Montag, 31. Januar 2011

Gewinnspiel zur Blogeröffnung

Mein Blog gehört zwar zu den Neueren, aber ich habe langsam das Gefühl, angekommen zu sein.
Und daher – zur Feier des Augenblickes und als Willkommensgeschenk an euch – gibt es jetzt bereits meine erste Verlosung.

Zu gewinnen gibt es ein Exemplar von Schattenwandler 1: Jacob und als zweiten Preis ein wunderhübsches, handgemachtes Lesezeichen.


Das Buch befindet sich schon einige Zeit in meinem Besitz, ist aber noch ungelesen. Die Story dahinter interessiert mich sehr, ich bin neugierig und würde vor allem die Nachfolger gerne lesen (was ich, ohne den ersten Teil zu kennen, aber nicht mache).
Allerdings hindert mich die Namensgebung der Protagonisten daran, es zu anzufangen. Ein vielleicht blödsinniger Grund, für mich aber wichtig genug, es lange Zeit nicht in die Hand genommen zu haben.

Und da ich denke, dass die meisten Anderen nicht so pedantisch sind wie ich und Bücher gelesen werden sollen, könnt ihr nun dieses Exemplar gewinnen.
Das Lesezeichen besteht aus Draht und (Glas)Perlen und wurde von meiner zukünftigen Schwägerin selbst gestaltet. Nicht nur praktisch, sondern auch noch hübsch.

Was müsst ihr dafür tun?

Zunächst einen Kommentar verfassen (und mir in Kopie als Email senden), welches Buch ihr zuletzt hättet lesen wollen und aus welchen Gründen ihr davon abgesehen habt. Oder gibt es das bei euch nicht, dass ihr euch trotz Interesse gegen ein Buch entscheidet?

Alle Kommentatoren landen im Lostopf, aus dem nach Ablauf der Frist per Zufall die Gewinner gezogen werden.

Natürlich könnt ihr eure Chancen auch erhöhen:

Je ein weiteres Los gibt es für:
-          Diejenigen, die sich als Leser eintragen
-          Diejenigen, in deren Blogroll oder Linkliste mein Blog sich befindet
-          Diejenigen, die auf ihrem Blog dieses Gewinnspiel verlinken

Also maximal 4 Lose, wenn alle Möglichkeiten wahrgenommen werden.

Bitte schickt mir eine Email (siehe Impressum) mit der Kopie eures Kommentars, sowie Links zu eurem Blog/dem Werbebeitrag und dem Namen, mit dem ihr als Leser eingetragen seid.

Einsendeschluss für die Mail ist Sonntag, der 06. Februar 2011 um 23.59 Uhr.

Die Gewinner werden per Mail benachrichtigt und hier mit Vornamen veröffentlicht.
Ich bitte um Verständnis, dass ich nur den Versand innerhalb Deutschlands übernehme. Teilnehmer aus anderen Ländern können sich gerne mit mir in Verbindung setzen, um zu sehen, ob wir für den Fall des Gewinnes eine andere Lösung finden.

Eine Teilnahme wird als Einverständniserklärung mit diesem Vorgehen gewertet.

Ich wünsche allen Teilnehmern viel Glück 

Statistik Januar 2011

Wie in dem Reiter "Statsitik 2011" bereits zu sehen, habe ich eine kleine Aufstellung für Januar gemacht.
So etwas wird es jetzt für jeden Monat geben, aber zunächst der Januar:

Januar 2011:
  1. Wie man ein Genie wird (André de Guillaume) 140 Seiten, rezensiert
  2. Das Bildnis des Dorian Gray (Oscar Wilde) 360 Seiten, rezensiert
  3. Numbers - den Tod im Blick (Rachel Ward) 362 Seiten, rezensiert
  4. Sommerlicht 3: Für alle Ewigkeit (Melissa Marr) 394 Seiten, rezensiert
  5. Wohin du auch gehst: Die Geschichte einer fast unmöglichen Liebe (Benjamin Prüfer) 328 Seiten, rezensiert
  6. Firmin - ein Rattenleben (Sam Savage) 216 Seiten, rezensiert
  7. Gilde der Jäger 1: Engelskuss (Nalini Singh) 432 Seiten, rezensiert
  8. Schweigt still die Nacht (Brenna Yovanoff) 368 Seiten, rezensiert
  9. Bis dass der Tod uns scheidet (Guido Knopp) 272 Seiten

Gelesene Bücher: 9
Davon rezensiert: 8
Gelesene Seiten: 2.872
Seiten pro Tag: 92,65

Neue Buchpost

Bereits am Sonnabend kam folgendes Buch bei mir an:
"Silence: Das Lied der Wölfe" von Nicole Döhling. Die Autorin hat es mir freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt und ich bedanke mich hiermit nochmals ganz herzlich dafür!
Da ich glücklicherweise zu der kleinen Gruppe gehöre, die mit Frau Döhling zusammen ihren Erstling "Götterdämmerung" überarbeiten dürfen, bevor er neu aufgelegt wird, schiebe ich "Silence" allerdings noch etwas nach hinten, obwohl ich schon gespannt bin auf das Buch.

Inhalt:
In der Kleinstadt Silence scheint nach außen hin, alles wie in jeder anderen Stadt North Carolinas. Aber der Schein trügt. Die Erwachsenen verbergen etwas vor ihren Kindern. Das wird Lisa klar, als immer mehr Mitschüler auf ein Internat geschickt werden, von dem niemand mehr zurückkehrt. Lisa weiß nur, das hat etwas mit ihrer neuen Gabe zu tun. Die Uhr tickt, denn etwas Fremdes erwacht im Körper der High-Schoolschülerin und schon bald soll auch sie auf diese Schule geschickt werden. Einzig die beiden Neuen in der Stadt scheinen bereit, Lisa zu helfen. Kann Lisa Giovanni und Ermano vertrauen?

Mal kein Buch: Alive And Swingin

Ich war heute auf dem Konzert "Alive And Swingin", bin grade zurück und schwebe auf einer Wolke der Begeisterung.

Rea Garvey, Michael Mittermaier, Xavier Naidoo und Sasha machen Swing.
Eine großartige Show.
Mittermaier hat das Ganze  moderiert und im Grunde ein Comedyprogramm gemacht, die anderen haben (großartig!) gesungen.

Rea Garvey hatte ich bisher immer nur als "Typ von Reamonn" aufm Schirm, aber der Mann kann unglaublich gut singen!!
Sasha hat wahnsinnig viel Humor.
Und Herr Naidoo kann tanzen!
Toll!

Es war wirklich großartig!.

Meine Highlights:
 - Xavier Naidoo springt bei einer Tanzeinlage ins Spagat
 - Michael Mittermaier singt "ring of fire" (und das gar nicht mal schlecht)
 - Sasha ist Falko und Udo Lindenberg
 - Rea Garvey singt a capella "O Danny Boy" ... Gänsehaut! Und im ganzen Sall eine Totenstille. Das war wirklich beeindruckend.

Also: Ein wundervoller, ein beeindruckender, ein fantastischer Abend!
Und ein Erlebnis, das ich einfach mitteilen musste.

Samstag, 29. Januar 2011

Rezension: Dämonenherz

Ebenfalls von vorablesen. Aus meiner Sicht eines der schwächeren Bücher des letzten Jahres.

Informationen zum Buch:
Titel: Dämonenherz
Autor: Julia Talbot
Seiten: 396 Seiten (Hardcover)
Verlag: Marion Von Schröder (März 2010)
ISBN 10: 3551582009
ISBN 13: 978-3551582003


Rezension:

Inhalt:
Die PR-Agentin Anna hat eine miese Phase. Erst lässt sie sich von einer ehemaligen Klassenkameradin überreden, kostenlos für sie zu arbeiten, was ihrer am Rande des Bankrotts wandelnden Firma den Todesstoß versetzt. Und dann lässt sie sich auf einen Handel mit dem ebenso undurchschaubaren wie erfolgreichen Carl Weller ein, der sie nicht, wie erwartet, in die Welt der Wirtschaft, sondern in viel tiefere, dunklere und gefährlichere Geheimnisse einweiht, so dass letztendlich Anna entscheiden muss, ob sie alles aufs Spiel setzt…

Meinung:
Ein Buch, das mich sicherlich im Handel schon angesprochen hätte aufgrund des wirklich hübschen Covers und der sehr interessanten Story.
Tatsächlich ist der Autorin mit dieser Idee etwas gelungen, was ich anhand der momentanen Fantasy-Schwemme nicht erwartet hätte: Eine neue Idee. Und eine Gute noch dazu.
Das Buch liest sich dann auch gut und flüssig, die Figuren werden – sympathisch oder nicht – lebendig.
Gelungen fand ich – bis auf die Verschwiegenheit über die tatsächlichen Vorgänge – den Charakter des Carl Weller. Der düstere Mächtige ist der Autorin meiner Meinung nach gut gelungen, ebenso der schrullige Vater von Anna.

Kritik:
Es gibt zwei ganz große und mehrere kleinere Kritikpunkte an diesem Buch.
Zum einen der Charakter der Anna. Ich muss gestehen, ich kenne Frauen, die sind so wie Anna und einige dieser Frauen mag ich sogar. Aber Anna hätte ich fast permanent schütteln und anschreien mögen. Nicht nur, dass sie sich zu Beginn des Buches so einwickeln ließ, nicht in der Lage war, ihre Meinung zu vertreten, nein, sie ist wankelmütig, launisch, unsicher. Ihre Missgeschicke sollen sie vielleicht liebenswert-chaotisch erscheinen lassen, ich empfand sie als anstrengend. Auch hätte ich mir gewünscht, dass sie das Rückgrat beweist und ihre Gedanken und Wünsche offen legt, statt krampfhaft die Starke, Überlegene zu spielen in dem Wissen, dass das nicht der Wahrheit entspricht. Sie wirkte unglaubwürdig und insgesamt bemüht – nach gewollt, aber nicht gekonnt.
Ein weiterer Punkt ist das permanente um-den-heißen-Brei-Geschleiche im Hauptteil des Buches. Der Leser weiß, dass hier Dinge vorgehen, die den normalen menschlichen Horizont übersteigen. Selbst Scheuklappen-Anna merkt das. Wird das Thema angesprochen? Wird eine Erklärung verlangt und auf ihr beharrt? Nein. Und selbst Weller, für den es nicht unbedingt von Nachteil wäre, Anna mehr zu erzählen, schweigt sich beharrlich aus.
Das Ende des Buches wirkt sehr bemüht und konstruiert. Als wäre es nicht aus der Geschichte erwachsen, sondern wäre anhand einer Checkliste zusammengeschrieben worden. Action? Check. Mystik? Check. Sandrine? Check. … Es wirkt einfach etwas lieblos.

Dann gab es diverse logische Lücken oder (für mich) unverständliche Kleinigkeiten:
  • Warum wollte Sandrine zu Beginn des Buches Anna als PR-Agentin? Die kannte Weller zu dem Zeitpunkt nichtmal und anhand von Sandrines Verhalten kann man nicht davon ausgehen, dass diese hellsehen kann. Also: Warum wird diese erste Begegnung so (im Nachhinein) unglaubwürdig gestaltet? Nur, um Sandrine einzuführen? Alles ein großer Zufall, dass gerade diese beiden sich in dem Rahmen vorher schon begegnet sind?
  • Hat Weller Sandrine nun geküsst am Auto oder nicht? Was war das für eine Begegnung?
  • Wenn er so viel Macht hat, auf Annas späteren Status Einfluss zu nehmen, warum hat er das bei Jean-Baptiste nie getan? In all den Jahren? Müsste dort nicht auch Liebe und Pflichtgefühl sein? Oder gilt das nur für die „strahlende“ Heldin, damit ihr neues Leben sich am Schluss so trostlos anhört?
  • Musste diese Geschichte mit Jean-Baptiste und Vicky sein? Hätte man da nicht etwas weniger dick auftragen können?

Fazit:
Wer sich mit der Hauptfigur identifizieren kann, wird sicherlich mehr Spaß an diesem Buch haben, als ich es hatte. Trotz der logischen Lücken eine kurzweilige Lektüre. Allerdings hätte man aus der Story mehr machen können.

Bewertung: 2 von 5 Punkten

Rezension: Was bisher geschah

Hier mal ein Sachbuch. Auch von vorablesen. Gerade für mich, die ich Geschichte eigentlich spannend finde, in der Schule aber nie einen Zugang zum Unterrichtsfach finden konnte, war es eine sehr interessante Lektüre.


Informationen zum Buch:
Autor: Loel Zwecker
Seiten: 384 Seiten (broschiert)
Verlag: Pantheon Verlag (August 2010)
ISBN 10: 357055127X
ISBN 13: 978-3570551271


Rezension:

Hier legt Loel Zwecker eine kleine Weltgeschichte vor, ein Buch, das in überschaubarem Rahmen wiedergibt, was in den letzten 5.000 Jahren Menschheitsgeschichte passiert ist.
Von der Geburt der Schrift bis zur Gegenwart greift er verschiedene Entwicklungen auf, fasst diese allerdings anders zusammen, als man es sonst gewohnt ist.

Nämlich thematisch und völkerübergreifend entsprechend den jeweiligen Überschriften anstatt, wie es sonst häufig der Fall ist, der Geschichte eines Volkes oder Landes durch die Jahrhunderte zu folgen und dabei zeitgleiche Entwicklungen in anderen Gegenden oder ähnliche Erkenntnisse anderer Menschen außer Acht zu lassen.

Diese Herangehensweise eröffnet einem die Geschichte sehr viel verwobener und damit gleichzeitig komplexer, aber auch logischer und leichter zu begreifen, als man es gewohnt ist.
Man beschäftigt sich mit einem Themengebiet, nicht mit einem Land, das erleichtert das Verstehen für Geschichtslaien wie mich erheblich.

Insgesamt finde ich die Idee des Buches großartig, denn die Weltgeschichte ist interessant, ohne Frage. Nur wird einem in der Schule nur ein erschreckend kleiner und eingeschränkter Teil beigebracht und das meistens auch noch auf eine Art und Weise, die jegliches weitergehendes Interesse im Keim erstickt.
Das ist hier anders, man befindet sich auf einmal mitten in der Geschichte, so wie Zwecker es in der Einleitung anspricht: Wir alle sind Teil der Geschichte, nur begreifen müssen wir es.

Und genau das erleichtert dieses Buch.
Am Ende hat man das Gefühl, etwas gelernt zu haben und das auf recht unterhaltsame Art und Weise.

Geschichtsexperte bin ich jetzt sicherlich nicht. Und inwiefern Unwichtiges aufgebauscht und Wichtiges weggelassen wurde, kann ich allenfalls in den die Gegenwart und jüngere Vergangenheit betreffenden Kapiteln beurteilen. Aber letztendlich geht es auch nicht darum, mit einem lückenlosen, allumfassenden Wissen die Lektüre zu beenden, sondern etwas mehr zu begreifen, ein paar mehr Zusammenhänge zu sehen und insgesamt ein tieferes Verständnis für die Geschichte zu entwickeln.

Und das gelingt dem Autor.

Positiv ist weiterhin hervorzuheben, dass der Text immer wieder von Fotos und Darstellungen unterbrochen wird, man also Teile der Erzählung visualisieren kann. Allerdings braucht der Text eine solche Auflockerung auch, da die Kapitel teilweise recht lang sind und dem Text ein paar mehr Pausen durch Absätze oder weitere Überschriften gut getan hätten.
Die langen Fließtexte machen es manchmal schwer, konzentriert zu lesen, zumal der Autor so viel Wissen in seinem Buch unterbringt. Häufig habe ich mich dabei erwischt, einfach fünf Minuten Lesepause zu machen und über das Geschriebene nachzudenken, um es begreifen und behalten zu können.

Eine luftigere Struktur hätte hier helfen können.

Fazit:
Ein Buch, das geballtes Wissen vermittelt, dessen Aufbau sich an wichtigen Entwicklungen orientiert statt an geographischen oder ethnischen Einteilungen und das hierdurch sehr viel mehr 

Bewertung: 4 von 5 Punkten

Rezension: Du

Auch ein Buch von vorablesen.

Informationen zum Buch:
Titel: Du
Autor: Zoran Drvenkar
Seiten: 576 Seiten (Hardcover)
Verlag: Ullstein (September 2010)
ISBN 10: 355008773X
ISBN 13: 978-3550087738


Rezension:

Inhalt:
Der Reisende durchstreift die Republik und mordet ohne Ziel, ohne Motiv und ohne Gnade. Fünf Mädchen geraten unerwartet in einen Strudel aus Gewalt und Schuld. Ein hohes Tier der Berliner Unterwelt fühlt sich hintergangen und sinnt auf Rache.
All diese Menschen scheint nichts und doch alles zu verbinden und wenn die Fäden schließlich zusammenlaufen, hält Drvenkar die eine oder andere Überraschung bereit.

Eindruck:
Der Autor legt hier einen Thriller vor, der den Leser durchschüttelt, ihn auffrisst und an den verschiedensten Stellen wieder ausspuckt, nur um ihn im nächsten Kapitel erneut zu verschlingen.
Konsequent spricht der Autor mit dem Leser, setzt ihn an Stelle des jeweils Handelnden, während diese Rolle von Kapitel zu Kapitel einer anderen Person zufällt. So schafft er ein äußerst vielschichtiges Werk, eine Geschichte, die aus den verschiedensten Gesichtspunkten beleuchtet wird und in der der Leser zwar mehr weiß als der Handelnde, dennoch immer nur dessen Realität kennt.
Die Story selber ist gut durchdacht und in sich logisch, wenn auch verworren und von Lügen und Halbwahrheiten durchdrungen wie sonst nur die Realität.
Dies alles macht das Werk erlebbar, auch wenn die einzelnen Geschehnisse fernab jeglicher persönlichen Erfahrungen liegen.

Die Figuren sind authentisch und greifbar, mit allen ihren Fehlern und Problemen. Mit dem, was sie antreibt und ängstigt. Drvenkar macht diese Dinge durch die hautnahe Erzählweise deutlich und seine Protagonisten somit echt.

Kritik:
Das Ungewöhnliche dieser Geschichte, die Erzählweise und Erzählstruktur ist auch der Schwachpunkt des Buches. Nicht jeder versetzt sich gerne in die Rolle eines Mörders und folgt seinen Gedankengängen, als wären es die eigenen. Nicht jeder lässt sich gerne von einem Autor duzen. Und die Kombination von beidem mag schwierig sein.

Ebenso folgt der Roman keiner chronologischen Reihenfolge und die Handelnden wechseln in jedem Kapitel, was den Leser immer wieder zwingt, das jeweilige Geschehen gedanklich einzuordnen, um folgen zu können.

Fazit:
Auf Drvenkar muss man sich einlassen können und wollen, dann aber nimmt er einen mit auf eine lohnende Reise.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

Ja, ich lese durcheinander...

Gibt es da auch Selbsthilfegruppen für?
Ich lese ganz selten mal ein Buch durch, ohne zwischendurch in einem Anderen mindestens ein paar Seiten gelesen zu haben.

Sozusagen verfüge ich über einen SuB und einen SaB (= Stapel angefangener Bücher).

Die Gründe dafür sind unterschiedlich.
Manchmal, weil ich ein Hardcover lese, das unmöglich in meine Handtasche passt (und ohne Buch verlasse ich das Haus nicht), wo ich also Alternativen brauche.
Oder weil ich etwas Langatmiges lese und dann wieder was Seichtes zum Auflockern brauche.
Oder weil eins der Bücher ein Sachbuch und damit nicht an einem Stück durchlesbar ist.
Oder weil die Bücher aus verschiedenen Bereichen stammen und mir manchmal eher nach Fantasy, manchmal eher nach Krimi ist...

Meistens aber schlicht und ergreifend, weil ich zu neugierig bin, um ein neues Buch, das mich interessiert, nicht anzufassen.
Und dann lese ich die ersten Seiten, die ersten Kapitel und *schwubbs* bin ich mitten im Buch und habe wieder eines mehr auf dem SaB.

Und ja, ich kann den Überblick behalten. Sogar sehr gut. Manchmal fange ich Bücher an, höre aus irgendwelchen Gründen auf, sie zu lesen und mache zwei Jahre später an der gleichen Stelle weiter, blättere höchstens ein Kapitel zurück, um wieder "rein" zu kommen und es funktioniert.

Ich bin froh darüber, das zu können. Ich glaube, ich bin zu ungeduldig, immer erst ein Buch auszulesen, bevor ich in das nächste wenigstens reinschnuppern darf.

Freitag, 28. Januar 2011

Freitags-Füller

Über einige Umwege (danke Sabrina) hier gefunden.
Wird es jetzt häufiger mal geben, mir gefällt das Spielen mit Worten und Gedanken.


1.  Ich glaube heute  gesehen, wie andere mich wahrnehmen (könnten).
2.   Halbe Hähnchen esse ich am liebsten mit den Fingern.
3.  Das Dschungelcamp bei RTL ist so furchtbar, dass ich zum ersten Mal über meinen miesen Empfang froh bin.
4.  Dankbarkeit ist wichtig - sogar in schlechten Zeiten.
5.   Was Kaffee angeht, gibt es für mich kein "vielleicht".
6.   Die Seen sind zugefroren, das muss am Wetter liegen.
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf ein Wiedersehen nach langer Zeit, morgen habe ich einen Arbeitstag geplant und Sonntag möchte ich ins Konzert (und freue mich schon riesig)!

Donnerstag, 27. Januar 2011

Rezension: Finde deine Lebenskraft: Wie Affirmationen unser Leben verändern

Auch über vorablesen erhalten.

Informationen zum Buch:
Autor: Louise L. Hay
Seiten: 160 Seiten (Gebundene Ausgabe)
Verlag: Allegria (September 2010)
ISBN 10: 3793422046
ISBN 13: 978-3793422044


Rezension:

In diesem Ratgeber beschäftigt sich Louise L. Hay mit etwas, was einem jeder mehr oder minder begabte Coach mit auf den Weg gibt: Denk positiv!

Nur lässt einen die Autorin hier nicht mit dem Satz stehen und überlässt die Umsetzung dem Leser allein, nein, sie nimmt ihn an die Hand und zeigt anschaulich auf, wie sich negative Formulierungen einschleichen können und wie man sie verhindert.
Sie zeigt positive Leitsätze und macht deutlich, in welche Fallen man nicht tappen sollte.

Ob letztendlich stimmt, was sie schreibt, ob man durch Affirmationen das eigene Leben verbessern und seine Wünsche wahr werden lassen kann, bleibt abzuwarten. Allerdings ist Hay nicht die einzige Autorin, die sich mit dieser Thematik beschäftigt und dass positives Denken grundsätzlich die eigene Einstellung ändert und die eigene Einstellung und Lebenshaltung sich wiederum auf die Umgebung und damit das Leben selber auswirkt, ist bekannt.

Und, um eine bejahende Grundeinstellung hervorzuheben: Es kann nur gut tun, sich mit diesem Buch zu beschäftigen und seinen Regeln zu folgen.

(Im schlimmsten Fall passiert gar nichts, dafür hat man sich aber eine Weile mit der eigenen Gedankenwelt und Sicht der Dinge beschäftigt, was dann wieder gut für die eigene Entwicklung ist)

Zu kritisieren ist, dass die Autorin keinen Raum für Zufälle lässt. Ihrer Meinung nach basiert jegliches Übel, das einem widerfährt, auf negativen Affirmationen der Vergangenheit. Was, ins Positive gekehrt, alles so einfach erscheinen lässt, schiebt einem in dieser Sichtweise die Schuld für jede Krankheit, jeden Unfall, jede Unzufriedenheit selber in die Schuhe. Ob man sich darauf einlassen möchte, muss jeder für sich selber entscheiden.

Ich sehe in diesem Buch eine Chance auf Veränderung. Und sei es „nur“ der eigenen Einstellung zum Leben. Denn damit hat man schon eine Menge gewonnen.

Fazit: 
Ein liebevoll gestaltetes Buch mit praktischen Anleitungen zum positiven Denken.

Bewertung: 4 von 5 Punkten, mit Tendenz nach unten

Rezension: Alles für die Katz

Dieses Buch habe ich bei vorablesen gewonnen.

Informationen zum Buch:
Autor: Tom Cox
Seiten: 296 Seiten (Gebundene Ausgabe)
Verlag: List (Mai 2010)
ISBN 10: 3471350195
ISBN 13: 978-3471350195


Rezension:

Tom Cox mag Katzen. Nein, er liebt Katzen und er ist fest überzeugt, dass er auch von ihnen geliebt wird. Bis er dem Kater „The Bear“ begegnet und in ihm seinen Meister findet. Cox erzählt nicht von irgendeinem Leben mit Katzen, sondern von seinem Leben inmitten einer Schar pelziger Vierbeiner, die ihn allesamt schnell um den Finger wickeln mit ihren Eigenarten und Vorlieben. Und die dann auch mehr Macht über die getroffenen Entscheidungen haben, als ihr Besitzer sich eingestehen mag.

Die Aufmachung des Buches ist einfach niedlich und das Buch selbst hat ein handliches Format. Auch im Inneren wurde es sehr liebevoll gestaltet, Einschübe wie ein kleines Lexikon oder verschiedene Auflistungen lockern das Geschrieben immer wieder auf.
Gleichzeitig wirken diese Einschübe aber auch wahllos gesetzt, wie Lückenfüller.

Die Sprache, die der Autor benutzt, ist stark und deutlich, aber nicht so einfach und flüssig zu lesen, wie ich es mir gewünscht hätte. Man merkt, dass Tom Cox tatsächlich beruflich schreibt, allerdings nutzt er eine Sprache, die zwar nicht abgehoben oder schwierig im eigentlichen Sinne ist, aber mehr Konzentration benötigt, um verstanden zu werden, was zu einem höheren Zeitaufwand beim Lesen führt.

Inhaltlich.... ja hier wären wir beim eigentlichen Problem. Das ganze Buch steckt voller Liebe. Voller schöner und trauriger, nachdenklich stimmender oder einfach interessanter Anekdoten. Voller Erinnerungen und Hingabe. Aber beim Lesen kam dennoch häufig das Gefühl auf, nicht zu wissen, was der Autor dem Leser sagen will.
Zu unstrukturiert ist die Erzählung, zu sehr springt der Autor von Erinnerung zu Ereignis, folgt dem eigenen Gedankenfluss und Assoziationen, was es dem Leser erschwert, wirklich „hinterherzukommen“.
Auch durch die Tatsache, dass die Kapitel recht lang sind und nur selten von Absätzen unterbrochen werden, erschwert ein kurzweiliges Lesen sehr.

Je nachdem, wie wohlwollend man das Buch betrachten möchte, kann man eine Menge kleiner Dinge finden, die gut umgesetzt wurden oder beim Lesen gestört haben. Es ist ein Buch, das sich sicherlich eher Katzennarren kaufen werden und diese werden ihren Spaß beim Lesen haben. Man erkennt sich schon ein Stück weit selbst in den Erzählungen.

Gleichzeitig aber bleibt auch nichts zurück, wenn man das Buch zur Seite legt. Es ist sehr persönlich. Ein Denkmal für die Katzen des Autors.
Und netterweise lässt er uns über seine Schulter gucken, wenn er sich an sie erinnert.
Aber eine Geschichte im eigentlichen Sinne ist es nicht und das darf hier auch nicht erwartet werden.

Auf eine seltsame Art und Weise ist dieses Buch alles:
langatmig und kurzweilig, unstrukturiert und zielführend, anstrengend und schön, lustig und traurig.


Fazit:
Ein Buch, das von Liebe berichtet, ohne einem roten Faden zu folgen. Eine Sprache, die Zeit erfordert, ein Leben, das wie die Geschichte selbst nicht geradeaus verläuft. Wenig Handlung, viel Erzählung.
Und dennoch: Ein wunderschönes Denkmal für Katzen im Allgemeinen und diesen einen Kater im Besonderen.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

Ich wiederhole mich: Buchpost *lach*

Also heute hatte ich schon wieder drei dicke Umschläge im Briefkasten, bzw. beim Nachbarn hinterlegt.
Wobei ich dieses Mal ins Grübeln kam, weil ich nur zwei davon unterbringen konnte.

Zum einen das versprochene Rezensionsexemplar von "Gilde der Jäger 2: Engelszorn", das mir der Lyx-Verlag freundlicherweise zur Verfügung stellt.
An dieser Stelle ganz, ganz herzlichen Dank dafür.

Und dann das Manuskript einer Freundin, die an einem Buch schreibt. Ich gebe mein Bestes, wo ich doch als erste Außenstehende einen Blick drauf werfen und den Rotstift bunten Stift (sie möchte aus naheliegenden Gründen kein Rot) ansetzen darf.

Ich fühle mich geehrt und bin sehr gespannt.

Naja der dritte (seeeehr dicke) Umschlag schließlich ließ mich wirklich rätseln. Also aufreißen und Neugier befriedigen:
Drin war "Oksa Pollock -  die Unverhoffte".
Ehrlich gesagt hatte ich vergessen, mich auf der Seite angemeldet zu haben. Dann kam eine freundliche Erinnerungsmail, ob ich mich nicht doch um ein Buch bewerben wolle, was ich daraufhin getan habe.
Und dann kam nichts mehr und schon wieder hatte ich dieses Buch nicht mehr auf meinem Schirm. Nicht vergessen, aber irgendwie war es in den Hintergrund gerückt.

Tja, nun ist es unverhofft (wie sinnvoll in dem Zusammenhang!) da und ich freue mich.

Wer sich jetzt anhand meiner letzten Einträge fragt, wie zum Henker ich bei der Buchpostfrequenz überhaupt noch neben den ganzen Büchern in die Wohnung passe, sei beruhigt: Diese Woche ist, was das angeht, nicht normal.

3 Bücher am Samstag, 2 am Dienstag, eins gestern und 2 heute... nein, das ist nicht der Schnitt.
In diesem Fall treffen Glück (Schweigt still die Nacht, Cvon, Oksa), Zufall (Neuerscheinung Bis(s) zum Ende der Nacht) und die neue Zusammenarbeit mit den Verlagen (Das Lied der Banshee, Engelszorn) zusammen und ergänzen sich mit den normalen Buchkäufen.

Also: Alles soweit normal *lach*

Mittwoch, 26. Januar 2011

Buchpost *g*

Schon wieder - und ich freue mich.
Mein erster Satz war "Sammlung vollständig" mit einem glücklichen Seufzer, als ich heute "Bis(s) zum Ende der Nacht" aus meiner Post zog.

Ich bin ja erst relativ spät zu diesen Büchern gekommen. Sommer 2009 genauer gesagt, dafür habe ich die ersten beiden dann auch an jeweils einem Tag inhaliert.
Teil 3 habe ich sofort nach Erscheinen als Taschenbuch gekauft, genau wie jetzt den letzten Teil.

Den hatte ich allerdings vorher bereits leihweise gelesen. Und fand ihn nichtmal gut.
Aber an dem Willen zur Vollständigkeit im Bücherregal erkennt man dann wohl den richtigen Suchti.

Ich denke, wenn ich die Zeit finde, werde ich einfach mal alle in einem Rutsch lesen. Meistens ergibt so eine konzentrierte Sicht ja ganz andere Eindrücke, als wenn die Erinnerung so einiges bereits verklärt hat.

Im Moment bin ich beispielsweise der Ansicht, dass das erste Buch trotz aller Schwächen in Figuren und Nutzung von Konfliktpotential einfach schön war.
Etwas zu dem Zeitpunkt Neues, Zauberhaftes.
Ein Buch, das einen in seinen Bann zieht, das man am Ende weglegt und wehmütig wird, weil es ausgelesen ist.

Und dann haben meiner Meinung nach die Bücher beständig in der Qualität von Story und Umsetzung abgenommen.

Wer weiß, was ich sage, wenn ich sie alle hinterinander weg lese.
Gespannt bin ich auf jeden Fall.

Dienstag, 25. Januar 2011

Buchpost - schon wieder

Und ich freue mich wie ein kleines Kind.
Ok, das tue ich immer, wenn ich eine Büchersendung erhalte, da setzt scheinbar irgendwas aus und ich bekomme so ein Glänzen in den Augen.
Fragt mein Umfeld, die sind schon teilweise sehr genervt. Aber da müssen sie durch.


Also, heute kam das versprochene Rezensionsexemplar von "Das Lied der Banshee" an, das mir freundlicherweise vom PAN-Verlag zur Verfügung gestellt wird. An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank.

Und außerdem noch "Cvon" von Guido Krain. Dieses Buch habe ich ganz überraschend im Literra-Weihnachtsgewinnspiel gewonnen. Auch hierrüber freue ich mich sehr, dieses gehört zu den Büchern, die mir sonst wohl niemals aufgefallen wären. Ein Dankeschön an die Glücksfee!

Zusammenarbeit mit Egmont Lyx

Ich bin froh, euch mitteilen zu dürfen, dass auch die verantwortlichen von Egmont Lyx  mit mir zusammen arbeiten und mir Rezensionsexemplare zukommen lassen wollen.
So findet demnächst "Gilde der Jäger 2: Engelszorn" den Weg in mein bescheidenes Heim.
Ich bin sehr gespannt auf die Zukunft und bedanke mich an dieser Stelle ganz herzlich!

Montag, 24. Januar 2011

Bewertungen

Wo ich mich gerade durch meine "alten" Rezensionen wühle, stelle ich fest, dass ich die meisten Bücher im Mittelfeld, bei 3 oder 4 Punkten (von 5) angesiedelt habe.

Es gibt wirklich wenige Bücher, denen ich ohne Bauchgrummeln 5 von 5 Punkten gebe und es gibt wenige Bücher, denen ich lediglich 1 (einen winzigen, kleinen) Punkt gebe.

Aber letztendlich ist es wohl normal: Richtig schlechte Bücher werden nicht verlegt (ja, ich glaube an das Gute im Menschen), also weniger Kandidaten im unteren Segment.

Und richtig, richtig gute Bücher gibt es auch nicht wie Sand am Meer.
Ich verstehe auch diejenigen nicht, die 50% aller Bücher mit der Höchstnote versehen. Nein, es gibt nicht nur gute Bücher.
Die meisten, die allermeisten haben gute und schlechte Seiten. Wie man sie gewichtet, ist jedem selbst überlassen, aber wenn ich ein "gutes" Buch mit 5 Punkten versehe, dann ist doch keine Luft mehr nach oben für die wenigen wirklich großartigen Stücke ?!

Oder liegts daran, dass ich einfach nicht in einer rosa-Watte-Welt lebe, in der alles und jeder ganz wunderbar ist?
Mein Weg mag nicht der Beste sein, diesen Anspruch erhebe ich gar nicht. Aber für mich ist er richtiger, als jedes Buch, das sich gut lesen lies, in den Himmel zu loben.


Mein Wort zum Montag:
Wenn ich ein Buch mit 5 Punkten bewerte, ist das wirklich eine Auszeichnung.
4 Punkte ist ein gutes Buch, 3 sind Durchschnitt.
2 war kein großes Vergnügen und 1 Punkte heißt: Finger weg (zumindest aus meiner Sicht).

Lg

Rezension: Alterra: Die Gemeinschaft der Drei

Dieses Buch habe ich mir selber zugelegt und auch innerhalb kürzester Zeit gelesen. Rezensiert habe ich es (ich erwähnte, dass ich im letzten Jahr echt faul war) nur, weil es Buch Nr. 50 in 2010 war.

Informationen zum Buch:
Autor: Maxime Chattam
Seiten: 400 Seiten (Hardcover)
Verlag: PAN-Verlag (September 2009)
ISBN 10: 3570306097
ISBN 13: 978-3570306093


Rezension:

Inhalt:
Ein Sturm kommt über die Erde und nichts ist mehr, wie es einmal war. Matt und sein Kumpel Tobias müssen sich nicht nur in einer Welt zurecht finden, in der die Natur verrückt spielt, sie müssen auch noch damit umgehen, dass zwar ihre Eltern und Freunde verschwunden sind, dass aber das Böse weiterhin Bestand hat.
Und es sucht nach ihnen...

Eindruck:
Dem Autor gelingt hier ein Buch mit einer besonderen Idee, eine neue Welt, in der die Natur sich gegen den Menschen wendet und in der fast nur die Kinder überleben.

Mit diesem Buch wird dem Leser eine Idee gezeigt, wie sie so utopisch nicht ist, und dennoch unterscheidet sie sich völlig von dem, was wir kennen. Der Autor beschreibt dieses andere Leben, diese andere Umgebung so liebevoll, dass man sie fast vor sich sieht, was einen besonderen Reiz ausmacht.
Außerdem bietet die Geschichte sehr viel Raum für Fortsetzungen, so dass man hier gespannt warten möchte.

Die Sprache ist einfach und soll (und wird vermutlich) auf junge Menschen authentisch wirken. Allerdings ist sie nicht so mitreißend, dass man sich völlig in ihr verlieren könnte. Gedankengänge sind in kursiver Schrift abgesetzt, so dass man hier dem Helden quasi über die Schulter sehen kann und so etwas mehr in das Geschehen integriert wird.

Kritik:
Es ist eine gute Idee und die Umsetzung ist, für Kinder, ebenso gut gemacht.
Allerdings ist dieses eines von den Jugendbüchern, die man als Erwachsener nicht mit der gleichen Freude liest, denn hierfür folgt der Autor zu sehr einem bekannten Schema:

Ein loyaler, aber leicht einfältiger bester Freund, der in Gefahrensituationen ohne den Protagonisten den Kopf verlieren würde. Ein  wunderhübsches und blitzgescheites Mädchen, das dem Hauptdarsteller mehr bedeutet, als er zugeben mag. Und schließlich der „handsome hero“, dem allein es zu verdanken ist, dass am Ende alles gut wird.

Dies gepaart mit einer teilweisen Auflösung der aufgeworfenen Fragen, die einfach zu plötzlich kommt, schmälern den Lesegenuss erheblich.
Für Kinder und Jugendliche mag es wichtig sein, dass Rätsel sich ganz plötzlich auflösen, dass auf einer Seite noch alles gefährlich und geheimnisvoll ist, während auf der nächsten schon die (mehr oder minder logisch-harmlose) Lösung präsentiert und erklärt wird. Als Erwachsene jedoch kann ich sagen, hätten dem Buch hier gut hundert Seiten mehr gut getan, auf denen sich die Wahrheiten dann erst nach und nach hätten präsentieren können.

Auch hätte es mich gefreut, wenn ich den erhobenen Zeigefinger („Ihr Menschen habt die Natur zerstört...“) ein paar Mal weniger hätte lesen müssen.

Fazit:
Ein wunderbares Buch für Jugendliche und Kinder, einer blühenden Phantasie entsprungen und detailreich umgesetzt. Allerdings mit stereotypen Figuren und einer platten Auflösung.
Dennoch geeignet für ein paar Stunden Lesevergnügen ohne höhere Ansprüche.

Bewertung: 3 von 5 Punkten

Rezension: Knochenkälte

Gewonnen auf der Leser-Welt. Eines der Bücher, die man tatsächlich an einem oder zwei Tagen durchlesen kann und will.

Informationen zum Buch:
Titel: Knochenkälte
Autor: Graham McNamee
Seiten: 352 Seiten (Taschenbuch)
Verlag: cbt (November 2009)
ISBN 10: 3570306097
ISBN 13: 978-3570306093


Rezension:
Inhalt:


Danny ist mit seinem Vater auf der Flucht vor Erinnerungen an die verstorbene Mutter in einem gottverlassenen Nest im kanadischen Nirgendwo gelandet. Außer einem Armystützpunkt, einer lange verlassenen Eisfabrik und jeder Menge Schnee gibt es hier nichts. So kommt es, dass die Jugendlichen sich ihre Zeit mit nächtlichen Spritztouren vertreiben. Auf dem Rückweg von einem dieser Ausflüge wird Danny von einem undefinierbarem, sehr großen Ding gejagt und schließlich gestellt. Als er aus einer Ohnmacht erwacht, scheint alles nur auf einen Alptraum hinzudeuten. Bis Danny merkt, dass er nicht allein ist mit seiner Erfahrung. Und bis er herausfindet, was mit denen passiert ist, die dem Ding vor ihm begegnet sind...

Meinung:
Das Buch ist aus Dannys Perspektive geschrieben, so dass der Leser sofort in seine Gedanken- und Gefühlswelt eintaucht und mitten im Geschehen steckt.
Das ganze Buch ist in einer Sprache geschrieben, die einen mitreißt, so dass man es kaum aus der Hand legen mag.
Positiv möchte ich anmerken, dass hier eine Fantasystory in die reale Welt eingebettet wurde und zwar in einer Art und Weise, dass man dies nicht von Beginn an merkt. Und dass nicht von Beginn an feststeht, dass es hier um Wesen X geht, welches Fähigkeit Y besitzt. Nein, der Leser währt sich in der realen, greifbaren Welt und zweifelt mit Danny gemeinsam daran, dass hier noch mehr dahinter steckt, als man sehen kann.
Das macht das ganze Geschehen erlebbarer, lässt den Leser tiefer in die Geschichte eintauchen.

Auch hat sich jemand viel Mühe gegeben bei der Auswahl des (sehr passenden) Covers und der Papierstärke. Die Buchseiten sind recht dick und griffig, was es zu einer Freude macht, umzublättern..

Die Charaktere sind nicht bis ins Detail ausgearbeitet, aber sympathisch und agieren nachvollziehbar. Besonders die Erinnerungen Dannys an seine verstorbene Mutter empfand ich als sehr eindringlich beschrieben.
Allgemein macht der Autor es dem Leser leicht, seine Figuren zu mögen und mit ihnen mitzufiebern, was das Tempo, mit dem man die Geschichte verfolgt, weiter ansteigen lässt.

Die Sprache ist frisch und jugendlich, aber nicht vulgär und krampfhaft cool. Sehr angenehm zu lesen.

Kritik:
Danny fasst gen Ende des Buches selber zusammen, was für mich der größte Kritikpunkt ist: „Zuviele offene Fragen“. Ich hätte eine Auflösung (und wäre sie noch so absurd gewesen) irgendwie befriedigender gefunden als das Ende des Buches, wie es letztendlich gedruckt wurde.

Fazit:
Keine literarische Höchstleistung, aber ein nettes, gut geschriebenes Buch, das ich sehr gerne gelesen habe. Die Handlung ist spannend, die Idee kreativ, die Umsetzung hapert nur bei der Auflösung des Geschehens.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

Rezension: Die Brautjägerin

Wieder ein Buch von der Leser-Welt.

Informationen zum Buch:
Titel: Die Brautjägerin
Autor: Amy Appleton
Seiten: 448 Seiten (Taschenbuch)
Verlag: Diana Verlag (Februar 2010)
ISBN 10: 3453352815
ISBN 13: 978-3453352810


Rezension:

Inhalt:
Rebecca „Becca“ Orchard ist Brautjägerin. Entgegen der Meinung ihrer Mutter ist das nicht mit Zuhälterei gleichzusetzen, nein, Becca sucht und findet die perfekte Ehefrau für reiche, heiratswillige Männer. Hierbei muss sie vor allem darauf achten, nicht an Frauen zu geraten, die nur auf das Geld der Männer aus sind, und gleichzeitig alle persönlichen Vorlieben und Ansprüche ihrer Klienten erfüllen – kein leichter Job.
Noch schwieriger wird es allerdings, als ein ehemaliger Kunde Becca überredet, seinen Mitarbeiter ohne dessen Wissen zu verkuppeln und als sie sich mit ihrer ersten und überaus anspruchsvollen und schwierigen weiblichen Klientin auseinandersetzen muss.
Um das Chaos zu komplettieren gerät auch noch Beccas Privatleben gleich an mehreren Fronten ins Wanken, so dass sie sich letztendlich entscheiden muss, was sie wirklich (erreichen) will.

Meinung:
Meine Meinung zu diesem Buch ist deutlich zweigeteilt und das beginnt schon beim Cover:
Es ist einerseits ein Blickfang, das knallrote Herz mit Amors Pfeil und den ineinander verschlungenen Eheringen.
Bei näherer Betrachtung allerdings passt auf dem Cover nichts so richtig zusammen. Das Herz sieht aus wie mit Tusche gemalt, die darauf befindliche weiße Schrift ist in Kreide-Optik gestaltet und der Pfeil ist nicht besonders gut eingefügt, so dass es einfach störend wirkt.

Das Buch selber ist leichte Kost. Spätestens ab Seite 50 ist klar, wie die Geschichte enden wird und die meiste Zeit stört das nicht einmal. Im Gegenteil, die Sprache ist so eingänglich, der Stil so offen und leicht, dass das Lesen Spaß macht und man in der Geschichte recht schnell voran kommt.

Schade ist es, dass auf den letzten 100 Seiten so viel Konfliktpotential aufgeworfen und dann wieder fallen gelassen wurde. Es passieren auf einmal Dinge, deren Hintergrund und Geschehen man viel mehr hätte ausbauen können. So, wie es letztendlich umgesetzt wurde, wirkt es eher aufgesetzt und danach, als hätten einige Handlungsstränge noch schnell zuende geführt werden müssen.

Und obwohl das Ende der Geschichte recht schnell klar ist, wirkt die Umsetzung dann doch etwas überstürzt und teilweise unrealistisch.

Ansonsten aber ist das Thema interessant und der Inhalt ansprechend umgesetzt.

Figuren:
Beccas Figur ist, ebenso wie Georgie, recht genau gezeichnet. Der Leser lernt sie mit Ecken und Kanten kennen, gleichzeitig wird aber so eindringlich von ihnen erzählt, dass man sie einfach mögen muss.
Auf der anderen Seite läuft Becca mit undurchsichtigen Scheuklappen durch die Welt, äußert in ihren Gedanken teilweise Dinge, die einen nur den Kopf schütteln lassen ob der Engstirnigkeit  und Sturheit die hier an den Tag gelegt wird.
Die anderen Figuren bleiben farblos, es werden nur einzelne Aspekte ihres Charakters beleuchtet, insbesondere Sams Erklärungsversuche am Ende wirken dann auch wie an den Haaren herbeigezogen wirken, passen sie doch so gar nicht zu den vorher an den Tag gelegten Handlungsweisen.


Kritik:
Neben den nicht ausgereiften Figuren und gerade zum Ende hin sehr spontanen Geschehnissen, die weder begründet, noch vernünftig eingeleitet und ausgeführt werden, gab es noch weitere Punkte, die beim Lesen störend wirkten.
So macht Becca das ganze Buch hindurch immer wieder Anspielungen auf ihre Vergangenheit und zwar mit einer Penetranz, die impliziert, dass sie alles andere als darüber hinweg ist.
Dann widersprechen sich ihre Handlungen und ihre durch ihre Gedanken offen gelegten Motive im Verhalten gegenüber ihrem Exfreund an einigen Stellen des Buches (besonders stark wirken vs. Ehrlich sein...).
Und das zuckersüße „alles muss noch ganz schnell gut werden, bevor wir auf zu viele Seiten kommen“- Ende war dann auch reichlich unbefriedigend, da hätte man viel mehr daraus machen können.

Fazit:
Alles in allem ein leicht verdauliches Buch für kurzweilige Stunden, von dem man aber keinesfalls große Kunst erwarten darf.

Bewertung: 2 von 5 Punkten

Rezension: Das große Tier

Dieses Buch habe ich über vorablesen gewonnen (merkt man, dass ich im letzten Jahr fast keine selbstgekauften Bücher rezensiert habe?).

Informationen zum Buch:
Titel: Das große Tier
Autor: Veit Etzold
Seiten: 483 Seiten (Taschenbuch)
Verlag: Kiepenheuer & Witsch (Februar 2010)
ISBN 10: 3462042149
ISBN 13: 978-3462042146


Rezension:

Inhalt:
Ein Geschäftsführer stirbt in der Silvesternacht auf mysteriöse Weise. Headhunter greifen zu sehr unkonventionellen Methoden, um Topleute zu rekrutieren. Eine Polizeibeamtin und ein Doktorand in Kunstgeschichte geraten mitten in das Chaos aus Geld, Macht und Mord.
Unbekannte greifen nach mehr als nur nach Gewinn und Mörder werden zu Künstlern.
In diesem Dickicht aus Hedgefonds und Aktienverkäufen, aus Mord und Intrigen, aus Gefahr und Verschwörung, müssen die Ermittler zu ungewöhnlichen Maßnahmen greifen, um nicht am Ende Opfer ihrer eigenen Neugier zu werden in diesem uralten, grausamen und mächtigen Kampf zwischen Gut und Böse.

Meinung:
Etzold legt mit „das grosse Tier“ ein Buch vor, dessen Tempo man sich nur schwer entziehen kann. Bereits auf den ersten Seiten nimmt die Handlung an Fahrt auf und das bleibt das ganze Buch über so. Es werden finanzwirtschaftliche Inhalte mit alten Mythologien auf eine Art und Weise verwoben, die gleichzeitig alt, neu, abgehoben und glaubhaft ist.

Etzold erklärt Begriffe und Handlungen aus der Finanzwelt so, dass jeder Laie sie versteht und nachvollziehen kann und sich am Ende sogar dem Gefühl hingeben kann, ein Bisschen was gelernt zu haben.
Auf der anderen Seite wird man in Verschwörungstheorien und Mythologien eingeführt, die man teilweise in dieser Form noch nie gelesen hat. Auch hier gibt der Autor sich alle Mühe, diese glaubhaft an den Mann zu bringen, es gelingt ihm allerdings nicht ganz so gut.

Einige der angeführten Theorien waren so eindringlich beschrieben, dass dies beim Lesen eine Gänsehaut verursachte, gerade der Gedankengang über den Baum der Erkenntnis sei hier anzuführen.

Die Kapitel sind angenehm kurz, in jedem Kapitel spielt eine andere Personengruppe die Hauptrolle, so dass die vielen Handlungsstränge gut gegeneinander abgegrenzt werden.

Positiv ist zu erwähnen, dass die Figuren, trotzdem keine von ihnen mit seitenlangen Beschreibungen eingeführt wird, sondern sie sich größtenteils durch ihre Handlungen erklären, immer echt und authentisch wirken und ihr Verhalten nachvollziehbar ist, nicht aufgesetzt oder unlogisch.

Die ganze Geschichte ist sehr durchdacht, führt gradlinig mit allen Handlungssträngen auf das Ende hin, so dass es Spaß macht, das Buch zu lesen, wenn auch der Schluss dann reichlich kurz gefasst ist, hier hätte man durchaus noch einige Seiten zufügen können.

Insgesamt ein Buch, das man kaum aus der Hand legen mag und das durch sein Tempo, seine sympathischen und nachvollziehbaren Figuren und die grandiose, lückenlose Handlung den Leser in seinen Bann schlägt.
Die Grundidee allein verdient ebenso Lob wie der Mut, einen so vor finanzwirtschftlichem Wissen strotzenden Roman zu schreiben, dabei aber so lebensnah zu bleiben, dass jeder ihn verstehen kann.

Kritik:
Obwohl ich das Buch gerne über den grünen Klee loben würde, gibt es einige Punkte zu beanstanden, wobei das Meiste eher Kleinigkeiten betrifft, sich dann allerdings summiert.
So fällt es auf, wenn auf einer Seite zwei Variationen des gleichen Wortes (Okay/O.k.) verwendet werden. Und es ist störend, wenn während des Verlaufs des Buches immer und immer wieder auf einen in der Vergangenheit liegenden Fall Bezug genommen wird. Ja, dieser Fall hat großen Anteil an der Charakterformung einer Figur. Aber es reicht, wenn der Inhalt ein oder zwei Mal beschrieben wird, es muss nicht alle 30 Seiten wieder Bezug hierauf genommen werden.

Ebenso wird der Killer Wolf als nahezu unbesiegbar beschrieben – er hätte sogar denjenigen, der ihm einst die Kehle aufschnitt, besiegt. Und dann wird er von einer einfachen Kommissarin mit ihren Kenntnissen aus der Polizeiausbildung außer Gefecht gesetzt?! 

Des Weiteren stellt sich mir die Frage, wann genau und warum die Figur von Prof. Strokes eine derartige Wandlung durchlief. Zu Beginn wird er als Inbegriff des englischen Edlen vorgestellt, incl. Butler und Bestellpizza als absolutem Novum.
Und wenig später spricht er davon, dass das Verpassen eines Termines Selbstmord wäre – in einem Tonfall, der recht locker und gelöst ist, so gar nicht zu der Figur passt, wie sie vorher gezeichnet wurde.

Dann ist die Zeitangabe in Kapitel 3/21 verwirrend, befinden wir uns hier doch offiziell 5 Tage später, am 10. Januar, obwohl die Handlung am 05. Januar stattfindet. Dieser Fehler kann vielleicht in späteren Ausgaben korrigiert werden.

Es bleibt noch die Frage, ob es wirklich nötig war, mit der Geschichte über Lady Di eine weitere Verschwörungstheorie aufzugreifen, wo das Buch doch mit der eigentlichen Handlung schon so viele verschiedene Stränge und Theorien anführt.

Überhaupt ist der große Pluspunkt dieses Buches, sein Tempo und Ideenreichtum, gleichzeitig auch eine Schwachstelle. Die Handlung verläuft so rasant, es werden so viel Figuren vorgestellt und so viele Handlungsstränge miteinander verwoben, dass es stellenweise schwer fällt, zu folgen. Auch werden die Theorien, auf deren Spuren sich Sarah und Vincent mit Prof. Strokes begeben, in einer Form erzählt, die den Leser mit dem Gefühl zurücklässt, sie nicht vollständig verstanden zu haben, sie  keinesfalls verständlich erklären zu können, was etwas schade ist.

Der größte Kritikpunkt aber ist Kapitel 3/31.
Was bitte hat eine solche Anwandlung von Emotionalität in diesem Thriller zu suchen? Ja, das Zwischenmenschliche spielt im Buch eine große Rolle. Aber muss es hier nochmal in aller Deutlichkeit ausgewalzt werden? Der ganze Stil dieses Kapitels passt überhaupt nicht in das Buch, man hat fast das Gefühl, als wäre der Autor gezwungen worden, noch etwas Herzschmerz einzufügen.
Dieses Kapitel hinterlässt einen schalen Nachgeschmack und hat das Buch in der Gesamtbewertung mindestens einen Stern gekostet.

Fazit:
Ein Buch mit Potential zum Prädikat „großartig“, allerdings mit (verschmerzbaren) Schwächen. Lest es, macht euch selber ein Bild, aber bitte, bitte, bitte überblättert Kapitel 3/31.

Bewertung: 3 von 5 Punkten

Zusammenarbeit mit dem PAN-Verlag

Ich freue mich sehr, verkünden zu dürfen, dass den PAN-Verlag, beziehungsweise die Verantwortlichen der Verlagsgruppe Droemer Knaur mein Blog überzeugt hat.
Also unterstützen sie mich mit einem Rezensionsexemplar von "Das Lied der Banshee", auf das ich jetzt sehr gespannt warte.
Ich bedanke mich an dieser Stelle nochmals ganz herzlich und freue mich auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit jetzt und in der Zukunft!

Rezension: Schweigt still die Nacht

Dieses optische Schmuckstück habe ich über die Seiten der Leser-Welt gewonnen. Ich hatte mich sehr darauf gefreut und doch ist dieses das erste Buch dieses Verlages, von dem ich nicht so begeistert bin. Aber lest selbst:

Informationen zum Buch:
Autor: Brenna Yovanoff
Seiten: 368 Seiten (Hardcover)
Verlag: Script5 (Januar 2011)
ISBN 10: 3839001277
ISBN 13: 978-3839001271


Rezension

Mackie Doyle ist anders. Obwohl er sich Mühe gibt, nicht aufzufallen, scheint siene Andersartigkeit wie ein Leuchtschild über ihm zu schweben mit seiner blassen Haut und seiner merkwürdigen Art.
Gleichzeitig scheinen aber auch alle Bewohner Gentrys großen Wert darauf zu legen, wegzusehen. Nicht zu bemerken, dass etwas nicht stimmt.
Nicht zu glauben, dass die rätselhaften Kindstode ungewöhnlich sind.
Nicht zu sehen, dass es nicht ihre eigenen Kinder sind, die sterben.
Mackie selber ist sich bewusst, dass etwas vorgeht und auch, dass die Menschen schweigen, um sich zu schützen. Und er schweigt, um sich selber zu schützen.
Sein Leben funktioniert mehr oder weniger gut, bis die kleine Schwester von Tate stirbt - oder das, was für ihre Schwester gehalten wird.
Und bis Tate nicht länger bereit ist, die Augen zu verschließen und Antworten verlangt…

Dieses Buch enthält unbestreitbar eine wunderbare Sprache. So manches Mal hält man beim Lesen inne um einen Satz nochmal zu lesen und ihm nachzuschmecken. Hier wurde wirklich schöne Arbeit geleistet.
Auch ist die Sprache authentisch. Man glaubt sie den jugendlichen Protagonisten ohne Weiteres, gleichzeitig wirkt sie aber auch für erwachsene Leser glaubhaft und natürlich.
Die Idee hinter der Story ist großartig. Es handelt sich hier um eine neue Sicht, etwas, was sich aus dem Einheitsbrei der Fantasyromane positiv abhebt.
Beidem  zusammen   entspringt hier ein echter Pageturner, ein Buch, das man nur aus der Hand legt, wenn man unbedingt muss.

Dennoch hat es leider auch Makel.
Zu den Verschmerzbaren gehört die ständigen Orts- und Wegebeschreibungen anhand von Straßennamen. Das mag zwar eine schöne Idee sein und sich auch sehr viel besser anhören, als wenn nur von „der Straße“ gesprochen wird, aber mich hat es im Lesefluss unterbrochen und ich habe mich jedes Mal gefragt, ob ich jetzt wirklich hätte wissen müssen, wo in Gentry sich diese Straße befindet, ob ich eine Straßenkarte übersehen habe oder einfach nicht aufmerksam genug bin.

Weiterhin wurde zwar vieles erklärt, bei näherem Nachdenken allerdings bleiben einfach zu viele Fragen offen, zu viele Dinge wurden als gegeben hingenommen und nicht weiter ausgeführt. Etwas, das einem ein Buch im Nachhinein noch vergällen kann. Auch empfand ich das Ende des Buches schlicht als zu simpel.
Bei so einer tollen Story war es meiner Meinung nach dem Buch einfach nicht würdig.

Insgesamt muss ich leider sagen, dass dieses hier ein typisches Zuckerwattebuch ist. Es schmeckt wunderbar, aber es sättigt nicht und hinterlässt einen merkwürdigen Nachgeschmack.

Bewertung: 3 von 5 Punken

Rezension: Bis(s) zum ersten Sonnenstrahl: Das kurze zweite Leben der Bree Tanner

Dieses Buch habe ich auf über den lovelybooks-Blog gewonnen.

Informationen zum Buch:
Titel: Bis(s) zum ersten Sonnenstrahl: Das kurze zweite Leben der Bree Tanner
Autor: Stephenie Meyer
Seiten: 208 Seiten (Hardcover)
Verlag: Carlsen (Juni 2010)
ISBN 10: 3551582009
ISBN 13: 978-3551582003



Rezension

Inhalt:
Bree ist ein Vampir. Eine Neugeborene, verwandelt gerade vor drei Monaten und noch sehr viel stärker als ältere Exemplare ihrer Art. Sie lebt in einem Clan, der nur aus so jungen Vampiren besteht, wie sie einer ist, und dessen einziger Zweck darin besteht, ihren Kraftvorteil zu nutzen, um eine einzige Schlacht zu schlagen, einen einzigen anderen Zusammenschluss von ihresgleichen auszulöschen: Die Familie Cullen und Bella Swan.

Eindruck:
Bree ist den Lesern der anderen Bis(s)-Bücher keine Unbekannte, war sie doch die einzige Neugeborene der von Victoria geschaffenen Armee, die sich ergab, die einzige, die nicht in der Schlacht, sondern später trotz ihres einsichtigen Verhaltens von den Volturi getötet wurde.
Dementsprechend ist dem Leser auch der Ausgang dieser Geschichte bereits bekannt.

Nun fragt man sich: Warum liest man ein Buch, das sich „nur“ mit einem unscheinbaren Nebencharakter der Erfolgssaga beschäftigt? Ein Buch, dessen sich Inhalt kaum über mehr als wenige Tage oder Wochen erstrecken kann in Anbetracht von Brees Alter und dessen Ende darüber hinaus bereits bekannt ist?

Ganz einfach:
Der Autorin gelingt hier wie in den Vorgängerbüchern auch, das Kunststück, eine Story ohne große emotionale Tiefen, oberflächliche Figuren und eine nicht ganz ausgereifte Sprache zu einer Geschichte zu verweben, die trotz allem so eingängig ist, dass man das Buch erst aus der Hand legt, wenn man damit fertig ist.

Wieder einmal ein Buch also, das Lesevergnügen und kurzweilige Unterhaltung verspricht und auch halten kann und einen dabei wieder in die Welt von Edward und Bella entführt – auch wenn beide  nur am Rande auftauchen.


Figuren:
Stephenie Meyer ist ja ohnehin keine Meisterin der Figurenbeschreibung, aber hier hat sie sich selbst untertroffen. Was man über Bree erfährt, tendiert gegen Null. Man greift fast automatisch zu dem, was man in der Verfilmung des dritten Teils gesehen hat, um sich überhaupt ein Bild von ihr schaffen zu können. Mag sein, dass das gewollt ist, weil beim Schreiben die Verfilmung schon anlief, die Rolle aber noch nicht besetzt war, mag aber auch sein, dass es einfach „nicht so wichtig“ war.
Brees Gedankenwelt ist einfach gehalten, ebenso ihre Emotionen, was gerade vor dem Hintergrund dessen überrascht, was im vierten Band der Reihe über die Leidenschaft der Vampire berichtet wurde. Zumal sie Diego gegenüber ja Gefühle hegt, was allerdings auch nur grob angerissen wird.

Auch über die anderen Clanmitglieder erfährt man so gut wie nichts. Man kann sie sich nicht vorstellen, baut sich eigene Bilder, oder eben gar keine. Insgesamt bleiben die Charaktere farblos und können den Leser nicht wirklich in ihren Bann ziehen.

Kritik:
Dieses Buch war nach Aussage der Autorin ursprünglich eine Kurzgeschichte und das merkt man seinem Aufbau auch an, was schade ist.
Das ganze Buch ist ein einziger Fließtext – keine Kapitel, keine Absätze, nichts, was die Geschichte optisch auflockert.
Gerade wenn sich Sprünge in der Handlung ergeben, hätte zumindest ein Absatz dem Ganzen nur gut getan, aber selbst hierauf wurde verzichtet.

Außerdem empfinde ich es als reichlich ungeschickt, eine Geschichte aus der Perspektive von jemandem  zu erzählen, der unweigerlich am Ende des Buches sterben wird und dann auch noch in Vergangenheitsform.
Warum?
„Ich ging, ...sah...sagte...“ Ich erinnere mich also daran, das getan zu haben.
Aber man kann sich nur schlecht daran erinnern, dass man gestorben ist.
Einfach stilistisch unglücklich.

Insgesamt fehlte mir im Buch die groß angekündigte Leidenschaft, die Liebe zwischen Bree und Diego. Hierfür war die Beziehung zwischen beiden zu seicht, es wurde zu wenig eingegangen auf ihre Emotionen, wobei sich doch gerade die Ich-Perspektive anbietet, um Gefühle weiterzugeben. Das hat die Autorin aber leider verpasst.

Auch die im Vorwort verkündete Absicht, die dunkle Seite der Vampire, den Blutdurst und die Gewalt, beleuchten zu wollen, schlägt grandios fehl. Es wird darauf verzichtet, auf mögliche Grausamkeiten oder Konfliktpunkte näher einzugehen, Tod und Sterben werden nur am Rande erwähnt und auch eher im Schnelldurchlauf beschrieben, als wäre es der Autorin nun doch unangenehm gewesen, einen Blick auf die andere Seite zu werfen.

Insgesamt plätschert die Geschichte nur mehr vor sich hin, am Ende wartet man gerade zu auf den Kampf und somit auf Brees Tod und das Ende des Buches, nur um nochmal von den Cullens zu lesen und somit dieser Geschichte eine gewisse Daseinsberechtigung zuschreiben zu können.

Fazit:
Ein leicht  zu lesendes Buch ohne tieferen Inhalt, ohne große Gefühle. Eines, das Fans gefallen dürfte, um ihre Sammlung zu vervollständigen, von dem zu lesen ich aber allen anderen abraten würde.

Bewertung: 1 von 5 Punkten

Samstag, 22. Januar 2011

Rezension: Das Bildnis des Dorian Gray

Dieses Buch habe ich im Rahmen der Challenge "Sub-Abbau 2011" auf lovelybooks gelesen und rezensiert. Irgenwann, wenn ich mal viel Zeit habe, versuche ich vielleicht noch eine andere Ausgabe.

Informationen zum Buch:
Autor: Oscar Wilde
Seiten: 360 Seiten (Hardcover)
Verlag: Komet (2003)
ISBN 10: 3898363635
ISBN 13: 978-3898363631


Rezension:

Dorian Gray ist schön. Ein unschuldiger, naiver junger Mann, dessen Antlitz so vollkommen ist, dass es andere in seinen Bann zu ziehen vermag. Und so wird er zur Muse des Künstlers Basil Hallward, der voller Inspiration unter anderem ein perfektes Portrait von Dorian anfertigt und es ihm schenkt.
Auf die Vergänglichkeit seiner Jugend aufmerksam gemacht, empfindet Dorian plötzliche Eifersucht dem Bild gegenüber und wünscht sich sehnlichst, es würde an seiner Stelle altern, ihm hingegen möge ewige Jugend und Makellosigkeit geschenkt werden.
Und so kommt es. Aber nicht nur Dorians Alterungsprozess spiegelt sich im Portrait wieder, sondern es hinterlassen auch seine Verfehlungen und Sünden ihre Spuren – umso zahlreicher, als die anfängliche Naivität, Großherzigkeit und Güte Dorians nach und nach von blumigen Reden von Freunden und Bekannten, seiner Neugier und einem Buch über das Erleben sämtlicher Empfindungen zerstört werden und einen selbst- und genusssüchtigen Menschen erschaffen.

Wildes Roman darf mit Recht als großartige Gesellschaftskritik des ausgehenden 19. Jahrhunderts aufgefasst werden, zeichnet er doch ein bissiges und  stark wertendes Bild der oberen Gesellschaftssschichten dieser Zeit.  So gibt es scheinbar im ganzen Buch nur wenige „gute“ Menschen zu bewundern, die sich – bis auf den Maler Basil, der seinerseits von Lord Henry verlacht wird – alle in den unteren Schichten ansiedeln.
Es ist nicht nur die Rede von Genusssucht und Selbstgefälligkeit, sondern von einem Leben, das aus Teegesellschaften, Oper und Vergnügungen zu bestehen scheint.
In diesem Umfeld platziert der Autor ausschweifende Unterhaltungen über Moral und Recht, über die Seele, die Ehe und allerlei andere grundlegende Themen.

Und dort liegt auch das Problem des Buches. Dass Wildes Kritik hier scharfzüngig und doch ohne direkte Anklage vorgebracht wird, macht das Werk interessant. Aber die seitenlangen Gespräche sind – vielleicht auch durch die Sprache – langatmig und benötigen teilweise enorme Konzentration und Disziplin, um sie tatsächlich aufmerksam zu lesen.

Vergleicht man die Kapitel, in denen eine wirkliche Handlung stattfindet mit jenen, in denen „nur“ geredet wird, so wird man feststellen, dass hier die Handlung, die eigentliche Geschichte nur noch schmückendes Beiwerk zu sein scheint. Ein Rahmen, innerhalb dessen Wilde sich nach Herzenslust austoben, seine Ansichten, seine Erfahrungen, seine Worte einbringen konnte und diese Möglichkeit reichlich genutzt hat.

Die Idee ist zweifelsfrei einzigartig und der Mut Wildes zu diesem Roman ist respektabel.  Vom heutigen Leser allerdings wird viel verlangt und ohne eine weitere Auseinandersetzung mit dem historischen Kontext werden die Feinheiten des Inhalts und der Gesellschaftskritik vielen sicherlich verborgen bleiben.
Aufgrund der Langatmigkeit einiger Kapitel und einiger doch recht pathetischer Parolen muss ich in der Bewertung einen Stern abziehen. Dieses Buch ist zwar ein Klassiker und weit von „schlecht“ entfernt, aber es ist eben auch nicht für jeden lesbar und teilweise ermüdend.

Einen weiteren Stern Abzug handelt sich meine Ausgabe (Komet-Verlag) ein, da diese nur so vor Fehlern (sowohl in der Rechtschreibung als auch in der Übersetzung und Grammatik) strotzt. Dann lieber das Buch teurer machen und dafür einen Lektor einstellen. Andere Ausgaben des gleichen Buches ohne diesen Makel würden entsprechen 4 Punkte erhalten.

Bewertung: 3 von 5 Punkten

Rezension: Never tell a lie

Dieses Buch habe ich auf den Seiten der Leser-Welt gewonnen.

Informationen zum Buch:
Titel: Never tell a lie
Autor: Hallie Ephron
Seiten: 352 Seiten (Taschenbuch)
Verlag: Diana Verlag (Juni 2010)
ISBN 10: 3453354567
ISBN 13: 978-3453354562



Rezension

Inhalt:
Ivy und ihr Mann David sind glücklich: Endlich ist Ivy schwanger, steht kurz vor der Geburt und das Kind scheint dieses Mal gesund und lebensfähig zu sein. Beide bewohnen ihr Traumhaus und David ist mit einer eigenen Firma erfolgreich.
Dann jedoch veranstalten sie einen Flohmarkt im Zuge dessen sie erstmals nach langen Jahren wieder auf ihre ehemalige Mitschülerin Mindy treffen, die sich in der Zwischenzeit erheblich verändert hat und wie Ivy hochschwanger ist.
Problematisch wird es, als die Polizei kurz darauf vor der Tür steht, denn Mindy wird vermisst, ihr Auto ist in der Nähe des Hauses geparkt und niemand hat sie den Flohmarkt wieder verlassen sehen. Im Laufe der Ermittlungen erhärtet sich ein schrecklicher Verdacht, der Ivys und Davids heile Welt zu zerstören droht.

Eindruck:
Das Buch bedient sich einer modernen, einfachen Sprache ohne größere Eskapaden. Dies macht die Geschichte leicht und schnell lesbar. Eine einfach gehaltene Story tut ihr Übriges.
Insgesamt ein kurzweiliges Lesevergnügen.

Figuren:
Leider sind die Figuren nicht besonders gut gelungen. Insgesamt scheinen sie farblos zu sein, ihre Handlungen, besonders die der Protagonisten sind stellenweise kaum nachzuvollziehen. Der am besten ausgearbeitete Charakter scheint mir Ivys beste Freundin zu sein, als hätte die Autorin hier eine reale Person vor Augen gehabt und für die Hauptdarsteller nur ein Foto.

Kritik:
Die Idee hinter der Geschichte ist keine Neue, was prinzipiell nichts Schlechtes ist – wäre die Umsetzung gelungener. In diesem Fall ist bereits nach der Hälfte des Buches klar, was eigentlich passiert ist und es bleibt für den Leser nur die Frage nach dem Wie?.

Der Umstand, dass Ivy sich dem Ermittler gegenüber im Krankenhaus verplappert und dennoch nichtmal eine Nachfrage kommt, wirkt befremdlich, lässt sich aber noch mit viel gutem Willen überlesen.

Dennoch wäre etwas mehr Tiefgang, ein paar parallele Erzählstränge, etwas mehr Farbe in den Figuren schön gewesen.

Fazit:
Ein Buch, das kurzweilig, aber auch seicht ist. Eine einfache Sprache ohne Schnörkel und lange Sätze, aber auch eine Story ohne große Höhen und Tiefen.
Man hätte mehr daraus machen können.

Bewertung: 2 von 5 Punkten

Rezension: Gilde der Jäger 1: Engelskuss

Habe ich von einer Freundin ausgeliehen bekommen und mittlerweile bin ich etwas traurig, es nur geliehen zu haben. Es hat zwar nicht die beste Bewertung, aber da ich die Nachfolger auf jeden Fall lesen möchte, stellt sich schon wieder ein kleiner "haben wollen"-Reflex ein.


Informationen zum Buch:
Autor: Nalini Singh
Seiten: 432 Seiten (Taschenbuch)
Verlag: Lyx (Februar 2010)
ISBN 10: 3802582748
ISBN 13: 978-3802582745
 
Rezension
Elena ist eine Jägerin von Geburt an. Sie jagt und fängt Vampire und liefert sie ihren Herren, den Engeln aus. Und sie liebt ihren Job.
Bis sie einen Auftrag erhält von jemandem, dessen Name schon ausreicht, ihr Angst zu machen: Raphael, einer der Erzengel, fordert ihre Dienste an. Und er hat nicht vor, ihr irgendeine Wahl zu lassen...

Die Autorin erschafft hier eine Welt, in der direkt mehrere Fantasiewesen aufeinander treffen und das noch in ungewohnter Konstellation. So sind Vampire zwar, wie üblich, Blutsauger und den Menschen psychisch und physisch überlegen, aber sie sind nicht frei. Sie werden von Engeln auf Antrag erschaffen und müssen ihren Herren ein Jahrhundert lang dienen. Das ist eine Situation, die neu ist.
Und neue Ideen sind, zumindest solange es um Vampire geht, leider rar.
Umso schöner ist diese Geschichte geworden.

Der Stil der Autorin ist eingängig, man liest das Buch nur so weg. Die Figuren sind nicht perfekt, aber sympathisch. Einige der Kommentare haben mich zum Lachen gebracht, ohne dass der Humor gezwungen oder aufgesetzt gewesen wäre.
Es ist einfach eine schöne, leichte, lustige Lektüre, der durch die Story etwas mehr Tiefgang verliehen wird und die darüber hinaus noch mit Liebe und Action aufwarten kann.

Was also führt zu einem Punkteabzug?
Das Buch ist nicht glatt. Es ist nicht überall stimmig und einige Dinge werden zu stark betont.

Da entstehen beispielsweise große Löcher, durch die sich die Protagonistin nur zwei Zeilen später hindurch zwängen (!) muss.
Die Namen völlig fremder Personen sind auf einmal bekannt und Namen bereits bekannter Personen ändern sich. Von Ariel zu Arielle, nunja, das mag der Lautsprache entspringen. Aber von einer deutschen Übersetzung zurück zum englischen Namen, der dann für das restliche Buch beibehalten wird, das empfinde ich schon als groben Fehler.

Ständig wird darauf hingewiesen, dass sie als Jägerin, als geborene Jägerin, als Jägerin per Geburt gewisse Stärken und Schwächen oder Verhaltensmuster an den Tag legt. Ich denke, jeder Leser wird nach den ersten 5 Wiederholungen begriffen haben, dass sie Jägerin ist. Und das per Geburt. Und dass sie anders ist als normale Menschen. Muss man es ständig noch und noch und noch mal sagen?

Fast ebenso häufig wiederholt sich die Phrase des schmalen Grates. Auch hier scheint eine gewisse Einfallslosigkeit in der Beschreibung von Situationen durch, was das Lesevergnügen schon einschränkt, wenn scheinbar für alles im Zusammenhang mit Raphael Stehende so oft  dieser Ausdruck genutzt wird.

Ich verstehe, dass man seiner Protagonistin gerne besondere Fähigkeiten zuschreibt, gerade in solchen Romanen wie dieser einer ist. Dennoch finde ich es anstrengend, dass am Ende immer noch einer oben drauf gesetzt wird, etwas, was die Frau einzigartig macht. Hätte es nicht auch eine Stufe niedriger getan?

Auch empfand ich es als störend, dass die Figuren eine so interessante, sie verbindende Vergangenheit haben, die immer wieder angedeutet, aber nicht genauer beschrieben wird. So, als würde es sich nicht um den ersten, sondern um den zweiten oder dritten Band einer Reihe handeln. Man hat als Leser permanent das Gefühl, irgendwas verpasst zu haben durch diese Andeutungen.
Auch wird Elenas Geheimnis so oft angerissen, aber nie aufgelöst, wobei man hier noch auf die Nachfolgebände hoffen darf.

Es lässt sich sagen, dass dieses Buch durch die Story, durch die gute Lesbarkeit und eingängige Sprache sehr viele Pluspunkte gesammelt und einen Teil durch die Wiederholungen und Namensfehler wieder verloren hat.

Dennoch bin ich sehr gespannt auf weitere Bände und werde diese auch sicherlich lesen.

Bewertung: 3 von 5 Punkten (mit Tendenz nach oben)