. Was tust du, wenn dich ein Buch nicht fesselt? Abbrechen oder nochmal eine Chance geben?
Wie immer: Kommt darauf an ;)
Wenn ich mir das Buch privat gekauft habe, breche ich es ab. Ist es eines, das mich inhaltlich sehr interessiert, gebe ich ihm meistens noch eine zweite oder sogar dritte Chance. Spätestens dann aber wird es abgebrochen und der Versuch als gescheitert betrachtet.
Ist es ein Rezensionsexemplar, beiße ich mich durch, mache aber drei Kreuze, wenn ich es hinter mir habe.

4. Was bremst dich beim Lesen aus? Was beschleunigt dich beim Lesen?
Die Sprache und der Inhalt. Wenn ein Buch so geschrieben ist, wie ich denke, wenn es mich keine Mühe kostet, sondern von selbst liest, dann schaffe ich 500 Seiten an einem Tag und das ohne größere Probleme. Weil das Buch mich dann nicht mehr loslässt. Eine interessante Story gehört natürlich trotzdem dazu.
Wenn es aber sehr trocken geschrieben ist oder Inhalt und Figuren mich so gar nicht begeistern können, dann zieht sich ein Buch bisweilen wie Kaugummi.

5. Zeige uns ein Foto deines zuletztgelesenen Buchs. optional

12 Bücherzeiten - Januar

Auf dem Bücherblog der Bücherelfe habe ich folgende Aktion gefunden:
12 Bücherzeiten.

Hierbei gibt es jeden Monat ein paar Fragen zu beantworten. Um an der Januar-Auswertung teilzunehmen, bin ich leider etwas zu spät dazu gestossen, aber ich habs gern vollständig, hier also meine Januarantworten:

1. Welches war dein erstes Buch, dass du gelesen hast und wie hast du es bekommen?
Mein erstes Buch war, wie unter "über mich" schon beschrieben, ein großes gelbes Kinderlexikon. Ziemlich kurz danach bekam ich eine illustrierte Kinderbibel mit einigen "Geschichten" aus dem Buch der Bücher.
Das Kinderlexikon haben meine Eltern gekauft, die Kinderbibel bekam ich von einer Freundin der Familie
2. Wie bist du zum Bücherwurm geworden?
Ich bin mit Büchern groß geworden. Jeder aus meiner Familie liest viel und gerne, Bücher zu haben, zu tauschen und sich darüber zu unterhalten ist der normale Umgang in meiner Familie. Ich glaube, ich konnte gar nicht anders werden.
3. Wieviele Bücher liest du so durchschnittlich im Monat?
Das kommt auf die Bücher an. Sind es welche, die mich fesseln, dann benötige ich selten länger als ein paar Tage. Kommen davon mehr Bücher in einem Monat zusammen, dann können es auch mal 12 bis 15 Bücher im Monat werden. Lese ich an Büchern, die sich nicht ganz so schnell weglesen lassen, sind es manchmal nur 3, 4 oder 5. Im Schnitt würde ich 8 Bücher schätzen.
4. Hast du dir vorlesen lassen, als du noch nicht lesen konntest? Wenn ja von wem?
Ich erinnere mich noch genau, wie mein Vater und ich nachmittags in der Wohnstube saßen oder quer übers elterliche Doppelbett lagen und er mir aus dem gelben Lexikon vorgelesen hat. Seltsamerweise ist mir besonders der Eintrag über den "Jaguar" in Erinnerung geblieben. Also ja: Ich habe mir vorlesen lassen und das zumeist von meinem Vater - der darüber hinaus ein wirklich begabter Geschichtenerzähler war.
5. Wieviele Bücher besitzt du?
Viele. Ich weiß es nicht genau, da meine Bücher auch taschenweise an meine Familie verliehen werden. In meiner Wohnung befinden sich ungefähr 300 Stück.
6. Zeige dich vor deinem Bücherregal (optional)

Freitag, 11. Februar 2011

Rezension: Das Lied der Banshee

Dieses Buch wurde mir vom PAN-Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt, an dieser Stelle nochmals herzlichen Dank!

Informationen zum Buch:
Autor: Janika Nowak
Seiten: 480 Seiten (Hardcover)
Verlag: PAN-Verlag (Januar 2011)
ISBN 10: 3426283395
ISBN 13: 978-3426283394

Rezension:

Aileen ist – bis auf ihre Lehrstelle als Tischlerin – ein ganz normales Mädchen. Zumindest glaubt sie daran, bis sie einem merkwürdigen Mann in der U-Bahn begegnet, verfolgt wird und sich eingestehen muss, dass hier etwas ganz und gar nicht normal ist.
Als ihr eröffnet wird, dass sie eine der letzten – vielleicht die letzte – Banshee ist, also eine Todesfee, kann sie dies zunächst nicht glauben, bis die Feinde, die auf sie aufmerksam geworden sind, sie zwingen, sich mit ihnen und ihrer neuen Realität auseinander zu setzen…


Dieses Buch ist ein optisches Schmuckstück! Nicht nur der Einband ist wunderschön gestaltet, nein, im Buch befinden sich zusätzlich unzählige Illustrationen, die dem Leser die Geschichte ganz eindringlich nahe bringen. So werden Bilder von den verschiedenen Gestalten, aber auch von besonderen Situationen gezeigt, die einfach die Geschichte sehr viel greifbarer gestalten.

Weiter ist positiv anzuführen, wie lebensnah die Autorin ihre gar nicht so lebensnahen Figuren entworfen hat. Ihre Eigenarten wurden sehr schön herausgearbeitet, ohne es zu übertreiben, so dass man einen guten Eindruck der Charaktere bekommt, ohne dass hierfür lange Vorstellungen nötig gewesen wären. Statt dessen entwickeln sich die Personen aus der Geschichte heraus, was wirklich angenehm war.
Auch war die Art Aileens, die Geschichte zu erzählen, erfrischend. Sarkasmus, Ironie und teilweise sehr bissiger Humor sind hier die sprachlichen Begleiter und sie passen sehr gut in die Story. Teilweise waren die gedanklichen Kommentare der Protagonistin so wunderbar passend, dass  man sie am liebsten anderen weitererzählen würde.

Allerdings haben mich an diesem Buch auch so einige Punkte gestört, wovon einige Kommafehler, ein verwechselter Name (da hieß Bettina auf ein Mal Beate) und einige verwirrende Formulierungen noch die Kleineren waren.
Es gab Fehler in der Kontinuität, Punkte, in denen es wirkt, als wären erklärende Sätze gestrichen worden, so dass dem Leser eine Situation vorgesetzt wird, die zunächst verwirrend erscheint und es gibt Logikfehler.
Beispielsweise wird geschrieben wird, dass Harpyien jemanden umgebracht haben und im nächsten Satz steht, dass der Mörder ein Ghul war. Es mögen Kleinigkeiten sein und vielleicht bin ich da auch überkritisch, aber ich persönlich stolpere beim Lesen über solche Punkte und sie stören mich erheblich.
Da kann ich im Vergleich fast schon darüber hinweg sehen, dass Aileen sich mit aufdringlicher Penetranz einzureden versucht, sie und Thomas – der tatsächlich sehr anstrengende Charakterzüge aufweist – wären nur Freunde.
Darüber hinaus empfand ich das Buch zwar durchgehend als actionreich, aber das Verhältnis zwischen der eigentlichen Geschichte und dem großen Finale war dann eher ungünstig, wenn man bedenkt, dass auf diese wenigen Passagen  über 400 Seiten lang hingearbeitet wurde.
Der Epilog schließlich ist mir zu weichgewaschen. Zu sehr Friede, Freude, Eierkuchen in einer Welt, die doch noch so viele Geheimnisse und Merkwürdigkeiten bietet, zu viel Normalität in einem Leben, das so fern ab jeglichem Normalen anzusiedeln ist.
Da bleibt leider ein schaler Nachgeschmack.

Insgesamt ein Buch, das verschiedene Mythen und Sagenwelten sehr schön und logisch miteinander verknüpft. Eine neue, eine ansprechende Idee und eine vor allem wundervolle Gestaltung.
Abzüge gibt es allerdings bei der Logik und Kontinuität, worüber der geneigte Leser aber bestimmt leichter hinwegsehen kann als ich.

Bewertung: 3 von 5 Punkten mit Tendenz nach oben

Freitags-Füller

Die Vorlage findet ihr wie immer hier


1.  Genau heute habe ich permanent das Gefühl, einen Termin vergessen zu haben.
2.   Wenn ich an das Verhalten mancher Menschen denke, packt mich das Grausen.
3.  Ich habe es tatsächlich geschafft,  mir etwas zu gönnen.
4.  Ich geh jetzt häufiger Tanzen und ich freu mich drauf !
5.  Als allererstes  nach dem nach-Hause-kommen begrüße ich meine Katzen.
6.   Man möchte auswandern, wenn man das politische Geschehen in unserem Lande betrachtet.
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf hochgelegte Füße, morgen habe ich Frühschicht und danach einen ruhigen Abend geplant und Sonntag möchte ich noch ein paar Stunden arbeiten und dann nichts mehr tun!

Donnerstag, 10. Februar 2011

Bücherpost *räusper*

Gestern und heute bekam ich Post...
Viel Post.
Ich freue mich.

Von Medimops kam folgende Bestellung an:
Ich werde über die Bücher Näheres berichten, wenn ich sie angefangen habe, denn eiiiiigentlich wollte ich ja gar keine Bücher bestellen, aber irgendwie waren die dann ganz plötzlich doch im Warenkorb, ich habe keine Ahnung, wie das passieren konnte...


Dann habe ich über die Leser-Welt "Ruf der Tiefe" gewonnen, das kam heute auch an und ich freue mich schon sehr auf die Leserunde, die in Kürze beginnt.


Und dann hatte ich über die Autorin Jennifer Benkau ihr Buch "Phoenixfluch" gekauft, da ich demnächst auch hier an einer Leserunde teilnehme. Dieses kam heute ebenfalls an und enthielt dann direkt noch eine ganz wunderbare Überraschung: Ein wunderschönes Lesezeichen! Ganz herzlichen Dank, liebe Jenny!

Dienstag, 8. Februar 2011

Gewinnspiel auf Bücherquotes

Julia von Bücherquotes hat ein ganz wunderbares Gewinnspiel ins Leben gerufen.

Es gibt gleich drei Bücherpreise zu gewinnen, nämlich:
Bodyfinder von Kimberly Derting, Männertaxi von Andrea Koßmann und Supernova von Elea Noir.
 
Beantworten müsst ihr dafür folgende Frage:

Welches Buch, dass Du jemals gelesen hast, hat Dich am meisten beeindruckt- und warum?

Also eine Frage, über die wohl jeder Bücherwurm schon einmal nachgedacht hat. 


Viel Glück!

Montag, 7. Februar 2011

Die Gewinner stehen fest

So ihr Lieben, die Glücksfee hat erbarmungslos zugeschlagen und die Gewinner stehen somit fest.
Bevor ich sie verrate möchte ich mich aber zunächst bei allen für die Teilnahme bedanken, ich habe mich über jeden einzelnen Beitrag gefreut.

Diejenigen, die leider dieses Mal leer ausgegangen sind, brauchen sich aber nicht in die Ecke setzen und weinen, denn es war ganz sicher nicht das letzte Gewinnspiel.
Mir hat es viel Spaß gemacht und ich weiß auch schon, was ich als nächstes verlose, allzulange müsst ihr also nicht warten.

Aber nun zu den glücklichen Gewinnern, die bereits per Mail informiert wurden.

Das Buch geht an:
Verena/Biliofila83

Und das Lesezeichen reist zu
Jennifer/jennifer0509

Herzlichen Glückwunsch, Mädels!

Dem Rest von euch viel Glück beim nächsten Mal und ich hoffe, ihr habt trotzdem noch Spaß beim Bloglesen

Liebe Grüße
Claudia

Sonntag, 6. Februar 2011

Rezension: Die dunkle Chronik der Vanderborgs: Estelle - Dein Blut so rot

Dieses Buch habe ich über lovelybooks erhalten. Ich habe ewig gebraucht, bis ich es ausgelesen hatte, da es mich leider überhaupt nicht fesseln konnte.

Informationen zum Buch:
Autor: Bianka Minte-König
Seiten: 423 Seiten (broschiert)
Verlag: Otherworld Verlag (September 2010)
ISBN 10: 3800095246
ISBN 13: 978-3800095247


Rezension:
Estelle Vanderborg reist mit ihrem Vater und ihrem Bruder Friedrich in die Karpaten, um eine neue Erfindung, eine Vampirfangmaschine, auszuprobieren. Das Experiment geht schief und so wird die Seele der Vampirin Eleonore zwar gefangen, allerdings in Estelles Körper, dessen Regie sie fortan übernimmt.

Zunächst ist positiv hervorzuheben, um was für ein hochwertiges Buch es sich hier handelt. Die Broschur ist schön gestaltet und die soft-touch-Oberfläche ist wirklich wundervoll.
Auch handelt es sich hier wirklich um etwas Neues. Ein Vampirroman fernab von den üblichen „Schülerin trifft große Liebe ihres Lebens in Form eines Vampirs“ oder „großer starker Vampir kämpft um schöne Frau“-Geschichten.
Eine Vampirseele im Körper einer gutbürgerlichen Tochter am Anfang des 20. Jahrhunderts. Probleme, die die Frauen dieser Zeit zu bewältigen hatten und gleichzeitig Geheimhaltung und Blutdurst. Estelles Probleme sind wirklich eine neue Idee.
Die Sprache ist der Zeit, in der das Buch spielt, angepasst. Hier offenbart sich der große Vorteil einer deutschsprachigen Autorin: Die Sprache. Wäre ein Buch auf englisch verfasst und übersetzt worden,  wären diese Feinheiten, die einen den Unterschied zwischen den Jahrhunderten fühlen lassen, vermutlich verloren gegangen. Denn gänzlich neue Worte sind es nicht. Aber das Gefühl für die Sprache einer anderen Zeit ist vorhanden, was es interessant macht, dieses Buch zu lesen, allerdings muss man sich erst daran gewöhnen, ist man doch übersetzte und damit dem heutigen Sprachgebrauch angepasste Formulierungen gewohnt.

So innovativ die Geschichte ist, so weit lehnt die Autorin sich auch mit einigen ihrer Handlungsstränge aus dem Fenster. So ist die Beziehung zwischen Estelle/Eleonore und Friedrich doch etwas zu intensiv um meiner Meinung nach Platz in einem Jugendbuch finden zu dürfen. Mutig, diese Entwicklung, ja. Und so sehr Estelle sich verändert hat, Friedrich hat es nicht und so hinterlassen jene Szenen einen schalen Nachgeschmack.
Auch haben mich die häufigen Wiederholungen einiger kleinerer Fakten gestört. Ebenso wie die ständigen Wiederholungen Estelles, dass sie ja nun eine Vampirin sei.
Einfach viel zu viele Abschnitte endeten mit einem Hinweis darauf, wie gemein das Schicksal noch zuschlagen sollte. Ich denke, solche Wendungen sollten sich aus der Geschichte ergeben, und nicht wie mit einer Leuchttafel an jedem Abschnittsende angekündigt werden.
Darüber hinaus empfand ich Estelles Gedankengänge/Handlungen zu oft als entschuldigend und rechtfertigend. Als versuche sie permanent, sich ins rechte Licht zu rücken – gerechtfertigt oder nicht. Für Verfehlungen werden Entschuldigungen gesucht und gefunden, Zögern wird mit Moralempfinden erklärt, fehlt diese Moral, ist es nur ihr natürlicher vampirischer Trieb. Kümmert sie sich um andere, ist sie die liebende, aufaufopfernde Estelle, tut sie es nicht, findet sich eine Erklärung, die wieder nur darauf zeigt, wie gut sie eigentlich ist und dass sie nie etwas böse gemeint hat.
So, wie Menschen mit enormer Geltungssucht ihre Taten hinzudrehen wissen, so erscheint Estelle leider viel zu oft im Buch.
Insgesamt weist die Geschichte einige Lücken und Ungereimtheiten auf, einige der Einschübe aus Eleonores Vergangenheit  wirken deplatziert und unnötig.
Geschehnisse werden stark zusammengekürzt, Jahre übersprungen oder in einem Nebensatz abgetan. Manchmal wirkt diese Art der Erzählung fast lieblos, auf jeden Fall leider farblos. Als würde man einen Videofilm einfach vorspulen. Gerade kurzen Hinweise auf die Dinge oder Zeiträume, die übersprungen wurden, fördern dieses Gefühl. Wäre hierauf einfach nicht eingegangen worden, sondern nur an den nächsten Absatz eine Zeitangabe gesetzt worden (z.B. 3 Jahre später), würde es weniger gehetzt, weniger übersprungen wirken.
Die Figuren sind leider leblos geblieben, was in Anbetracht eines Vampirromanes schon fast als witzig ausgelegt werden kann. Letztendlich aber kann man sich mit den Hauptpersonen und ihren Entscheidungen kaum identifizieren, als würde man ein Gespräch nur durch eine Glasscheibe beobachten. Man ist zwar dabei, aber nicht mittendrin, hat keinen direkten Zugang.
Und so blieb mir scheinbar auch der Zauber dieses Buches verborgen.


Eine tolle, neue Idee und eine wunderbare Aufmachung mit authentischer Sprache, leider aber farblosen Charakteren, Wiederholungen, einer sehr von sich eingenommenen Protagonistin und teils gewöhnungsbedürftigen Handlungssträngen.

Bewertung: 2 von 5 Punkten

Samstag, 5. Februar 2011

Rezension: Firmin - ein Rattenleben

Dieses Buch habe ich von einer Freundin ausgeliehen. Nachdem ich so viele positive Meinungen darüber gelesen hatte, war ich neugierig. Leider konnte es meinen Erwartungen nicht gerecht werden.

Informationen zum Buch:
Autor: Sam Savage
Seiten: 208 Seiten (broschiert)
Verlag: List Tb (Oktober 2009)
ISBN 10: 354860921X
ISBN 13: 978-3548609218


Rezension:

Firmin ist eine Leseratte  - eine lesende Ratte. Geboren und aufgewachsen im Keller einer Buchhandlung wird sein Leben von Anfang an von Wörtern, Sätzen, Buchstaben bestimmt. Und so wundert es nicht, dass Firmin sich lieber an Menschen und ihre Lebensweisen hält als an das Leben, das eine Ratte führen sollte…
Man sollte meinen, dass ein Buch über Bücher und das Lesen denjenigen, die viel  und gerne lesen, per se gefällt. Leider war das in diesem Fall nicht so.
Ich empfand die Erzählweise als zäh, die Einwürfe Firmins an den Leser unterbrechen seine Berichte nur kurz, immer wieder rutscht er in lange Monologe, verschlungene Gedankengänge ab. Ein wenig liest sich das Buch so, als würde einem ein Betrunkener sein Leben erzählen: Verworren und sprunghaft, immer wieder werden spätere Ereignisse vorweg genommen, bevor es in der Geschichte weiter geht, immer wieder stellt Firmin sich selber rhetorische Fragen, denkt über das Leben und Lesen als Solches nach, bevor er wieder zu einem Bericht seines Lebens übergeht.
Ja, dieses Buch regt zum Nachdenken an. Firmin tut einem ob seines armseligen Lebens leid,  man denkt über viele der angesprochenen Themen nach, ordnet sie vielleicht in seinen eigenen Erfahrungen neu an.
Nichtsdestotrotz kann Firmin weitere Sympathien leider nicht sammeln, vielleicht auch, weil mit der Figur einer sehr von sich selbst überzeugten Ratte keine Identifikation möglich ist.

Es handelt sich hier um ein intelligentes Buch. Eines, in dem immer wieder deutlich wird, wieviel mehr als nur Buchstaben in Büchern steckt. Und wieviel mehr als nur Handlungen in einem Leben steckt. Aber eben auch eines, das sich zäh liest und dementsprechend wenig Vergnügen mit sich bringt.
Letztendlich muss jeder selber entscheiden, ob und wie sehr er sich auf dieses Buch einlassen möchte – mich persönlich konnte es leider nicht in seinen Bann ziehen.

Bewertung: 2 von 5 Punkten

Freitag, 4. Februar 2011

Freitags-Füller

Es ist schon wieder soweit. Den Ursprung findet ihr hier.


1.   Hallo ihr Lieben.
2.   Vielleicht gehe ich heute Abend noch weg, aber nur wenn ich vorher alles andere erledigt bekomme.
3.    Eigentlich könnte ich mal wieder Schwimmen gehen.
4.  Ich liebe gute Nachrichten.
5.   Im Kino habe ich kürzlich  wieder festgestellt, dass ich Filme doch lieber allein gucke.
6.   Missgünstige Menschen finde ich ganz furchtbar.
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf mein Bett, morgen habe ich gar nichts (!) geplant und Sonntag möchte ich ausschlafen, lesen und hauptsächlich rumgammeln!

Donnerstag, 3. Februar 2011

Award: The Versatile Blogger

Hui, da geht man arbeiten, kommt heim und hat einen Award verliehen bekommen.
Und das mittlerweile gleich sechs(!) Mal, von Dina, Bibliofila, Jennifer, Mel, Julia und Noelle.
Dann scheine ich ihn ja wirklich verdient zu haben :)

Herzlichen Dank, ich fühle mich sehr geehrt!


Die Regeln:
Danke der Person, die dir den Award gegeben hat und verlinke sie in deinem Post. (Check!)
Erzähle uns 7 Dinge über dich. (Check!)
Gib’ den Award an 15 kürzlich entdeckte, neue Blogger. ( 15? Ist das euer Ernst? Diesen Punkt werde ich nach und nach abarbeiten)
Kontaktiere diese Blogger und lass’ sie wissen, dass sie den Award bekommen haben.(siehe oben)

7 Dinge über mich:
1. Peinlich, aber wahr: Ich musste "versatile" tatsächlich erstmal googeln (es bedeutet so viel wie: gewandt, vielseitig).
2. Meine Katzen haben mehr Liegeplätze, Bettchen und Sofas als ich.
3. Ich sammle mehr oder weniger heimlich Karmapunkte und beurteile manchmal Handlungen oder Gedanken danach, ob sie jetzt den Saldo erhöhen würden oder nicht.
4. Raffaello esse ich von außen nach innen (und von mir aus könnten die sich die Mandel gerne sparen).
5. In Prüfungen habe ich oft Pech, schaffe sie aber fast immer trotzdem.
6. Der Vorsatz, Sport zu treiben, scheitert erschreckend oft daran, dass ich zu faul bin, mich umzuziehen (weia, eigentlich wollte ich nicht so peinliche Dinge verraten)
7. Ich wäre manchmal gerne dümmer und weniger kritisch, weil ich glaube, dass vieles dann sehr viel einfacher wäre.

Den Award gebe ich weiter an:
1. http://booksmybaby.blogspot.com/
2. http://bookparadies.blogspot.com/
3. http://sabrinas-buchwelt.blogspot.com/
4. http://bookah0lic.blogspot.com/
5. http://kadisbuecherwelt.blog.de/

Dienstag, 1. Februar 2011

Rezension: Das Wörterbuch der Liebenden

Eines der Bücher, die ich über vorablesen gewonnen habe und eines der ganz wenigen, denen ich mit ruhigem Gewissen die volle Punktezahl gegeben habe.
Ein Schmuckstück!

Informationen zum Buch:
Titel: Das Wörterbuch der Liebenden
Autor: David Levithan
Seiten: 211 Seiten (Hardcover)
Verlag: Graf (August2009)
ISBN 10: 3862200043
ISBN 13: 978-3862200047



Rezension:

Ein Mann, eine Frau, eine Beziehung.
Kennenlernen, lieben lernen, gemeinsame Wohnung, Alltag.

David Levithan geht einen ungewöhnlichen Weg, wenn er seinen Lesern die Geschichte einer Liebe erzählt. Er verpackt große Gefühle, Probleme, Zusammenleben nicht in aufeinander folgende Kapitel, sondern in Fragmente, die Einträgen in ein Wörterbuch ähneln, deren Überschriften zum jeweiligen Inhalt passen.

Dabei springt er unstet zwischen dem ersten Date und dem Scheidepunkt der Beziehung hin und her, beleuchtet Situationen aus verschiedenen Blickwinkeln, täuscht und ent-täuscht den Leser.
Er spielt mit den Worten genauso wie die Emotionen mit den Liebenden spielen.

Die Sprache ist eindringlich und erstaunlich exakt. Levithan verliert nicht viele Worte, wo wenige genügen. Er trifft die Dinge auf den Punkt, an einigen Stellen reicht ein einziger Satz aus, um zwischen Beklemmungen und Freude zu wechseln.

Er berührt mit seinen Worten, ohne aufdringlich zu sein. Entzaubert eine große Liebe, ohne voyeuristisch zu wirken. Er zeigt Details ohne sich in ihnen zu verlieren.

Insbesondere die erweiterten Wiederholungen sind ein interessantes Stilmittel, das in eine andere Form der Erzählung kaum hineingepasst hätte.
Levithan erzählt unter einem Wort eine Situation. Viele Seiten später greift er unter einem ganz anderen Eindruck diese Situation wieder auf, verringert oder erweitert sie um manchmal nur einen einzigen Satz.
Einen einzigen Satz, der doch ein komplett anderes Licht auf die ganze Lage wirft, der zwischen Hoffnung und Hoffnungslosigkeit, zwischen Ende und Anfang entscheidet.
Ebenso vielschichtig, wie das Leben und die Liebe sind, wird hier ein Bild von einem gemeinsamen Leben entworfen, dessen Bestandteile sich wie bei einem Kaleidoskop ständig neu anordnen und so erst eine Tiefe in die Erzählung bringen, wie nur die Realität sie schaffen kann.


Fazit:
Ein Buch, dass die Bezeichnung „Literatur“ wirklich verdient hat. Ein Buch, das mit den Erwartungen des Lesers, mit seinen eigenen Gedanken und Vermutungen spielt und gleichzeitig sehr viel genauer beobachtet, wie Menschen miteinander umgehen, als gewöhnliche Romane es vermögen.
Ein Buch, das das Kunststück fertig bringt, durch die oberen Schichten einer Beziehung in ihre Tiefe vorzudringen und ihre Bestandteile zeigt, ohne dabei platt oder aufgesetzt zu wirken.
Uneingeschränkt lesenswert!

Bewertung: 5 von 5 Punkten