Dienstag, 16. August 2011

Rezension: Die rote Schleife

Dieses Buch habe ich zur Rezension vom Verlag Edition Zweihorn bekommen. An dieser Stelle nochmals ganz, ganz herzlichen Dank! Ich finde das Thema unheimlich wichtig, denn HIV ist nicht verschwunden oder weniger gefährlich geworden, nur weil die üblichen Warnungen zu langweilen beginnen und heute kaum noch ernst genommen werden. Und daher hat mich dieses Buch sehr interessiert, da es von einer anderen Seite an das Thema heran geht.

Informationen zum Buch:
Titel: Die rote Schleife
Autor: Wartan Bekeredjian
Seiten: 94 Seiten (broschiert)
Verlag: Edition Zweihorn (Oktober 2010)
ISBN 10: 3935265557
ISBN 13: 978-3935265553

Rezension:
Max kann es nicht fassen: Er soll HIV-positiv sein? Das kann nicht sein, so etwas passiert nur anderen, doch nicht ihm?! Er ist jung, er fühlt sich gesund, er hat doch sein ganzes Leben noch vor sich. Und doch ist es so. Er hat sich infiziert und muss nun beginnen, mit dieser grausamen Wahrheit zu leben.

Das Anliegen dieses Buches ist es, junge Menschen für die Gefahr HIV zu sensibilisieren, weswegen es mehr als nebensächlich ist, ob die Figuren gut ausgearbeitet und sympathisch sind, ob der Schreibstil mitreißend ist oder was man sonst handwerklich noch anmerken könnte.
Gut lesen lässt es sich, auch junge Menschen dürften keine Verständnisprobleme haben und das ist das Wichtigste.

In diesem Fall ist der Inhalt das, was zählt. Und der schafft es, ganz sensibel und feinfühlig und dennoch eindringlich dieses wichtige Thema anzufassen. Dabei wirkt das Geschehen nie voyeuristisch oder plakativ, sondern realistisch und lebensnah.
Die Gefühle und Ängste, die Max fest im Griff haben, sowie die Reaktionen seiner Umgebung sind nur allzu verständlich und wahrscheinlich, hier gelingt ein Blick in das Innere eines Menschen, der nicht befremdlich ist, sondern viel mehr beklemmend.

Als Schullektüre ist das Buch meiner Meinung nach in jedem Fall zu empfehlen, weil es das so wichtige Thema HIV behutsam aufgreift, in eine Geschichte verpackt und doch das Allerwichtigste ganz deutlich macht: Es kann jeden treffen. HIV ist kein Schreckgespenst der 90er, sondern nach wie vor gefährlich.

Gerade deswegen muss für dieses Thema sensibilisiert werden, wobei die üblichen Erklärungen und Warnungen von den meisten Jugendlichen inzwischen vielleicht einfach abgetan werden. Eben so, wie Max denkt: „Ich bin jung, mich trifft das doch nicht“ 

Und daher ist dieses Buch uneingeschränkt empfehlenswert nicht nur, aber gerade auch für den Deutschunterricht.

Bewertung: 5 von 5 Punkten

Kommentare:

  1. Schöne rezi ;-) Habe ich genauso empfunden, als ich es heute gelesen habe ♥

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  2. Danke :) Ich glaub wirklich, dass sowas mehr erreichen kann, als der Biologieunterricht.

    lg

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  3. Sehr wichtiges und schlimmes Thema. Toll, dass du das Buch rezensiert hast!
    Die Menschen müssen sich heutzutage einfach mit HIV auseinandersetzten. *seufz*

    Ganz liebe Grüße! :)

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