Mittwoch, 21. September 2011

Rezension: Die glücklichste Nation unter der Sonne

Dieses Buch habe ich mir bei BloggDeinBuch gewünscht und glücklicherweise auch erhalten. Die Zusammenarbeit erfolgt in diesem Fall mit dem Conte Verlag. An dieser Stelle ganz, ganz herzlichen Dank dafür.

Informationen zum Buch:
Titel: Die glücklichste Nation unter der Sonne
Autor: Thórarinn Eldjárn
Seiten: 155 Seiten (Hardcover)
Verlag: Conte Verlag (Juli 2011)
ISBN 10: 394165733X
ISBN 13: 978-3941657335

Rezension:
Die Isländer sind schon ein besonderes Völkchen. Erst recht gemessen an der Bevölkerungszahl, wie gleich der zweite Beitrag im Buch deutlich macht. Darüber hinaus berichten die Geschichten in diesem Buch von Vergangenheit und Gegenwart, von der Begegnung dieser beiden und von dem Miteinander und Gegeneinander der Isländer im Allgemeinen und der Hauptpersonen der Kapitel im Speziellen.

Ehrlich gesagt sind Anthologien oder Bücher mit voneinander unabhängigen Texten im Allgemeinen meist recht schwierig zu bewerten, kann man sich ja kaum an Sprache und Stil, an der Ausarbeitung der Figuren und dem roten Faden entlang hangeln um zu einem Urteil zu gelangen. 

Viel eher kann man sein Augenmerk darauf legen, was die einzelnen Beiträge auslösen, wie sie wirken und was sie aussagen und das ist in diesem Falle eine Menge. Von teils sehr hintergründigem Humor durchwirkte Geschichten über gefallene Finanzbosse und wütende Handwerker, aber auch über das Leben in Island im Allgemeinen befinden sich in diesem Büchlein. Oftmals schmunzelt man beim Lesen, allein schon durch die Art, wie nebenbei und ganz trocken der eine oder andere Scherz eingeflochten wird. Andere Geschichten regen sehr zum Nachdenken an, verbergen ihre Moral kaum hinter dem vordergründigen Text, sondern zeigen ganz deutlich, was von der Entwicklung der Welt und dem Umgang der Menschen miteinander zu halten ist.

Auf jeden Fall aber ein Buch, das ein bestimmtes Lebensgefühl, eine Art zu schreiben, zu lesen, zu denken, zu berichten einfängt, die ganz typisch zu sein scheint für nordische Autoren, was allerdings nicht auf Island zu beschränken ist. Ich weiß nicht, woran es liegt, aber oftmals kann man an der Art, zu schreiben einen Autor aus den nordischen Ländern erkennen und das merkt man auch in diesem Buch. Daher ist es, wie so viele Texte aus diesen Breitengraden, manchmal nicht ganz flüssig zu lesen und einfach in einer Sprache geschrieben, die nicht so ganz eingängig und nicht so locker ist, wie man es von vielen anderen Autoren gewohnt ist.

Dennoch aber unterm Strich sehr, sehr interessant. Ein Buch, das wahrscheinlich mehr aussagt, als so mancher trockene Bericht über das Land.

Lieblingsstelle (es geht um die Kartographierung eines Gebietes): „Ein Historiker mit Spezialgebiet Geschichtsgeographie hatte sich angeblich einmal an das aussichtslose Unterfangen gemacht, eine Karte anzufertigen, auf der die Entwicklung der Landesgrenzen in diesem Gebiet dargestellt werden sollte. Nach vieljährigen Studien saß er vor einem unüberschaubaren Wust an Linien auf einer Karte, die stark an eine Schnittmusterbeilage aus einem prallen burda-Heft erinnerte. Versehentlich geriet diese Karte seiner Frau in die Finger, und ihr gelang es mühelos, nach dieser Vorlage einen Hosenanzug, einen Anorak und zwei Partykleider zu schneidern, bevor sich das Missverständnis herausstellte.“ (Seite 8)

Bewertung: 4 von 5 Punkten

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