Freitag, 2. September 2011

Rezension: Nach dem Sommer

Dieses Buch habe ich vor laaaanger Zeit (zum Erscheinungstermin) zu einer Leserunde bei Lovelybooks gewonnen. Nun finde ich Zeit und habe auch den Anlass, die Rezension endlich online zu stellen:

Informationen zum Buch:
Autor: Maggie Stiefvater
Seiten: 423  Seiten (Hardcover)
Verlag: script5 (September 2010)
ISBN 10: 3839001080
ISBN 13: 978-3839001080

Rezension:
Grace wird als kleines Mädchen von Wölfen in den Wald geschleppt und beinahe getötet. Anders, als man vermuten würde, entwickelt sich hieraus nicht Furcht, sondern eine starke Faszination für diese Tiere. Den ganzen Winter hindurch beobachtet Grace sie, wenn sie an den Waldrand kommen. Besonders der Wolf mit den gelben Augen hat es ihr angetan. Sie sehnt sich nach seiner Nähe, quälende Sommer lang, in denen er verschwunden ist und endlose Nächte, in denen sie seinem Heulen lauscht.

Sam ist ein Wolf. Ist ein Mensch. Ist ein Wolf. Seine Gestalt wandelt sich mit den Jahreszeiten und macht ihm normale Kontakt zu Menschen fast unmöglich. Und dennoch kann er nicht aufhören, an das Mädchen zu denken, dass im Winter jeden Abend auf ihn zu warten scheint. Dieses Mädchen, das ihm so viel näher ist, als es möglich sein dürfte.
Dieses Mädchen.
Sein Mädchen.
Grace.

Maggie Stiefvater zaubert hier den Auftakt einer Triologie, der nicht nur Jugendliche, sondern auch Erwachsene in seinen Bann zu ziehen vermag.
Dies geschieht auf der einen Seite durch die eindringliche Sprache, durch die Kapitel, die abwechselnd von Grace und Sam erzählt werden, zum anderen durch eine Geschichte, die ans Herz geht, die eigene Seele zu berühren vermag.

Die Figuren sind sympathisch und bildhaft, man kann sich gut mit ihnen in der Geschichte verlieren. Auch die weniger freundlichen Gestalten werden auf eine Art beschrieben, die viel mehr dem wahren Leben entspricht, als andere Bücher es einen glauben lassen: Mit doch mindestens einer guten Eigenschaft.

Die Autorin findet eine Sprache, die einerseits jugendlich und authentisch ist, andererseits von einem alten Wissen zeugt, das wohl sowohl Grace als auch Sam in ihrer Situation mitbringen müssen, um bestehen zu können.

Insgesamt wurde hier eine Geschichte gezaubert, die ans Herz geht und in der man sich verlieren kann. Die mitreißt und Lust macht auf mehr. Mehr von Grace und Sam, mehr von Mercy Falls, mehr von den Wölfen. Einfach mehr Zeit in dieser Welt.

Es fällt schwer, die Kritik in Worte zu fassen. Was stört, sind kleine Unstimmigkeiten, die kaum zu benennen sind, die allerdings Fragen hinterlassen. So beispielsweise die bedingungslose Endgültigkeit, mit der Sam und Grace sich aufeinander einlassen. Natürlich leben Liebesgeschichten eben davon: Der großen Liebe. Aber mit dem Abstand einer Erwachsenen bleibt ein schaler Nachgeschmack, die Sorge um Zwei, denen man aufgrund ihrer Jugend kaum eine so absolute Entscheidung zutrauen mag.

Darüber hinaus gab es kleinere Unstimmigkeiten, die ich hier nicht aufführen möchte, um niemandem inhaltlich etwas voraus zu nehmen.
Grundsätzlich allerdings bleibt die Hoffnung, dass diese Dinge in einem der nächsten Bücher aufgeklärt werden mögen, so dass die Kritik im Ganzen kaum ins Gewicht fällt.

Ein wunderbares Buch, dessen Sprache und Inhalt einen mit sich reißen und erst am Ende der Seiten wieder gehen lassen.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

Kommentare:

  1. Ich bin auch gespannt auf das Buch. Zu Beginn hat es mich gar nicht interessiert, da ich nicht so der Wolf oder Gestaltwandler-Fan bin. Aber ich habe bisher nur Gutes gehört, daher werde ich es auch testen :)

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  2. Mach das :) Vor allem der zweite Teil lohnt auf jeden Fall, dafür sollte man den ersten aber gelesen haben ;)
    Lg

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