Mittwoch, 26. Oktober 2011

Rezension: Isola

Achja, nachdem ich Lucian gelesen habe, wollte ich auf der Buchmesse ja unbedingt zur Signierstunde von Isabel Abedi. Ja, obwohl ich Lucian nicht gut bewertet habe, mochte ich das Buch, mag ich den Schreibstil. Und da ich einfach weniger tragen wollte, habe ich mich dann entschieden, Isola mitzunehmen. 

Informationen zum Buch:
Titel: Isola
Autor: Isabel Abedi
Seiten: 324 Seiten (broschiert)
Verlag: Arena (Januar 2010)
ISBN 10: 3401501984
ISBN 13: 978-3401501987

Rezension:
Zwölf Jugendliche werden auf eine einsame Insel gebracht, auf der sie Tag und Nacht und an nahezu jedem Ort von Kameras überwacht werden. Aus den Aufnahmen soll ein Film entstehen – ein Drehbuch gibt es nicht. Die Jugendlichen schaffen ihr eigenes Werk. Dann jedoch wird ein Spiel begonnen, dessen Folgen keiner voraus ahnen konnte.

Mit Isola legt Isabel Abedi ein Buch vor, das in mehrfacher Hinsicht faszinierend ist. So folgt man einer Protagonistin durch das Werk, die in den Augen der anderen sehr wenig spricht, die aber dennoch so lebendig erzählt, dass man sich dieses kaum vorstellen kann. 

Gleichzeitig zeichnet Frau Abedi ein Bild der Insel, dass man sie sich weniger in den tatsächlichen Abmessungen, als aber viel mehr im Lebensgefühl und der Atmosphäre geradezu bildlich vorstellen kann.
Geschrieben ist die Geschichte so locker und flüssig, dass man bereits nach wenigen Sätzen in die Handlung eintaucht und sich ihr auch erst am Ende wieder entziehen kann.

Die Figuren sind sehr speziell und da viele nur Statistenrollen spielen, bräuchten diese nicht so genau ausgearbeitet sein, dass man als Leser jede ihrer Handlungen voraussagen könnte. Dennoch wirken sie so sehr von innen heraus, dass man es eben doch kann. Die Personen erscheinen authentisch und plastisch, gerade Veras Gedankengänge und Handlungen sind nachvollziehbar und erleichtern dem Leser somit vieles.

Die Handlung ist in sich schlüssig und gut aufgelöst, vor allem aber ist das Finale so stimmig, dass kein schlechtes Gefühl zurück bleibt, wenn man das Buch schließt. Hier passt einfach das Ende zur Handlung und das ist ein schönes Gefühl.

Dieses Buch greift eine Idee auf, die nicht ganz neu ist: Viele Kinder auf einer Insel, auf sich selber gestellt. Handlung und Auflösung gehen jedoch in diesem Fall einen neuen, interessanten Weg und die Autorin versteht es, den Leser an die Hand zu nehmen und in einer fremden Umgebung abzusetzen, die sich irgendwie echt anfühlt.

Insgesamt ein Buch, durch das man die Fantasie schweifen lassen kann. Eines, das gut lesbar ist und eine intelligente Auflösung mit einer spannenden Handlung und sympathischen Figuren verbindet.

Bewertung: 5 von 5 Punkten

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen