Montag, 13. Juni 2011

Rezension: Das Kind

Diese Rezension habe ich euch bisher vorenthalten. Kann ja nicht angehen!

Informationen zum Buch:
Titel: Das Kind
Autor: Sebastian Fitzek
Seiten: 400 Seiten (Taschenbuch)
Verlag: Knaur TB (August 2010)
ISBN 10: 3426637936
ISBN 13: 978-3426637937


Rezension:
Robert Stern ist ein erfolgreicher Anwalt, allerdings befindet sich hinter seiner glänzenden Fassade ein zutiefst zerrütteter Mensch, der den Tod seines Sohnes vor vielen Jahren nie überwinden konnte und wollte. Und so ist er trotz allem Widerspruchs seines logischen Denkens bereit, sich auf die Geschichte des kleinen Simon einzulassen, der behauptet, in einem früheren Leben ein Mörder gewesen zu sein und der mit erschreckender Genauigkeit lange verborgen gebliebene Fundorte von Leichen bekannt gibt.
So beginnt für Robert eine atemlose Jagd, permanent hin- und hergerissen zwischen Hoffnung und Zweifel, Wut, Angst und Zuversicht…

Sebastian Fitzek liefert mit diesem Thriller wieder ein Stück solide Schreibkunst ab. Leider aber auch nicht viel mehr.
Die Story ist, wie bei Büchern des Autors üblich, sehr durchdacht, mit (zu)vielen Zufällen und einer sehr überraschenden Wendung am Ende gefüllt und durchweg gut zu lesen und spannend.
Dennoch: Hat man bereits einige seiner Bücher gelesen, kommt einem der Schluss in seiner Konstruktion trotz aller Überraschung bekannt vor. Das Muster ist nicht neu. Aber es funktioniert.
Man hetzt mit den Protagonisten durch Berlin, von einem Tatort zum nächsten und erst wenn man kurz innehält, wird einem bewusst, wie abstrus diese Geschichte nun wirklich ist.
Dieses Gefühl setzt sich aus vielen kleinen Momenten zusammen, beginnend dabei, wie leicht eine Krankenschwester sich einen Krankenwagen ausleihen und mit einem minderjährigen Patienten eine Spritztour unternehmen kann über die Zufälle, einen sehr durchsetzungsfähigen Ex-Mandanten zu haben, der natürlich gerade zur Stelle ist, um zu helfen und von dem sich heraus stellt, dass er genau die Kontakte und genau das Wissen hat, das einem hilft bis hin zu dem monströsen Adrenalinschub, der einen streckenweise ziemlich problemlos mit einem zertrümmerten Fuß laufen, gehen, stehen lässt.
Die Figuren bleiben trotz aller Beschreibungen kontur- und gesichtslos, allerdings kann man ihre Emotionen sehr gut nachfühlen, was wieder beweist, über welches Talent der Autor verfügt.
Es handelt sich hier also um eine Geschichte, die den Leser zwar berührt und geradezu durch die Handlung hetzen lässt, die bei einer näheren Betrachtung aber leider deutliche Schwächen offenbart.

Die gute Lesbarkeit und die wirklich besondere Danksagung führen in diesem insgesamt temporeichen, aber seltsam gesichtslosen Thriller dann noch zu einer leichten Aufwertung.

Bewertung: 3 von 5 Punkten

Kommentare:

  1. Liebe Claudia, wird sind uns ja nicht imemr einig, aber hier schon ;-) Ich mag Fitzek gerne, bin aber mit dem "Kind" nicht warm geworden.

    *knutsch*

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  2. Auch mal schön so ;)
    *rückknutsch*

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