Freitag, 20. Mai 2011

Rezension: Endzeit

Das Buch habe ich - wie so viele andere Leser auch - von vorablesen bekommen. Ich habe eine gefühlte Ewigkeit daran  gelesen, was einfach zum großen Teil daran lag, dass all die großen Emotionen angesprochen, aber nicht rübergebracht werden könnnen. Und ohne Emotionen liest sich so ein Buch irgendwie nicht so gut...


Informationen zum Buch:
Titel: Endzeit
Autor: Liz Jensen
Seiten: 400 Seiten (Taschenbuch)
Verlag: dtv (April 2011)
ISBN 10: 3423248440
ISBN 13: 978-3423248440



Rezension:

Gabrielle ist Kunsttherapeutin und versucht nach einem schweren persönlichen Schlag, mit einer neuen Arbeitsstelle wieder zu sich zu finden, oder sich zumindest nicht völlig zu verlieren. Diese Arbeitsstelle befindet sich in einer Anstalt für Jugendliche, in der Gabrielle die junge Bethany zugeteilt wird. Bethany, die ihre Mutter brutal ermordet hat, Bethany, vor  der die meisten Therapeuten schon fast Angst haben, Bethany, die keinerlei Respekt gegenüber Erwachsenen zeigt.
Aber auch Bethany, die Dinge sieht. Schreckliche Dinge. Dinge, die geschehen werden. Zunächst schenkt Gabrielle ihr keinen Glauben, was sich jedoch schlagartig ändert, als, eine nach der anderen, alle Vorhersagen Bethanys eintreten.
Nur wie soll man die Welt retten, wenn einem niemand zuhört ?

Der Klappentext verspricht einen großartigen Thriller, ein Werk apokalyptischen  Ausmaßes, einfach ein Buch, das einen mitnimmt.
Und genau das passiert nicht. Sowohl Bethany, als auch Gabrielle haben schwere Schicksalsschläge hinnehmen müssen, die Vergangenheit der beiden, insbesondere die von Gabrielle, wird nach und nach aufgedeckt.  Und obwohl es sich um grausame Momente handelt, Beschreibungen, die einem die Tränen in die Augen treiben sollten, passiert… nichts.
Als Leser ist man die ganze Zeit seltsam distanziert, die Handlung läuft wie ein Film voller Actionszenen ab, aber berühren können einen die Figuren nicht. Das gilt in gleichem Maße für die Beschreibungen von Gabrielles Gegenwart, ihren Ängsten, Gefühlen, ihrer Frustration und Angst. Nichts davon kann den Leser wirklich mitleiden und miterleben lassen.
Die Handlung des Buches immerhin ist spannend und obwohl einige Fragen ungeklärt bleiben, in sich schlüssig. Auch der Aufbau ist gut gemacht, Wendungen in der Handlung sind routiniert eingefügt und verarbeitet, so dass man durch die Geschichte an sich gut und flüssig hindurch kommt.

Und so bleibt ein sprachlich solides Werk, dessen Inhalt zwar spannend ist, dem durch die Distanz zu den Protagonisten aber jede Menge Lebendigkeit verloren geht.


Bewertung: 3 von 5 Punken

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