Montag, 19. September 2011

Rezension: Dreizehn Stunden

Damit ihr nicht denken müsst, ich wäre verschwunden, kommt hier eine von den Rezensionen, die schon lange geschrieben, aber bisher nicht veröffentlicht wurden. In den nächsten Tagen wird hier auch wieder mehr los sein, ich hatte nur eine Weile einiges um die Ohren.
Das Buch hier habe ich über Lovelybooks bekommen.

Informationen zum Buch:
Titel: Dreizehn Stunden
Autor: DeonMeyer
Seiten: 470 Seiten (Hardcover)
Verlag: Rütten & Loening (März 2010)
ISBN 10: 3352007799
ISBN 13: 978-3352007798

Rezension:
Ein junges Mädchen rennt durch die Straßen von Kapstadt – erbarmungslos gejagt von Männern, die sie töten wollen. So, wie sie ihre beste Freundin ermordet haben, vor deren Leiche sich Inspector Griessel früh am Morgen wieder findet. Dabei sollte er eigentlich keine Fälle mehr lösen, sondern bekam im Zuge diverse Umstrukturierungen die schwammige Aufgabe des Mentors zugeteilt. Er sollte nur noch beraten, den jungen Ermittlern etwas von seiner Erfahrung weitergeben. Letzendlich aber hetzt er von diesem Fall zum nächsten – dem eines ebenfalls ermordeten Musikmanagers – und wieder zurück. Und muss gleichzeitig noch sein Privatleben wieder in geordnete Bahnen lenken, was sich als schwieriger herausstellt, als gedacht.
Und so verlaufen mitten in Kapstadt dreizehn Stunden, die das Leben einiger Menschen von Grund auf verändern... oder beenden?

Das Buch beginnt rasant, mit der Hetzjagd auf Rachel. Während der Ermittlungen um den zweiten Mordfall verliert die Geschichte etwas an Tempo, aber so kommt der Leser wenigstens wieder zu einer Verschnaufpause. Insgesamt hält man hier ein Buch in den Händen, dem man die Liebe zur Umgebung um Kapstadt deutlich anmerkt und bei dem man während des Lesens die Umgebung aus den Augen eines Einheimischen sehen und erleben darf.

Auch Einblicke in die Mentalität und das Behördenverhalten wurden trotz aller Schwierigkeiten so dargestellt, dass sie einem Außenstehenden nachvollziehbar bleiben, man möchte fast lächeln, mit den Schultern zucken und sagen „so ist es eben“.

Trotz aller Abschweifungen, schafft der Autor es, das Tempo des Buches grundsätzlich zu halten, hier durch die Minuten und Stunden des Tages zu hetzen, ohne dabei krampfhaft zu wirken.
Da es nicht Griessels erster Fall ist, ist auch die Einflechtung seines Privatlebens vertretbar, würde es sich bei „Dreizehn Stunden“ um einen einzelnen Roman handeln, wäre dies überflüssig, so erfüllt es aber den Sinn, dem Protagonisten näher zu kommen und ihn persönlicher und greifbarer zu machen.

Insgesamt ist die Figur so gestaltet, dass man ihn trotz all seiner Unzulänglichkeiten mag und vor allem die Situation des Alkoholentzugs nachvollziehen kann, ohne sie selber erlebt zu haben, was dem Auto hoch anzurechnen ist.

So rasant das Buch beginnt, so rasant endet es auch: Auf wenigen Seiten wird dem Leser eine ziemlich hanebüchene Lösung zum Fraß vorgeworfen, auf dass er sich nicht daran verschlucken möge. Ob das Ergebnis, die Verknüpfung der Morde, logisch ist, darüber mag man streiten. Ich empfand dies als an den Haaren herbei gezerrte Lösung, weil für den Musikmanager nichts besseres mehr einfiel. Schade.

Als wirklich ärgerlich empfand ich die Darstellung von Mbali Kaleni, der einzigen dicken Frau und überhaupt fast der einzigen dicken Person im ganzen Buch. Und der einzigen Figur auf der „guten Seite“, die durch und durch unsympathisch und anstrengend dargestellt war. Die Einzige, der man außer ihrem Scharfsinn nichts Positives abgewinnen und deren Zickigkeit man nicht einmal entschuldigen konnte.
Ich weiß nicht, wie diese Sicht auf (dicke) Menschen in anderen Büchern des Autors dargestellt ist, in diesem hat mir der eingefärbte Blick sehr missfallen.

Ein schnelles Buch, eine rasante Story. Landschaftsbeschreibungen mit Blick fürs Detail und interessante Ermittler, die nur allzu menschlich agieren. Wer keinen Wert auf eine logische Wende am Schluss, eine nachvollziehbare Lösung der vorherigen Probleme legt, wird viel Spaß mit diesem Buch haben, vor allem aber eine atemlose Lesezeit.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

Kommentare:

  1. Hallo ^^
    ich finde deinen Blog unheimlich schön. Bin jetzt regelmäßiger Leser geworden.
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    Wenn er dir gefällt würde ich mich freuen, wenn du auch regelmäßiger Leser wirst :)
    Liebe Grüße

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  2. Ein sehr schöner Blog, Bin auch regelmässiger Leser :)
    Vielleicht magst du auch mal bei mir vorbeischauen?
    http://leseoase.blogspot.com/

    LG Susen

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  3. Liebe Claudia, habe gerade gesehen, dass Du an der Debüt 2011/2012 Challenge teilnimmst und wollte Dich auf mein Romandebüt "Asylon" aufmerksam machen, das im September bei Piper Fantasy erschienen ist. Asylon ist eine Dystopie, die schon viele gute Rezensionen bei Amazon und anderswo eingeheimst hat. Nähere Informationen findest Du unter www.asylon.de und www.facebook.com/Asylon oder auf meiner Autorenseite bei Piper-Fantasy auf der es auch eine Leseprobe und ein Blog zur Entstehung des Buches gibt: http://www.piper-fantasy.de/buch/thomas-elbel-asylon. Beste Grüße, Thomas Elbel

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