Montag, 7. November 2011

Rezension: Phantom

Auch hier - wie schon bei Verwesung - ein Quereinstieg meinerseits in eine Serie, was in diesem Fall allerdings viel besser funktioniert hat. Mein ganz herzlicher Dank geht an den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

Informationen zum Buch:
Titel: Phantom
Autor: Patricia Cornwell
Seiten: 384 Seiten (Taschenbuch)
Verlag: Goldmann (Mai 2011)
ISBN 10: 3442461030
ISBN 13: 978-3442461035

Rezension:
Dr. Kay Scarpetta steht vor einer Menge Rätsel: Da gibt es Ungereimtheiten bei der Autopsie eines zum Tode Verurteilten, es geschehen Morde, die es nicht geben dürfte und es tauchen Beweisstücke auf, die mehr verwirren, als dass sie aufklären. Und dann kommt Dr. Scarpetta selber ins Straucheln.

Ich muss zugeben, dass mir erst nach der Lektüre aufgefallen ist, dass es sich hier um eine Neuauflage unter einem anderen Namen handelt, was aber daran liegt, dass ich keine besonders intensive Vergangenheit mit Dr. Scarpetta teile. Ich habe zwei der Bücher irgendwann mal gelesen und könnte nicht einmal sicher sagen, welche es waren. Dieser hier sprach mich dann inhaltlich an und so war ich neugierig, ob man sich wohl so „mitten drin“ in die  Reihe einfinden könnte.

Man kann.

Das ist vor allem dem lockeren Erzählstil zu verdanken, der den Leser ohne große Schnörkel und zu lange Exkurse in langweilige Ortsbeschreibungen mit sich nimmt. Das Buch ist somit sehr flüssig und schnell lesbar und bietet von dieser Warte aus gute Unterhaltung.

Die Charaktere sind einer Serie entsprechend recht gut aufgebaut, ihre Handlungen wirken nachvollziehbar und ehrlich, ohne dass allzuviel Zeit auf ihre Entwicklung und Beschreibung aufgewendet werden würde. Dies spricht durchaus für die Figuren, bedeutet es doch, dass sie in ihrer Art und Weise bereits so definiert sind, dass sie für sich selbst sprechen können und nicht mehr lange erklärt werden müssen.

Die Handlung ist der größere Schwachpunkt des Buches. Klar ist die Beschreibung spannend und auch die typischen Thrillerbestandteile sind von blutigen Leichen über Rätsel, Verfolgung und Verwirrung alle vorhanden. Aber dennoch plätschert die Geschichte lange Zeit vor sich hin und nach der Hälfte der Seiten ist gerade so viel passiert, dass man dieses auf einer halben Seite zur Genüge beschreiben könnte.

Überhaupt scheint die eigentliche Handlung sehr stark in den Hintergrund gerückt zu sein, um der Nichte von Dr. Scarpetta ihre Bühne richten zu können und einen intensiveren Blick auf weitere Nebenfiguren richten zu können. Sicher sind diese Handlungsstränge durchaus spannend – naturgemäß einige mehr als andere – aber dadurch gerät die rahmengebende Handlung sehr ins Hintertreffen.

Und so bleibt dann unterm Strich ein sehr gut lesbares Buch mit hohem Unterhaltungswert, gut ausgearbeiteten Figuren aber einer Handlung, die sehr viel Wert auf die Nebenstränge legt.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

Kommentare:

  1. Da geht es mir quasi wie dir. Ich habe mal irgendwann einen der Romane als Hörbuch gehört aber ich kann mich auch nicht erinnern, welcher das war. Kann mich auch kaum an etwas erinnern. Wenn ich damit noch mal anfangen würde, würde ich aber am Anfang anfangen, aber da ich noch so viele Reihen zu lesen habe, macht das gerade auch keinen Sinn für mich. Aber gut, dass es unterhaltsam war.

    Ich lese gerade auch ganz gegen meine Natur einen Historienroman und bin wirklich überrascht, wie sehr mir das Buch gefällt.

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  2. Ja manchmal ist es ganz interessant, was zu lesen, das aus einem Genre kommt, das man sonst nicht so gerne hat. Es gibt überall Schmuckstücke.

    Lg

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