Samstag, 6. August 2011

Rezension: Hummeldumm

Eines der Bücher, die per Buchwanderpaket ihren Weg zu mir gefunden haben und das ich im Rahmen des Sommer-Sub-Abbaus gelesen habe.

Informationen zum Buch:
Titel: Hummeldumm
Autor: Tommy Jaud
Seiten: 320 Seiten (broschiert)
Verlag: Scherz Verlag (Februar 2010)
ISBN 10: 3502110379
ISBN 13: 978-3502110378

Rezension:
Matze Klein befindet sich in seinem persönlichen Alptraum: Mit diversen seltsamen Gestalten eingepfercht in einen uralten Kleinbus geht es kreuz und quer durch Namibia. Es ist eine Reise, kein Urlaub, darauf weist sogar der Guide hin. Und so muss Matze nicht nur Wanderungen und elendig lange Busfahrten, sondern auch und vor allem die anstrengenden Eigenarten der Mitreisenden ertragen und so ganz nebenbei Teile seines Privatlebens in den Griff bekommen.

Das hier ist ein typischer Jaud: Frech und sarkastisch, schonungslos und zynisch. Aber mit einer erstaunlich klaren Sicht auf die handelnden Figuren. Diese sind so genau gezeichnet und so nachvollziehbar, dass man sie sich nicht nur bildlich vorstellen kann, sondern dass man manches Mal das Gefühl bekommt, mit ihnen gemeinsam im Bus zu sitzen.
Und das sind dann die Momente, in denen man gerne schreien und die Leute schütteln möchte, weil sie einfach so sind wie sie sind und damit furchtbar anstrengend, furchtbar dumm, furchtbar rechthaberisch, furchtbar engstirnig. Und furchtbar feige.
Es sind Situationen, die, jede einzelne für sich, genau so passieren könnten und die erst in ihrer Gesamtheit absurd-skurril wirken.

Den Jaud-Humor muss man wohl mögen, ich kann gut verstehen, wenn viele ihn nicht lustig finden. Ich schon.  Und deswegen konnte mich diese aberwitzige Geschichte um teilweise unausstehliche Persönlichkeiten, die alle doch wieder ihre liebenswerte Seite zeigen, wunderbar unterhalten.

Abzüge gibt es, weil mir Fremdschäm-Szenen, so gut sie auch umgesetzt sein mögen, irgendwie sauer aufstoßen. An einigen Stellen ist der Autor da ziemlich über das Ziel hinaus geschossen und ewiges voreinander-Verheimlichen mag die Geschichte prägen und voran treiben, mir hätte etwas mehr Offenheit dennoch besser gefallen, lustige Szenen hätte es dennoch sicher genug gegeben.

Unterm Strich leichte, gute Unterhaltung, wenn man auch manchmal das dringende Bedürfnis hat, in die Tischkante zu beißen.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

Kommentare:

  1. Huhu ;-) Eine sehr schöne Rezi, ich mag Tommy Jaud, auch ziemlich gerne, grade den "Vollidiot" und "Millionär"...und auch wenn ich weiß, dass in dein Haus keine Hörbücher einziehen *lach* gefallen mir diese grade als Hörbuch, gelesen von Christoph Maria Herbst sehr gut *grins*

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  2. Huhu

    Ich konnte mit Hörbüchern auch nicht viel anfangen, aber Tommy Jaud als Hörbuch ist einfach der Brüller. =)

    Es hatte schon wirklich sehr lustige Episoden parat. Trotzdem gingen mir diese Akkusucherei nach der Zeit auf die Nerven. Das Thema wurde einfach zu überreitz und führte bei mir nur noch zum Augenrollen.

    LG Sumpflicht

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  3. Ich habe einfach keine Gelegenheit, Hörbücher zu hören tagsüber und abends im Bett schlafe ich dabei ein, also lass ich es ;)
    Mir hat weniger die Adaptersuche den letzten nerv geraubt, als viel mehr dieses Versteckspiel. Bin da viel eher der Typ "Schatz, ich hab Mist gebaut, versuche jetzt aber, das auf die Reihe zu bringen". Gut ist. Aber neeeiiiiin, das geht ja nicht.
    Lg

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