Samstag, 21. Mai 2011

Rezension: Scherbenmond

Dieses Buch habe ich durch  die tolle Trailer-Aktion vom script5-Verlag bekommen. An dieser Stelle nochmals herzlichen  Dank!
Gelesen habe ich das Buch bereits im April, die Rezension folgt erst jetzt, weil ich das alles erstmal sacken lassen musste. Ich war unglaublich enttäuscht von diesem Buch, obwohl ich es einfach toll finden wollte. Umso schwerer ist mir die Bewertung gefallen. 

Und ich möchte faire Rezensionen schreiben, daher musste ich zunächst etwas Abstand gewinnen, um nicht aus subjektiver Enttäuschung oder dem trotzigen Willen, es zu mögen, heraus zu beurteilen. Diesen Punkte habe ich mittlerweile erreicht, dennoch ist es mir nicht leicht gefallen, diese Rezension zu schreiben.

Informationen zum Buch:
Titel: Scherbenmond
Autor: Bettina Belitz
Seiten: 686 Seiten (Hardcover)
Verlag: script5 (Januar 2011)
ISBN 10: 9783839001226
ISBN 13: 978-3839001226
 
Rezension:
Ellies Trennung von  Colin liegt einige Zeit zurück und so langsam zweifelt sie an dem, was sie gemeinsam erlebt haben. Gab es diese magischen Momente wirklich? Existiert Colin doch nur in Ellies Gedanken? Aber wenn das so ist, warum  ist ihr Vater dann schon so lange verschwunden? So lange, dass selbst ihre Mutter sich eingesteht, dass dieses Mal etwas passiert sein  muss. Und so öffnen die Frauen  den Brief, der Anweisungen enthält für  den Fall, dass Ellies Vater nicht  mehr zurück  kommt.
Diese Anweisungen allerdings stürzen Ellie in ein Abenteuer, von  dem sie niemals erwartet hätte, es zu erleben. Oder zu überleben…

Ich möchte eines vorweg nehmen: Ich wollte dieses Buch mögen, ich wollte es toll finden, ähnlich großartig wie Splitterherz, aber ich kann einfach nicht.
Ein Jahr lang habe ich mich auf den Erscheinungstag gefreut und wurde leider bitter enttäuscht.
Zwischen diesen Buchdeckeln versammeln sich logische Lücken durch die ein Elefant noch ein Rad schlagen könnte, Unstimmigkeiten, anstrengende Charaktere und einfach viele kleine Unsauberkeiten. 

Zunächst aber das, was trotz allem gut gelungen ist:
Die Autorin hat das Talent, ihre Geschichten in eine einfache und eingängige, aber nicht unbedingt simple Sprache zu verpacken, so dass sich die Seiten wirklich schnell und flüssig lesen lassen. Entsprechend rast man geradezu durch das Buch, was immer ja immer ein klein wenig glücklich stimmt. Außerdem sind hier wieder einige sehr interessante Wendungen verpackt und es sind viele Fragen noch offen, so dass man auf den Nachfolger gespannt sein darf.

Allerdings gibt es dieses Mal leider sehr viel zu bemängeln. So befinden sich in der Handlung logische Lücken. Situationen, in der der aufmerksame Leser sich fragt, wie das jetzt angehen kann. Hier kann man anführen, wer sich wirklich gefangen nehmen lässt von der Geschichte, dem wird das nicht auffallen. Das mag sein, dennoch finde ich, dass solche Fehler und Stolperer im Geschehen einfach hätten vermieden werden können.
Habe ich beim Vorgänger noch die toll ausgearbeiteten und wahnsinnig sympathischen Charaktere gelobt, so muss ich hier leider alles zurück nehmen und das Gegenteil behaupten. Ellie ist nicht mehr nett, interessant und liebenswert, sondern anstrengend, arrogant , zickig und kindisch. Colin umgibt nicht  mehr der besondere Zauber des ersten Bandes, sondern er passt sich Ellies Wesensveränderung geradezu an.
Sicher ist viel der Handlung geschuldet, aber es macht einfach keinen Spaß, über so unsympathische Personen zu lesen. Einzig Tillmanns Charakteränderung seit dem letzten Band ist positiv zu vermerken, macht ihn interessanter und erwachsener.

Die neu eingeführten Personen bleiben trotz aller Aufmerksamkeit, die sie bekommen, irgendwie farblos, Gianna wirkt teilweise sehr überzeichnet und irgendwie wie ein Störfaktor. Ebenso ist ihre Vergangenheit einer der Punkte, bei denen ich nur hoffen kann, dass diese im nächsten Band nochmals aufgegriffen werden, da ich sonst nicht nachvollziehen könnte, warum das in dieser Geschichte noch erzählt werden musste.
Darüber hinaus können einen Sequenzen, die tiefgründig und emotional sein sollen, leider lange nicht so berühren, wie es beispielsweise die einfache Bach-Szene im ersten Band konnte.
Auch wirkt die Handlung, insbesondere am Beginn und am Schluss sehr konstruiert, nicht so natürlich  gewachsen, wie die Autorin es in Splitterherz hat wirken lassen.
Zugegebenermaßen gab es viele Momente, wo ich grinsen musste, was dann aber eher seltsamen bis falschen Bezeichnungen oder ungewollter Komik statt wirklich humorvollen Szenen zu verdanken war.

Insgesamt muss ich leider sagen, dieses Buch ist ein einziges großes „Nicht mehr so… wie Splitterherz“. Nicht mehr so sehr zum mitfiebern, nicht mehr so liebenswert, nicht mehr  so tiefgründig, nicht  mehr so lebendig, nicht  mehr zu ergreifend, nicht mehr so zauberhaft, einfach nicht  mehr so gut.
Hoffen  wir auf Dornenkuss

Bewertung: 2 von 5 Punkten

Kommentare:

  1. Ich bin gespannt, wann ich mal zu den Büchern kommen werde ;-) Bin trotzdem sehr gespannt auf "Splitterherz", "Scherbenmond" (die hier liegen und warten, dass ich sie lese) und auch auf "Dornenkuss" (?)
    Dir ist mal wieder eine "schöne" logishce Rezi gelungen ;-)

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  2. Danke :) Splitterherz ist wundervoll, ehrlich. Dann jetzt der große Absturz, aber es kommt ja häufiger vor, dass Band 3 dann wieder toll wird, also hoffe ich
    Lg

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  3. Hallo Claudia!

    Ganz so schlimm habe ich es selbst nicht empfunden, obwohl es im direkten Vergleich zu "Splitterherz" schon schlechter abschneidet.

    Lassen wir uns von "Dornenkuss" überraschen - das Cover ist wieder wunderschön...

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  4. Huhu Sabine!

    Das ist doch das Gute: Jedem seine Meinung. Und ich finde immer, solange man begründen kann, warum einem etwas (nicht) gefällt, ist es gut. Die meisten meiner Kritikpunkte kann ich belegen, der Rest besteht aus den Dingen, die eine Lesestimmung ausmachen (oder eben auch nicht).

    Ich gebe ja gerne zu, dass ich da so eine gewisse Terriermentalität besitze: Wenn es Fehler (offensichtliche) gibt, dann beiße ich mich daran fest und dann verliert ein Buch ganz schnell meine Sympathien.
    Es sei denn, es kann mich fesseln.

    Dieses Buch konnte es, im Gegensatz zum Vorgänger, leider nicht.

    Daher hoffe ich tatsächlich sehr auf Dornenkuss. Ich hoffe einfach, dass es wieder so toll wird wie Splitterherz, ich lese nämlich gerne Bücher, die mich glücklich machen ;)

    Und die Cover sind alle schön, finde ich. Wundervoll gestaltet, ein Hingucker, in jedem Fall.

    Ganz liebe Grüße

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  5. Hi Claudia, Splitterherz liegt auch noch bei mir. Die Bücher sind sooo schön, dass ich sie schon deshalb bald lesen will. Bin mal gespannt, wie mir dann Scherbenmond gefällt :-)
    Schönen Sonntag dir noch.
    LG,
    Damaris

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  6. Dann warte ich gespannt auf deine Meinung :) Danke, das wünsche ich dir auch

    Lg

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