Donnerstag, 29. September 2011

Rezension: Der letzte Schattenschnitzer

Wieder mal ein Buch von vorablesen. Allein die Aufmachung ist wirklich einen Blick wert, das ist ganz toll geworden, das merkt man vor allem an den Details. 

Informationen zum Buch:
Titel: Der letzte Schattenschnitzer
Autor: Christian von Aster
Seiten: 320 Seiten (Hardcover)
Verlag: Klett-Cotta (September 2011)
ISBN 10: 3608939172
ISBN 13: 978-3608939170
Rezension:
Jonas Mandelbrodt ist ein besonderes Kind, denn noch bevor er zu sprechen lernt, erkennt er die Gesetze von Licht und Schatten und lernt, mit seinem Schatten umzugehen. Dieser wiederum erkennt das Potential in dem Jungen und beschließt, die Gesetze seiner Art zu brechen und Jonas zu unterrichten. Und so entscheidet der Rat der Schatten, dass dies nicht sein darf. Bevor jedoch eingeschritten werden kann, nehmen viel größere und schrecklichere Dinge ihren Lauf.

Rein vom Aufbau her ist dieses Buch schon etwas Besonderes: Der Inhalt gliedert sich in 3 Bücher, die jeweils mehreren Elementen der Alchemie zugeordnet sind. Innerhalb der Bücher wechseln sich ein allwissender Erzähler und Jonas` Schatten mit dem Berichten ab, diese Teile sind jeweils in ihrer Schrift voneinander abgehoben. Zwischen den einzelnen Kapiteln befinden sich jeweils Auszüge aus einem Lehrbuch über Schatten, die Teile der vorangegangenen Handlung aufgreifen und erklären. Dies macht die Lektüre abwechslungsreich und lockert die Struktur wunderbar auf.

Die Sprache des Buches ist der fantastischen Story angepasst und führt den Leser allein schon durch die Formulierungen in eine andere Welt. Es sind nur Kleinigkeiten im Ausdruck, aber man fühlt sich wie in einem modernen Märchen, einzig die Auszüge des Lehrbuches wirken etwas zu neumodisch für die angegebene Jahreszahl.

Der Entwicklung der Charaktere wurde nicht übermäßig viel Raum eingeräumt, ihnen wird durch die jeweilige Erzählersicht ein Bündel an Eigenschaften zugeschrieben und dementsprechend verhalten sie sich dann auch. Größere Überraschungen in der Entwicklung gibt es, bezieht man auch die  Handlung mit ein, eigentlich nicht. Statt ein großes Augenmerk auf eigenständige, vollständig und detailreich ausgestaltete Figuren zu legen, wurden die Personen einfach als Handelnde, als Träger und Ausführende der Geschichte angelegt und das ist in diesem Rahmen auch in Ordnung.

Die Handlung selber ist irgendwo zwischen spannend,  verwirrend und vorhersehbar einzuordnen. Der Schluss ist leider keine große Überraschung mehr, dafür verstrickt sich der Leser in mehreren Zeitebenen der Menschheitsgeschichte, in die die Protagonisten einzuordnen sind oder in denen Grundsteine für die jetzigen Geschehnisse gelegt wurden. Das wirkt teilweise etwas gezwungen und oberflächlich, zumal man kaum auf alle diese Zeiten genauer hätte eingehen können. So wurden sie als Hintergrundinformation zu den einzelnen Personen herangezogen und dann recht schnell wieder fallen gelassen, was schade ist.

Die Idee der Geschichte ist gut, abseits von den ausgetretenen Wegen, auch wenn man gerade zu Beginn etwas Zeit braucht, sich die Optik der Erzählungen vorstellen zu können. 

Insgesamt ein solides Werk, das durchaus Spaß macht zu lesen, das aber viele Hintergründe nur streift und dessen große Auflösung irgendwie vorhersehbar ist.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

Kommentare:

  1. schöne Rezi, das buch steht schon länger auf meiner Wunschliste :)

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  2. Danke für das Lob :) Wenn du es haben willst, vielleicht hast du ja was zum Tauschen? :)
    Lg

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  3. Ich habe das Buch auch schon gelesen, Rezi ist auch schon in meinem Blog. Aber deine Rezi ist echt der Wahnsinn, so schön ausführlich und gut geschrieben

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