Donnerstag, 23. Juni 2011

Rezension: Jeder Tag endet mit dem Tod

Dieses Buch habe ich über die Seite Blogg dein Buch erhalten, die mit dem Epidu-Verlag zusammen arbeitet. Ich hatte bereits darüber berichtet und finde die Idee nach wie vor ziemlich großartig.
An dieser Stelle nochmals ganz, ganz herzlichen Dank an Epidu und Blogg dein Buch!



Informationen zum Buch:
Titel: Jeder Tag endet mit dem Tod
Autor: Michael Schröder
Seiten: 376 Seiten (broschiert)
Verlag: Epidu (März 2011)
ISBN 10: 3942584085
ISBN 13: 978-3942584081

Rezension:
Elmar Kreuzer traut seinen Augen nicht, als eines Tages ein junges Mädchen vor seinem Schreibtisch steht und ihn um Hilfe bei der Aufklärung des Todes ihres Vaters bittet. Lisa ist erst 13 und doch fällt ihr auf, was alle Erwachsenen nicht sehen können oder sehen wollen:  Etwas an diesem Fall stimmt nicht. Und so begibt sich Elmar auf eine Suche, die alles in Frage stellt, was er zu kennen dachte: Sein Leben, seine geistige Gesundheit, seine zwischenmenschlichen Bindungen und sogar seine Sterblichkeit.

In diesem Buch kommt einem einiges bekannt vor und es wird spätestens in den letzten Kapiteln auch sehr deutlich, woher der Autor seine Inspiration gezogen hat. Und dennoch ist dieses Mal die vorliegende Idee ganz anders umgesetzt und das sogar sehr gut.
Die Figuren sind zwar teilweise klischeehaft, der Autor versteht es aber, diese Klischees geschickt zu nutzen und schafft so das Bild einer ganz typischen deutschen Kleinstadt mit allen ihren Personen und Persönchen.  Elmar selbst ist sehr interessant und durchdacht angelegt, sehr glaubhaft ausgearbeitet, so dass man seine Handlungen und Denkweisen sehr gut nachvollziehen kann.
Lisa, am Übergang zwischen Kindheit und Erwachsenwerden ist ebenso sehr intensiv ausgearbeitet. Man nimmt ihr sowohl die kindlichen, als auch die reifen Momente ab, ihre Äußerungen und Verhaltensweisen wirken dabei nie aufgesetzt, albern oder unpassend, was schon eine Leistung ist, wenn man bedenkt, wie weit weg von diesem Alter man selber als Leser und der Autor als Schöpfer der Figur ist.

Die Handlung ist insgesamt durchdacht und weitgehend logisch, die Auflösung ist geschickt und selbst als erfahrener Krimileser braucht man eine ganze Weile um der Lösung auf die Spur zu kommen, was nur für den Autor spricht.
Allerdings liegen im „Warum“ einige Schwachpunkte der Handlung. Um dies genauer auszuführen müsste man zu viel der Handlung vorweg nehmen, daher nur kurz der Hinweis, dass das „Wie“, das „Warum“ und vor allem der psychische Hintergrund der „eigenen Hölle“ meiner Meinung nach sehr viel ausführlicher hätte behandelt werden können.
So wird der Leser vor eine Situation gesetzt und muss mit ihr zurechtkommen, ob er die Hintergründe, die Ursprünge und Gründe nachvollziehen kann oder nicht. Diejenigen, die schon als Kinder immer und überall nachgefragt haben (wie ich) haben da vielleicht ihre Probleme mit, anderen mag es leichter fallen, sich auf die Geschichte einzulassen und einfach die Situationen zu akzeptieren.

Die Sprache ist sehr gut, sehr klar und deutlich, sehr präzise. Sie bringt auf den Punkt, was die Protagonisten denken und fühlen, woran sie zweifeln und was sie umtreibt, ohne dabei zu viel oder zu wenig Distanz zu wahren. Der Leser kann so in die Handlung eintauchen, ohne die Unsicherheiten und Ängste an sich heran lassen zu müssen. Dabei bleibt die Handlung immer nachvollziehbar und die Sprache gut lesbar und eingängig und vor allem der jeweiligen Situation angepasst.

Insgesamt ein interessantes Buch mit einem aufregenden Thema, einer schnörkellosen Sprache und authentischen Figuren, leider aber auch mit einigen Schwächen in der Erklärung der Hintergründe. Krimifans und Freunde übernatürlicher Phänomene werden aber sicherlich ebenso ihren Spaß damit haben wie die Leser, die einfach „nur“ mal etwas ganz Anderes, ganz Neues erleben wollen. 

Bewertung: 4 von 5 Punkten

Kommentare:

  1. Hallo,

    Danke für die nette Rezension. Mich als Autor freut es, wenn das Buch gefällt und ich von was ich vorhatte einiges recht erfolgreich umsetzten konnte.

    Wer mehr zu dem Buch oder anderen Büchern von mir wissen will:
    www.dieschroeders.net
    Dort ist eine Fanpage eingerichtet und man kann lesen was und wo das Buch spielt.

    Wem es gefallen hat, der kann sich freuen, denn Elmar Kreuzer wird noch zwei weitere Abenteuer erleben und auch diese in dem doch recht eingewilligen Format. Teil zwei ist schon fertig und es nicht nur ein Abklatsch der Idee des ersten Buches und im dritten Teil wird sich alles aufkläre. Also warum Elmar Kreuzer immer wieder gefangen ist.


    Mit freundlichen Grüßen,
    Michael Schröder

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  2. Hallo lieber Michael!
    Ich freue mich immer, wenn sich ein Autor auf meinen Blog verirrt, daher zunächst herzlich Willkommen!

    Nach dem, was du schreibst, darf man also absolut gespannt sein auf die nächsten Teile, dann werden hoffentlich ein paar Fragen geklärt, die ich bisher noch habe.

    Ich freue mich schon!
    Lg

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