Montag, 15. August 2011

Rezension: Sirenenfluch

Das Buch habe ich im Rahmen einer Leserunde auf der Leser-Welt gewonnen. Nochmals herzlichen Dank an die Glücksfee! Ich muss sagen, ich habe mir davon mehr versprochen und am Ende war ich wirklich ziemlich enttäuscht.

Informationen zum Buch:
Titel: Sirenenfluch
Autor: Lisa Papademetriou
Seiten: 317 Seiten (broschiert)
Verlag: Loewe (August 2011)
ISBN 10: 3785570481
ISBN 13: 978-3785570487

Rezension:
Will lebt in Shelter Bay, einem kleinen Küstenstädtchen, das jeden Sommer von Touristen bevölkert wird, so auch von seiner besten Freundin Zoe. Das Leben könnte schön sein, wäre nicht im letzten Jahr ein schrecklicher Unfall geschehen, bei dem Wills Bruder Tim ums Leben gekommen ist. Will selber war dabei, erinnert sich aber an nichts und so schwebt der Tod seines Bruders permanent wie eine dunkle Wolke über ihm. Davon kann auch die geheimnisvolle Asia nicht ablenken, der Will unter seltsamen Umständen begegnet und die er nicht vergessen kann. 

Die Autorin legt hier einen Jugendroman vor, der zu Beginn sprachlich noch recht holprig daher kommt, sich aber relativ bald fängt und dann mit relativ guter Lesbarkeit und einem angenehmen und passenden Erzählstil punkten kann. Jedes Kapitel wird durch ein Gedicht oder einen Zeitungsausschnitt eingeleitet, was dem Leser viel über das Drumherum der Geschichte, die Hintergründe des Lebens in Shelter Bay oder einfach die Stimmung des jeweiligen Kapitels verrät und somit viel Positives beiträgt.

Der Sprachstil des Buches ist der jugendlichen Zielgruppe angemessen und auch die Unterhaltungen der Protagonisten untereinander sind sprachlich gut ausgearbeitet. Dass Asia anders redet, fällt auf, allerdings in einem Maße, dass es angenehm und realistisch bleibt.

Die Personen sind recht sympathisch, auch wenn man mit Zoe erst nach vielen  Seiten warm wird. Will hingegen wirkt sofort irgendwie nett und interessant. Die anderen Figuren sind relativ stereotyp, der geschäftstüchtige Vater, die überbesorgte Mutter, der seltsame Junge, der gemeine Exfreund, die taffe Kellnerin. Hat man alles schon mehrfach gelesen und entsprechend oberflächig ausgearbeitet sind die Figuren dann auch. Sie spielen die ihnen zugedachte Rolle, die jeder einordnen kann und viel mehr Aufmerksamkeit wird ihnen nicht gewidmet.

 Auch bei der Handlung an sich gibt es leider leichte Schwierigkeiten.  Meistens plätschert das Geschehen mehr vor sich hin, um dann immer wieder sehr kurz interessante, spannende Abschnitte zu bieten, nur um danach wieder eher vom Leben der Protagonisten im Allgemeinen zu berichten. Sicher ist das wichtig auch für die Entwicklung der Figuren, aber dennoch geht das eigentlich Thema im größten Teil des Buches irgendwie unter, nur um dann am Ende mit aller Gewalt nochmal an die Oberfläche gezerrt zu werden.
Und so bleiben dann auch viele interessante, angerissene Handlungsstränge und Figuren wenig beachtet, man fragt sich unweigerlich, warum so viel Text auf Personen und Dinge verwendet wurde, die dann doch in der Versenkung verschwinden.

Das ist einfach schade und als Leser bleibt man mit vielen großen Fragezeichen über dem Kopf zurück. Ich hoffe, dass wenigstens der Hintergrund der Geschichte, das eigentliche „Warum“ der Handlung in einem Folgeband näher erklärt wird, denn sonst wäre Sirenenfluch leider wieder nur ein Fall von toller Idee, aber mieser Umsetzung.

Zusammengefasst kann das Buch durchaus unterhalten mit einem nach kurzer Eingewöhnung unterhaltsamen Stil, letztendlich gibt es aber zu viele vergessene Baustellen und offene Fragen, um wirklich ein befriedigendes Leseerlebnis abgeben zu können.

Bewertung 2 von 5 Punkten

Kommentare:

  1. Hallo! Großes Lob an deinen tollen Blog. Ich bin jetzt regelmäßiger Leser deines Blogs und würde mich sehr freuen, wenn auch du meinen Blog besuchen würdest und wenn er dir gefällt, regelmäßiger Leser werden würdest.

    LG Chrisy

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  2. Ganz lieben Dank für das Lob! Ich schau gleich mal vorbei.
    Lg

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