Montag, 11. Juli 2011

Beutewelt I - es geht spannend weiter

Es ist Montag, wieder Zeit für einen Bericht über die Beutewelt. In dieser Woche beschäftige ich mich mit den Kapiteln "Aux Champs Elysées" und "Vor dem Sturm", mit denen der Autor das große Finale einläutet.

Frank und Alf sind inzwischen in Paris angekommen und bereiten den Anschlag vor. Dabei wird immer deutlicher, wie sehr die Anspannung an beider Nerven zerrt, denn als ihnen bei einer Erkundungstour ein harmloser Obdachloser begegnet, geht Frank auf ihn los, schlägt und bedroht ihn.

Das nächste Kapitel beleuchtet näher die Vorbereitungen, die beide treffen und zeigt auch noch eine andere Seite der "One World", indem eine Aufzeichnung des "Kleinen Flüsterers" wiedergegeben wird. 

In diesem Abschnitt sind, wie so oft, die Namen (in diesem Fall der Kapitel) sehr bewusst gewählt und durchaus zweideutig. So befinden sie sich in "Aus Champs Elysées" endlich in erreichbarer Nähe ihres Zieles, endlich an einem Punkt, den sie so lange gewünscht haben. Und wenn man sich den Liedtext genauer betrachtet, wird einem genau das im gleichnamigen Chanson auch versprochen "Es gibt dort alles, was du willst, auf den Champs Elysées" (verzeiht, das ist aus dem Kopf mit Schulfranzösisch übersetzt). Falls ihr das Lied nicht kennt: Das Internet ist groß, sucht es euch, vielleicht mit Übersetzung, es ist wirklich toll.

Es wird gleichzeitig aber auch deutlich, wie sehr die Dinge sich verändert haben. Frank war zu Beginn des Buches ein folgsamer, wenn auch unzufriedener Bürger, der den Aufstand nur im Kopf geprobt hat. Nun befindet er sich in der Situation, ein Attentat zu planen und vorzubereiten. Etwas, das er vorgeschlagen hat und mit der zugehören Situation verschmilzt er so sehr, dass er sogar einem harmlosen Obdachlosen gewalttätig gegenüber tritt und von Alf zurückgehalten werden muss.
Bei "Vor dem Sturm" kann man bedenkenlos ein "Die Ruhe" vor setzen, denn genau das ist dieses Kapitel: Es zeigt die letzten Vorbeitungen, den Punkt, an dem man ohnehin nichts mehr ändern kann.
Gleichzeitig wird noch ein intensiver Blick darauf geworfen, wie verdorben die Gesellschaft inzwischen geworden ist, indem der "Kleine Flüsterer" beschrieben wird. Eine Sendung, in der Kinder dafür belohnt werden, wenn sie ihre Eltern an die Regierung verraten. Etwas, was erschreckend Momente erinnert, in denen Kinder die Uhren der Tagesschau zeichnen sollten...

Es wird immer deutlicher, dass diese Ausformung einer Dystopie gar nicht so weit weg ist von der Wirklichkeit, wie man es beim Lesen hofft.

In der nächsten Woche dann werden Sabrina und ich beide die letzten Kapitel besprechen. Unabhängig voneinander, natürlich.

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