Mittwoch, 20. Juli 2011

Rezension: Gut gegen Nordwind

Eines der Bücher, bei denen ich der Meinung bin, sie unbedingt gelesen haben zu müssen. Umso praktischer, dass meine Mum es mir dann geliehen hat.

Informationen zum Buch:
Titel: Gut gegen Nordwind
Autor: Daniel Glattauer
Seiten: 224 Seiten (Taschenbuch)
Verlag: Goldmann (Juli 2008)
ISBN 10: 9783442465866
ISBN 13: 978-3442465866

Rezension:

Emmi Rothner und Leo Leike lernen sich ganz zufällig durch einen Tippfehler in der Emailadresse kennen. Aus einigen kurzen Korrespondenzen entwickelt sich etwas, was mehr und mehr in Leben und Gefühlswelt der beiden eingreift, fast, aber eben auch nur fast eine Liebesgeschichte, denn bisher kennen die beiden sich nur per Mail.

Von einer Geschichte wie der  von Emmi und Leo haben die meisten von uns schon mal gehört. Man lernt sich irgendwo zufällig online kennen und es entwickeln sich Gespräche, vielleicht auch mehr. Meistens hat zumindest eine Seite irgendwann diese Hoffnung.
Und das macht diese Geschichte so lebensnah: Sie hätte passiert sein können.
Die Sprache der beiden wechselt zwischen geschäftsmäßig, locker-spritzig und tiefgehend-philosophisch. Beide unterhalten sich über alles und nichts und so manches Mal möchte man sich selber einklinken und die beiden geradezu zu einem Treffen zwingen, damit sie nur endlich einen Schritt weiter kommen.

Die Charaktere der beiden öffnen sich durch die verschiedenen Mails und das, was man aus ihnen über die Geschehnisse dazwischen erfährt, mehr und mehr. Leider ist genau das auch ein Schwachpunkt: Emmi ist unglaublich klischeehaft weibisch. Meistens nett, lieb, freundlich, witzig, schlagfertig, intelligent. Aber manchmal auch absolut von sich eingenommen, sehr schnell eingeschnappt, zickig, missgünstig, eifersüchtig, herrisch und rechthaberisch. Leo kann dem zwar manches Mal die Stirn bieten, leider jedoch tut er es nur selten – meistens nimmt er sich Emmi zuliebe selbst zurück, stellt sich hinten an und gibt ihr Recht.

Das mag theoretisch ok sein, in einer Situation, in der sich eine Partei aber so weit aus dem Fenster lehnt und diese „Beziehung“ aufrecht erhalten will um jeden Preis, im echten Leben aber verheiratet ist, empfinde ich dieses Anspruchsdenken als etwas  zu viel. Zu egoistisch.

Und das ist es dann auch, was einem (neben einer enormen Zeitspanne, die die beiden brauchen, um sich endlich zu einem Treffen durchzuringen) das Lesevergnügen verderben kann.

Allerdings ist der Schluss wiederum großartig, so dass diese Geschichte dann insgesamt noch gut unterhalten kann.

Bewertung 4 von 5 Punkten

Kommentare:

  1. Hi^^
    Ich habe das Buch vor Ewigkeiten gehört und nun gespannt auf deine Rezi gewartet, denn ich persönlich fand es furchtbar und war neugierig auf eine andere Meinung^^
    Auch wenn ich wohl weiter ein Außenseiter bleiben werde was das Buch angeht, bin ich froh, hier einiges gelesen zu haben, was mir ebenfalls negativ aufgefallen ist.
    Lg^^

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  2. Das Ende hats gerissen, finde ich.
    Das war so ein richtig guter Schluss und den gibts in Büchern leider nicht so oft.
    "Allle sieben Wellen" kraucht dann auch bei mir nur noch auf 2 Punkten rum, da war leider nicht mehr viel, was noch irgendwas retten konnte ;)

    Lg

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  3. bitte noch nicht beeindruckt sein, das kannst du machen wenn ich's geschafft hab *lach*

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  4. Nä, bin ich jetzt schon, allein, weil du dir das vornimmst, ich hab mir ja eher Seichtes ausgesucht ;)
    Lg

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